EDEN EEE LER TER
JS ͤ —
255550000 00
R 5 TNTAGMATIS MuSIcl 39
| MICHAELIS PRAETORIT C. 1.5
ITOMuS eee
N 0 I
| Darinuen
| Aller Muſicaliſchen Alten EIER,
laͤndiſchen / Barbariſchen / Baͤwriſchen vnd vnbekandten / als Einheimi⸗
ſchen / Kunſtreichen / sieblichen ond befanden Inſtrumenten Nomenclatur, | 4
Intonation vnnd Eigenſchafft / ſampt deroſelben Juſten ©
| Abriß vnd eigentlicher Abconterfeyung:
| Dann auch | 755
7 Der Alten vnd Newen Orgeln
| geteiffe Befthreibung’ anne, vnnd PedalClavier / Blaßbaͤlge /
22 | Diſpoſition vnd mancherley Art Stimmen / auch wie die Regahl vnd 155
Clavieymbel / rein vnd leicht zu ſtimen: vnd waß in Werl ung 8
einer Orgeln in acht zu nehmen ſampt angehengtem |
außfuhrlichem Reafſter befindlichen:
Nicht allein rganiften/ Inſtrumentiſten / Orgel⸗ |
vnd Inſtrumentmachern /fampt allen den Mufis zugethanen i
gantz nuͤglich vnd noͤtiz ſond dern auch Philofophis,
8 Philologis vnd Hi ſtoricis ſehr luſtig
| ond anmutig zu le- |
, fen. >
N | Benebenſt einem außfuͤhrlichem Regiſter. | 05
Gedruckt zu Wolffenbuͤttel / bey Elias Holwein Fuͤrſtl. Braunſ. Buch⸗ | S
A tyucker vnd Formſchneider daſelbſt. In Belegung den Yfukorıs, 50
N Anno Chriſti. M. BC. XIX. Ä
*
Denen Ehren veſten / Groß⸗vnnd Hoch⸗
achtbarn / Hoch vnd Wolgclarten / Hoch ⸗ vnd woltveiſen /
auch Fuͤhrnemen / Herren Buͤrgermeiſtern vnd gan⸗
gen Raht der Stadt
Seipzg /
Meinen großguͤnſtigen Herren vnd mechti⸗
gen Befoͤrderern / etc.
RE Hrenveſte / Groß⸗ vnd Hochachtbare / Hoch⸗
vnd Wolgelarte / Hoch⸗ vnd Wolweiſe / auch Zür-
5 & neme/großgünftige Herren vnnd mechtige Befoͤrde⸗
rer / ete Es iſt faſt ſehr zuverwundern / das man ſo we⸗
Huig / ja in etzlichen gar keine nachrichtung haben kan /
mas vor Inftrumenta Muficalia an Blaſenden vnnd
Beſaͤyteten / ſo wol im Juͤdenthnmb bey dem rechten Gottes dienſt / alß
im Heydenthumb bey dem Abergleubiſchen Goͤtzendienſt find gebrau⸗
chet worden.
Denn das Judenthumb anlangend; ſo wird der Poſaunen
Materien gedacht / Inmaſſen auff G OTtes des Allmechtigen befehl
Num. Io. verſ. 2. Im Jahr nach erſchaffung der Welt 244 zwey
Trommeten von dichtem Silber zu machen von Moſe angeordnet
worden / dadurch die Gemeine zuberuffen vnd ein Zeichen zu geben /
wenn das Heer auffbrechen ſolte. Die groͤſſe dieſer .
ge⸗
iſt geweſen / daß man ſie in einer Hand hat halten koͤnnen / wie Iud. c. 7.
verſ. 20. zuerſehen. Der form vnd geſtalt aber / hat man gar keine
nachrichtung / wie auch gleicher maſſen / was fie vor einen Laut von ſich
gegeben / ob es ein Unilonus geweſen / oder ob man V ariationes oder
vnterſchiedliche Thon / wie heutiges Tages auff den vnßrigen Pofau-
nen oder Trommetten geſchicht / darauff haben koͤnnen. Es leſt ſich
aber anſehen / das man V ariationes darauff haben koͤnnen / weil vnter⸗
ſchlecht Biaſen vnnd Trommeten ein vnterſcheid gemacht wird.
Schlecht Blaſen iſt geſchehen / entweder mit einer Trommet / weñ
die Fuͤrſten vnd Obriſten / oder mit beyden / wenn die Gemeine ſich für
die Thuͤr der Huͤtten deß Stiffts verſamlen ſollen. Trommeten
aber iſt geſchehen / entweder in den Feſten vnd Newmonden / oder in
Kriegeßleufften / wenn man die Laͤger auffbrechen / oder in den Streit
ziehen ſollen. Num. 10. v. 3.4.5.6 9 10.
Es wollen etliche fuͤrgeben / daß die Poſaunen / ſo das Subell-
oder Erlaß⸗Jahr anzuzeigen Levit c 25. v. 10. gebrauchet worden /
(von deſſen Hall es das Hall⸗Jahr genennet)ſollen auß einem Horn
von eine Wider gemachet worden ſeyn; Wiewol andere vermeinen / dz
ſie ſolche form vnd geſtalt zwar gehabt haben / aber auß Silber oder an⸗
dern Metal gemacht geweſen ſeyn.
Pfeiffen wird zwar 1. Sa m. c. 1o. v. 5. 2. Sa. c. C. v. 5. I. Reg. c. i. v. 40.
in den Pſalmen vnd vielen andern oͤrtern der Schrifft gedacht / auch
wie ſie bey Salbung der Koͤnige / 1. Regum c. I. v. 40. Gaſtungen /
Eſaiæ 5. v. 15. vnd Leichbegengnuͤſſen Matth. 9. v. 23 gebraucht wor⸗
den: Aber der Materiæ. darauß fie gemacht viel weniger der form vnd
geſtalt / auch wie viel fie Loͤcher gehabt / oder wie viel Thon ſie von ſich
geben / gar nicht erwehnet.
N Der Koͤnig David hat nicht allein eine beruͤmbte / wolbeſtalte
vnd Volckreiche Capellen zu Jeruſalem angeordnet / ſondern auch
viele Inſtrumenta erfunden / vnd auß Hebenholtz / ſo auß Ophir ge⸗
bracht vnd vor di ſem in Palæſtina nicht geſehen e ai
en / we
ſen / welches denn DBefägtere Inſtrument geweſen / weil fie geſchlagen
worden / 2. Chronic. c. 29. v. 25. vnter dieſen iſt auch die Harffe / 1. Reg.
c. 10. verſ. il. 12. So mit den Fingern gegriffen / 2. Lam... v. y.
Vnd das Savdd viel Inſtrument erfunden / auch iachen laſ.
fen / bezeuget die heilige Sehrifft 1. Chron. c. 23. v. 5. vnd c. 25. v. 7.
2. Chron. c. 29. v. 26. 27 vnd loſephus lib. y. Antiquit. ludaic. De-
rer werden etzliche in den Pſalmen hin vnd wieder / aber Bloß nach den
nahmen erzehlet darauf weder ihre Abriß noch Intonation, noch wie
eine Saͤyte gegen die ander in Inſtrumento Octa-Chordo, Deca-
chordo, &c. geſtimmet / zuvtrnemen. Es iſt aber Koͤnig Davids
Cappell in die vier tauſent Perſouen ſtarck vnd dergeſtalt diſponitt
geweſen / das darvnter zweyhundert vnd acht vnd achtzig Dire ores,
ſo in vier vnnd zwaͤntzig Chor abgetheilet / vnnd in jedem Chor zwoͤlff
Perſonen gebraucht worden / vnter denen ſind drey tauſent / ſieben
hundert vnd zwoͤlff andere Muſicanten / welche zu jedem Chor mehr
alß anderhalb hundert Perſonen thun / geweſen. Dieſe alle haben
auff den Inſtrumenten / So Koͤnig David machen laſſen / Muſiciret,
1. Chron. c. 23. v. 5. vnd c. 25. v. 7.
Solche Cappellam hat Salomon nicht allein / weiter erhalten /
ſondern auch ebener maſſen Harffen vnd Pſalter auß Hebenholtz /
fo auß Ophir gebracht worden / machen laſſen. 2. Chron. c. 9. v. 10.11
Hieronymus in Epiſtola ad Dardanum, Tofephus vnd Poly-
dorus Virgilius lib. 1. c. 15.de inventione ſchreiben / daß die C ither
bey den Hebreern vier vnd zwantzig Saͤyten gehabt / die geſtalt aber ſey
geweſen ein Triangel oder ein Griegſches Deltoton, daraus etliche der
vnſern die jtzige Harffen machen. Denn iſt noch ein ander Inſtru⸗
ment / welches Ioſephus Cynnyram nennet / hat zehen Saͤpten gehabt /
vnd iſt mit einem bleckro: vnd noch eins / ſo er Nablum nennet mit
zwoͤlff Saͤyten / iſt mit den Fingern geſchlagen worden: Wird aber
nicht gedacht / wie fie tormiret oder geſummet geweſen feyn.
63 Daß
Daß aber im Juͤdenthumb die Inſtrumenta nicht eigentlich bes
ſchrieben iſt vielleicht die vrſach / weil dieſelbige den Juden allen befand
geweſen / vnd vnns tig von bekanten dingen viel zu ſchreiben · Vber das
auch / daß Sie ſo dahero lnſttumenta, welche ſie bey Verrichtung des
wahren Gotteßdienſtes im Tempel dem Ewigen vnnd Allmechtigen
G Ott zu Ehren / den abergleubiſchen Heyden zu jhrem Goͤtzendienſt
vnd Mißbrauch nicht haben goͤnnen vnd Communietiren wollen / da ·
mit nicht die Perlen für die Saͤwe / wie man ſagt geworffen wurden.
Von Pfeiffen vnd Beſaͤyteten Juſtrumenten im Heyden⸗
thumb hat man noch etwas mehr nachrichtung aus Hiſtoricis, Po&-
tis, Philologis vnd Muſicis, wie viel die Pfeiffen loͤcher / die Beſaͤytte⸗
ten Inſtrument aber Saͤpten gehabt haben. Etzliche Pfeiffen find
von ſieben Röhren zuſammen geſetzet geweſen / daher Virgilius fpriche:
Difparibus ſeptem compacta cicutis FIST V L A welche anders
nichts ſein als vnſere ſieben Claves: A. B. C. D. E. E. G. Oder ſieben
Voces Muſicales recentiorum vulgares: Vt, Re, Mö Fa, Sol, La, Ni-
Oder der Belgarum new erfundene Bo, Ce, D, Ga, Lo, Ma, Ni. Etzli-
che Pfeiffen haben nur vier Löcher gehabt / welche M. Varro alß teſtis
duromrns in dem Tempel Marſyæ geſehẽ hat / wie er ſchreibet lib. de
L. L. Etliche Pfeiffen Spondaicæ genennet / haben loͤcher gleiche weit
von einander; Dactylicæ aber vngleiche gehabt. Scal- lib. 1. c. 20.
Poët. Tibia Phrygia ſiniſtra hat zwey loͤcher / dextra nur Einß ge⸗
habt / wie Servius in 9. A Eneid. v. 618. ex Varrone bezeuget.
Die Tyrrheni haben eine art von Pfeiffen gehabt / ſo aus zweyen
Roͤhren zuſammen geſetzet. Die kleine Röhre vnten ward geblaſen /
darauß ging der Wind in die groͤſſere vnd bewegete das Waſſer / wel⸗
ches darinne war / vnd gab alſo eine groſſe Harmoney von ſich Scal.
lib. 1. c. 20. Poët. Iulius Pollux lib. 4.
Es be.
Es beſehreidet auch Vierruvius 1b. 10.cap.13. de Architectues
das Inſtrument / ſo man Hydraulicum nenntt / vnd vom Cteſibio fol
erfunden ſeyn / wie Plinius lib. 7. c. 37. Ramus lib. I. Schol. Mathemat.
Turnebus 1 Adverfar. auß welchem ohne zweiffel hernach vnſer
Orgel entſprungen iſt.
Die Beſaͤyteten Inſtrument anlangend / iſt die Leyre in ge-
F eines Schlitten ( wie Coelius Rhodiginus lib. g. cap. 6. Antiq.
ect. auß dem Am monio Marcellino hezeuget) formiret, die Saͤyt⸗
ten im anfang von leynen Faͤden / hernach aber aus Daͤrmen gemachet
geweſen. Scal. lib. 1. cap. 48. Poer. An der Zahl nur vier / ent
weder nach der Zahl der vier Element / oder vier Zeiten des Jahrs:
Oder der vierden zahl zu Ehren / welche von der Pythagoricis fuͤr eine
heilige Zahl iſt gehalten worden / dabey fie auch geſchworen / wie Py-
thagoras in aureo camine bezeuget:
Nl. Ma len dufisen Yuxa maegdivra rer ger
Lap d, cpo g, vnd bey dem Macrobio, A. Gel-
lio, Suida vnd andern weitleufftiger zuerſehen iſt:
Oder den Muſis zu ehren / derer im anfang nur vier ſollen ger
weſen ſeyn: Oder nach der Zahl der vier Numerorum Harmon!
corum proportionalium Pythagoreorum 1. 2. 3. 4. Darinnen
alle der alten Conſonantiæ, alß Vniſonus, Quarta, Quinta, Octava,
Duodecima vnd Decimaquinta begriffen. Es hat aber die is
ſte vnd letzte Saͤyte eine Octavam Die mitelſten beyde vnterein⸗
ander einen Tonum gegen die euſſerſten aber eine Quartam oder
Quintam geklungen / wie aus dieſen numeris Harmonicis 6. 8.9.12.
klarlich zu erſehen. Ex iſt aber dieſe Mulica imanfangfeheehlehe
:C 4 gewe⸗
geweſen / biß auff die zeit Orphei, da die Zahl der Saͤyten auff Sieben
kommen iſt / nach der Zahl der ſieben Planeten, oder nach der ſieben
Töchtern Atlantis, darvnter Maja des Mercurii Mutter / ſo die Ley
re erſt erfunden / gezehlet worden / Polyd. Virgil. lib. I. ca p. 5. de in-
vent. bezeuget.
Hernach ſind andere Inſtrumenta mit vieln Saͤyten erfun⸗
den / alß Epigoniam vom Epigono Ambraciota mit 40. Simicum
mit 35. Saͤyten / derer Iulius Pollux vnd Ioſeph. Zarlinus in proo-
mio Dial. 1. Demonftrat. Harm: vnd Magadis mit 20. Saͤyten /
dep Athenæus lib. 13. gedencket.
In Palæſtina, Aſia minore vnd Gracia find feine Veſtigia
mehr verhanden jrgend alter Inſtrument: Denn es hat Maho⸗
meth zur fortpflantzung ſeines Tyranniſchen Regiments / Teuffeli⸗
ſchen Sect vñ groben vnmenſchlichen Barbarey nicht alleine die freyen
Kuͤnſte fo zur freundlichkeit / ſondern auch alles was zur froͤlichkeit dien ·
lich / alß Wein vnnd Saͤytenſpiel in ſeinem gantzen Lande verbotten /
vnnd an deren ſtadt eine Teuffels Glocke vnnd Rumpelfaß mit einer
ſchnarrenden vnd kikakenden Schalmeyen verordnet / welche annoch
bey den Tuͤrcken in hohen Wert vnnd ſo wol auff Hochzeiten vnnd
Frewdenfeſten / alß im Kriege gebrauchet werden. Denn wenn
des Tuͤrckiſchen Kaͤyſers / oder anderer groſſer Herrn Kinder ſolten
Beſchnitten werden / wird ein ſolcher Proceß angeſtellet.
Erſtlich reiten zween Tuͤrcken vorher / einer mit der Heer⸗
trummel / der ander mit einer Schalmeyen / darauff folgen etliche woll⸗
außgeſtaffierete Reuter / vnd nach dieſen wieder zween Spielleute den
erſten gleich. Nach dieſem fuͤhret man einen Ochſen mit verguͤldeten
Hoͤrnern vnd wollriechendem Laub vmbhenget / welchen eine groſſe
anzahl
anzahl Reuter folget. Darauff Spielleut vnd wieder ein Ochſe / dem
Erſten gleich. Dieſem folgen etliche vorneme Herrn vnd Reuter /
dann ein hauffen wolgeputzter Janitſcharn zu Fuß / vnter welchen des
Herrn Sohn / ſo beſchnitten werden fol, Dieſem folgen zu letzt
viel Spielleut mit Trummeln vnd Schalmeyen biß zur Kirche.
Wenn auch ein Chriſt zum Mammelucken vnd Tuͤrcken
worden vnd ſich beſchneiden laſſen / ſetzet man jhn auff ein ſchoͤn Pferd /
fuhret jhn durch die gange Stadt mit Schalmeyen vnd Trummeln
Dieſe Lumpen. Mufic wird noch heutiges Tages bey den Tuͤrcken in
hohem Wert geachtet / vnſere aber dagegen zum euſſerſten verachtet.
Denn wie einß mals Franciſco I. Koͤnig in Franckreich / dem Tuͤrcki⸗
ſchen Bluthunde Solymanno Anno Chriſti 15 20. der Tuͤrckiſchen
Hegyræ aber 9 2 6, in fein Tyranniſch Regiment getretten / ein groß
vnd ſtatlich Inkrumentum Muſicnm, daran etliche Männer mit
verwunderung der Tuͤrcken genung zu tragen gehabt / ſampt etzlichen
auſſerleſenen in der Muſica wolgevbten Kuͤnſtlern vnd Muficanten
zur ſonderlichen Verehrung vberſchicket hatte / iſt es im anfang zwar
dem Tuͤrckithen Kaͤyſer lieb vnd angenehm geweſen. Alß aber
bald hernach zu Conſtantinopel das Volck m hauffen zu lieff / ſolche
außlaͤndiſche / liebliche Muſicanten zu hören / vnd ſonderliche luſt vnd
liebe zu dieſer Kunſt gewan / beſorgete ſich der Tuͤrckiſche Kaͤyſer / es
müchten die Seinen ihre grobe Barbarey hiedurch ablegen vñ freund
licher / oder ſeinem vorgeben nach / Weich vnd Weibiſch werden: Ließ
derowegen ſolch herzlich Inſtrument zerbrechen / vnnd mit Fewr vers
an vnnd ſchickete dem Frantzoſen feine Muficanten wieder zu
auſſe.
Aber weil hiervon in Primo Tomo e yntagmatis Muſici
außführlichen Bericht zu finden / fo erachte ich unndtig/ mit mehrerm
alhier darvon weiters zuerinnern.
Weil man denn nun von der form / geſtalt vnd abriß 3
nſtru⸗
Inſtrumenten / ſo wol derſelben Saͤyten / Löcher vnd Intonation keine
oder gar wenig nachrichtung hat / alß habe ich mich meiner Einfalt nach
bemuͤhet nicht allein der jetzigen in Teutſchland / Italia / Franckreich
vnd Engelland gebreuchlichen / kunſtreichen vnd lieblichen Saftrumens
ten Abriß vnd Contrafractur, Sondern auch derſelben Intonation,
wie Hoch vnd Niedrig dieſelben koͤnnen gebraucht werden / in dieſem
Tomo Secundo, ans Liecht zu geben: Darauß denn nicht allein die
Inſtrumentiſten zuerſehen / wie die Blaſende fo wol alß Beſaͤytete Ins
ſtrumenta in einander zu ziehen / zu ſtimmen vnd zugebrauchen ſeyn /
ſondern auch die Cantores in anordnung der Concert. Mufic welche
Stimmen ſich zu dieſem oder jennem Inſtrument wegen Tieffe oder
Hoͤhe ſchicken / zu erſehen Betten.
So hab ich auch der Außlaͤndiſchen / Barbariſchen vnd Bew⸗
riſchen Inſtrumenten / ſo zum theil in der Mußcaw / Tuͤrckey vnd Ara.
bien / zum theil in India vnd America gebraucht werden / Abconter-
feyung mit hinzu ſetzen wollen / damit ſie vns Teutſchen / zwar nicht
zum gebrauch / beſondern zur wiſſenſchafft auch befant ſein muͤchten.
Demnach auch von den Orgeln nicht viel in den Hiſtorien
gefunden wird / alß habe ich / ſo viel von alten · Orgeln vnnd derſelben
Structur ich wiſſenſchafft haben koͤnnen / auch mit hierein bringen wol⸗
len / auch wie aus der Diſpoſition der Alten / dieſe jetzige Newe Orgeln /
von Jahren zu Jahren / ſo wol an Pfeiffwerck vnd viellerley art Stim⸗
men auff vnterſchiedliche Fuß Thon gerichtet / alß Blaßbelgen /
Windladen / Manual vnnd Pedal Cla vir, &c. entſprungen ſeyn:
Dann auch an ſtadt eines Corollarii, wie die Regahl vnd Clavicym-
bel rein vnd leicht zu ſtimmen ſeyn / was in vberliefferung einer Orgel
ſonderlich in acht zu nemen / auch etlicher vornemen Orgeln Diſpoſi-
tiones zu gleich mit hinein ſetzen wollen.
Weil denn E. H. W. vnd Herrl. beſondere groſſe fa utores
der Muſic ſein vnd dieſelbe hoch / lieb vnd wert halten; geſtalt ſie denn
vornehme Leute in ihrer hochloͤblichen Schule jederzeit gehabt / alß
Georgium Rhaw / welcher zu feiner zeit albereit eine Milan a 12.
tim ·
Stimmen Componiret, in Sancı Thomas Kirchen in groffer
Verſamlung Muſiciret, vnnd damit einen groſſen applauſum
omeriret hat / auch hernach vmbs Jahr Chriſt 15 30. eine be-
fender Muſicam practieam in zwey Büchern außgehen laſſen / wel⸗
che auch annoch von den ltalis allegiret wird : Denn auch Johannem
Galliculum, welcher in pra xi alſo erfahren geweſen / dz er vmbs Jahr
Chriſti 1520. einen ſonderlichen Tractat de compoſitione Cantus in
offentlichen Druck hat außgehen laſſen· Anderer nach dieſen / deliebter
kurtze halben zu geſchweigen / wird mit allen ehren vnd ruhm gedacht
deß hocherfahrenen vnd vortrefflichen Marhematici , Mufici vnnd
Chronologi Herrn Sethi Calviſii S. gedechtnüͤß / welcher nicht allein
in Chronologicis vnd Muſicis ihm einen vnſterblichen Nahmen er ·
langet / beſondern auch den trefflichen Mann M. Iohannem Lippium
dermaſſen Inſtituiret, daß er in Muſicis reit kommen / auch viele Scri-
pta ferner gemeinem Vaterland zum beſten hette in publicum geben
koͤnnen / wo er nicht durch den fruͤzeitigen Todt aus dieſem leben wehrt
hinweg genommen worden / deſſen ſtell aber numehr mit einem auch
vornemen Muſico practico vnd Componiſten Lohan · Hermanno
Sthein erſetzet worden. Alß bin ich auch der meinung / das vorge⸗
dachtem vortrefflichem Cal viſio, ſonderlich / was Theoriam in Mufi-
cis anlangen thut / der Sinn reiche Mathematicus vnd Muſicus Theo-
ricus, Henricus Baryphonus V Verniggerodano Che ruſcus jetziger
zeit Muſicus vnd Cantor zu Quedlinburg ruͤhmlich nachfolgen / vnd
feine Opera Theorico-Mufica ‚hamit Teutſcher Nation merdlichen
wird gedienet ſeyn / auch albereit viele vorneme Leute mit verlangen
darauff warten / in kurtzen an Tag geben wird.
Vnd dieweil auch von E. Hochw. vnd Herrligk. meiner mes
nigen vnverdienten Perſon biß daher groſſe Gunſt / geneigter Wille
vnd Gutthat wiederfahren / dafuͤr ich mich noch zur zeit danckbar zu er⸗
zeigen keine fügliche gelegenheit haben koͤnnen. Alß bin ich in den ge⸗
dancken geſtanden / ich wolte mit dieſem gar geringen Opuſculo E. E.
alß einer der gern Danckbar fein wolte / wenn er nur koͤnte / mich ef
n /
len / Ob nun wol das Werck an jhm ſelbeſt zwar nicht groß vnd anſehn⸗
lich / ſo hoff ich doch / es werden E. E. nicht auff das Werck allein / ſon⸗
dern vielmehr auff mein gutes / danckbares Hertz vnd Gemuͤt ſehen /
den Willen vor die That auff vnd annemen / vnd ferner meine vnd der
meinigen großguͤnſtige Herrn / Patroni vnd Befoͤrderer fein vnd blei⸗
ben. Diß groſſe vertrawen ſetze zu E E. ich feſtiglich / vnd denſelden
nach meinem geringen vermuͤgen alle wilferige Sienſte zube zeigen bin
ich jederzeit hoͤchlich befliſſen / dieſelbige goͤttlichem Schutz vnd Schirm
zu allem gluͤcklichen wolergehen hiemit heilſamlich vnd getrewlich be-
fehlende. Datum den 19. Iunij. an welchenmun mehr vor 1294.
Jahren das Concilium zu Nicea, ſo von dem Chriſtlichen Kaͤyſer
Conſtantino Magno außgeſchrieben / vnd von 3 18. Biſchoͤffen wie⸗
der die verfluchte Ketzerey des Arry gehalten worden / ſeinen anfang
genommen / auch diß decretum gemacht / das man in der Kirchen dem
Verſiculo: Gloria Patri & Filio & Spiritui Sancto dieſen folgenden
Binauibere: Sicut erat in principio, & nunc, & ſemper, & in ſecula
eculorum, Amen. Im Jahr nach Chriſti Geburt Stylo Vul-
gari 1 6 19. nach dem exacto Calculo aber 1621. nach erſchaffung
der Welt ss 68. der Suͤndflut 3912. außgang aus Egypten 3116+
Erbawung der Stadt Rom 2371. in der 99. Olympiade.
E. E. Hochw. vnd Herrl.
Vnter Dienſtwilliger
Michael Prætorius C.
Allen Organiſten, Inſtrumentiſten, Orgel- vñ Inftrument-
machern / vnd denen die Muficam Inſtrumentalem,
nicht allein Teutſcher ſonder n auch anderer Natio-
nen, exerciren vnd Liebhaben.
Vnuſchet der Autor neben gebuͤrlichem Gruß / vnd nach
i S Standes gebuͤhr feiner Dienſte / Glück / Segen vnd alle Wolfartr
' N , DBnd bietet dienſtfreundlich / es wolle ein jeder diefefeine wolge⸗
425 & meinte Arbeit / welche er uicht mit geringer Mühe vnd Intoſten /
9 ſo wol auß andern bewehrten Schrifften / Relationibus, als auch
ſonſten aus eigner fleiſsiger Erforſch⸗ vnd Erfahrung zuſammen bracht / im be
ſten / vnd nicht dergeſtalt auffnemen oder vermercken / ob wolte er dieſe Kunſt zu
gemeine machen / vñ vor einen jeden deroſelben vnwiſſenden Huͤmp⸗ vnd Stuͤm⸗
pler in vnſer Teutſchen Mutter Sprach an Tag geben. In maſſen ihme denn
allbereit folches von etlichen flachgelehrten Kluͤglingen zur vngebühr beygemeſ⸗
ſen vnd auff zerůcket worden: All dieweil dieſes ja keine Sacra Veſtæ, oder Ma-
tris Deorum, welche prophanum vulgus , wie der Poẽt redet / vorbey gehen
muͤſſen; noch Magiſterium Lapidis Philoſophici, welches Secretioris-
Phlloſophiæ Authores vor ein ſonderlich Myfterium halten wollen;
Noch in der Natur verborgene rationes vnnd vrſachen / warvmb der
Nympharum Inſulæ in Lydia auff der Pfeiffen Thon ſich vom Erd⸗
reich ab mitten in die See begeben vnd Kreutzweiſe fich bewegen / alß fuͤhreten fie
einen Reigen / vnd hernach wieder an jhren Ort an den Dfer kehren / welches
M. Varro, alß der es ſelbſten mit Augen angeſehen haben wil / bezeuget.
Es weis ſich auch der Autor gar wol / ohn eintget erinnern zu beſchelden /
daß er Primum Tomum in Lateiniſcher Sprach an Tag geben / deme den billich
die andern Tomi in gleicher Geſtalt herren folgen ſollen / wo er nicht gnugſame
Vrſachen gehabt hette / dieſen I I. vnnd auch III Tomum in Teutſcher
Sprach zu di vulgiren, weil ein jede Sprache nicht allein jhre beſondere Idio-
mata im reden / ſondern auch abſonderliche vnd eigene Terminos hat / welche
bey denjenigen Italis vnd Germanis im gebrauch / nicht wol mit eigentlichen
vnd deutlichen Lateiniſchen dictionibus vnd Wörtern vertiret werden koͤnnen /
vnd dahero die Rede vielmehr vertunckelter vnd vnverſtendlicher als deutlicher
wuͤrdeſbevorab / weil meiſtenthells Orgel⸗ vnd Inſtrumentmacher / Organiſten
vnd Inſtrumentiſien der Lateiniſchen 5 nicht fündig ſeyn. er
4.5 o hat
So harder Autor in dteſem / wie auch in allen andern feinen Operibus
dahin geſchen / daß er mit ſeinem von G Ott dem HErn aus Gnaden ihme ver⸗
liehen em T alento vnd Gaben gemeinen Baterfande Teutſcher Nation dienen
möchte / vnd der Poſteritet, fo futg denn auch noch diefe um Ende nahende
vergengliche Welt ſtehen mag / um Gedechtmuͤs wolmeinend nach fich verlaſ⸗
fen: Was nemblich vor vnterſchiedliche Muffcalifche Inftrumenta iu dieſer
legten noch vbrigen zeit G Ott Lobe ſo wol in Kaͤyſer: Konig: Chur: vnd Juͤrſtli⸗
chen Captllen / alß anderen Kirchen zu G Dttes Ehren / vnd vnſerer Oerten fell,
ger auffmanterung im loblichen vnd ſterugem gebrauch ſeh r.
Zu wuͤnſchen wehre es wol / daß man / was eigentlich für Mauſſealiche Tn-
ſtrumenta vnd Organa Eccleſiaſtica vor vnd iu Davidis, Salompnii auch
nach deren zeiten / vnd wie ein jedes nach feiner Art elgentlich geſtalt / geſtimmet
vnd beſchaffeu geweſen / jegiger geit wiſſen vnd num gebrauch haben koͤnte. Es iſt
aber ſolches leider in keinen Antiquiteten hinderlaſſen / daher uns denn der
Alten Mufica Inſtrumentalis ſo wenig / ja gantz vnnd gar vnberant blieben.
Man findet in egfichen Bibllotecken ein Buch Anno Chriſti yir. zu Baſel
in to getruckt / darin ezliche der Alten / ſe wol auch etliche der jenigen Inftru-
menta abgeriſſen: Aber es iſt ein ſolches Wird fo gar Alt niche / vnd kan noch
darmu der abgeriſſenen Inſtrumenten gebrauch vnd eigentſchafft nicht ſonder⸗
lich daraus vernommen werden
Derowegen verhoffet der Autor „vorgenante Zoili werden ſich eines
andern vnd beſſern bedencken: Ind wenn ſte betrachten / wie viel herꝛlicher Sa⸗
chen vnd treffuche Kuͤuſte von vornemen Medicis, (hirurgis, Mathematicis,
Geotmeiris, Pictoribus vnd andern der Freyen Kuͤnſten erfahrnen publicirer
vndan Tag gegeben / damit der poſteritet mercklichen gedienet worden : Auch
feine wol vnnd gemeinem Nutz zum beſten gemeinte Labores mit beſſerm Be⸗
tracht vnd nachdencken anſehen: Kan auch gern geſchehen laſſen / das hiernechſt
andere vñ vortreffttchere Leute / welche ſich viel Jahre in den Antiquiteten nicht
alein der Muſicorum, ſonbern auch Hiftoricorum vnd Philoſophorum em
lich weit vmbgeſehen / daher Irſach nemen / dieſe ſchlechte delineationes vnd
geringe Anlettung mercklichen zu verbeſſern / auch deutlicher vnd vollkommener
an Tag in bringen: Andern anfahenden aber wil er hiemit zu fernerm nach⸗
forſchen vnd nachdencken nur ein weinig anlaß gegeben haben / Ind dofern er
la in einem oder andern ſo wol in feinen Erſten als dleſen jenigen Operibus hal-
luciniret oder getrretnu viel oder zu wenig geſent oder geſchrieben hette ! So
Bueiffeie er niche eo werden vernuͤnffrige Herzen / die nicht aus re
—— — — —
Neitt oder Mißgunſt / fo ſie etwa zu feiner Perſon ohn Vrſach vnd vnverſchul⸗
det tragen moͤchten / vrtheilen vnd judis iren, ſondern alles im beſten verſtehen
vnd auffnemen: auch darbey betrachren / daß jhme wegen des vielen hin vnd here
wiederreiſens / eeibes ſchwachheit vnd anderer groſſen Beſchwehrung / Vnruh
vnd viel onfäglichen verhindernuͤſſen / vnmuͤglich alle dinge eben fo genaw auf
die Goldwage zu legen: Welches die jenigen / ſo ſonſten nichts gedencken ais
wie ſie einem ehrlichen Mann ein Mackel anhengen moͤgen / vnd allein das / was
ſie thun / fuͤr Koͤſtlich vnd Rnhmlich achten vnd halten billich thim ſolten: Das
mit jhnen nicht vorgeworffen werden moͤchte / das Alte Proverbium : Hic
Rhodus, hic ſalta. Weiches er doch dahin geſtelt fein laſſen vnd gedencken
muß Ne lovem quidem, ſive ſere nui ſive pluvium, omnibus placere poſ-
fe, Will ſich alſo hiemit in aller rechtſchaffenen vffrichtigen Mulicorum vnd
Muſices amantium, Organiſtarum vnd Organo704@Y bene volentꝛ vnd
Gunſt zum beſten anbefohlen / vnd dargegen feines theils zu allen muͤgli⸗
chen Dienſten / ſo lang jhm der liebe G Ott das Leben goͤn⸗
net / nach gebuͤhr auerbotten
N haben. V.
Die fVrcht Des Herren Iſt Der VVelshefe anfang.
926 6 In die⸗
In dieſer
ORGANOGRAPHIA
oder II. Tomo,
Sind Fuͤnff Theil oder Partes begriffen:
Im Erſten Theil.
wird tractiret
Inſtrumentorum Muſicalium Nomenclatura:
Aller Muſicaliſchen Inſtrumenten / ſo zu vnſer jetzigen zeit im
Gebrauch / Diſtribution vnd Begriff in vnterſchiedenen Adtheilun⸗
gen / ſampt deroſelben Namen oder Nennung mit beygeſetzter Ta-
bell, pag · I. biß 8. vnd auch 10.
Im Andern Theil
Intonatio & Proprietas:
Aller Blaſenden vnd Beſaͤytteten Inſtrumenten mancherley
Stimmen / vnd deroſelben Thon / nach jhrer groͤſſe vnd eigenfchafft
möglicher Höhe vnd tieffe zuerzwingen · In einer Tabell vnd eines je⸗
den Inſtruments inſonderheit beygefuͤgter Erklaͤrung.
1. Wie die Woͤrter / Inſtrument vnd vff allen Inſtrumenten zu finden.
ſtrumentiſt / Accort, Sorten vnd pag. 78. /. biß 30.
Falſett Stimmen / in Pfeiffen vnd Blaſende Inftrumenta.
andern Inſtrumenten zuverſtehen 5. Tromboni· Poſaunen: p. 31. 32.
ſeyn. pag. Ir. 12. iz. 6. Trommetten: Tubz: p. 32.33.
2. Bom rechten Thon der Orgeln vnd 7. Iloͤitten / plockfloͤitten / Flauti. pag.
anderer Inſtrumenten / auch der 35.34.35.
Menſchen Stimmen: vnd von vn⸗ L. Querpfeiffen: Piffari: pag. 35.
terſcheid der Chor⸗ vnnd Cammer 9. Zincken / Cornetti: pag. 27. 36.
Thons. pag. 14. 15. 16.17. 10. Pommern / Bombart / Bombar-
3. 4. Vniverſal- Tabel, darinnen die oni: Schalmeyen / Piffari. pag.
GlavesSignate!dieClaves in ca · 36. 37.
la Tabulaturz, die Namen vñ zahl 11. Fagotten: Doleianen. pag. 38.
der Fuͤſſe / nach Orgelmacher Art / 12. Sordunen. pag. 39.
’
3, Dop-
— zul
P
ioni. pag. 39. 32. Harpa: Harff. B55
13.
5 Racketten. p 5. 40. 33. Scheitholt. 57
1. Krumbhoͤrner / storti. pag. 40. 41. | 34. Trummſcheit. p- Y. . 59
16. Gorna-Mufe. p- 47. F. Monochordum. p. C6
17. Baſtanelli. p- 41. 42. 36. Clavichordium. p. 60.61 62
18. Schryari. p. 42. | 37.Symphony: oder Iaſtrumẽt. p. 6a
19. Sackyfeiffen. pag. 42. 43. eee Ds
R . ; . 39. Avicym 0 P. 3
Beſaͤprete Inſtrumenta. 40. Vniverſal-Clavicymbel. p.63.
20. Violen de Gamba: Vioſuntzen. 64. 65. 66.
pag. 43. 4 4. . 46. 41. Clavicytherium. p-67
zt. Viol B. ſtarda. p- 47. 48. Arne, p-67
a2. Violn de Bracio. Geigen: Jid- 43. Arpicordum, p. 67
deln. 8 p. 48. 44. Geigenwerck. p-· C7. biß 72
23. Lyra: ehren. pag. 49. 4. Regahl p. 72.73.74.75
24. Teſtudo: Caute / Liuto. p. 49,50. 46. Noch andere vnnd ſonderlich Alte
51. Inſtrumenta.
25. Theorba. p. ſ2. Chorus Pfälteriam, 1
26. Quinterna. pfalterium dechacordũ.
5 2 P-53« 5 N
27. Pandurina: Manbuͤtichen. p.. Cyrhara Hieronymi. p.76. 77
28. Pandorra: Bandocr. p.53. 54. Tympanum Hieronymi. p. 77
29. Fenorcon. p. 4 Tuba Hieronymi. Pp. 7. 78
30. Orpheoteon. p-f4 | Organum Hieronymi. p. 7?
31. Cithara: Cittern allerley Art. p. Zimbalum Hieronymi. p.78
54.35] Alt kuͤnſtlich Pofitteff. p· 80.
Im III. Theil.
Hiſtoria Veterum Organorum,
Von der Erſten In vention der Alten Orgeln / Ihrer Difpofi-
tion, der Claviren, Laden / Blaßbaͤlgen vnd was ſonſten mehr darzu
gehörig: Auch wie das alles von einer zeit zur andern vermehret vnd
verbeſſert / vnd biß zum jetzigen Stande gebracht worden.
9 7 1. Von
. yd VAG èͤ EEE GE LSEEETEETEn gr —
1. Don der dignitet vnd excellentz der Orgeln. pag 82. biß d
Do dann vnter andern auch dieſes erwehnet wird / das wol iu wuͤnſchen weh⸗
re / daß man die Organiſten fo dieſer zdlen Kunſt mit ſonderbahrem cruft / eif⸗
fer vnd ſteiß zu gethan / mit beſſerer Befaldung vnd Vnterbalt verſehen / vnnd
nicht geringer vnd veraͤchticher / alß den geringſten ant werckß mann ach⸗
ten vnd halten möchte: Bevorab welln zu Davıdıs zeiten ſelche vnd derglei⸗
chen Eccleſiaſtici vnd Gelſtiiche Mufici, Leviten vnd Prieſter geweſen / vnd
negſt den Prieſtern al jenngen Predigern vnd Paſtorn geordnet vnd geachtet
worden. Bnd bin ich in den vnzweiffelbahrn gedancken / wañ der Koͤnig Da-
vid (alß vor andern ein ſonderbahrer Liebhaber / Patron vnd Fautor der Mu-
ſicorum, Ja ein Obriſter vnter allen Capellmeiſtern vnd Muficis) einen fol
chen vortrefflichen Organiſten / alß jego an eglichen Orttern verhanden / hoͤren
vnd haben muͤgen / er hette nicht gewuſt / wie hoch er Ihn ertolliten vnd erhe⸗
ben ſollen: Da jeniger zeit etliche / vnd zwar gute Organtſten / ſich jrꝛgent mit
30. 40. 30. Ja noch weniger Thalern zur Jaͤhrlichen Beſoldung abfpeiffen
laſſen müflen : Daß er ich mich nicht gnugſam verwundern tan / wovon doch
ſolche gute Leute offtmals mit Weib vnd Kind ſich erhalten / vnd ihr hin ⸗ vnd
außkommen haben mügen. Vnd weil man denn mit fonderbahrer Luſt vnd
diebe zu hoͤret / wenn ein hurtiger Organiſt die Geiſtliche Latin - vnd Teut⸗
ſche Pfalmen vnd Leder auff der Orgel ſchoͤn / anmutig vnd lieblich (dadurch
das vs gleichſamb vor Frewden in ſich mit befonderer Andacht vnd auff⸗
merckung Jauchzet vnd lubiliret, vnd zu folgender Predigt ermuntert vnd
ungerrieben wird) tractirt vnd herfuͤr bringt: So ſolten demnach alle vnd
jede Obrig keiten / Naͤhte in Staͤdten / Kirchvaͤter auch Gememden jedes Orts
billtg dahin ſehen vnd bedacht ſeyn daß ſolche Kirchen Diener in groͤſſerem
reſpect gehalten vnd mit beſſerer Competentz, Befold- vnd Interhaltung
verſehen werden muͤchten.
Welche erinnerung von mir nicht in vnautem zuvermercken / Ich dienſt⸗
lich Bitten thue. .
2 Wie lange ſie im gebrauch vnd wer ſi erſtlich enfunden. pag- 89.6893
3. Don den allererſten vnd kleinern Orgelwercken / wit ditſelben anfen glichen an
Stimmen vnd ſonſt geweſen. p · S3. 94:95
4. Bon den nechſtfolgenden Mittlern- Wercken. — — Pag · 97
5. Wie vnd wann das Pedal erfunden. — 6.97
6. Bon den gar groſſen Alten Orgelwercken. - - P 97.
7. Bon der Diſpoſition der Claviren in den Alten Orgeln: vnd was vor Har-
mon ju dergeit darauff Su wege gebracht vd geübt wordi. p. 98. Saler =
—— ——— Gr — — mer
vnd wie die Clares von Pfeiffen diſponixt
geweſen. — — — — — p · ol. 02. 703
9. Bon dero Zeit Blaßbaͤlgen — — - p. 05.104
ro. Bon vnterſchiedlichen Namen der Alten Orgeln. pag. 104-0. 106
11. Vom vnterſchied der Alten vnd Newen Orgeln. 106. 107
12. Wie vñ welcher geſt alt die Spring · vñ Schleiffladen erfundẽ. p. 107. od. tog
73. Die Clarir: — - p. 109.biß 113. ſo wol
14. Die Stimmen vnd Pfeiffen geendert vnd vermehret / vnd biß zu vnſerer jent
gen zeit alles um beſſerm Stand gebracht worden. pag. irg. biß ul
Im Iv. Theil.
. Hiftoria Novorum Orgaaorum.
J. Von den rechten Namen vnd Titel vnſerer jehigen Newen Orgeln / nach ihrer
Proportion vnd Groͤſſe der Principaln. p. 121. 723. 123
II. Bon allerley Art / vnd mancherley Namen der Stimmen in den Orgeln /
wie dieſelbe nach jhrem Laut oder Klang / vnd dero ſonderbaren Eigenſchafft
recht eingenommen vnd verſtanden: Auch wie ſoſche Stimmen vnterſchied⸗
lich / auß der länge ihrer Corporum gene raliter, vnd in gemein nach den
Fuͤſſen / oder zahl der Juͤſſe in jhrem vnt erſchiedenen tieffern vnnd hoͤhern
Ton gerechnet werden mögen. Mit mehrererm vnd fernerm Bericht /
was bey jeder Stimme in Specie vnnd beſonders zu wiſſen von noͤhten ſey /
Alß: Von der Menſur oder länge der Pfeiffen: Deroſelben Abtheilung:
pag. 125. 126
Mit beygefuͤgter Vniverſal- Tabel.
Da dann folgend gehandelt wird.
1. Bon offenen Stim̃wercken / ſo Principaln Art vnd Menſur ſeind.
N pag. 126. 127. biß 734
2. Von Holfloͤitten vnd derſelben Eigenſchafft. p. 131. 132. 133
3. Bon Gemßhoͤrnern / Plock⸗Spitz⸗ vnd Flachfloͤitten. p. 13 3. biß 6
4. Bon Quintadehnen Nachthorn⸗ vnd Querfloͤitten. p. 137.138
5. Bon Gedacten allerley Art. p. 139. 140
6. Bon Rohrſtoitten. — — p.40. 141.14:
7. Bon offenen Schnarrwercken. — p. i 4a. biß 146
8. Von Gedaͤckten 1 . p. 146. 147.148
8. Bom Thon der Alten Orgeln /
III. Inter-
rr —ͤ —— . —
III. Interricht / wie man Schnarr · Wercke in den Orgeln / So wol auch abſon⸗
derlich die Regahl- Werck vnd andere Inſtrume nta, alß Clavicymbeln,
Spinetten vnd dergleichen vor ſich ſelbſt recht vnd rein accordiren vnd ein⸗
ſtimmen fönne: Im gleichen / welcher maſſen die andern Pfeiffen nachzuſtim⸗
men / oder im ſtimmen nachzuhelffen. p- 148. biß 158
Iv. Wie ſich die Kirchen vnd die jenige / ſo vnſerm HErrn GStte zu Ehren ein
Orgel- Werck in jhren Kirchen ſezen vnd bawen laſſen wollen / wol fuͤFrzuſe⸗
hen haben daß fie ſich nach erfahrnen vnd berühmten Orgelmachern vmb⸗
thun / damit fie nicht vmb eines geringen Vortheils willen / den fie bey etli⸗
chen vnerfahrnen vnd allererſt anfahenden Orgelmachern zu erhalten ver⸗
meinen / berůckt; Auch beydes von Erfahrnen vnd Vnerfahrnen wol vberſetzt /
vnd zuweilen gleichwol mit einem vnbeſtaͤndigen wandelbaren Werck / daran
man Jaͤhrlich zu flicken vnd zu ſticken hat / verſehen werden.
Im V. Theil.
1. Etliche Diſpoſitiones vnd verzeichnůs aller Stimmen vnd Regiſtern / ſo in
den fuͤrnembſten Orgeln Teutſches Landes gefunden werden. p. 161. 15 203
auch 233
2. Ein außfuͤhrlicher index vnd Regiſter. pag · 208. biß 230
3. Wie man ein Pfeifflein zur rechten Chor maß vnd Chor- thon in Holt oder
Metall verfertigen vnd ſich deſſelben nothwendig iugebrauchen haben koͤnne.
Im VI. Theil.
Sciagraphia : oder Theatrum Inſtrumentorum.
Eigentliche in Holt geriſſene vnd geſchnittene Abriſſe vnd Abcontra-
feyung eines ieden vnd aller Muſicaliſchen / der Alten vnd Newen / Außlaͤndiſchen
vnd Einheimiſchen Inſtrumenten, Groͤſſe / kaͤnge vnd Dicke / gar juſt nach dem
Maßſtabe / in etlichen Viertzig Stoͤcken on Holz Riſſen gezeichnet vñ abgetheilet.
Mit beygefuͤgtem Indice vnd Regiſter.
Von Harmoniſcher Einigkeit der
Kirchen Muſic.
Sp felt aber vnter andern auch in dieſem vnd ſonderlich in Tertio To-
Se Cantoribus vnd Muſic is auch dieſes fo hochnoͤtig zu erinnern
für / daß die Cantores vnd Organiſten in öffentlicher Asloveyie
vnd Kirchen Ampts Verwaltung / fo mit der Orgel vnd Chor-Geſang
umb einander vmbgewechſelter weiſe zu beſtellen / ſich in gebůhrlicher concordia
vnd ein
r. EEE) Ä—2ñ — 2 — —— ————ñ
vnd enmitriafeit friedlich begehen ynd mit Chormeſsiger Harmontſcher Luto⸗
nilion vnd Final einer dem andern begegnen ſolten / damit nicht die Muſic· cou
fundirt, GOtt vnd Chriſtliche Gemeine geergert werde / vnd ſie jhnen ſelbſt ſcha⸗
den zuziehen mögen. Denn wenn ein Organiſt nicht den gebüͤhrlichen Ambi-
tum behelt / beſondern den Geſang dem Cantori zu wieder / per decundam oder
Tertiam transponiret, gehet es hernach entweder in die hoͤhe in ein quirren
vnd lixren / oder hervnter in ein murren vnd brummen aus / dardurch nicht allein
die art vnd eigenſchafft des Modi die alfectus zu moviren mutiret, beſondern
auch die Mulic, ſo wol was die Cantores, als Inſtrumentiſten anlanget / eon
fundiret wird. Denn iſt der Cantor in der Muſic beſchlagen⸗ folget er hierin
dem Organiſten gewiß nicht / ſondern dieweil gemeiniglich ein Cantor nach ei⸗
nem Schluͤſſel / oder Chor · Pfeifflin; O der auch an feiner ſelbſt engnen Stimme
den rechten Chor · Thon finden vnd begreiffen tan / ſo ſtimmet er nach geendigtem
Orgeln / von newen / zum andern vnd rechten Chormeſsigen Clavif Welches denn
in der Kirchen nicht alleine verdruͤßlich zu hoͤren / ſondern auch den Schülern zur
Confufion leichtlich anlaß geben kan. Denn weil der vorige Orgel- Clavis
und Ambitus den Schülern noch in friſchem gedechtnuͤs / gehet es ſelten ohne
Confuſion ab / o der ja im Anfang gar ſchwerlich an / ehe man des newen ange»
ſtimbten Thons vnd Clavis gewohnet / vnd den in der Orgel gegebenen aus dem
Sinn vnd Gedechtnuͤs fahren leffet. Zugeſchweigen / das ſolches auch den
Inſtrumentiſten / Stadt⸗ vnd Kunſſpfeiffern ziemlich ſchimpfflich iſt. Denn
wenn jrgend ein Cantor ſo denen Organiſten im vnrechten Clave folget / vnd
dem fingen den Anfang machet / ehe die Stadt Pfeiffer darzu kommen vnd mit
anfangen / oder ehe ſie zuvor in den Cornett oder Poſaun ſtoſſen vnd den rechten
Chormeſsigen Clavem dem Cantori geben koͤnnen ſie ſonderlich auff den Cor
netten oder Geigen / ſo vor ſich zum Chor vnd rechten Clave geſtimmet / nicht
fort kommen / weil jhnen die transpoſitio per Secundam vnd Tertiam nicht
wol bekant / Sintemahl es etlichen ſawer vnd ſchwehr gnug wird / einen Cantum
per Quartam oder Quintam zutransponiren, vnd machen alſo wol gar eine
Confuſion, oder doch ſonſten er baͤrmliche Arbeit.
Fuͤr dem Angeſichte vnd heiligen Ohren GOttes aber vnd Chriſtlicher
Gemeint / prophaniren vnd entheiligen ſie mit ſolcher vbellautenden inconfe-
quent: vnd feindſeliger Muſic den öffentlichen Gottesdienst nicht wenig / offen
dt en G Ott den HErren als einen GOtt der Ordnung ſchwehrlich / proſtituiren
auch pich felbft nicht ohne R .
: vn
en nn ² W d A a RT a Er
vnd effferigem vnwillen / andern zum ſpsͤttlichem gelaͤchter vnd laͤcherlichem ge⸗
ſpoͤtte: Wle leider aus angemaſter eigenfinnigkett / vberiger Weiß ⸗ vnd Klugheit /
auch vnerſettigtem Ehrgeitz vnd rachgtrigem wiederwillen eines wieder den ano
dern / durch vnſelig eingeben des Stoͤrnfrieds vnd Kirchenfeindes an etlichen /
doch / GOtt lob / gar wenig Ortern zugeſchehen pflege. Ja ſolche friedhaͤſoige
Muſici thunihnen ſelbſt den groͤſten ſchaden / in dem ſie bey Chriſtltebenden Leu⸗
ten vnd gettewen Infpe&torn ſich in Haß vnd Bngunſtſezen / vnd dadurch / wo
fern fie auff vermahnung / von jhrem vnlieblichen Kirchen Vnweſen vnd ergerfis
chem vnfrie dlichen æwulation nicht abſtehen / endlich gam wol verſchuldete re·
motion vnd entfezung ihres Dienſtes vrrvrſachen. Damit aber vernuͤnfftige
vnd beſcheidene Organiſten gam nicht gemeint ſeyn.
Harmoniæ vocum addictos, Harmonicis
Conſonare decet cordibus ac animis,
Concordiä enim res parvæ creſeunt:
Difcordiä maximæ dilabuntur.
II.
J seweil mir auch vor kompr / daß meine vor vier Jahren
>> publicirte Lateiniſche Opera, als Mitſodia, Hymnodia,Me-
8 galodia vnd EDlogia ( ſo an ſtatt vnd gleich als Motetten mei⸗
iſtentheils wol zu gebrauchen) von enlichen Kirchen vnnd Ge⸗
Omeinden begehret / aber vnvermuͤgens halben vnd weil ohne daß
die Cantiones vnd Noten- Werde tewerer / als andere Materia zubezahlen /
von denfelben nicht gereuget werden koͤnnen: So erbiete ich mich dahin / das zu
SOties Ehr vnd ſeines Namens erbaw: vnd außbreitung (dahin alle meine
Opera vnd labores eintzig vnd allein gerichtet vnd gemeinet ſeyn) ob genante
Opera vnd Exemplarla, vnd was auch von den Teutſchen Muſis Sioniis,
Vranodia vnd Litania, noch verhanden / fo wol das jenige groſſe Opus Poly
hymnis III. Panegyricæ: denen / ſo ſie / doch auff vorgehende der Pfariherꝛn oder
Kirch vaͤter deſſelben orts ſchreiben / begehren / gantz willig vnd gerne ohn einig
enigelt von Mir vnd der. Meinigen gereichet Ind außgeſolget werden ſollen.
I doch das nicht jemand wichrferriger weiſt ſich vnserſſehe dichelbt e
—— — 222 ae SE En: mans
feines gefallens Kraͤmeren vnd Gewin damit zutretben / Inmaſſen vor dieſem
von etlichen geſchehen ſein fol ; vnd ich ſelbſt darhinder kommen bin / welche dieſel⸗
ben der Kirchen entzogen / auch wol von mir ſelbſten begehret / vnd andern vmbs
Geld verkaufft Oder an andern oͤrtern vertauſchet. Daß Ich dann an feinen
Ort vnd zu deroſelben verantwortung ſtelle. Hette zwar ſelbſten / wie ange⸗
fangen / die letzten (als 6. 7. 8. 9.) Theil der Teutſchen Muſarum Sioniarum vnd
mehre Sachen / an viele Orter hernach ſenden wollen: So iſt es mir mit den Bow
ten ſo wiederwertig ergangen / daß Ich es gang verbleiben laſſen muͤſſen.
Es ſind aber in denſelben Lateiniſchen vnd Teutſchen
Operibus R Cantioncs
griffen.
In der MISSODTA ſeind:
1. Zehen Kyrie: vnd Fuͤnff Et in terta.
2. Dominus vobiſcum &c. Patrem,
Præfationes: Sanctus: Agnus.
Amen. & Gloria, diverfa.
Vff mancherley Art vnd mit 4.5. 6.8. Stimmen.
3. Miſſa ſine nomine: vnd Diſcubuit Jeſus. v. vocum.
In der Hymnonia feind:
XXIV. Hymni faſt mit allen Verſen vnterſchiedlich / durchs
gantze Jahr durch ond durch / vnd alſo ein jeder Hymnus
mit 2. 3. 4. 5 vnd g. Stimmen (Do dann der letzte
Verfß meiſtentheils / mit 7. oder 8. Stimmen) vnd abfon⸗
derhch / gar füglich als Motetten zugebrauchen.
In der Me GAT o DI feind.
XIV. Magnißcar mit 5. 6. vnd 9. Stimmen.
(10 In
der Evrocovıa ſeind.
XVII. Vnterſchiedene Benc- Deodicamus:
In natali Domini.
Reſonet in laudibus.
Completoria: Regina cœli;
Salve Regina.
a 2.3. 4. S. 6. & 8. voeum:
alles vff Motetten Art gerichtet: Alſo daß ein jedes an
ſtatt einer Motetten, muſiciret werden kan.
In der VNRANO- CH ORO DIA: find
Etliche Teutſche Kirchen Lieder: mit zween / drey vnd vier Cho⸗
ren / auff zweyerley vnterſchiedene Arten / gar ſchlecht in Contrapun-
&o Simplici, Nota contra Notam, alſo daß die Gemeinde in der
Kirchen zu gleich mit drein fingen kan / geſetzet. Inmaſſen dann das
ſelbſten in der ptæfation mehrer Bericht darbey zufinden.
In der LITANIA: find
Die kleine Litaney: Nimb von ons HErr G Ott.
2. Die graſſe Litaney : Kyrie, Chriſte eleiſon, &c.
3 Erhalt vns HExrt bey deinem Wort:
Mit 115 vnd 8. Stimmen auff zweene Chor ge⸗
richtet.
Was in der POLYHYMNIA III. Panegyrica vor
Teutſche Pſalmen vnd Kirchen · Lieder begriffen / vnd was vor vnter⸗
ſchiedene newe Arten nach der jtzigen Italianiſchen newen Manier
darinnen vorhanden Solches iſt in der præfation beim General- Baſs
daſelbſten / vnd auch in Tertio Tomo Syntagmatis Muſici, fol. 175.
17d. &c. Item fol. 202. 203. zufinden.
POLYHYMNIA V. EXERCITATRIX(davò fol: zo.) iſt dit
Jaht zu Franckfurt am Maͤyn Verlegt vnd im Druck publicirt wor⸗
den. Dartũen etlich: Hale lujahvñ andere Geſaͤnge auff ein fondertis
——— 23
— EEBERBERIERENR ° :
che Art die Knaben im fingen zu exerciren vnd zu ſtziger Italianer ne⸗
wen Manier zugewehnen : Welche auch ohne ſingen / auff ſuͤnff oder
ſechs Geigend⸗ oder Blaſenden e Canzo-
nen ‚muficirt werden konnen: Vnd hiebevor niemahls im Druck
herfuͤr kommen.
POLVYHTMNIA. IV. PUERICINIA(fokaoz.) Sarin⸗
nen XIV. Concert-Geſaͤnge / in welchen aufangs drey oder vier
Knaben miteinander Concertiren, ehe die andere Stimmen in Ple-
no Choro vnd die Inſtrumenta darzu kommen: Dergleichen Art
hiebevor nicht geſehen worden. Vnd PRAEAMBVLVM
IuBILAEUM (fol: 210. 211.) Darinnen XI. Concert · Geſaͤn⸗
ge / auff noch eine andere ſonderbare newe Manier / dergleichen Art
hiebevor auch noch nicht in Druck kommen / mit Sinfonien vnd an⸗
dern Ornamenten auff Inſtrumenten.
Wie dann auch etliche von den WELTLICHEN:
Dieſe alle werden ob GO T wil auch noch in dieſem Jahre zu:
Franckfort von Leipzig im Druck herfuͤr kommen.
III.
8 Ach dem ich auch / bevorab im Tertio Tomo, etliche far
den Tracriecre / vavon etliche Mufici vnd Stadt- Cantores im
Sy Danfang / ehe ſie derer recht inne werden / vielleicht finiftre judici-
. 0 8 N 8 ren, eins vnd ander Cavilliren vnd improbiren, auch balt
ſonſt / balt ſo interpretiren vnd außdeuten möchten. So bitte
Ich nochmahin / wo jrgend in einem oder andern ein Serupel zu finden vnd für»
fallen wolte: Sie mir ſolches Schrifft⸗ oder Muͤndlich anmelden ».:d meine
Meinung darvber vernehmen moͤchten. Solte Ich aber vmerdes nach GOttes
willen von dieſer Welt mit Tode abgehen / weiffele ich nicht Inmaſſen Ich dann
auch fr. wil gebeten haben) es werden ſich auch andere gute Leute zu Dreß⸗
den / Halla ı Leipzig / Quedlinburg vnd andern Orten finden / denen ſolche newe
Manier beſter maſſen bekant / welche / dofern etwa Contraria Scripta wieder
mich berfür kommen ſolten / meine Ser tentiam vnd Opmiones defendiren
vnd etwas deutlicher vnd außfnhrlich er an den Tag geben koͤnnen.
* ıH tun
ERTL .. SEE EZ FE ̃ “ ..... 7˙*—»—«˙—˙⸗ Bar —ater
Denn ich hiermit nur allein eine geringe Anleitung vnd Antrieb zugeben /
vnd gleichſam das Prrambulum vnd erſten Grundt · Stein zu legen ver meint /
darauff andere vortreſſlichere Mufici den Bam / nach beſtem jhrem Vormuͤgen /
ferner continuiren, vollführen / vnd dieweil von Tag zu Tag immer etwas meh⸗
rers vnd beſſers erfunden werden kan / dap jenige ſo etwa noch defideriret wer ·
den moͤchte / vollendts compliren vnd ergaͤntzen. Bevorab weil Ich etliche Sa⸗
chen vnd Tractaͤtlein / als vnter andern vom General · Baſt, Siefferung der Or⸗
geln vnd andere mehre (fo in meinen O peribus zum theil promittiret, vnd albe⸗
reu ein guter Anfang davon gemacht / auch mit etlichen vornehmen Muficis , die
ſich deſſen beſter maſſen erinnern werden / in Newugkeit conferiret) vielleicht
wegen Schwachheit oder andern Zufaͤllen nicht gantz zum ende moͤchte bringen
koͤnnen. Vnd wolle demnach alſo der liche Muſicus vnd Liebhaber der
Gerſtlichen Mulic ‚mit Mir ( als einem / der im anfang cateris artibus libe-
ralibus obgelegen / vnd ſehr ſpaͤt zum exercitio Mulices gelanget) vnd mit denen
Operibus Muſicis, ſo innerhalb 55. Jahren ( allein durch GOttes Gnade vnd
Gabe) gefertiget / zum theil auff eigne Inkoſten zum Druck befoͤrdert / zum theil
aber noch zur zeit ad reviſionem zurück gehalten werden / guͤnſtig verlieb vnd wil⸗
len nemen. Vnd das es alles / wegen viellfeltigen Sch wachheiten / ſteten
Reiſen / vnd andernrheuffigen verhinderungen / nicht fo elaboratum & ex omni
parte perfectum herfùr formen foͤnnen / im beiten vermercken vnd pro candore
Chriſtlich entſchuidigen helffen. Iſt es nicht alles wolgerahten : So iſt es
doch von Hertzen gut vnd wol gemeinet.
Helffe nun der fromme liebe getrewe GOtt / das / wle wir in dieſem ver⸗
genglichem Leben / die himliſche Bet ⸗ vnd Lobgeſaͤnge der H. Patriarchen / Pros
yheten / Apoſtem vnd anderer Geiſtreichen Gottſeligen Chriſten mit vmerſchie⸗
denen Choren (bißweilen nicht absq; Confufionibus ) anzuordnen vnd mit
Lallenden Zungen amuſtimmen / angefangen haben. Alſo auch im kuͤnff⸗
tig jgt herzunahendem ewigen Leben / vnd himliſchen vnvergenglichen Weſen / bey
der frewdenreichen Hochzett vnſers himliſchen Breutigams JEſu Chriſti / mit
deu himliſchen Cantoribus vnd perfectiſsimis Muſic is allen H. Engeln vnd
Ert Engeln fuͤr dem Stuel des Lambs ſtehen / eine ſtaͤtig jmmerwehrende Canto-
rei halten / vnd alternatim per Charos varios mit vnſerm Lob vnd Frewden⸗
Seſchrey / GOtt den HErrn die dreyeinig ⸗vnzertheilte Heiligkeit zu Loben vnd
zu Preiſen gleichſam Concertiren vnd mit den Cherubin vnd Seraphin die al⸗
lerlieblichſte koͤſtlichſte Concert-Geſaͤnge / das dreyfache Sanctus, S. 5 1
— t — 952 — nme,
H. H. iſt GOtt der. HErre Zebaoth: Vnd was die liebe Engelein bey der Ge
burt des HErrn Chriſti angeſtimmet / daſſelbige ohne eintge Confuſion vnd feh⸗
len / mit frewden vollendts hinaus führen Gloria in excelſis Deo, Ehre ſey Gott
in der Höhe: Ind mit den Elteſten in der Offenbarung Johanmis ſambt jhren
Harffen vnd Zimbeln / Canticum Agni das Lied des Lambes ſingen / klingen /
Te decet laus, te decet hymnus, tibi debetur omnis honor, tibi virtus &
fortitudo, DominoDeo noſtro in ſecula: Ind alſo das Reich vnd die Krafft
vnd das Heil vnd die Macht Chriſti / onſers G Ottes ewiglich ruͤßmen vnd
yreiſen moͤgen / Amen / Amen.
Ad Clarifimum & celeberri num ævi noſtri Maſſcum
MICH AELE M PRAETORIuM,
Capellæ Electoralis Saxonicæ Dresdenfis, Archiepiſcopa-
lis Magdæburgenſis & Guelpherbytanæ Brunovicenfis,
Directorem & Choragum Solertiſ-
ſimum.
Anagrammatiſmus.
MICHAEL PRATORIVS.,
HIC IAM ALTER ORPHEVS.
Wii IAM, Mufarum decus, à LI E R, dicitur,
En
88 | ORPHEVS,
pa—ieridum doc qui regit are Chorum-
Luxuriante leves qui tangit pollice chordas ,
Et eujus dulci templa canore ſonant.
Omne tulit punctum: docet hoc, quod doctus Apollo
Indelibatä condidit ante via.
Qui ſicꝰ Nam vigili proſpexit ad omnia ſenſu,
Hinc eſt multorum marima cura Ducum.
) 12 Hine
Hinc ſecum ducitfummä cum laude Camænas,
Qur triſtes mulcent voce ſonante viros.
Hinc animo creſcit virtus, hinc ſplendor honore
CulmenPretori laudis utrumq; tenes.
Teſtor l ſed non es proprii jactator honoris,
Faſtidis ſtrepitus: Te tua Muſa vehit,
Artem rimatus multo ſudore latentem,
Quam tibi dat terſæ nobile mentis opus.
Hos raros libros oculorum indagine luſtra,
Rebus in ad verſis dulce levamen erunt.
Buccina, Bombyces, Tuba, Tibia, Baſſanelli,
Organa, Syſtra, lyræ, Barbitos atq; Chelys.
dambucæ, Crotalum, Pandura, Theorba, Penorcon,
Cymbala, Nabla, fides, Iympana, Crembla; Chorus.
Omnia Phœbeæ fi quæ ſunt plectra Cohortis,
Sint tibi lætitiæ, cauſa, caputq; tuæ.
Hic labor, hoc opus eſt vel P hœbo judice dignum
Transvolet Eoas, occiduasq; plagas,
Felices animi qui ſic clareſcere tentant,
Non horum virtus indiga laudiserit.
Movcrocpi h ergo
admollulabatur . Mufichm:
‚Quedinbargenf.
5 5 Ser In M 70 hrIſt Vs appropIng Vablt
16 20. 6 Venl Do Mine lesV Chriſte Venl.
1623. ah ko HErr Les V Chrifie,DV ev VIger Sohn Gottes.
Erſter Theil
Dieſes
TOMI SECUN Dl.
Von der Muſicaliſchen Inſtrumenten / (ſo ſetzl⸗
ger zeit im brauch /) general oder gemeinen Beſchreibung:
Vnd dann auch von derſelben Namen / Abtetlung vnd
vollkomlichen vnterſcheidt.
I.
As die Beſchreibung der Muſicallſchen Inſtrumenten an
langen thut / ſo werden fie beſchrieben / das es fein Kunſtreiche
Wercke vornehmer vnd tieff inniger Kuͤnſtter / welche dieſelbe
5 aus fleiſſigem nachdencken vnd embſiger vbung erfunden / aus
tuͤchtiger Dareri zubereiten / vnd mit eigentlichen vnd propor-
8 tionirten Figuren aus der Kunſt efformiret, durch weiche fie
eine ſchoͤne harmoniam oder wollautende zuſammenſtimmung
von ſich geben / vnd ju außbreitunz Goͤttlicher Ehre / auch zu der Menſchen rechtmeſ⸗
ſigen vnd geziemenden Wolluſt vnd ene gebraucht werden.
Was aber die Abtheilung ſolcher Muficaliſchen Inſtrumenten belangt / ſo kan
man dieſelbe von einander fuͤglich nicht vnterſcheiden / als nach jhrem Thon vnd
klang.
Erſtlich / quo ad qualitativam generationem, wie nemlich vnd mit was bes
wezung der Inſtrument vnd Menſchlichen Glieder derſelbe Schall vnd Klang ver⸗
urſachet wird. : g
Zum Andern / quo ad quantitativam menſurationem, wenn wir der Inſtru⸗
menten Schal vnd Thon / nach dem er lange weret / oder hoch vnd niedrig kan ge
bracht werden / betrachten. 5
1 *
Belangend nun der Muſicaliſchen Inſtrumenten Thon oder Anſtimmunz /
quo ad qualitatiram generationem ; fo fein etliche Sopran welche durch
ö dis
2 DE ORGANOGRAPHTA.
die Luft Fim zendt vnd doͤhnendt gemacht werden: Wenn nemblich die Lufft in die
kunſtreiche gaͤnge derſelben geleittet wird / vnd fie dadurch einen wolklingenden ſchall
von ſich geben: Ind werden genandt Inſtrumenta sumvsusa, tinblaſende oder an⸗
blaſende Inſtrumenta.
Iv.
Es iſt aber hierunter noch ein vnterſcheidt: denn etliche durch huͤlffe der Na⸗
tuͤrlichen Lufft klingendt gemacht werden; Etliche aber werden durch den Menſch⸗
lichen Athem angeblaſen.
V
Der erſten arth fein ble Inſtrumenta / welche / wenn der Windt oder die Lufft
durch auffziehen der Blaſebaͤlge in die Pfeiffen gelaſſen wird / durch ſchlagen der Cla⸗
vir zum ſchall oder klang verurſachet werden: Als /
Organum pneumaticum, die Orgel.
Poſitivum, Poſitiff.
Organum portstile, ein Pofitiff welches im tragen kan geſchla⸗
gen werden.
Regale, ein Regal.
Vnd dieſe koͤndte man pferffende Inſtrumenta nennen.
VI
Welche aber durch den Menſchlichen Athem angeblaſen wer den / die nenne
man Inflatilia, Blaſende Inſtrumenta. Vnd derſelben ſeyn etliche / die allein mit
dem Munde angeblafen vnd intonitt werden / ohn einiges bewegen deß Inſtrumen⸗
tes; Als da iſt /
Tuba, ein Trommeten.
Etliche aber werden vber das einblaſen deß Menſchlichen Athems / zugleich mit
den Henden geiogen / oder mit Fingern geregirt; vnd haben entweder keine Loͤcher /
Als /
Puecina ſeu Trombone, die Poſaune.
do mit der eine Handt oder auch mit einem Griff die vnterſte Möhren oder Züge baldt
auß baldt ein geze / en werden muͤſſen;
Etliche aber haben loͤcher / welche wenn man drein blaͤſet / mit den Finaern bald
xigedruckt / bald widerumb offen gelaſſen werden / nach dem der Thon im Geſang
ſolches erfordern thut.
VII.
Dieſe Inſtrument welche loͤcher haben / ſeyndt aber mahl dreyerley. Die erſten
haben
DE ORGANOGRAPHIA.
ee ER nie uhr 2
haben die (dcher allein fornen; Die andern haben fie fornen vnd hinten; Die drittem
haben dieſelben fornen / hinten vnd an den ſeuten.
Was die erſten anlanget / welche fornen allein / vnd hinten keine Daumen⸗
tacher haben; fo find dieſelbe noch iweyerley arthen: Denn etliche haben darben ei⸗
nen Sack anhengendt / Als da iſt /
Tibia utricularis, Schafforgel oder Schaͤfferpfeifft.
Etliche aber haben keinen / Als /
Fiffari, Tibia trans verſa vel Traverfa, Querflöte Querpfeiffe.
Lituus, Schallmeye.
Piffari, kleine Alt Bom barten.
IX
Der ander Art Inſtrumenten / welche nemlich Ihre kcher fornen vnd hinden
haben ind dieſe:
Cornu, Cornetto, Cornet/tin ſchwartzer krummer Zinck.
Cornamuti, ein gelber vnd gerader Zinck.
Cornamuſe, Krumbhörner.
Tibia, Fiftula, Flauti, Ein Flöte oder Plockpfeiffe.
Fagotti, Dolzaine, Dultian / Fagott.
Bombyces, Groſſe Baß vnd andere Pommern.
Baſſanelli, & cæteræ tibiæ utriculares, als / Bock / Huͤmmel⸗
chen / Dudey / etc. 2
Zum drittemwelche fornen / hinten vnd darneben / auch an den ſeitten löcher har
ben / vnd mit den Ballen an Henden zugedruͤcket werden / find diefe:
Rackette, Sordunen, Doppionen, Schryari, Schreper⸗
pfeiffen.
I. .
Vnd dieſes ſeynd alſo die Turreuse, Inflata, pfeiffende Inſtrument. Nun
folgen / welche n viαes vnd ſonderlich agua percuſſa, flopffende Inſtrument ge⸗
nennet werden.
Vnd ſey nd dieſe / welche mit ſonderlichen Hölgern oder andern Sachen ge⸗
klepfft werden; Ind dieſe werden widernmb vnterſchieden; Denn etliche haben
feli Saytchlaxogda etliche aber haben Sh
XII. Weiche
2 DE ORGANOGRAPHIA.
XII
Welche keine Saͤytten haben / dieſelbe werden allein durch ſchlagen oder klopf⸗
fen / klingendt vnd thoͤnendt gemacht: Vnd ſolches geſchicht /
1. Durch eyſerne oder hoͤltzerne Schlaͤgel oder Stoͤcklein / als da ſeyn.
Tympanum, ein Paucke / Trummel.
Crepitaculum, ein Triangel.
Clavitympana, Die Strohfiedel.
a. Durch Kloͤpel oder Kuͤgelchen / Als /
Campanæ, Glocken.
Tintinabula, Gloͤcklein.
Cymbala, Cymbeln.
Siftra , Röllichen.
Nolæ, Schellishen.
XIII.
Die Inſtrument / welche d’yxeoda, Fidicinia, Sqͤittene oder Beſaͤittete In⸗
ſtrumenta genandt werden; Derſelben haben etliche Gedaͤrmſaͤitten auß den Daͤr⸗
men der Thieren vnd ſonderlich der Schaffen gemacht; Etliche aber haben Erafäts
ten / aus Sthal / Silber / Eyſen / Meſſing oder andern Materien zubereitet.
XIV
Welche nun Gedaͤrmſaͤitten haben / dieſelbe geben einen lieblichen Concent von
ſich / in dem 1. Etliche allein mit den Fingern gegriffen vnd moderiret werden / Als:
Teſtudo, Chelys, Laute.
Theorba, Iſt wit ein groß Baßlautte /
Welches Inſtruments Beſchreibung vnd delineation im andern Theil dieſes To-
mi Secundi Syntagmatis Muſici zufinden.
Quinterna, Quintern.
Arpa, Pſalterium, ein Harffe.
15 Etliche aber werden zugleich mit eim Haͤrnen Bogen berührt vnd geſtrichem
n.
5 Lyra, Lyroni, Italianiſche Cyra.
Arci-violate lyre, Groſſe Cyra.
Viole de Gamba. Violin de Gamba.
violino, Rebechino, Fides, Fidicula, fleine Geigen / Sonf
Viol de braeio genandt Viol Biſtarda.
Chorus
DE ORGANOGRAPHIA. 3
Chorus ſeu Tympanischiza, ein Trumſcheidt.
Diß iſt ein Inſtrument ziemlicher lenge / faſt wie ein Balcke / auff welchen die
vier Saͤitten mit einem Bogen werden angeſtimmet / vnd gibt einen Reſonantz / gleich
als en Trommeten wehren / vnd Clarien mit eingeblaſen würde. Davon auch
im 2. Thei
3. ar noch ein Inſtrument / an welchem zugleich die Clavier geſchlagen / vnd die
Saͤitten mit einem Rade / an ſtadt deß Bogens / erreget werden / Nemlich⸗
Lyra Ruſtica, ſeu pagana, ein gemeine Cyra.
XV
Dieſe Inſtrumenta / welche jetzt erzehlet / haben (wie geſaget) Daͤrmſaͤiten. Nun
folgen welche mit Erzſaͤiten (auß Silber / Eyſen / Stahl oder Meſſing gezogen) be
zogen werden. Vnd werden dieſelbige klingendt gemacht oder geſchlagen;
1. Nur mit den bloſſen Fingern / als /
Pandora, Penorcon, Orpheoreon, Harpa Irlandiea, Irlan-
diſche Harffe.
3. Etliche aber mit einem Federkielchen / als da iſt:
Cithara, die Cither. .
3. In etlichen werden die Saͤiten mit Raben Feddern / ſo in die hoͤlßerne Tangen⸗
ten eingefuͤgt / angeſchlagen / als da ſeyn:
Inſtrumentum fpecialiter fie dictum, Virginale, Spinetta,
Clavicymbalum, Clavicytherium, ein Inſtrument :
Arpichordium, Clavichordium.
4. Etliche aber mit hoͤltzen Kloͤppeln intoniret, alo:
Sambuca, Barbytus, ein Hackebret.
VI.
X 5
Ind alle dieſe bißher erzehlete Inſtrumenta koͤnnen prima genennet werden /
zum vnterſcheidt der nachfolgenden / welche als à primis orta aus den vorhergehen⸗
den gleichſam zuſammen gefent ſeyn / als da iſt. r. Claviorganum, welches ein In⸗
ſtrument iſt / da nicht allein die Pfeiffen durch die Blaſebaͤlge / ſondern auch die Saͤi⸗
ten durch die Federkielchen / mit anſchlagen / der Clavierſtimmen / king endt gemacht
werden / vnd alſo einen lieblichen ſchall von ſich geben.
2. Crembalum, ein Brum̃eiſen / zu welchem / wenn es ſol Thoͤnendt gemacht
werden / der Menſchliche Athem / gleich wie in den andern blaſenden Inſtrumenten /
auch helffen / vnd zugleich mit eim Singer geſchlagen werden muß. Vnd auff ſolche
tytiſt koͤndten dieſe Inſtrumenten / Mixta oder permifcht genennet werden.
A ui XVII. Ind
=
—
DE ORGANOGRAPHIA.
XVII.
nd diß iſt alſo die Betrachtung dep Klangs oder Tons der Muſicaliſchen
Inſtrumenten / quo ad qualitativam generationem, wie vnd was geſtaldt dere
ſelbige ins Werd geſetzet vnd verurſachet wird.
Ferner muͤſſen wir auch eben denſelben Klangk oder Thon betrachten / quo ad
quantitativam menſurationem, nach der abmeſſung deſſelben.
Vnd daſſelbe erſtlich r. reſyectu longitudinis, Ob derſelbe Thon lange weh⸗
te vnd beſtendig ſey oder nicht. 2. reſpectu latitudinis, welche Inſtrumenta alle
Stimmen vnd Tonos imitiren, repræſentiren, vnd an Tag geben können:
Welche aber nur etliche Stimmen von ſich lauten laſſen / vnd welche nur einen
Thon von ſich geben. 3. reſpectu profunditatis vel elevationis & depreſsionis,
welche Inſtrument ober jhren Natůͤrlichen Thon koͤnnen gezwungen vnd gebracht
werden / welche aber nicht.
XVIII.
Betrachtendt nun erſtlich der Muficallſchen Inſtrumenten Thon refpeAu
longitudinis, ſo befinden wir / das 1. Etliche Inſtrumenta jhren Thon beſtendig bes
halten / vnd denſelben nicht leichtlich endern / ob fie gleich ſtettig vnd taͤglich geſchla⸗
gen vnd gebraucht werden: Als da fein alle die / welche wir haben kloppende vnd ſchla⸗
gende Inſtrument genendt / vnd hernach auch etliche pfeiffendt Inſtrument / Als
Organum, ein Orgel vnd Pofitiff.
2. In etlichen aber wird der Thon gar leichtlichen vnd offt verendert vnd ver⸗
ſtimmet: Als da tſt vnter den blaſenden Inſtrumenten / welche mit dem Munde ans
geblaſen werden / Tibia utricularis, die Sackpfeiffe / vnd faſt ae beſaͤutete Inſtru⸗
menta / welche entweder mit Erzaͤiten / bezogen werden / Als Cithara, Pandura, pe-
norcon, Orpheoreon, Arpa Hybernica: Oder mit Daͤrmſaͤiten / Als Arpa com-
munis, ein gemeine Harffe; Teftudo, Lautte; Theorba, viole, violini, Geigen /
dyraſetc. Wiewol ſich die mit Daͤrmſaͤitten bezogene Inſtrumenta noch viel ehe vers
ſtiminen / als die mit Erafüiten / weil ſich jene viel leichter vnd ehe (nach dem das
Wetter iſt) außdehnen oder zuſammen ziehen / als die Staͤhleue vnd Meſſings
Saͤiten / vnd derowegen deſto ehe wandelbar werden.
3. Etliche aber die ſehen ins mittel / welche nicht einen fo gar beſte⸗ digen Thon be.
haften! wie die erſten / auch nicht fo gar leichtlichen verruͤcket werden / wie die andern
Als da iſt / Tympanum, ein Trummel / Regale, Clavichordium, Clavicymba-
lum, Spinesta. ö
XIX.
Zum Aadern / wenn wir der Maſicaliſchen Inſtrumenten Ton vnd Klaus de.
ſe hen /
DE ORGANOGRAPHIA 7
chen / reſpectu latitudinis, wie viel Thon oder Stimmen ein jeders Inſtrument
von ſich zeben / ſo ſeyndt 1. etliche Inſtruwenta va, Omnivoca velomnifona,
vollſtimmige Inſtrument / welche alle Stimmen eines jeden Geſanges repræſenti-
ren vnd zuwege bringen koͤnnen / oder wie man ſonſten zu reden pflegt / die alle Par⸗
theyen machen / vnd von mir Fundament Inſtrumenta / weil he zum Fundament mit
einer Stimm vnd ſonſten allein darin zufingen vnd zuklingen gebraucht werden muſ⸗
fen: Als die Orgel / Regal / Clavicymbel, Virginal, Cautte / Harff / Doppel Cither⸗
Pandor /enorcon vnd dergleichen.
2. Etliche aber ſein rere, vielſtimmig Multi ona. die nicht alle / ſondern
nur etliche Stimmen von fich geben; Als Cithara par va, & Lyra parwa de bracio,
& Lyra de gamba. ̃
A 5 > F
3. Etliche ſein error uni 0 ee Einſtimmig / welche nur mit einer Stim⸗
me dem Harmoniſchen concent zuhuͤlffe kommen: Als da fein alle die Inſtrument⸗
welche mit dem Munde angeblaſen werden / Alt / Poſaunen / Zincken / Floͤten / Schal⸗
meyen vnd dergleichen; Wie auch etliche Beſaͤittete Inſtrument / Als Geigen vnd
dergleichen: Vnd in Tertio Tomo, Ornament Inftrumenta genennet wer⸗
den.
XX.
Endlich vnd vort dritte / wenn wir den Thon vnd Klang der Inſtrumenten be⸗
trachten re ſpectu profunditatis, oder za] as 5 Serır , wit die Muſici fon
ſten zureden pflegen: welche Inſtrument am Thon nidrig vnd hoch koͤnnen gezogen
oder gezwungen werden: Nemlich /
1. Etkiche Inſtrument / welche nicht leichtlich ober ihren naturlichen Thon koͤn⸗
nen gezwungen vnd gebracht werden; Als da ſeyn / alle Beſaͤittete vnd Klopffende
wie auch etliche Biaſende / vnd ſonderlich die Pfeiffende Inſtru menta.
2. So fönnen etliche Inſtrumenta / nach dem ein beruͤhmbter / erfahrner
Kuͤnſtler vnd Muficas drüber kompt / durch huͤlff der eippen mit dem Mun de vnd
Winde nachiugeben / vmb etwas höher vnd tieffer gar wol gebracht werden / wie
folge nds von einem jeden Inſtrument inſonderheit weitleufftiger jego allhier wird
gehandelt werden.
Allhier ſolte nun auch ein ſonderlich Tabel aller Intrumenten verhanden fein:
Dieweil ſichs aber im Teutſchen / nicht fo gar wol ſchicken wollen / ſo ſind 15 enter
fehiedene
8 DE ORGANOGRAPHIA.
ſchiedene Synepfes vnd Tabellen in fine Partis Secundz Tomi Primi jufndene
Welche hieher referiret werden fönnen.
Vnd ob nun zwar die Inſtrumenta / wie doſelbſten angezeigt / vff mancherley
weiſe zu vnterſcheiden ſeynd :; So wollen wir doch dieſelbe allhier nur in zweyerley
Arten allein diſtribuiren vnd abtheilen: Als nemlich:
In Inflatilia ſeu Tibicinia; & Fidicinia:
In blaſende vnd Beſaͤittete Inſtrumenta.
Italis: Inſtrumenta da Fiato; & da Chords.
Darvon dann im nachfolgendem Andern
Teil wird tractirt werden.
Ander
DE ORCANOGRAPHTA. 9
Ander Theil
Dieſes
TOMI SECUNDI.
Der Blaſenden vnd Beſaͤitteten Inſtrumenten
mancherley Stimmen / vnd deroſelben Thon / nach jhrer
sroͤſſe vnd eigenſchafft muͤglieher Hoͤhe vnd Tieffe
zuerzwingen.
Darinnen
L Wie die Woͤrter / Inſtrument vnd Inſtrumentiſt / Aceort, Sorten,
vnd Falſettſtimmen / in Pfeiffen vnd andern Instrumenten zus
verſtehen ſeyn.
2. Vom rechten Thon der Orgeln vnd anderer Inſtrumenten / auch der
Menſchen Stimm: Vnd vom vnterſcheidt der Chor⸗ vnd Cam⸗
mer Thons.
3. Vniverſal Tabel / darinnen die Claves ſignatæ, dit Claves in Scala
Tabulaturæ, die Nahmen vnd Zahl der Fuͤſſe / nach Orgelmack er
arth / vff allen Inſtrumenten zufinden.
4. Bericht / wo von eigentlich dieſe Tabella tract ire vnd handele.
N3. Allhier aber halte ich nicht vnnoͤtig / noch eine andere Tabel zu adjun-
giren; darinnen alle Inſtrumenta / wovon in den nachfolgen⸗
den vier vnd viertzig Capiteln gehandelt wird / ordentlich bes
griffen werden.
B Die
10
Munde
abgerde⸗
den.
vweyerſey artia
let : Nemblich / in
Pte Muftealiſee la rv werden m
gmacht
ſe nentwe⸗
der von
8 endeten bf wellen aber auch / einen.
[mar
C. Blaſende |
| ſo wit dem
[them ge⸗
biaſen wer⸗
Ent⸗
weder auff
DE ORGANOGRAPHITA.
Oder auff eim Roh⸗
durch den re / vnd daher Beroͤhr⸗
j te Inframenta genen⸗
net waer den
Gedaͤrme / die man 4 55 Aautte.
ſonſten Geigen oder | 25
ten nen |
Lauten
net / ais
Etz / Meſſing vnde y⸗
n. Die man fonjten ı
meſſings vnd Stäls
erne oder Inſtrumẽt⸗ 44. Geigenwerck.
KL Säiten nenurt / als
a
J. Po, auen.
6. Trotumet.
5 { 7. J. Siötten allerley Art.
. Binden,
im Pommern end © chalınaden,
1155 Kagestın. Loicsanem
12. 13. Sordunen Deppfonen.
14. Kacketien.
1 7 Arunbhörner. 16. Corus Maſi
ı 17. Baſſaneti. ix. Schryaxi.
(ig. Sadpreiffenallenteg Art.
7 40. Niolea dt Gamba: Vielen. N
20: Viel Baſarda. 44. Vielsan
| 32. Vieles us Brause Gcigẽ᷑.
23. Lyra,
‘
. Tbeerba. Lauten ort.
26. Quinserna,
27. Bansk:icyes,
Liz Heil.
FI. Baader.
"29. Penorcen.
51. Mere.
36. Clabicberd u.
37° Symphony
38. Spinetia.
75. 40. Clabisymbalnıe.
41 Clabicythersum.
‚42. ClsfsUrganum. ı
45. ArpliCoraum.
\
J
Ff
a. t
Im gs. Can. wird vom
Regal;
N Im 46. Von der alten /
vnd noch etlichen an⸗
dern Infiramenten:
Tgebardeke.
Im 4. vnd im z. vnd |
N 4. Theil von A. ten |
Zit Sltten bogen werden
vnd Newer O nen)
Terasse
Llautte, ur
DE ORGANOGRAPHIA. n
Das I. Capittel.
Wie die Woͤrter Jnſteu nent vnd Inſtrumentiſt / Aceort, Sor-
tea, Falſet Stimmen / in Pfeiffen vnd andern Inſtrumenten / zuver⸗
ſtehen ſeyn.
(len Irrthumb / der aus vngleichem gebrauch der Woͤrter / In ·
iz ſtrun: nt ſt vndlnſtrumenta, herruͤhren moͤchte zuvermeiden / iſt alhier
2) eſtlich zu wiſſen: Daß ob wol von dem gemeinen Manne das Wort
Mes der der Name Inftrumenti, gar Specialiter (als nemlich / von eim
“LClavicymbel, Symphony Spinet, Vitginal vnd dergleichen; fo wol
auch der Name Inſtrumentiſt, allein von einem der anff eim ſolchen vorgedachtem
Clavicymbel oder Symphony, ſchlazen / vnd wie es in den Niederlanden genennet
wird fpielen kan) verſtanden vnd außgeſprochen wird: So kan doch ſolches nicht
yaſſiren / vnd iR vnrecht. ö
Denn weil das nomen INS TIu NIN TI gar generale, vnd auff ale In-
ſtrumenta muſicalia, præſertim univoca, oder Ornament Inſtrumenta, wie fle
in Tomo tertio genennet / als da find / Zincken / Poſaunen / Floͤtten / Geigen /
vnd wie die andern ale Namen haben moͤgen / referiret vnd gezogen werden muß;
fo kan es alſo eng nicht geſpannen / nech in ſpecie auff ein einiges Inftrumentum
Omnivocum allein referiret werden. Ind daher muß man auch die jenigen / die da
auff der Symphony oder Clavicymbel ſpielen koͤnnen / nicht in gemein Inſtrumen ·
tiſten, ſondern ad differentiam Organiſten nennen.
Vnd ob zwar die Orzel / (wegen jhrer fuͤrtreffligkeit / vnd daß / wie im 1. Punet
des folgenden Tractats von alten Orgeln weitleufftiger bericht zufinden / faſt alle an⸗
dere Inſtrumenta Muſicalia in derfelben begriffen werden) Organum, oder ein
Iaſtrumentum aller Inſtrumenten genennet wird: So wil ſich doch ſolches allhier
mit dem Wort Inſtrument nicht alſo ihnn laſſen: Well es dergeſtaldt eine groſſe
Confuſion vnd Inrichtigkeit geben wuͤrde. Sintemahl bey allen Känfer-Kinig
Chur ⸗ vnd Fuͤrſtlichen Capellen alle die jenige / welche auff den Inſtrumentis univo-
cis, (das iſt auff den einfachen Inſtrumenten, die nur eine Stimme haben vnd fuͤh⸗
ren / es ſeyn nun blaſende oder beſaͤittete / Zincken oder Geigen /etc.) entweder
g iff allerley oder nur auff etlich wenigen jhre Partey machen koͤnnen / mit dieſem
Namen Inſtrumentiſten; welche aber zur Orgeli Regal vnd Symphonien beſtellet
ſeyn / Organiſten genennet werden. In Italia werden die / ſo durchaus auff allen
Muſicaliſchen Inſtrumenten ſo wol omnivocis als univocis, das jhiige practici-
ren, vnd praſtiren koͤnnen / univerſal genennet / derſelben aber gar wenig gefunden
W werden.
2 DE ORGANOGRAPH IA.
werden. Simtemahl cm Artifex dero Ortel ſich vielmehr dahin bemühen daß er auf
einen einigen / oder ja zum meiſten / auff zweyerley Inſtrun: enten etwas rechtſchaffe⸗
nes præſtiren, vor andern ſingular feyn vnd excelliren moͤge: als daß von Ihm ſol⸗
te geſagt werden / ex omnibus aliquid, de toto nihil, weiches ſonſten bey vns
Teutſchen gar gemein iſt.
Ein Accort, iſt ein gantz Stim̃werck von Pfeiffen / Fa⸗
gotten vnnd andern Inſirumenten; do rom vnterſten Baß
vnd der groͤſten Pfeiffen an / immer eine nach der ander / biß
zur kleineſten Diſcant Pfeiffen folget.
Sorten aber iſt nur eine einige Art von Pfeiffen in dem⸗
ſelben Accort: wie dieſelbe in der Tabel / ſo nachm 4. Cap. ges
ſetzet / eigentlicher zuerkennen ſeyn.
Falſet Stimme in einer Pfeifſen vnnd andern Inſtru⸗
menten wird genennet / was vber eines jeden blaſenden Inſtru⸗
ments natürlicher Hoͤhe oder Tieffe / von eim guten Meiſter
zu wege e nn gezwungen wer⸗
en kan.
Cin
Ein Accort ob Etim̃werck von Inftrumenten, belt in ſich etliche vnterſchledliche Sorten : Nemlich
|
DE ORGANOGRAPHTA.
Derer můſſen an der a
Zu 4.
5 ( Teen 29 g. Anerſtdten
2. en erley .
Sorten un? * Diſt ant.
dit. Tenor. 79 C Niall.
N 2.
F Altpoſa 1.
e ee 4
Abet Por 2. 7 8. Poſeunen.
os poſaun. 1.
2. Viererley I 2.
kam 2 5 9 . Kate
fle. 7. 7
de Diſtant. 1.0
J Fagott piccolo. 5. 8
F. Fagotten 4 Cboriſt Fagott. 1. 8. Een.
Sur. 1. 7
Sor dunen Doppel fx. Quint F. 2. 3
Klein Difcant Exilent. — —
an.. 2. 25
Sönfferley ] Nrurtherner 17 5 3. 8 Nrumbhörner.
er 7. 3
f? „ 7 2
— 4 4. Tuned, 8 vie ene un
Tenor. 2.
—
8 en . f. *
Schelm A 2 4. a
n ö nn Albpommer 3. LEEREN
Siobenerley ( pom roß Al. .
+ (Ponmnnern | *W*Vâñ„53 = ſchal meien.
Baß pommer 3.
(Groß Bafpommer. 1.0
Gar kiein Exilent. 2.
Diſcant, q rare nidrer. ee)
J Das yuint nidrer. 2. |
Alt Slöte 8 |
i. achterler C Miockfidten | Tersnfiöten, 2 F * leeren
| es 4% |
1 Be Kiöte. 2 )
(Groß Beh Siöte u
14 DE ORGANOGRAPHIA.
a Das II. Capittel.
Vom rechten Thon der Orgeln vnd anderer Inſirumenten;
vnd wie derſelbe bald höher / bold tieffer / in vnterſchiedenen Laͤndern vnd Ortern ge⸗
braucht: Item / was z sifc en dem Chor vnd Cammer Thon vor vnterſcheid ſey:
Auch wie hoch vnd lieff die Menſchen Stimme erhaben vnd gebracht
werden koͤnne.
EIS fol aber nun billig nicht allein ein Inftrumentalis Muſicus, ſon⸗
dern auch ein jeder Componiſt vnd Capellmeiſter x iſſen / wie hoch vnd nie
dri ein jedes Inftrumentum Muſicum, fo wol die blaſende / als beſaͤittete
Inſtrumenta gezwungen vnd gebraucht wei den koͤnnen / darnach man ſich im Com-
poniren vnd ſonſten zu richten. Denn ein Componiſt muß mit fleiß zuſehen / daß
er durch ſeine Compoſition das Inſtrument nicht hoͤher / als es von Natur zu thun
vermag treibe / ſonſten muß nothwendig ein humana vox, daß eint dem andern helf⸗
fen kan / dabey geſtellet werden / welches ſonſten nicht vonnoͤten.
Ebener maſſen iſt auch einem jeden Organiſten / eine Stimme von der ander
in der Orgel zu vnterſcheiden / zu wiſſen vonnoͤten / vnnd ſonderlich / was da ſey / 1
3. 3. 4. 6. J. 12. 26. 24.32. Juß am Tono / damit man ſich in verenderung der Stim⸗
men darnach zu richten habe.
Ob nun wol jhrer viele / mehr vnd beſſere Wiſſenſchafft / als ich ſelbſten hierumb
haben moͤgen; fo habe ich doch vmb etl cher dieſer Dinge vngeuͤbten willen die daſſelbe
zum offtern an mich begehret / etwas darron / zu mehreim nachdencken / alhier auff zu⸗
zeichnen mich nicht weigern ſollen noch wollen.
Ind iſt anfangs zu wiſſen / daß der Thon ſo wol in Orgeln / als andern Inftru-
mentis Muſicis offt ſehr varijre; dann weil bey den Alten das concertiren vnd mit
allerhand Inftrumenten zualeich in einander zu muſiciren micht gebreuchtich gewe⸗
fen ;find die blaſende Inſtrumenta von den Inſtrumentmachern ſehr unter ſchiedlich /
eins hoch / das ander niedrig inronirt vnd gemacht werden. Dann je höher ein In-
ſtrume ntum in ſuo modo & genere, als Zincken / Schalmeyen vnd Diſcant C eigen
intonirt ſeyn / je friſcher fie lauten vnd reſoniren: Hergegen / je tieffer die Pe ſau⸗
nen / Fagotten, Baſſaneldi, Bornbardo ni, vnd Baßgeigen geſtimbt ſern / je grevi⸗
tetiſcher vnnd prechtiaer fir cinber prangen. Dahero es dann einem Muficc, tr can
die Orgeln / Pe ſitieffe / Clavicymbel, vnd andere blafende Inftren.enta,
nicht zu leich n einem vnd rechten Thon ſtehen / viel mule machen.
Es iſt ib er der Chor Thon bey den Alten anfanas vmb ein Thon niedriger vnd
tiefer geweſen / als jao / welches de un an den alten Orgein vnd andern blaſſen ten
Iaſtru-
DE ORGANOGRAPHIA.
N
Taltrumenten noch xibeiinden: Ind der nacher von Jahren in Fu fo welt erhaͤ⸗
het worden / als er ige in Italia vnd Engeland / auch m den Juͤrſtlichen Capellen
Deutſches Landes im gebrauch tſt. Wiewol der Engliſche Thon / an Inſtrumenten
noch vmb etwas / doch ein gar geringes / niedriger if, welches an jhren Zincken / Schals
meyen oder Hoboyen (wie fies nennen) o daſelbſt gefertiget werden / uvernehmen.
Es ſeynd aber etliche geweſen / welche diefen jn gen vnſern Thon noch vmb ein
Semitoniam zuerhòhen / ſich vnterſtehen wollen: Welches / obs mir zu cotrigiren
war nicht gebuͤret / fo iſt / edoch meines ermeſſens· ſolche höhe den Cantoribus voca ·
lis Mußcz, fonderlich den Altiſten vnd Tenoriſten ſehr vnbeguem / vnd offtmals faſt
vnmuͤglich zuerreichen. Daruͤmb man es billich bey dem vorgeſagten Tono bleiben
laſſen möchte ; weil derſelbige ohne das nicht allein vor die Vocaliſten, ſondern auch
vor die Inſtrumentiſten bey den Beſlitteten Inſtrumente n, als Violini de Bracio,
vnd Violen de Gamba, auch lauten / Pandoren vnd dergleichen / zum offtern zu
hoch befunden wird: Denn es außbuͤndize Saͤitten ſeyn muͤſſen / die ſolche höhe erlei ·
den koͤnnen. Daher koͤmpts dann / wenn man mitten im Geſang iſt / da ſchnappen die
Quinten dahin / vnnd ligt im Dr. Darmit nun die Saͤitten deſtobeſſer beſtimbt blei⸗
ben koͤnnen / ſo muͤffen ſolche vnd dergleichen beſaͤittete Inkrumenta gemeinlich vmb
ein Thon tieffer geſtimmet / vnd alßdann nottwendis mit den andern Inftrumenten,
auch vmb ein Se cund tieffer muſicirt werden. Welches zwar den vnerfahrnen Mu-
ficis luſtrumentalibus ſchwer vorkoͤmpt; Den Vocalibus vnd Sengern aber an
ihrer Stim̃ / vmb einen Thon niedriger zu muſiciren / ſehr viel hilfft.
Darumb laß ich mir den Interſcheidt da man ſu Praag vnd etlichen andern
Catholiſchen Capellen / den Thon in Cbor Thon vnd Cammer Thon abtheilet / auß
dermaſſen ſehr wol gefallen. Denn daſelbſten wird der nge gewoͤnlicher Thon / nach
welchem numehr faſt alle vnſere Orgelu geſtimmet werden / Sammer Won genennen
vnd allein vor der Taffel vnd in Convirijs zur frͤligteit gebraucht; welches dann vor
Iuſtrumentiſten, wegen der Blaſenden / fo wol anch Beſaͤitteten Iuſtrume nen, am
bequembſten. N
Der Chor Thon aber / welcher vmb einen ganzen Won tleffer ift / wird allein in der
Kirchen gebraucht: Ind daſſelbe erſtlich / vmb der Vocaliſten willen / damir bieſelbi⸗
ge / weil auff jhnen die groͤſſeſte vnd meiſte muͤh in der Kirchen (ſonderlich in Caiho⸗
liſchen Capellen / da dat fingen / wegen der vielen Pſalmen vnd ſonſten lang wa hret)
beruhet / mit jhret Stimme deſtobeſſer fort kommen / vnd nicht fo bald / m egen der Höher
heiſcher werden muͤgen. Zum andern / daß auch die Menſchen Stimme / wennufie
im Mittel vnd etwas tieff herein gehet / viel er vnd lieblicher anzrheren / als
wenn fie in der hoͤhe / vber vermuͤgen oben hinaus ruffem vnd ſchreien muß. X 2
aun
1 DE ORGANOERAPHIA.
dann propter alias etiam multıfarias commoditates, ſuavitatem fingularem
et concentus benè ſuſceptos nicht vbel gethan were / daß alle Orgeln vmb einen
Thon / oder Secund tieffer geſtimmet vnd geſetzet ſeyn moͤchten: Welches aber nu⸗
mehr in vnſern Deutſchen Landen zu endern gantz vnmuͤglich / vnd demnach bey dem
gewoͤnlichen Cammerthon (welcher jgiger zeit an den meiſten Ortern Chor Thon ge⸗
nennet / vnd dafuͤr gehalten wird) wol verbleiben muß.
In Engelandt haben fie vorzeiten / vnd in den Niederlanden noch anjtzo jhre
meiſte blaſende In ſtrumenta vmb eine tertiam minorem tieffer / als jgo vnſer Cam⸗
merthon intoniret vnd geſtimbt / alſo daß jhr F. iſt im Cammer Thon vnſer D. vnnd
jr G. vnſer F. Wie dañ auch der vortreffliche Inſtrumentmacher zu Antorff Iohannes
Boſſus die meiſten Clavieymbeln vnd Symphonien, auch darein gemachte Pfeiff⸗
wercke / in demſelbigen Tono intoniret vnd geſtimmet.
Ind iſt zwar nicht ohne / daß man in dieſem Thon den Clavicymbeln (wie ver⸗
ſtendige Inttrument macher wiſſen) ein lieblichern vnd anmuͤtigern Refonantz geben
vnd zuwenden kan / mehr / als wenn man ſie nach dem Cammer Thon abtheilet; Wie
denn auch die Flotten vnd andere Inftrumenta in ſolchem niedern Thon lieblicher /
als im rechten Thon lauten / vnd faſt gar eine andere art im gehoͤr (ſintemahl ſie in der
tieffe nicht ſo hart ſchreyen) mit ſich bringen.
Aber ſolche Inſtrumenta ſeynd in voller Mufic zugzebrauchen gar vnbequem;
vnd wird man numehr alleine bey vorge dachten beyden / als Chor⸗ vnd Cammer Thon
rerbleiben muͤſſen.
Wiewol auch in Icalia vnd andern Catholiſchen Capellen / Deutſches Landes)
iztgedachter niedriger Thon in tertia inferiore gar ſehr im gebrauch: Sintemahl
etliche Itali an dem hohen ſingen / wie nicht vnbillich / kein gefallen / vermeynen es ha⸗
be keine art / koͤnne auch der Text nicht recht wol vernommen werden / man krehete /
ſchreye vnd finge in der höhe gleich wie die Graſemaͤgde. Daher anch bißweilen im
brauch / daß ſie Hypo lonicum Modum aufmC. wenn derſelbe per quintam ins FE.
tranſponiret wird / noch vmb eine tertz tieffer aufm D. mit Orgeln / Poſitiffen / vnd
bengeordneten Inſtrumenten muficiren : Yngcachtet dieſer Modus faſt beſſer als
der andern einer / ohne fernere tranſpoſitien, humanıs vocibus muſicirt werden
toͤnte fo wird doch ſolches eintzia vnd allein vmb der Vocaliſten vnd Senger willen
alſo angeſtellet. Gleicher geſtald wird auch HypoDorius vmb ein Tertz niedriger
aum E. muficiret. Welche vnd dergleichen Tranſpoſitiones einem Organiſten fo
wol / als andern lnſtrumentiſten anfangs zwar etwas ſawer vnd wiederlich ankoͤmpt:
Aber wenn einer ſich nur der mühe nicht verdrieſſen leſt / ſondern mit fleiß ein zeirlang
ſich
DE ORGANOGRAPHIA ı7
—— menden —
ſich darinnen exerciret vnd vbet / fo iſt vnd wird es Ihm gar leicht / ja gleichſamb eine
Luſt zu practiciren vnd præſtiren. 5
Wann nun aber der jtziger zeit gewoͤhnliche Tammer Thon / vom Orgelmacher
einer Orgel gegeben / vnd das gantze Werck darnach geſtimmet wird; ſo iſt mehren
theils in Orgeln / die nicht gar zu gering vnd klein angeſtellet werden / das vnterſte
C. im Principal des Manual Clavirs von 8. Juſſen: Welcher Thon dann mit den
rechten Clavicymbeln vnd Spinetten gleich vberein koͤmvt / vnd wird von den Or⸗
gelmachern AEqual genennet / daruͤmb das es mit der Menſchen Stimme / an der
Tieff vnd Höhe quadriret; Wie dann in der hernachfolgenden Tabell Num. rv.
hievon weiter vnd außfuͤhrlicher zu vernemen ſeyn wird. Denn diß C. iſt die rechte
Tieffe eines rechten Basſiſten in Juͤrſtlichen Capellen / wenn er daſſelbe mit voller
vnd gantzer Stime natuͤrlich haben kan. Etliche koͤnnen noch tieffer (doch etwas vn⸗
vernemblich) biß ins AA. vnd GG. Tieffer aber nicht / deſcendiren. Wiewol ſich
dieſelbige offtmals zwingen wollen das F iu aſſequiren; iſt aber ein gantz vnvolln⸗
kommener Laut vnd Thon.
Doch ſollen vor der zeit zu München am Fuͤrſtlichen Durchleuchtigkeit zu
Baͤyrn Hoff / zu des fuͤrtrefflichen weitberuͤmbten Muſici, Orlandi de Laſſo zeiten
(Do die Muſic daſelbſt von 12. Basſiſten, 15. Tenociſten, 13. Altiften, 15 Capell⸗
knaben / J. oder 6. Capunern oder Evnuchis, 30. Inſtrumentiſten, vnd alſo in die
90. Perſonen ſtarck beſtelt geweſen ſeyn ſol) vnter andern drey Baſſiſten / zwene
Bruͤder die Fiſcher⸗ vnd eines Bawren Sohn Graſſer genand / geweſen ſeyn / welche
das E nachm Chor Thon zu rechnen ( onnd nach dem Cammer Thon das E von iz.
Fuſſen iſt) gar ſtarck vnd mit völliger Srim erreichen / in der Hoͤh aber nicht weiter /
als biß ins f. g. oder a. kommen koͤnnen. Wie dann auch einer zu Rom / mit Na⸗
men Cæſaron, mit dergleichen Stim̃ vnd ſtaͤrcke gefunden worden. In der Hoͤhe
koͤnnen die meiſte Basſiſten das F vnd J ja auch wol das 7 (welches / vnter an⸗
dern / eingeweſener Monachus Neapolitanus Carolus Caſſanus, der in Deutſch⸗
land an vnterſchiedenen Chur⸗ vnd Fuͤrſtlichen Capellen gedienet / gar rein ſtarck /
vnd mit voller. Stimme / nebenſt der Tieffen / G Cammer Thon haben koͤnnen)
erlangen. Die zemeine Basſiſten aber in Schulen koͤnnen ſelten vnter das E, von
6. Juſſen / oderdas E. in rechter natürlicher ſtaͤrcke kommen / vnd in der Hoͤhe / etliche
nicht fo gar weit vber das a alcendiren.
Wie Hoch vnd Tieff aber ohn gefehr ein Tenoriſt, Altiſt, Evnuchus oder
Piſcantiſt mit ſeiner Stimme kommen konne / daß wird in nachfolgender Tabeli ans
gezeigt; Ind iſt genug / wenn ein Tenoriſt das 7 ein Altiſt das J im Cammer⸗
Thon haben kan: Kan er hoͤher komen / iſt es ee vnd im vf lu ehr ruͤmblicher.
Wie
n DE ORGANOGRAPHIA. __ 8
Wiewol hierin nichts gewiſſes zu ſchlieſſen oder in gewiſſe terminos zu bringen / denn
die gaben Gottes ſeynd mancherley / vnd kan allzeit einer Hoͤher vnd Tieffer kommen
als der ander. Bey den meiſten Evnuchis aber iſt diß zu obſerviren, daß ſie meiſten
theils mit heller vnd gantzer Stim / ſo ſtarck als ſonſten zween oder drey Knaben fingen
vnd intoniren; deren dann iger zeit etlichefehr vberaus vortreffliche Männer in
ae vnd anderer Catholiſchen Chur⸗ vnd Fuͤrſtlichen Capellen verhanden
eyndt.
Ind dieſes ſey alſo vom Thon der Inſtrumenten / vnd von der Menſchen Stim̃ / vor
dißmahlgnug geſaget.
— — — — — —
Das III. Capittel.
Hiernach folget nun
Eine
TABELLA UNIVERSAL IS
Aller blaſenden vnd beſaitteten Inſtru⸗
f menten.
Darinnen
1. SITG NA.
SDR Signa oder Claves fignrz, wie dieſelbige im anfang aller Can-
tionen vnd Geſaͤnge / eine Stimme von der andern zu vnterſcheiden / vor⸗
her gezeichnet werden.
2. CLAVES INSCALATABVYLATVRAE.
Die nach der Orgel Tabulatur geſetzte Claves, darnach man fich in allen In-
ſtrumentis Muficis am fuͤglichſten richten kan. Dann weil faſt vber ſechß Octaven
darinnen begriffen werden / hab ich ſolches / eins vom andern füglich zu vnterſcheiden /
anderer geſtald vorzubringen vnd vorzuſchreiben / nicht erdencken koͤnnen. Inmaſſen
ich vielfeltig erwogen / wie etwa die vnterſte pedal Claves von g. biß 16. Fuß / koͤndten
oder moͤchten gezeichnet werden. Vnd ob wol nicht ſo gar vngereimbt wehre /
oder vielmehr zwene groſſe Buchſtaben als CC, DD, (gleich wie die alten in jhrer
Scala, vnd ich allhier in den Signis auch behalten / zween kleine Buchſtaben oben
geſezt haben) vnten hart neben einander zuſetzen: So hat mir doch endlich dieſes
beſſer gefallen / daß die groſſe Buchſtaben etwas dicker vnd volliger / auch vnten mit
eimſtrichlein / alſo C Pete. bezeichnet vnd geſetzet würden, ip
3. uſ⸗
DE ORGANOGRAPHIA. 19
3. Fuͤſſe.
So ſeynd in dieſer Tabel l Num. 3. die Namen vnd Zahl der Füfle ange deutet /
wie daſſelbe Wort die Orgelmacher im brauch haben / dadurch ſie die Stimmen vnd
Claves in den Pfeiffen ( nach jhrem Tono vnd Laut / an der Höhe vnd Tieffen füge
lich nennen / vnd zum leichten verſtand / außred vnd benamung bringen / vnd alſo ei⸗
nen Thon vom andern deſto beſſer vnterſcheiden koͤnnen. Vnd dieweil nun ſolcher
Interſcheid in andern Inſtrumentis Muſic is, zugleich auch in der Menſchen Stim̃
eben fo wol zu obſerviren hochnoͤtig / vnd zu erkennen nicht vndienlich / Sonſten aber
fein anderer bequemerer Name dazu zufinden ; hab ich ſolches Wort (Fuͤſſe) allhier
behalten / vnd mich deſſen nottwendig gebrauchen muͤſſen.
4. VOX HVYMA NA.
Von der Menſchen Stim iſt im vorhergehendem Capittel nottuͤrfftige erinne⸗
rung geſchehen.
— . ——
— —.—— —2— —
j Das IV. Capittel.
S S wird aber ferner in dieſer Tabell, wie auch in hernachfolgendem
J außfuͤhrlichem Bericht vnd Erklernng weitleufftiger angezeiget:
1. Wie mancherley Arten vnd Sorten in einem jeden Stimwerck der
Inſtrumenten, vnd gantzem Accort zuſammen gefunden werden.
2. Item / Wie Tieff vnd wie Hoch ein jedes blaſendes Inſtrument in ſeinem na⸗
türlichen Thon zubringen / (welches die weiſſe Noten andeuten;) vnd was vor Fal-
ſet Stimmen / oben vnd vnten / ober eines jeden Inſtruments Natur vnd Eigenſchafft
von einem geuͤbtem vnd erfahrnem Inſtrumentiſten zuwege bracht werden koͤnnen.
Welche Falſet Stimmen donn / weil dieſelbige fo wol humana voce, als auch auff
blaſſenden Ipſtrumenten ein jeder allezeit nicht afequiren oder erreichen kan / ich
mit Schwartzen Noten bezeichnet.
3. Wie viel Saͤitten oder Chor die beſaͤittete Inſtrumenta haben / vnd wie Hoch
oder Tieff eine Saͤitte von der andern muͤſſe gezogen vnd geſtim met werden.
4. Nebenſt dem iſt allhier in genere vor allen Dingen zu wiſſen: Daß in dieſem
gantzen Werck durch vnd durch nicht nach dem Chor Thon / ſondern nach dem Cam⸗
merthon (wie es / als vor erwehnet / von etlichen gar wol vnd recht rnterſchieden) die
Inſtrumenta vnd Stimmen gerechnet / vnd außgetheilet werden. Dieweil der
Cammerthon am gebreuchlichſten / vnd faſt alle / ſo wol befaͤittete als blaſende Inſtru
menta, wie auch itziger zeit die Orgeln / auff dieſen Camerthon gerichtet vnd geſtim⸗
met werden. N C ij T ABEL.
TABELLA Univerfäfis.
1 IV.
a" Vox viva. 9
5
*
&
KeA 5
Baſſiſta. E=
Ein gantz Accort.
F. m.
— ̃ — —ͤ— > — Pr
Tromboni: Po ſaunen. Tromba.
Er 45 Sort. | 3. Sort. | 4. Sort. |: 8 3
— — —
— —
.
|
|
9000
a
A
—
— — — — — —— —
|
VII.
a B 2
Flautti: plockpfeiffen:
1
B. Diefe Flotte / ſo wol auch die Guerpfeiffe in dieſ m Thon / kan nicht allein zum Di-
ſeant, wie ich es alhier eingeſetzet / ſondern auch zum Tener ein Cetas drunter / ges
braucht werden. Wie es dann in gemein von etlichen Inſtrumentiſten dafhr
gehalten wird / daß dieſer Art ploek⸗ vnd Querfioͤtten / ein rechter Tenor am
Laut vnd Sono ſey: vnd derſelben vnterſter Cle, den Ci. hem c oder d im Tenor.
vnd alſo hren Laut auff vier Such Thon (nach Orgeimacher Menſur,) von ſich
gebe. Vnd die Warheit zubek ennen / bin ich anfangs auch / weil es gar ſchwehr
im Gehoͤr zuerkennen / vnd zuvnterſcheiden / derſelben meynung geweſen: Aber
weñ man dieſen Thon gegen der Orgelpfeiffen Thon intoniren leſt / vnd eins ges
gen das ander im vleiſſigen Geh zr eigentlich in acht nimpt / fo iſt es nur ein rech
ter Difcant, da der Ciabi € oder ꝗᷓ am Laut zwey Kueſ Thon iſt. Vnd gleicher ges
ſtalt verhelt ſichs auch nut dein be vnd andern Floͤtten / fo zu eim ſolchen Ac-
sort oder SItim̃werck geboren / do die gar grobe vnd kleine B= Floͤtten nicht ans
ders lauten vnd klingen / als wann ſte eine 6s tieffer / vnd alſo der vnterſte Cia-
i in der eine B= Flott das B oder C auff acht Fueß; in der gar greſſen Floͤtt
aber das N oder F auff zwoͤlff Fueß intonirte : do doch dieſer groſſen Baß Fletten
Lant vnd Niang ſich nicht weiter / als auff ſechs Fueß / der ander aber auff vier
Fur Thon erſtrecken thut.
21 FIIL I. 5
3 — EIS e e ATEEN,
Travera: Guerpfeiff. Cornetti: Zincken. I
Guerſloͤtt.
ee .
en e
ö — Allein 0
Sind |
4.
— — —— F
Bombyces, pommern.
Signs. Piffari, Schallmeyen.
Air, cant. — . —
— . m — — Lu — —
— = —— 98
— | Ar 2 —
a . — =
Ixr 4 43] 2 8 2
f f = — ‚SE
1.7 S8 — 582 —
N er —— 2 SE
Ve ee ar er] 52 Sg gar kl
er J BIETE 28 5 3 Diſcat
Lest Bi pommer. — Baler 44% f 8 Schal 8.2 Schal
‚Tenor pommer. Nola. Poi. NE meyen Imeye.
TI.
23
eagoit _ Fagott pic-
Cherifl Fagott — colo. u‘
ZToppel Fagott. Cortbol SingelCorthel, | |
Fagott undi. Doppel Certbol. |
XII XIIL
A
8 S
Sordoni: Sordunen. PDoppioni.
2 garen „„
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N; — Ta. T. 4. Cant. [ EN
| 26. Ten. Alt. Cant. Exiler |
„ 15 3 — — Bein
Groß Bal. Ba T. . Cant Groß Bafl. | Baß Chorifl. T. AJ. Cant. Cant.
LI. xru ee
— — —
R — ———— — ä᷑ĩ— . dan,
‚Siena. 7 Corna Muſe. Baſſanelli. Schrlary. 1
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— — — — — — —— — 5 1 ——
Er — . — — —ᷣ— — —— —
JJ ͤ ĩðù ud
— — — — — — — —. —— — — mn —
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4 0
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5 2 ä— — — — — — —— — gar —
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— . — ñœAUÜ G —. ——
1
Tal. Ten. Ten. Alt. Cant. Lal. T. 4. cant. bal. | Tem. | iir. Cant.
— Schaper „
Pfeiff. rzuͤmelchn Duder .
20.
Violen.
— 9 — K
Viole de Gar ba.
Cant Viel de.
Cam.
N 3
— . —— —
Violetis e
viel
— 1 ä
BE ERBEN un —
Signa. | ViolBaftarda, Viole de Braccio. Geigen.
= —— e
— . —
3
mi it ©
8 12 88 g
Di: A 8.2 25
2 Is 8 2 8
EI AT:
TS:
—. Zn SEIN FIG
—— — — ER
— | Groß! 8 Se 4
Lironi perfeds Arce biolim.
Lim de Bmcio.
Groſſe leslianiſche Lim. 8
Te ſtude
m—— — 1 2 — 0
82 SZ 0
Baer -$- &_- _ —
== BEP
Aautte mit eim langen
— en he mn — — — — h
Gemeine Alte Lautten. Aragen. H
2
— —— —— ——
Theorba.
|
|
|
|
Su = O )
Be,
ffn mi en Theorba, auffm Griff mit
6. Saͤitten. ' J. Saͤitten.
D ij Aal
28.
26. 27 21 259 35
—— — — 2 — — ER,
Man. | Quinserns | Mandürichen. | Bandoer. | Peworcon. | Orphrereon.
i — — nm — — nn en
BEN) Gemeine
Gither. .
laalianiſche.
2 é
6
Sechs Choͤrichte citler.
Penn
— — ng ken
Zlein Engliſch Sitteslein.
Iwoͤlff Choͤricht Zitter.
D iii HBarffen.
Was ferner die reſtirende Inſtrumenta, ſub numeris ſubſequentibus 33. 34. 35.
36. &c. belangen thut / iſt vnvnnoͤhten dieſelbe alhter in dieſe Tabell mit einzu⸗
bringen; Sintemahl in nachfolgender deroſelben eigendtliche Erklaͤhrung
hinten an gmigſamer Bericht darvon zufinden.
Das V. Capittel. |
Dieweil Ich aber am Ende des Erfien Theile dieſes Tomi Se.
cundi, die lnſtrumenta in Inflatilia & Fidicinia, in Blaſende vnd
Beſdittete abzetheilet:
So folget nun alhier
Erſtlich
Von Blaſenden Inſtrumenten /
Italu,
INS TRUMENTA DA FIAT O.
Als da ſeynd:
Trombo_
DE ORGANOGRAPHIA. 9
Tromboni, Poſaunen.
(in Sciagraphia Col. VIII.)
Oſaun (Latin, Tuba ductilis, oblonga; 74l#, Trombone,
Trombetta) deren ſeynd viererley Arten oder Sorten.
1. Alt oder Diſcant Poſaun: Trombino, Trombetta picci-
ola, mit welcher auch ein Diſcant gar wol vnd naturlich geblaſen werden fan:
Wiewol die Harmony in ſolchem kleinen Corpore nicht fo gut / als wenn auff der
rechten gemeinen Poſaun / durch zuten Anſat vnd Bbung / ein ſolche hoͤhe kan er⸗
reichet werden.
2. Gemeine rechte Poſaun: Tuba minor, Trombetta, oder Trom-
bone piccolo, darauff man natürlich oben biß ins f vnten ins E kommen; Auch
durch guten Anſan / oben vnd vnten noch zween Thon mehr / eben ſo wol natuͤrlich
haben / vnd alſo einen Alt gar wol zu wege bringen kan.
Wiewol etliche / (als vnter andern der beruͤmbte Meiſter zu München? Phile-
no) durch vielfeltige Vbung auff dieſem Inftrument fo. weit kommen find / daß fie
vnten das D, vnd sben im Diſcant das T 5 F ohne ſonderbare beſchwerung vnd
Commotion anſtimmen. Sonſten hab ich noch einen u Dreßden / den Erhar-
dum Boruſſum, welcher ſonſten in Polen ſich noch anje o auff halten ſol / gehoͤret;
Derfelbe hat diß Inftrnment.alfo gezwungen / daß er darauff faſt die boͤhe eines Zin ·
cken / Als nemblich / das oberſte d ſol re ut; Auch die tieffe einer Quart. Poſaun /
als das 4 mit fo geſchwinden Coloraturen . vnd ſaltibus, gleich auff der Viol de
Baſtarda, oder auff eim Cornet / zu wege bringen / erreichen vnd præltiren können,
Wie ſolches etlichermaſſen am Ende im IV. Canzon, dieſes 3. Theils / zuerſehen.
3. Quart - Poſaun: Tuba major, Trombon grande, Trombone majo-
re, deren etliche ein Quart, etliche aber eine Quint tieffer ſeynd / als die gemeine o⸗
der rechte Poſaun / vnd gleich elne Odar vnter der Alt Poſaun. Vnd fan einer /
welcher der vorigen rechten Poſaun mechtig vnd leuffig / auff dieſer auch leicht fort⸗
kommen; Nur daß er ſich alle das jenige / fo er blaſen ſol / gleich ob es eine Quinta hoͤ⸗
her / vnd wo das Signum 9: vergezeichnet / als wañ es das rere / imaginire vnd
einbilde: E= Daher es dann billicher eine Quint-Poſaun ge
neñet wer⸗ I den moͤchte. Doch iſt hierbey zu mercken / weil die
Quartꝰo ſaunen vnterſchieden ſeyn / eine groͤſſer als die ander /
daß du hero auch die Züge alßdann ungleich. fallen.
4. Odtar-
DE ORGANOGRAPHIA.
4 Octav-Poſaun: Tuba maxima, Trombone doppio, oder la
Trombone all Ottava baſso, iſt vor der zeit gar ſelten gefunden worden. Es ſeynd
aber deren / ſo ich geſehen / zweyerley Art; Die eine iſt gleich noch eins ſo lang / alt
die gemeine rechte Poſaun / ohne Buͤgel; Daher ſte dann auch wegen der Züge vnd
ſonſten mit derſelben gang vbereinkommet / Allein daß ſie ihren Thon ein Octay tief⸗
fer bringen / vnd natuͤrlich das E; im falſet aber auch / doch mit gutem Anſas das
D vnnd C erreichen kan. Vnd iſt dieſelbe Art von einem Kunſt- Pfeiffer /
Hanß Schreiber genand / vor vier Jahren gefertiget worden. Deren Abriß in Scia-
Staph. Col. VI. VII. N
Die ander iſt noch nicht eins fo lang / hat aber etwas dickere Roͤhren / vnd barne⸗
ben Krum-Buͤgel dadurch die tieffe zuwege gebracht wird: Vnd dieſe ſeynd in et⸗
‚lichen. Sapelien! vor Jahren albereit im gebrauch geweſen.
Es iſt aber fonderlich dieſes Inſtrumentum Muficum, (Poſaun) vor andern
Hafenden Inſtrumenten vberal / in allerley Con ſorten vnd Concerten wol juge⸗
brauchen / Sintemal es nach allerley Fonen, vmb etwas höher vnd niedriger nicht
allein durch auffſteckung vnd abnehmung der Krum Duͤgel / Cromette) vnd an⸗
dern auffſtecke l Stuͤcken / (F olette genand) ſondern auch mit dem Mund vnnd
Winde / ohne auffſteckung der Krum- Bogen / allein durch den Anfag vnd Mundt ⸗
Stuck / von einem geuͤbten vnd erfahrnen Kuͤnſtler / nach feinem gefallen / per tonos
& ſemitonia geiwungen vnd gebraucht werden kan: Welches ſich auff andern In-
ſtrumenten, deren Locher wit den Fingern geregiret werden muͤſſen / nicht thun
l. ſſet.
Das VI. Capittel. N
Trommett. | |
7 ummett: (Vulgo Taratantara, ſeu Tuba, Inſtrumentum in
I cur vum ex ære argentovè, cujus ſonitu milites, equig; ad prælium
f linflammantur: à tubis id eſt, canalis concavitate nomen habens:
Jtalis Tromba: ) Iſt ein herrlich Inſtrument, wenn ein guter Meiſter / der es wol
vnd kuͤnſtlich zwingen vnd regieren kan drüber koͤmyt: Und if gleich zu verwnn⸗
dern / daß man ohne einige Zuͤge / (darmir ſonſten die Poſaunen regieret werden) auff
dieſem laſtrument in der hoͤhe faſt alle Tonos nacheinander / auch etlichesemitonia
haben vnd allerley melodeten zu wege bringen fan. Vñ ob zwar bißhero die Trnineren
ir Finvament ed BaſStimc / nachm Cam̃erthon zurechnen / im d gehabt; 5 die
eldt⸗
DE ORGANOGRAPHIA. 3
Feldt Trumter noch alfo behalten: So hat man fie doch vor gahr wenig Jahren /
dey etlichen Fuͤrſten vnd Herren Hoͤffen an der Menſur erlengert / oder aber Krumb⸗
bügel fornen drauff geſtecket / daß fie ihren Baß vmb einen Thon tieffer ins C ad
Modum Hypojonicum geſtimmet: Welches dann mit dem Chor Thon vberein
koͤmpt. Darvon auch Glareanus in feinem Dodecachordo lib. z. c. 27. alſo ſchrei⸗
bet: Tubarum ſonitus hodie inter Modi Hypojonici limites conſtat, integra
omnibus Chordis diapente, ſed diateſſaron extremis potiſſimùm.
Etlichen aber gefelts / daß fie noch vmb ein halben oder gangen Thon tieffer
ins B gebracht werden. l
Etliche laſſen die Trummerenigleich einem Poſthorn / oder wie eine Schlan⸗
ge zuſammen gewunden / fertigen: Die aber am Reſonanzz den vorigen nicht gleich
ſeyn. Auch findet man gar lange Trummetten / von Paſt alſo feſt vnd dichre zuſam⸗
men ineinander gewunden / darmit die Schaper aufm Voigt; vnd Schweitzerlandt
(die Waͤſterwaͤlder genand) in den Städten heruͤmbher lauffen / vnd jhre Nahrung
ſuchen. (derer aller abriß insciagr. col. VIII. zufinden)
Das VII. Capittel.
Floͤtten / Plockfloͤtten.
a (in Sciagrayb: cel. IX.) N
Lockfloͤten (latinis Fiſtula, ſo von den Italianern Flauto, von den
Engelendern Recordor genennet werden /) haben durch alle Stimmen
in jedem Corpore ſieben Söcher fornen / vnd eins hinten. Denn ob gleich
fornen gar vnten zwey Loͤcher neben einander ſeyn / ſo ſind doch dieſelbe beyde einer⸗
ley am Thon / vnd allein dahin gerichtet / dieweil etliche Inſtrumentiſten die lincke /
erliche aber die rechte Handt vnten brauchen: Derowegen alsdenn eins vnter ſol⸗
chen beyden Loͤchern mit Wachß verſtopffet werden muß.
Vnnd geben die groͤſten Plockfloͤten nicht mehr als Ordinarie 13. Thon:
in den kleinen aber kan man / darnach fie gut ſeyn / 14. Thon haben: Extraordinariè
aber koͤnnen etliche geuͤbte Inſtrumentiſten noch vier Thon / auch wol den ſiebenden
Thon hoͤher / vber vorgeſetzte z. oder 14. Thon alcendiren : vnd das heiſſen / wie dro⸗
ben im 1. Cap. angezeigt / Falſet Stimen. f N
Wie vielerley Sorten vnd Stim̃en aber der Plockfloͤten / vnd aller der andern
Inſtrumenten (darvon in dieſem Tractat geſagt wird) ſeyn / iſt in der vorhergeſenten
Tabell vnd beym. Capittel eigentlich zuvernemen. Jedoch vmb mehrer Nachrichtung
willen / hab ich die achterley Sorten der Plockpfeiffen 5 auch mit einſenẽ en
1. Kein
34 DE ORGANOGRAPHIA.
1. Klein Floͤttlin / ein . daß iſt / iwo Octaven höher als cin
\ ornett.
2. Diſcant lot ein Quart nidrer.
3. Diſ cant lot ein Quint niedrer / als die Erſte Art.
4. Alt Floͤt / ein Octav niedrei / alß die Erſte Art.
J. Tenorqloͤt / ein Quint niedrer / alß die Vierte Art.
6. Baſſet Iloͤt / noch ein Quint niedriger; Welche unten ein Schloß oder Fon;
tanelle haben.
7. Bas Floͤt: Eine Quint niedriger / alß die Sechſte Art.
8. Groß Baßlaͤt / ein Octav niedriger / von der Sechſten Art oder Sorten.
Vnnd ein ſolch gantz Stimwerck kan auß Venedig vmb 80. Thaler ohnge⸗
fehr herauß gebracht werden. Hieher gehört die Schwiegel / oder Schraͤgel /
(ſonſten auch Stamentienꝙfeiff genand) : dieſelbe hat vnten nur 2. Loͤcher / hinten
eins; Iſt an der lenge einer Querpfeiffen gleich / wird aber wie ein Plockfloͤt into
nirt,on von etlichen Engellaͤndern mit der lincken. Handt / zum kleinen Trummelchen
oder Paͤucklein (col: 9) gebraucht: aſcendirt vom 7 biß ins F F vnd noch
weiter. Elitche find vmb ein Quint tieffer / vom g biß ins J F Weiches dann zu⸗
verwundern / daß man auff den dreyen Loͤchern fo hoch vnd weit ke:amen / als ſonſten
auff 6. oder 7. Loͤchern nicht geſchehen kan. N
Wie man dann auch gar kleine Plockfloͤtlein (etwa drey oder vier Zol
lang. (col. 9.) hat / die ſornen drey Loͤcher / hinten eins haben / vnd gleicher geſtald faſt
zwo Octaven, darauff koͤnnen zu wege gebracht werden: Ind muß die Schwaͤgel
fo wol als ſolch klein Störlein vnten zum Außgang darneben mit eim Finger regiret
werden. Die Stamentienpfeiff iſt zo. Zoll lang; der Tenor 26. vnd der Baß zo.
oll.
8 Hierneben muß ich auch nachfolgendes nottwendig erinnern / daß mir an⸗
fangs in Anordnung der Concerten, der Floͤten Chor / (Italis Choro da Flauto,
das iſt: wenn zu einem Chor etliche Inſtrumentiſten mit Floͤtten geordnet / wie im
dritten Tomo darvon weitere Erklerung folgen ſol ) nicht weinig ſahwer ankommen:
Sintemahl man gar ſelten ſolche Floͤten / fo recht einſtimmen / antrifft / bevorab / weil /
wie im 44: Capittel folgen wird / auch die Orgeln in etzlichen Kirchen / fo die Hitze
vnd Kälte leicht treffen kan / im Winter niedriger / im Somer aber hoͤher am Thon
befunden werden. Da dann wol noͤtig / daß zweyerley blaſende Inſtrumenta, do die
eine Sort oder Accort vmb ein halb Semitonium von der andern ſtuͤnden / verhan⸗
den ſeyn moͤchte. Daher mir dann dieſes Mittel eingefalen / daß ich die Floͤtten / oben
zwiſchen den Mund⸗ vnd Jingerloͤchern / mitten zertheilen / vnd das oberſte Stuͤck auff
zweyer
DE ORGANOGRAPHIA. 35
jtoeyer Finger breit lenger machen laſſen / alſo daß man daſſelb in daß Intertheñ / ſo
weit man wil oder von Noten iſt / hinein a die Pfeiffen 1
machen / vnd alſo einer ſolchen Floͤtten / daß ſie junger oder groͤber werde / ſo bald auler
mal helffen fan. Vnd ob gleich auch etliche beruͤhmte Inſtrumentmacher vermeynen /
daß die Floͤtten dadurch in etlichen Loͤchern falſch werden moͤchten. So haben ſie
doch hernacher ſelbſten daran kein mangel / außgenommen dieſen / daß etliche in dem
hoͤchſten Clave nicht ſo gar wol ſprechen wollen / befunden.
IJnmqgleichen iſt ſolches in den Baſſanelli ( davon im 17. Cap.) auch verſucht
vnd juſt befunden worden: Wie denn auch einem Cornet, dergeſtaldt / daß man oben
das Mundſtuͤck weiter herauſſer oder tieffer hinnein ſtecke / zuhelffen if.
Das VIII. Capittel.
Querpfeiffen.
8 (in Sciagr. col. IX.)
Je Querpfeiffen ( Italis Traverſa vel Fiffaro, haben fornen ſetks
42 eoͤcher / hinten keins: geben Natuͤrlich 11. Stimmen oder Thon / vnd noch
vier Faller drüber vnd alſo 19. Thon / gleich wie ein Zinck.
Eben ſolch gelegenheit hat es mit den Doltzfloͤtten / (Welche ſonſten
Querfloͤtten genennet) nur daß dieſelbige gleich einer Plockfloͤtten intoniret
vnd geblaſen werden.
Diicher gehsret auch die Schweitzerpfeiff / ſonſten Feldtpfeiff genand /
(in Sciagr. col. XXIII. ) dieſelbige hat jhre abſonderliche Griffe / welche mit der
Querfloͤtten gantz nicht vberein kommet: Innd allein bey der Soldaten Trummeln
gebraucht wird.
Das IX. Capittel.
Zinck.
(in Sciagr. cel. VIII.)
Incken / (Italis Cornetti, & fortaſſe Latino rum Buccing alias
Corunua)ſeynd zweyerley / Recti vnd Curvi, gerad vnd krumb. Recti, oder
der geraden Zincken ſeynd wiederuͤmb zweyerley:
1. Cornetto diritto, iſt ein gerader Zinck / darauff ein abſenderlick Mund⸗
Lück geſtecket werden muß.
N E ij 2. Cornetto
36 DEORGANOGRAPHIA
2. Cornetto muro aber / do das Mundtſtuͤck zugleich mit an den Zincken
gedrehet iſt; (col. 13.) vnd dieſe ſeynd am Relonant gar fanffuftilli vnd lieblich zu
doren / Darum ſie dann auch ſtille Zincken genennet werden.
3. Cornetto Curui, daß ſeynd die ſchwartzen krumbe Zincken.
Es geben aber alle Zincken ohn dnterſcheid 15. Thon Natuͤrlich / vom a big
ins T: Wiewol etliche noch das 7 gar wol / vnd bißweilen auch das F oben errei⸗
chen vnten aber das g vnd f im falſet zu wege bringen koͤnnen.
4. Corno vel Cornetto torto, ſonſten Cornon genand iſt ein groſſer
inck / bald wie ein S formiret / vnnd iſt ein Quint Tieffer / alß ein rechter gemeiner
inck; vnnd wie vol etlich: meynen / dieſer gebe nicht mehr alß 11. Natuͤrlicher Thon
oder Stimmen / vnd kein falſett druͤber; So befindet ſichs doch anders / denn er glei⸗
cher geſtald / als die gemeine Zincken is. Thon von ſich gibet. Aber weil der Reſonang
gar vnlieblich vnd hornhafftig / fo halt ich mehr darvon / das man eine Poſaun an deſ⸗
ſen ſtad gebrauche. N
. Noch ſeynd gahr kleine Zincken / Cor nettino, welche ein Quint hoͤher / alß
die rechte gemeine Cornetten vnd Zincken vnd nicht vnlieblich zuhören ſeyn.
8 2 .
——— — —.—— — ———.—— — — — —
f Das X. Capittel. ,
Pommern / Bombart / Bombardoni: Schal⸗
maͤyen.
(is Sciagr. col. XL)
Ombyces, five Bombi Græcis etiam vocari queunt longæ tibix,
quæ difficulter magnad; cum contentione flatus impulſæ ſonum craſſio ·
rem edunt.) u 5
Pommern (Italicèe Bombardo, oder Vn Bombardone, die Srangofen
nennen es Houtbois, die Engellaͤnder Hoboyen) haben jhren Namen ohn allen
tweiffel a bombo, vom Summen vnd Brummen: vnd werden alle / die kleinen ſo
wol als die groſſen / mit dem Namen Bombart oder Pommern genennet. Italice:
Wird der groſſe Baßpom̃er / Bombardone : der rechte Baß / Bombardo genen-
net. Der Tenor, welcher auch vier Schloͤſſer / oder Schluͤſſel hat / darauff zur
noch auch ein Baß geblaſen werden kan / weil er in den Schloͤſſern das G. im Baß
erreichet / vnd derowegen Baſſett genennet wird. Dieſem folget der Nicolo, welcher
gleicher groͤſſe vnd hoͤhe mit dem Baſſett / allem daß er nur einen Schluͤſſel hat / vnd
derowegen allein biß inß c. im Tenor / tieffer aber nicht kommen kan. (col. .) Der
Altpommer / welcher faſt einer groͤſſe mit der Schalmeyen iſt / ohue daß er ein Saale
el hat
DE ORGANOGRAPHIA. 37
eiharı vnd eine Quint tieffer iſt / wird Bombardo Piccolo genenner. Adeim der
oberſte Difcant, welcher feinen Miſſings Schlüffel hat / wird Schalmeye ( Italis
Piffaro, Latinis Gingrina, von dem Kaken fo es von ſich gibt / gleich einer Gans
derer proprium jſt gingrire) genennet. i 0
Am Thon ſeynd die meiſten Schalmeyen vmb einen Thon hoͤher als die
Zincken vnd Poſaunen. j
Allhier iſt aber zu mercken: Daß von alters her vnd auch noch anjto meiſten⸗
theils alle Blaſende Inſtrumenta, als Floͤtten / Pommern / Schalmeyen /
Krumbhoͤrner / ete. in den Accorten oder Stim̃wercken / eins vom andern alzeit
eine Quinta iſt gearbeitet / vnd geſtimmet worden: darũmb daß man allzeit (wie ich
zur Nachrichtung in vorhergehender Tabell darbey notiret) drey vnd drey zuſam⸗
mon / als eine Art zum Baſs, die ander zum Tenor vnd Alt, (Denn dieſe beyde Stim⸗
men / Ten or vnd Alt, koͤnnen allzeit auß gleichlautenden vnnd einerley Corporibus
vnd Inſtrumenten muſicirt werden) die dritte aber zum Cantu, gebrauchen kan.
Wann aber die vierde darzu genommen werden ſol / ſo muſ die Compoſition darnach
angeſtellet / vnd Hypo lonicus modus nicht eine quint aufm d H dur ins f bmol,
ſondern eine quart Tieffer / ins g tranſponirt, vnd alsdann ein cantus fictus
drauß werden. Oder wenn ein Geſang im f bmol allbereit gefent gefunden wird /
muß man denſelben vmb ein Thon (oder eine lecund am / wies etliche nennen) hoͤher
tranſponiren: So fömpr es gar juſt vnd recht ſonderlichen auffn Pommern / vnd
Schalmeyn. Wann man aber das fuͤnffte Inſtrument in der Tieffe oder Höhe
auch noch darzu brauchen wil / fo iſt es faſt muͤhſam zuſammen zu accordiren; denn
dz oberſte iſt vom vnterſten / (wie in der Tabell zuſehen) durch fuͤnff Quinten, als nemb⸗
lich per decimam ſeptimam, (daß iſt gleich einem Ditono oder Tertiæ majori)
ſepariret, vnd daß iſt gar ſchwer zuſammen zureimen. Vnd wiewol dieſes / wenn der
Geſang ſonderlich darnach gerichtet / vnd fleiſſige acht darauff gegeben wird / auch zu⸗
wege zu bringen: So were doch nichts deſtoweniger eim Inſtrumenimacher billig zu
rahten / daß er allzeit neben der rechten Difcant vnd auch Tenor ꝙfeiffen / noch eine /
vmb einen Thon nidriaer / fertigte; da:mit dieſelbige alſo / nicht eine Quint, ſondern
nur ein Quart, von der nechſt vorhergehenden höher intonirer wehre. Da koͤut⸗
man denn in ſolchen vnd dergleichen Inſtrumenten das Hoͤchſte vnnd Tieffſte / auch
von funffe leySorten recht vnd wol zuſammen bringen / vnd in einander einſtimmen.
Wie es dann auch von etlichen / doch noch zur zeit ſelten / vteleicht alſo in acht genom⸗
men wird. Der groſſe Baßpommer iſt 10. Schuch. 1. Zol lang: wie in der Scia-
graphia col. VI. VII. zuſehen / vund da ſelbſt leichtlich kan nachgemeſſen
wer den. ö
E ij Das XI.
88. DE ORGANOGRAPHIA.
Das XI. Eapitte. c
Fagotten: Doltianen.
- (inSciagrapb. cel. A.)
5 Agotten vnd Dolcianen ( Italis Fagotto & Dolcefouno ) werden
mehrertheils indifferenter alſo genennet. Sonſten wollen etliche / daß diß
die rechte Dolcianen ſeyn / die von den Engellaͤndern Zingel Korthol
genennet werden: Bid find an der Tieffe / fo wol auch am Reſonantz / dem Baſſet in
den Pommern gleich / allein / daß der Dolcian, wie denn auch die Fagotten, ſtiller
vnd ſaͤnffter am Reſonantz ſeyn / als die Pommern: Daher ſie dann / villeicht wegen
ihrer Liebligkeit / Dolcianen quaſi Dulciſon antes genennet werden. Welches dan
daher ruͤhret / dieweil die Corpora der Pommern die rechte lenge gleich auß haben /
vnd vnten gantz offen ſeyn: An den Fagotten aber iſt die enge des Corporis doppelt
zuſammen gelegt / daß das Loch / do der Fefonang herauffer gehet / oben iſt / vnd bißwei⸗
len (doch nicht in allen / dieweil etliche gantz offen ſeyn) zugedaͤckt / vnd mit klei⸗
nen Loͤcherlein wiederuͤmb eroͤffnet / (wie hernacher im IV. Theil von etlichen
Stim̃wercken in den Orgeln fol geſagt werden;) Daher der Reſonantz bey weitem
nicht fo ſtarck / ſondern etwas ſtiller vnd lieblicher ſich muß vernehmen laſſen: Ebe⸗
ner maſſen / wie in Orgeln die Principal vnd Poſaunen art / weil dieſelbe jhre rechte
lenge vnd Menſur durchauß haben / viel ſtaͤrcker vnd friſcher / als die Gedacten vnnd
andere Gedaͤcte Schnarrwercke / intoniren. Vnd diß eben auß obgedachtem
fundament.
Im Chorift Fagott iſt der vnterſte Clavis C im Doppel Fagott E Doch iſt diß
hierbey zu obſerviren, daß der Doppel Fagotten zweyerley ſeyn: Eimer do man das
F gleich dem groſſen BaßPommer vnten haben / vnd Quint Fagot genenennet wird:
(col. 7.) Der ander aber / Quart Fagott welcher allein biß us & gebracht werden
kan. Daher dieſer in Cantu 9 duro, jenner aber in Cantu bmolli zum fuͤglichſten
zugebrauchen: vnd ſehr bequem iſt / wenn man in der Muſic beyderley die ſer arten ha⸗
ben kan: denn die Semitonia koͤnnen in den Loͤchern durch die Schluͤſſel nicht alſo
fuͤglich / als durch die Finger geendert vnd zu wege bracht werden.
Es iſt jzo der Meiſter / welcher die OctavPoſaunen gemacht / im Werck /
einen groſſen Fagotcontra / welcher noch ein Quart vnter dem Doppel Fagott / vnnd
alſo ein O&ar unterm Choriſt Fagott / das C von ſechtzehen Fuͤeß Thon geben rund
intoniren ſol / zuverfertigen: gereth es jhm / fo wirds ein herrlich Inſtrument
werden / dergleichen hiebevor nicht geſehen / vnd ſich wol drüber zuverwundern ſeyn
wird; Sintemahl auch den Orgelmachern bißweilen ſchwer fuͤrfelt / die vnterſten
ween Claves D oder C von ſechtzehen Fuͤſſen in den groſſen Poſaunen recht rein
vnd wol anzubringen. Die zeit wirds geben. Das
DE ORGANOGRAPHIA. 39
Dns x I I. Capittei.
Sordunen.
(in Sciagr. cel. XII.)
8 OrdunfItalis Sordoni, etliche nennen es Dolzianen)iſt am Reſonantz
faſt den Cor nau ſen oder ſtillen Krumbhoͤrnern gleich; vnd wiewol der vnterſte
Bafs der Sordunen kaum halb ſo lanz / als der Doppel Fagott am Corpore iſt / fo
iſt er doch am Thon ja ſo Tieff zubringen. Welches gleichwol zuverwundern / die⸗
weil ſich das Corpus nich mehr als einmahll den Sagorten gleich / dupliret. Lodo ·
vico Zacconi nennet diß Inſtrument auch Sordoni,haben 12. Locher / die man ſehen
tan / etliche noch zwey Schloͤſſer darzu / daß alſo 14. Löcher werden; vnd vber daß noch
vnten ein Loch zur Feuchtigkeit / vnd oben auch noch eins / do die Harmony herauſſer
gehet. Das groͤſte vnd tieffſte iſt 2. Schuch vnd J. Zoll lang. Ich habe aber ein
anders geſehen / daß hat eben die Lenge / proportion, vnd alles wie dieſer Bals, iſt a⸗
ber am Reſonantz nicht tieffer / als der Tenor in dieſen Sordunen geweſen: vnnd
Kort Inſtrument genennet worden. Woher aber dieſer vnterſcheid entſpringe /
hab ich noch zur zeit nicht erdentken / oder auch von andern berichtet werden können,
Das XIII. Capittel.
DOPPIONI.
welches er Doppioni nennet / auff gezeichnet: Daß ich aber noch zur zeit /
wie ſehr ich mich auch darumb bemuͤhet / nicht habe zuſehen bekommen koͤn⸗
nen. Wird vielleicht das Num. 7. in col. 12. oder aber auch Sordunen oder
CornaMuſen art ſeyn; wie aus deroſelben Thon vnd Stimmen / welche in der Ta⸗
bell zufinden / leicht abzunemen.
W. CH hat gedachter Zacconi ein ander dergleichen Inſtrument,
Das XIV. Capitte l.
Racketten.
SON. Acdercen/ ſeynd gar kurtze Inſtrument, wie in der Sciagraphia col.
i X. zu fehen / vnd absumeifen iſt: Aber weil inwendig das Canceil oder bie
„Röhre neunfechtig ſich vmbwendet / vnd eben ſo viel iſt / als wenn das Cor-
pus
40 DE ORGANOGRAPHIA.
pus neunmahl fo lang wehre / ſo geben fie fo ein tieffen Refonang als der aröft
Pommert oder Doppel Fagott: wiewol etliche Bals Rackett / welche noch vmb ein
Semiditonum oder tertiam minorem tieffer ſeyn / alſo daß ſie das Q reichen,
vnd alſo von ıs. Juͤſſen am Thon ſindt / gefunden werden. Vnd ich auch ſelbſten eins
angegeben / vnd jeno newlich machen laſſen / welches biß in das E von 16. Fuͤßthon /
gebracht wird; vnnd in der tieffe / den groͤſten Pfeiffen in den Principal Wercken /
gleich iſt: Das Corpus iſt nicht mehr als XL Zol lang. Sie haben viel Loͤcher /
aber nicht mehr als Elffe zugebrauchen; vnd gibt ſelten ein FPalſett, ſintemahl es nicht
mehr Thon vber ſich geben kan / denn als die Zahl der Loͤcher mit ſich bringet: Es ſey
dann daß es wol beroͤhret / vnd ein guter Meiſter drüber koͤmpt / ſo thut es noch wol ein
mehrers. Am Reſonantz ſeynd fie gar ſtille / faſt wie man durch einen Kam blaͤſet / vnd
haben / wann ein ſolch gantz Accort oder Stimwerck zuſammen gebracht wird / keine
ſonderliche gratiam. Wann aber Violn de Gamba darzu gebraucht / oder eins
allein nebenſt andern Blaſenden oder Beſaͤyteten Inſtrumenten in einer Simphony
vnd Clavicymbel, &c. von eim guten Meiſter geblaſen wird / iſt es ein lieblich luſtru⸗
ment, ſonderlich im Baß anmuͤhtig vnd wol zuhoͤren.
Ind iſt hierbey auch zu mercken / daß die Sordunen, Kort Inſtrument,
Racketten / Corna Muſe, Kruͤmbhoͤrner / vnd Schryari / keinen Thon mehr
von ſich geben koͤnnen / denn als die Zahl der Loͤcher mit ſich bringet: Aber die
Pommern / Schalmeyen / Fagott / Dolcianen vnd Baſſanelli, foͤnnen alle
vmb etliche Thon hoͤher( gleichſamb die vorhergeſetzte Tabell außweiſet) gebracht vnd
naturlich int oniret werden.
Das XV. Capittel.
Krumbhoͤrner.
(in Sciagraph. col. XIII.)
Je Krumbhoͤrner ( Lituus, Italis Storti, Cornamuti torti.) wer-
den nicht mit bloſſen Roͤhren geblaſen / ſondern haben gleich wie die Corna-
Mufe,Schryari vnd Sackpfeiffen / oben ober den Roͤhrlin ſonderliche
Capfulen, darumb man ſie dann auch deſto weniger zwingen / vnd im Thon nachzu⸗
geben nicht ſonderlich helffen kan. Hinten haben fie ein Loch / fornen ſechs / vnd vber
dieſe / noch zwey Loͤcher vnten; alſo daß ſie noch 2. oder 3. Thon Tieffer geblaſen wer⸗
den koͤnten. Aber es muͤſten noch abſonderliche Schluͤſſel vnd Meſſings Claves (wie
in etlichen zu finden) darzu gemacht werden; ſonſten es mit den Fingern, nicht zer⸗
reichen / noch zubegreiffen iſt. 8
8
DE ORGANOGRAPHIA. 41
—————— ü —“imà☚nn²7. . -—-—-—·L—ñ᷑X˖“ñÄñññʃ
Es muͤſſen aber die vnterſte 2. Loͤcher ohne dasnochwendig oſſen ſeyn / ſonſten
hette das ganze Inſtrument kemen rechten volligen Reſonan / vnd 3
198 1 alsdenn einen tiefferen Thon / als es von rechtes wegen geben muß
vnd ſol.
Dergeſtalt muß offt ein Orgelmacher den groſſen / auch wol kleinen Schnarꝛ⸗
wercken / wenn fie nicht recht ſprechen vñ ſich hören laſſen wollen / mit loͤchern( welches
doch fo ſehr nicht zu loben ſtehet) zur rechten Intonation verhelffen. Sie geben
5 nicht mehr Stimmen oder Tonos / als fie vnd Schluͤſſel
aben.
— —
Das XVI. Sap
CORNA-MVSE.
(in Sciagraph, Col. vii.
Be CornaMufe find gleich aus / vnd nicht mit doppelten ſondern weft
0 Luer einfachen Röhre) gleich den Balfanelli, Aber unten zugedackt
12 35) 7 mi ee u. a he Refonang
herauſſer gehet. Am klang ſeynd ſie gar den Krumbhoͤrnern gleich /
> SEE nur daß fie ſtiller / lieblicher vnd gar ſanfft klingen: Daher PR
ſtille ſanffte Krumbhoͤrner (wie die ornetti· mutiaſtille Zincken) koͤndten genennet
werden. Sie haben gar feine Schloͤſſer oder Claves: Vnd ſtimmen gleich ein
mit dem Chorthon / das iſt / ein Thon tieffer / als vnſer rechter Cornetten oder Caru⸗
merthon.
——
Das XVII. Capitel.
BASSANELLIL
(in Sciagraph. Col. xıı.
zn Affanelli haben den Namen von jhrem Meiſter / der fie erfun⸗
den (Iohann Baſſano, eim vornehmen Inſtrumentiſten vnd
Componiſten zu Venedig) gehen gleich gerade durch / einfach /
vnten offen / haben nur einen Meſſings Schluͤſſel / werden mit
A bloſſen Röhren gleich den Jagotten / Pommern vnd Baſſeten ge⸗
blafen / denſelbtgen auch am Reſonantz faſt gleich / doch viel ſtiller.
. FJnt iſt ſonderlich der Cant, welches die tleineſt u eim Tenor in
Concerten, wenn man allerley Art nn von Inftrumenten ee
42 DE ORGANOGRAPHIA.
brauchen wil / wol zuhoͤren; Dann es alſo gar juſt im Thon koͤmpt / vnd gleich wie
ſonſt ein Tenor vff der Floͤtten geblaſen wird: Koͤnnen / wann ſie wol beroͤhret ſind /
nemlich hoch gebracht werden. Sie haben gleich wie die Schalmeyen 7. Loͤcher / do
das vnterſte mit eim Schluͤſſel; Hinten aber iſt kein Loch vorhanden. Seynd vmb
eine Quart tieffer / als Cammer Thon / denn jhr vnterſter Clavis im Baß iſt F; Aber
nach dem Cammerthon iſt es C vff 8. Fußthon gerechnet.
Das XVIII. Eapitel.
SCHRYART.
(in Sciagraph. Col. X II.)
Saas Chryari (Auff deutſch Schreyerpfeiffen) ſeynd ſtarck vnnd friſch
X bo am Laut / koͤnnen vor ſich alleine / vnd auch zu andern Inſtrumen⸗
ten gebraucht werden; Haben hinten fo wol Löcher als fornen;
Seynd an der lenge vnd ſtatur faſt gantz den Corna-Muſen gleich /
Alleine das (weil ſie vnten offen vnd einfach) viel ſtaͤrcker am Reſo⸗
8 nan ſeyn: Ind ob wol zwar der Diſcant vnten zugedaͤckt iſt / ſo hat
ever doch viel neben Loͤcher / do der Wind herauſſer gehen kan. Sie
toͤnnen aber nicht mehr Thon vnd Stimmen von ſich geben / denn die Zahl der Löcher
mit ſich bringet.
— nn me.
——— — — —
Das XIX. Capftcl.
Sackpfeiffen.
(in Sciagraph. Col. V. XI. XIII.)
Er Sackpfeiffen (Latinis Tibia Vtricularis. IralisCornaMu-
Sſa) ſeynd mancherley Artten.
1. Bock / welcher nur ein groß lang Horn zum Stimmer / vnd
die tieffe Chat. Etliche find noch vmb eine Quart tieffer in G G,
vnd billich der groſſe Bock genennet werden.
2. Schaperpfeiff; Hat 2. Roͤhren zum ſtimmen / bf. Ind
5 ſind die Schaper / oder Schaͤfferpfeiffern in den oberngöchern mei⸗
ſte theils falſch: welchs meines erachtens / daher koͤmt / dieweil ſie hinten kein Loch zum
Daumen haben. Dieandern aber / als Bock / Huͤmmelchen / Dudey / haben hinden ein
loch / dadurch fie beſſer gezwungen / vñ zu reiner intonation gebrachtwerden koͤnnen.
3. Huͤmmelchen; Hat auch nur zween Summer / f C.
Du den /
DE ORGANOGRAPHIA. 43
4. Dudey aber hat drey Roͤhrlein zum Stimmen a b D
Im Ertzſtifft Magdeburg hab ich eine ſonderliche Art von Sackpfeiffen geſe⸗
hen / welche etwas groͤſſer / als die Schaͤfferpfeiffen / vnd vmb eine Lertien tieffer ſeyn
habe eben auch zwey Stimmer / vnten aber zwey Roͤhren / eine zur lincken / die ander
zur rechten Hand / vnd an jeder Kehren fornen drey / hinten ein Loch zum Daumen
alſo / daß man mit der lincken Hand das g dh ed / mit der reczten aber ð T f &
d haben / vnd alſo ein Duum oder Bicinium gar artig zuwege bringen kan. Deſſen
Abriß in Sciagr. Col. v. zu ſinden.
Noch hat man aus Franckreich eine kleine Sackpfeiff oder Huͤmmelchen her»
aus bracht / (Col. xi 11.) do man den Wind durch ein kleines Blaſebaͤlglin / allein
mit dem einen Arm hinein bringen vnd regieren kan.
Auͤch hat einer / deſſen forn im J. Cap. gedacht worden / den Sachen ſo weit
nachgeſonnen / daß er ein gantz Stimmwwerck von fünff ſolchen Sackpferffen / wel⸗
che mit Blaſebaͤlgen regieret werden / verfertiget; Daruff man einen Geſang mit 4.
oder J. Stimmen zu wege bringen wollen; Aber ſolche Harmony laß ich mir nicht
ſo gar ſonderlich ſehr wol gefallen.
Vom REGA (welches zum theil auch an dieſen Ort hieher / do von Blaſenden
nſtrumenten / vnd die mit dem Winde regiert wer den muͤſſen / geſagt wird / zehoͤret)
ol hintern / Num. 43. bey dem Geigendem Inſtrument / kurz vor dem Tractat von.
den Orgeln / bericht gethan werden. Deſſen Abriß Col. IV. zu finden.
Zu SER —
FIDICI NIA INS TRu—
MENTA:
Befdittete Inſtrumenta,
Oder
Von denen Inſtrumenten / die mit Saͤiten
bezogen werden.
Das XX. Capitel.
Violen, Geigen / Violuntzen.
Seynd nn
——— . ——
1. Viole
44 DE ORGANOGRAPHIA.
1. Violede gamba : 2. Viole de bracio, Oderdebrazzo:. Vnd haben den
Namen daher / daß die erſten zwiſchen den beyden Beinen gehalten werden: Denn
gamba iſt ein Italtaniſch Wort / vnd heiſt ein Bein / legambe, die Beinen. Vnnd
dieweil dieſe viel groͤſſere corpora, vnd wegen des Kragens lenge / die Saͤiten auch ein
lengern Zug haben / fo geben fie weit ein lieblichern Reſonantz / Als die andern de-
bracio, welche vff dem Arm gehalten werden. Dieſe beyde Arten werden von den
Kunſtpfeiffern in Städten alſo vnterſchieden / daß ſie die Bioln de gamba mit dem
Namen Biolen: Die Biolen de bracio aber / Geigen oder Polniſche Geigeln nen⸗
nen: Vielleicht daher / daß dieſe Art erſtlich aus Polen herkommen ſeyn ſol / oder daß
doſelbſten außbündige treffliche Kuͤnſtler off dieſen Geigen gefunden werden.
Die Violen de Gamba haben 6. Saͤiten / werden durch Quarten, vnd in der
Mitten eine Tertz geſtimmet / gleich wie die ſechsC hoͤrichte Lautten. Die Engellaͤnder /
weñ ſie alleine darmit etwas muſiciren, ſo machen ſie alles bißweilen vmb ein Quart,
bißweilen auch eine Quint tieffer / alſo / daß fie die vnterſten Saͤiten im klein? Baß vors
D; im Tenor vnd Alt vors A; Im Cant vors e rechnen vnd halten: Do ſonſten / wie
oben in der Tabell zu erſehen ein jedere (nach dem Cammerthon zu rechnen) eine
Oeint tieffer / Als nemlich der Baß ins GG; der Tenor vnd Alt ins D; der Cant ins
A geſtimmet iſt. Vnd daß gibt in dieſem Stimmwerck viel eine anmutigere / praͤchti⸗
gere vnd herrlichere Harmonij, als wenn man im rechten Thon bleibet. (Deren Ab⸗
riß in Sciagr. Col. X K.
Die groß Viol de gamba (Italis Violono, oder Contrabaſſo da gamba,
deren Abriß in Sciagr. Col. vi. wird von den meiſten per quartam durch vnd durch
geſtimmet ; Ind ſolche Art gefellt mir nicht ſehr vbel: Achte auch davor / es ſey nicht
groß dran gelegen / wie ein jeder feine Geigen oder Biolen ſtimmet / wenn er nur das
feine juſt / rein vnd wol darauff præſtiren fan. j
Wie dann jhrer viel ſich auch damit etwas ſonderliches beduͤncken laſſen / vnnd
daher etliche Organiſten / wegen deſſen / daß ſie nicht dieſer oder jener Application
mit den Fingern ſich gebrauchen / verachten wollen. Welches aber meines erachtens
der Rede nicht werth iſt: Denn es lauffe einer mit den foddern / mitlern / o der hinder⸗
ſingern hinab oder herauff / Ja / wenn er auch mit der Naſen darzu helffen koͤndte / vnd
machte vnd breche alles fein rein / juſt vnd anmutig ins Gehoͤr / fo iſt nicht groß dran
gelegen / Wie oder uff was maß vnd weiſe er ſolches zu wege bringe.
NB. In dieſen allen Geigenden Inſtrumenten, ſo mit Saͤitten von Dermern ge⸗
macht / bezogen werden / weiſen die Noten in der vorgeſenten Tabell nicht mehr / als
wie hoch oder neff ein jeder Sättre geſtimmet werde / vnd nicht wie hoch man im ſel⸗
bigen Inſtrument, mit den Fingern vnd Buͤnden aſcendiren RT
jedern
DE ORGANOGRAPHIA. 49
jedern Inſtrumentiſten nicht vnwiſſend. In den blaſenden Inſtrumenten aber hat
ſolches nothwendig angedeutet werden muͤſſen.
i Die Alten haben diefer Violen de gamba, wie im Agricola zu befinden / drey⸗
erley Arten gehabt: Dann etliche find mit drey Saͤitten; Etliche mit vier; Vnd etli⸗
che( wie inSciagr. Col. xxıv.) mit fünff Saͤttten bezogen worden. Darvon hieroben
in Tabella univerfali mit mehrermʒu erſehen.
Diewetl aber off den gar groſſen Baßgeigen / oder Violonen / wegen der groſſen
lenge vnd diſtantzzwiſchen dem obriſten Kragenbunde / vnnd dem vntern Steige die
kleinen Saͤiten ſelten außhalten koͤnnen:
So hat ein Mulicus zu Prag den Sachen etwas weiter vnd tieffer nachgedacht /
vnd eine Baßgeig angeben / auch verfertigen laſſen / daran vnter den ſechs Saͤiten /
von der groſſen anzurechnen / jederzeit die eine ein kuͤrzern Zug / als die andere betoͤm⸗
met / vnd alſo die kleineſte faſt vmb einen gantzen Schuch / als nemlich 12. Zoll kürtzer
wird / denn die groͤſte. In dem er nicht allein den vnterſten groſſen Steig (gleich in ei⸗
nem Penorcon vnd Orpheoeron) ſchrem oder obliquè hinauff / beſondern auch den
oberſten kleinen Steg / ſchrem herunter gebracht / vnd dahero die Buͤnde gan vn⸗
gleich werden muͤſſen / daß fie daruber mit Fingern nicht zubegreiffen. Darumb denn
nothwendig ein ſolch Mittel erfunden / daß vber den gantzen Halß / gleich an den ge⸗
meinen Bawereyren / eine Decke gemacht / vnd vnten faſt am ende / 6. Ploͤcklein fünf
fechicht neben einander / die man gleich / als die Clavier vff der Leyrehinnein drucken /
vnd damit die rechte Bünde einer jeden Saͤitten antrucken vnd berühren koͤnnen.
Denn an den Ploͤcklein oder Clavieren, wennich ſie alſo nennen ſol / ſeynd
ſtarcke meſſings Drot / gleich wie in den groſſen Pommern an den Meſſingsſchluͤſ⸗
ſeln / geweſen / welche ſo hoch hinnauff gangen / daß ein jedes ſeinen Bund erreichen
koͤnnen: Vnd alſo wegen deſſen / daß eine jede Saͤitte jhren Zug halten / vnd auch der
VBaßgeiger oder Violoniſta mit der Hand nicht ſo weir hin vnd herwider fahren vnd
greiffen / ſondern die Clavier oder Buͤndeſo zurechnen / hart neben einander haben
vnd antrucken moͤgen / gar eine feine Invention iſt.
Dieſes aber mißfellt mir / daß oben am Kopff an ſtatt der hoͤlzernen / eiſerne
Woͤrbel gemacht ſeyn / daran außwerts ein eingekerbtes Raͤdichen / daß ſich / gleich
wie an den Ihren vnd Schlag Seegerlein / mit einer Stoͤhnfeddern zuruck halten vnd
forttreiben let. Da denn / wenn nur ein einige Kerbe abgelaſſen oder aufgezogen
wird / die Saͤite in die 2. Commata alſobald aſcendirt oder deſcendirt, vnd daher
meines erachtens ſo gar rein vnd juſt. dergeſtalt zu andern Inſtrumenten nicht wol
aceordirt vnd gebraucht werden fan.
Doch were demſelben auch gar wol fuͤrzukommen / daß nur die Kaͤrblin in ſol⸗
in chen.
46 DE ORGANOGRAPHIA.
— nn mn te nn a
chen Räderlin auffs allerengſte vnd genaweſte nahe beyeinander eingefeilet wurden /
fo koͤndte mit einer Kerbe ab⸗ vnd zuzulaſſen / die diſtantz des ſoni oder toni ſo gar
mercklich nicht geſpuͤret / vnnd die Saͤitten deſto reiner vnd genawer in ein jedes In⸗
ſtrument mit eingeſtimmet werden: Dahero dann dieſe Art, viel beſſer vnd beſtandi⸗
ger als die gemeine Woͤrbel wehre / weil ſie dergeſtalt gantznicht nachlaſſen / oder zuruck
weichen koͤnnen.
NB
Es ſind auch newlicher zeit zween gar groſſe Violn de Gamba Sub Bäſſe, deren
Abriß Gol. V. zu finden) gefertiget worden / darbey man die andern groſſe Contra-
Baͤſſe / zu den Tenorn⸗ vnd Altſtimmen / den kleinen Viol de Gamben Baß aber
an ſtadt des Diſcants gebrauchen kan. Daruff ich auch ein Concert mit vnterſchied⸗
lichen Choren / (Lauda Hierufalem Dominum) welches in Polyhymnia Nona,
mit Goͤttlicher Huͤlff in kurzem auch herfuͤr kommen wird / mit 17. vnd 21. Stim⸗
men / nach meiner wenigkeit Componiret habe: Do dann die fuͤnff Stimmen
deſſelben Chors alle in Octava inferiore muͤſſen gegeiget werden. Dieweil aber der⸗
ſelbige Chor mit fo viel groſſen Geigen / gleich wie off Orgeln / wenn man im Manual
zum groben Principal oder Gedactenfloͤte von 16. Fuͤſſen die Tertien vnd Quin-
ten vnten in der Tieffen mitnimpt / gar zu ſehr in einander ſummet vnd murmelt / fo
habe ich befunden / daß es vngleich annemlicher vnnd anmuthiger ſey / die rechte
Violn de gamba zu den Obern⸗ vnd Mitlernſtimmen / den gar groſſen Sub Baß
aber in der Octavzum Baß gebrauchen / da es denn von fernen / als ein tieffer Inter⸗
ſatz vnd Sub Baßin einer Orgel / gehoͤret wird.
Darben ich dann auch dieſes erinnern muß: Daß / wenn man vff dieſer groſſen
Sub Baßgeigen / vnd vff der OctaPoſaun eine Partey mitmuſiciren wil / fo muß
der Baß vmbgeſchrieben / das |: vff die mittelſte Lini / vnd die vnterſte Noten alle
vmb eine Octav hoͤher / gleich einem niedrigen Tenor / gefener werden; Ind alsdann
koͤmpt es den Inſtrumentiſten gar leicht onnd eben / als wenn er ſonſt vff ein Tenor⸗
Inſtrument ſeine Partey machte; Dieweil ſolche gar tieffe Inſtrumenta gleich in ei⸗
ner Octav vnter dem rechten Tenor ſtehen.
Ind dieſes kan auch in Doppel Jagotten / vnd gar groſſen Baß⸗
Pommern Rn. in acht genommen
werden.
Das
DE ORGANOGRAPHIA. 47
— . —— — —
Das X XI. Capitel.
VIOLBASTARDA.
(in Sciagraphia Col. X X.)
„ Jeſes iſt eine Art von Violn de Gamba, wird auch gleich alſo / wie
ein Tenor von Violn de gamba geſtimmet / (den man auch in
manglung darzu brauchen kan) Aber das Corpus iſt etwas laͤnger
vndgroͤſſer. Weiß nicht / Ob ſie daher den Namen bekommen / daß
des gleichſam eine Baſtard ſey von allen Stimmen; Sintemal es
Van keine Stimme allein gebunden / ſondern ein guter Meiſter die
Madrigalien, vnnd was er ſonſt off dieſem Inſtrument muſiciren wil / vor ſich
nimpt / vnd die Jugen vnd Hatmony mit allem fleiß durch alle Stimmen durch vnd
durch / bald oben außm Cant, bald vnten außm Baß / bald in der mitten außm Te⸗
nor vnd Alt herauſſer ſuchet / mit ſaltibus vnd diminutionibus zieret / vnd alſo tra
ctiret, daß man ziemlicher maſſen faſt alle Stimmen eigendlich in jhren Fugen vnd
cadentien daraus vernemen kan. Wie ich dann den vnwiſſenden zur nachrichtung
2. oder s. Exempel am ende dieſes dritten Theils hette mit einſetzen wollen: Wil es aber
ſparen / biß in den Appendicem Tertij Tomi, nim: Inſtructionem proSympho-
niacis.
Es werden aber ſolche Violn de Baſtarda vff mancherley Art geſtimmet / als
in der Tabell zu erſehen / vnd noch vff viel andere weiſe mehr / darnach der Meiſter den
Geſang geſetzet vnd gerichtet hat.
Ittzo iſt in Engelland noch etwas ſonderbares darzu erfunden daß vnter den
rechten gemeinen ſechs Saͤitten / noch acht andere Staͤlene vnd gekrehete Meſſings⸗
Saͤitten / vff eim Meſſingen Steige (gleich die vff den Pandorren gebraucht werden)
liegen / welche mit den O berſten gleich vnd gar rein eingeſt mmet werden muͤſſen.
Wenn nun der oberſten dermern Saͤitten eine mit dem Jin ger oder Bogen geruͤhret
wird / ſo reſonirt die vnterſte Meſſings⸗ oder Staͤlene Säitten per conſenſum zu⸗
gleich mit zittern vnd tremuliren, alfo daß die Liebligkeit der Harmony hierdurch
gleichſam vermehret vnd erwettert wird.
Daher Augenſcheinlich vnd Handgreifflich zu befinden / daß die Harmony
der Conſonantiarum gang in die Natur gepffantzet ſeyF. Dann wenn in einer
Stuben / Cammer / oder ſonſten eine Saͤite off der Viol intoniret wird / vnnd
cine Laute oder Cyther vffm Tiſche lieget / oder an der Wand henget / ſo reget vnd be⸗
weget ſich vff derſelben Lauten oder Cyther / die Saͤtte / welche vnter denſelben
gar
—
48 DE ORGANOGRAPHIA.
gar rein / vnd eben mit deren / ſo vff der Biol mit dem Bogen geſtrichen wird / gleich⸗
lauts einſtimmet: Welches man vmb ſo viel gewiſſer vnnd eigendlicher / wenn ein
en diefelbige Lauten · oder Cytherſaͤiten gelegt wird / obſerviren vnd
ren kan.
Ind empfinden ſolche ſchneidende Harmonij die Meſſings vnd Staͤlene Saͤiten
viel eher vnd mehr / als dir dermern / alſo / daß fie ſich nit allein bewegen / ſondern auch
zugleich mitreſoniren, vñ ein ſonũ von ſich geben. So geſchichts auch oft uff der groſ⸗
fen Baſsviol de Gamba, wenn das gar groſſe GG vff der vnterſten Saͤiten met dem
Bogenſcharff intonirt wird / daß oben die Saͤite / welche juſt in der Octaven mit
dem Geinſtimmet / zugleich ſich beweget vnd mit reſoniren thut. Ja daß noch mehr
iſt / fo bezeugt die Erfahrung / daß / wenn ein Orgelmacher in vffſenung vnnd zuſam⸗
menfuͤgung einer Newen Orgel / oben vffm Geruͤſte eine Pfeiffe nach der andern ein»
fegen vnd ſtimmen / vnd in der eyl wiſſen wil / wo er vnter allen Pfeiffen / ſo vffm Ge⸗
ruͤſte nach einander liegen / dte Pfeiffen fo er haben muß / finden koͤnne: So left er in
der Orgel nur die Oct av von derſelben Pfeiffe intoniren, alsbald kan er unter denen
vffm Geruͤſte / wenn er eine nach der ander anruͤhret / am zittern die Octa va finden:
Denn ſich dieſelbtge Pfeife von dem Klang vnd Thon der andern in der Orgel alſo
zitternd beweget / daß man es greiffen vnd fuͤhlen kan.
3 Das XXII. Cay.
VIOLN DE BRAC IO.
(in Sciagraph. Col. X XI.)
Ivola, Viola de bracio: Item, Violinodabrazzo ; Wird ſon ·
ſten eine Geige / vom gemeinen Volck aber eine Fiddel / vnnd daher
ae bracio genennet / daß ſie vff dem Arm gehalten wird.
DTDecoſelben Baß⸗ Tenor- vnd Diſcantgeig (welche Violino,
72 8. oder Violetta picciola, auch Rebecchino genennet wird) ſeynd
ni. Saͤiten; die gar kleinen Geiglein aber (Col. xx 1.) mit drey
Saͤiten bezogen (uff Frantzoͤſiſch Pochetto genant) vnd werden
alle durch Quinten geſtimmet. Ind demnach dieſelbige jedermaͤnniglichen bekandt /
iſt darvon (auſſer dieſem / daß wenn ſie mit Meſſings⸗ vnd Staͤlenen Saͤiten bezogen
werden / ein ſtillen vnd faſt lieblichen Reſonantz mehr / als die andern / von ſich geben)
etwas mehr anzudeuten vnd zu ſchreiben vnnoͤtig.
Es find aber deroſelben vnterſchtedene Arten in der Sciagraph. Col. xxl. vnd
auch in der vorhergeſenten Tabel zu finden. 3
as
DE ORGANOGRAPHIA. 49
Das X X II I. Capitel.
LT XA.
hier iſt nicht zu ſagen / von der Bawren⸗ vnnd vmblauffenden
3 Weiber Leyre / die mit einem Handgriff herumb gedrehet / vnd mit
der lincken Hand die Claves tangirt werden: Deren Abriß in
Sciagraph. Col. XXII. zuſehen. Sondern von den Italiani⸗
ſchen Lyren / derer auch zweyerley Artten find.
1. Einegroſſe &yra (Lironiperfetto, Arce violyra; oder /
wie es obgedachter Ludovico Zacconi nennt / Arce- viola te-
lire. deren Abriß in Sciagraph. Col. XVII.) An der ſtructur dem Baß von den
Violen de gamba gleich / doch daß das Corpus vnd der Kragen / wegen der vielen
Saͤiten vmb ein ziemliches breiter iſt. Denn etliche haben 12. etliche 14. etliche auch
noch 2. auſſerhalb des Kragens / vnd alſo 16. Saͤiten / dorauff alle Madrigälia vnd
Compoſitiones, ſo wol in genere Chromatico, Als Diatonico, zu wege bracht
werden koͤnnen: Welches denn eine feine Harmonij von ſich gibt. Doch daß biß⸗
weilen die hoͤchſte / bißweilen die tieffſte Stimme / gleich wie vff den kleinen Cithern
auffen bleibet / vnd derowegen ein Baß vnd Diſcant gar bequem darzu kan vnd muß
gebraucht werden.
2. Die kleine £yra iſt der Tenor Violen de bracio gleich: Daher ſie auch
Lyra de bracio genennet wird / hat. Saͤitten / zwo Säiten auſſerhalb des Kra⸗
gens / vnd die andern fuͤnffe vff dem Kragen liegend: Darauff man Tricinia, vnd
auch andere Sachen / faſt einer Citter gleich / zuwege bringen kan. Deren Abriß in
Sciagraph. Col. X X.
—
V 0 ?
NS
1. 18 U
>.
Ä N
Das XXIV. Capftel.
TESTuDO, Laute.
(in Sciagraphia, Col. XVI.)
Je Lauten (Teſtudo, Chelys, ItalisLiuto) haben anfangs nur
vier Chor mit doppelten Saͤiten / als e f a / gleich wie eine
Quinterna, gehabt: Hernacher Be oben noch einen Chorfäit-
ten dar u erfunden / als / c fa d g.
* 5
>
2
8 i Es
ge DE ORGANOGRAPHIA.
rg ——.—.——— — — —
— —
7 canto: 8 So-
Es werden aber die prano, Oder la
Chore vff den Lau⸗ l Italia vnd | _ charterelle.
ten bey vnterſchied⸗ Franck⸗ J il terzo
lichen Nationen, reich il quarto
Auch vnterſchied⸗ d il quinto, Oder la
lich nominiret vnd d U Baffecontre,
gezehlet. Als nem⸗J a . 1. rime
lich: Das f den m. Ang na, f ce
8 ee tertie 2 5
landen / die ala |
quint |
ii |
tertz
Deurfä | (ecüd
and / Die (prim
. Quuntſat
Die Alten! Kleinfangfätt
habens al⸗ | Großſangſaͤit
ſo 1 KleinsBrumer
Mittel Brum̃er
(Groß Brumer
Ferner hat man noch alſo ober dieſe den C. Chor vnten / nemlich das ur: Ind
noch darüber den 7. Chor F fa ut: Welche dann von jahren zu jahren von den Lau⸗
teniſten augirt vnd vermehret worden / Alſo / daß endlichen acht / neun / ja bißweilen ze⸗
hen / eilff / vnd mehr Chorſaͤitten vff einer Lauten numehr geſunden werden. Wie a⸗
ber der ſiebende / achte vnd neundte Chor zuſtimmen / iſt hier nicht noͤtig zu ſchreiben:
Denn ein jeder dieſelbige zu ſeinem gefallen ſtellet vnd ſtimmet / nachdem er fich ange⸗
wehnet / oder der Geſang geſent iſt / den er tractiren wil.
Jetzo hat man meiſtentheils Lauten mit einem langen Kragen / der Theorben faſt
gleich / hat vffm. Halſe / doruff die Bünde liegen / (der Griff genant) 8. oder 7. Chor
mit doppelten Saͤiten vnd außwerts vff dem lenaffen Theorbenkragen oder Halſe / v.
A Saͤitten / welche dann den Baß trefflich ſehr zieren / vnnd prangend machen.
nd iſt vnter dieſer Lauten vnd der Theorba kein ſonderlicher vnterſcheyd / als daß die
Laute vffm Griff vnd den Bun den doppelte S aten; die Theorba aber durch vnnd
durch
DE ORGA NOGRAPHIA. gl
7... 8
durch nur einfache Saͤitten haben: Ind in der Theorba muß / die Quint vnd Quart
vmb eine Octav tieffer geſtimmet werden.
Etliche kleine vnd groſſe Lauten in einander zu
ichen.
Wann man viel vnterſchiedene Lautten in einander ſtimmen vnd accordiren
wil. 1
1. Kleinen Octavlaut 7 rn
2. Klein Diſcant laut. 9
3. Difcantdaut 12
So muß 3 4. Recht Choriſt⸗ oder Alt Laute Die Duint \ 5 > geſtimmet
in der J 5. Tenordaute. ins € | werden.
6. Der Baß genant⸗ | 3
17. Die Groß Oetav Bapfaut. I Lg
Ob auch wol ein jedes Theil an der Lauten / von dem einen alſo / vom andern
anders genennet vnd außgeſprochen wird: So laß ich mir doch dieſes zum beſten ge⸗
gefallen: Daß / nemlich
Die vnterſte runde / oder der Bauch 7 das Corpus.
Der Oberſte⸗ oder Sangbodem | das Tach.
Do die Wende e ]
: oben der Griff.
1 vnten | senenne 38 alß.
Do die Woͤrbel drinn gehen der Kragen.
Der lange Kragen / wels. newlich darzu | der Theorbenkragen /
erfunden worden. J oder Theorbenhalß.
G Das
12 DE ORGA NOGRAPHIA.
Das XXV. Capitel.
2 HEO RBA.
(in Sciagraph. Col. V. & X VI.
ö j Heorba, iſt einer groſſer Baßlauten nicht ſehr vngleich / doch daß
e ſemehr als nemlich 14. oder 16. Chorſaͤitten / vnd vber den rech⸗
ten Halß / darvff ſonſten die Buͤnde liegen (welches / wie vorgeſa⸗
get / der Griff genant wird) noch ein andern lengern Halß hat. Iſt
alleine dahin gerichtet / (dieweil wegen der groͤſſe vnd weiten greif⸗
werde. Darneben aber iſt ſte auch ſehr wol zu gebrauchen / vnd gar lieblich anzuhoͤren /
wenn ſie neben andern Inſtrumenten in eim gantzen Concert, oder ſonſten nebenſt
dem Baß / oder an ſtatt des Baſſes gebraucht wird.
Deren ſeynd nun zweyerley Arten; Die eine mit Gegenſaͤitten: Die andere
mit Meſſings vnd Staͤlenen Saͤitten. vnd mit ſolchen Saͤiten beziehen auch etliche
jezt die rechten gemeinen Lauten: Aber die Quarta vnd Quinta wird alsdann vmb
eine Octav tieffer als ſonſten geſtimmet / gleich wie in der Theorba. Vnd das dar⸗
umb / dieweil in der Theorba die lenge des Corporis, vnd die Meſſings Saͤitten / ſol⸗
ches nicht anders leiden / vnd die rechte hoͤhe nicht erreichen koͤnnen.
Die zu Rom gemacht / vnd Chitarrone genennet werden / die haben ein gar
ſehr langen Halß / alſo / daß deſſelben lenge mit dem Carpore 6. Schuch vnnd 2.
Zoll außtraͤgt; Vnd iſt das Corpus nicht fo gar groß / breit vnd unbequem zu halten
vnd zubegreiffen / als die bißher zu Padova gemacht worden / vnd nur J. Schuch lang
ſeyn. Die Romaniſche (welche jeto auch zu Prag / von einem / Martin Schott ge⸗
nant / gar ſauber vnd fleiſſig gemacht werden / vnd Col. V. zu finden) haben vff dem
Griffe / doruff die Bünde liegen / nur 6. Saͤitten oder Chor / Die Paddaniſche aber
8. Saͤitteu. An dem gar langen Halſe aber ſeynd an beyden Sorten g. Saͤitten / auß⸗
erhalb derer / die vf dem Griffe liegen. Wiewol von jahren zu jahren alleicit mehr en⸗
derungen hierinnen vorfallen vnnd erdacht werden: Darumb auch nichts geweſſes
hiervon zuſchreiben.
——
— — . —
Das XXVI. Capitel.
INTERN A.
—
Quinter«
DE ORGANOGRAPHIA. 53
EEE nn — — m nn — —
I Viaterna oder Chiterna, iſt ein Inſtrument mit vier Choren / wel⸗
2 N che gleich wie die allerelteſte erſte Lauten (deren Num. 24. gedacht
worden) geſtimpt werden: Hat aber keinen runden Bauch / ſondern
iſt faſt wie ein Bandoer ganz glatt / kaum zween oder drey Finger
FE hoch. Deren Abriß in Sciagraph. Col. XVI. zu finden.
Etliche haben 5. Chorfättten / vnnd brauchens in Italia die
Ziarlatinĩ vnd Salt’ in banco (dag ſind beyn vns faſt wie die Comedianten vnnd
Poſfenreiſſer) nur zum ſchrumpen; Darcin ſie Villanellen vnd andert naͤrriſche
Lumpenlieder fingen. .
Es koͤnnen aber nichts deſto weniger auch andere feine anmuchige Cant iun⸗
culæ, vnd liebliche Lieder von eim guten Senger vnd Muſico Vocali darein muſi-
cirt werden.
.
Das XXVII. Capitel.
PAND RINA: Manduͤrichen.
(in Sciagraph. Col. xvi.)
JIoeſes wird von etlichen Banduͤrichen / von etlichen Mandoer / oder
RS Mandurinichẽ (forte quia manu fac ilè comprehendi & tractari
RS BER poteſt) genennet: Iſt wie gar ein klein Laͤutlein mit 4.Sättenal-
% ſogeſtimpt g d § d: Lrlicheauch mit fuͤnff Saiten oder Choren
N Aal bezogen / ſo vnter einem Mantel fuͤglich / vnd in Franckreich ſehr ge⸗
braͤuchlich ſeyn ſol; Doruff etliche dermaſſen exe re irt ſeyn / daß fie
die Courranten, Volten, vnd andere dergleichen Frantzoͤſiſche Taͤntze vnd Lieder /
auch wol Paſſametzen / Fugen vnd Fantaſien / mit einem Feddertiehl gleich uff den
Citthern gebraucht wird / oder mit einem eintzigem Finger fo geſehwind / gerade vnnd
rein machen koͤnnen / als wenn drey oder vier Finger darzu gebraucht wuͤrden. Wie⸗
wol etliche zween oder mehr Finger / nach dem ſie exercirt ſeyn / gebrauchen.
En —
Das XXVIII. Capitel.
ANDORRA: Bandoer.
in Sciagraph. Col. xvfrlI.)
8 * Andoer (fortaſse fimile quid, fi non idem fuit radeon; par five i-
d SPIS Grecorum) Iſt in Engelland erfunden / nach der Lauten Art / faft
einer groſſen Cyther gleich / mit einfaͤltigen vnd doppelt⸗ auch vier⸗ oder eh
ij Aa
54 DE ORGANOGRAPHIA.
fach gedreheten Meſſings vnd ſtalenen Saͤiten bezogen / vnd wird von ſechs / bißwei⸗
len auch fieben Choren wie eine Laute / doch vnterſchiedlich geſtimmet: Ohn daß jme
die Quinta, welche ſonſten vff der Lautten gebraucht wird / mangeln thut.
EN — — —
Das X XI X. Capitel.
PENORC ON.
(in Sciagraph. Col. xvı1.)
222, Enorcon iſt faſt eben derſelbigen Art / allein daß es etwas breiter
am Corpore iſt / als ein Bandoer / vnd hat gar ein breitten Halß
oder Griff / alfo daß neun Chor Saͤitten neben einander doruff lie⸗
een dtoͤnnen: An der länge aber iſt es in etwas tleiner / als das Ban⸗
D. doer / vnd groͤſſer als ein Orpheoreon.
8 —
Das XXX. Cap.
ORPHEOREON.
(in Sciagraph. Col. xvii)
As Orphoreon iſt an der proportion, wie ein Bandoer / doch etwas klei⸗
ner / von Meſſings⸗ vnd Staͤlenen Saͤitten; wird wie eine Laute im Cam⸗
mer Thon / (als nemlich die Quinta ins g) geſtimmet.
3 ——— — — —— — —
Das XX XI. Capitel.
CITH ARA.
(in Sciagraph, Col. X VI.)
FR Ichara, eine Cither / Iſt jetziger zeit bey vns viel ein ander Inftru-
mentum Muſicum, als vorzeiten bey den Alten; domit dem Na⸗
men Citharæ, vnſere jenige Harffe genennet worden: Wie im
folgenden Numero 23. zu vernehmen.
N Es ſeynd aber der Cithern fuͤnfferley Art: 1. Die gemei⸗
— neither von 4. Choren / vnnd wird vnterſchiedlich geſtimmet:
weilen (8 dr) vnd alsdenn Italianiſche Cither; bißweilen ag de / .
iſche
DE ORGANOGRAPHIA. 6
ſche Eicher genennet. Vnd dieſe Art mit 4. Choren iſt faſt ein illiberale, Sutori-
258 Sartotibus uſitatum Inſtrumentum.
2. Cither von . Choren; vnd wird alſo geſtimmet / dh g d d; oder Fecga; von
etlichen aber alſo / O d ah. N
3. Sechs cChoͤrichte Cither: nnd die wird vff vuterſchiedliche Art ger
immer.
f 1. Die alte Itallaner haben ſie alſo geſtimmet art hg d r. 2. Situs Kar-
gel von Straßburg / h G dg de. 3. Die dritte Art wir d nach der fuͤnff Choͤrich⸗
ten geſtimmet / alſo / G dhg de.; Darauff man fo viel nicht vberlegen darff / vnd viel
bequemer vnd füglicher zugreiffen iſt. g
4. GroßſechsChoͤricht Cither / do das Corpus noch eins ſo groß iſt / vnd vmb
eine quart tieffer / als die vorigen ſecht Choͤrichten Cithern / nemlich alſo / fi DA da
h geſtimmet wird. ö
Iſt in alles faſt zwo Ellen lang: Ind Col. V. zu finden.
5. Noch wird eine groͤſſere Art von Citheren gefunden mit 12. Choren / welche
ein herrlichen ſtarcken Reſonantz von fich gibt / gleich als wenn ein Clavicymbel o⸗
der Symphony gehoͤret wurde: Vnd zu Praga bey einem Keyſerlichen vornehmen
Inftrumentiften, Dominicus genant / eine folche zu finden: Welche faſt ſo lang als
eine Baßgeige ſeyn fol. Deren Abriß Col. vii. zu finden.
Noch iſt vor drey Jahren ohn gefehr ein Engellaͤnder mit einem gar kleinen
Citterlein / (deren Abriß Col. X VI.) in Deutſchland kommen / an welchen der hin⸗
derſte Boden von vnten auff halb offen gelaſſen / vnd nicht angeleimet iſt / Darauff
er eine frembde / doch gar ſehr liebliche vnd ſchoͤne armony mit feinen reinen dimi-
nutionibus vnd ʒitternder Hand zuwegen bringen koͤnnen / alſo / daß es mit ſonder⸗
barer Luſt aniuhoͤren; Ind von etlichen vornehmen Lautteniſten gleichergeſtalt nu⸗
mehr practiciret werden kan.
Es wird aber / wie vor alten Zeiten die vier Choͤrichte Lautten alſo geſtimintt:
Quinta ala | Wiewol die Tertia biß weilen ein Semitonium
die J Quart 5 8 5 majus hoͤber ins b gezogen / vnd in corda valle
Tertia alb | genennet wird: Ind in Franckreich vff der Lau⸗
Secund . Ff een ſehr gebräuchlich iſt. Doch / daß alle Saͤitten
vmb eine Octav hoͤher / als die Lauten alſo fr d 9 gezogen / vnnd zu der Quint die
Numeri 11. zur wen „Num. 8. zur Tertz Num. $. vnnd zur Secund Num. 10.
von Meſſings vnd Staͤlenen Saͤiten gebraucht werden. Denn die Secund, oder der
vterdte Chor wird nur vmb eine Secund niedriger / als die Quint oder erſte Chor
geſtimmet. ö N
D a8
56 DE ORGANOGRAPHIA.
Das XXXH. Cap.
Harff.
= ER Arpa, aliis Arpa, (ab apααν rapio, quod Chordæ di-
8 V gitis qu: rapiantur) Græcè bon: Gallice un Harpe : Iral.
Cetera, Arpa: Hiſpanicè Harpa. Latinis Cithara: Wie fie
I denn auch bey den Alten mit dem Namen Cithara genennet wor⸗
Jeniger zeit find dreyerley Art der Harffen.
1. Gemeine einfache Harff; Welche 24. etliche mehr Saͤttten haben / vom F
biß ins c vnd & / haben keine ſemitonia bey ſich (in Sciagraph. Col. xvin.
2. Großdoppel Harffe / Harpa doppi a ( in Sciagr. Col. XIX.) welche ein
vollſtaͤndig Corpus, vnd alle demitonia (welche dem Bodem etwas naͤher / als die
andern Saͤitten / wiewol vffm Stege alle gleich liegen) darneben hat:
ff der einen Saͤitten zur lincken Hand:
cc iD DF KGA BHC ef f g abh t e ð &; cf fg
ff der andern Seiten zur rechten Hand:
5 K abhe & 5 Tef 23 Kathe & ö rf TI RANY =
3. Irrlendiſche Harff / Harpa Irlandica, derer Structur vnd Jorm / in der Scio-
aph. Col. arızı. zu finden / hat ziemlich grobe dicke Meſſings Saͤitten / an der zahl
43. vnd einen aus der maſſen lieblichen Reſonantz.
1D
CDEFGABEHFSadHE Ttdef Ag Rat ede N T5
abe 2 7 4.
Das
DE ORGANOGRAPHIA. 5
— EEE
Das XXXIII. Capittl.
Scheitholt.
(in Sciagraphia, Col. XXI.)
G wol dieſes Inſtrument billich vnter die umpen Inſtrumenta
referiret werden ſolte: So habe ich doch daſſelbe / weil es wenigen
A bekant / in etwas allhier deliniiren wollen. Ind iſt eim Scheit /
) oder Stuͤckeholtz nicht fo gar ſehr vngſeich / denn es faſt wie ein
klein Monoehordum von drey oder vier duͤnnen Bretterlein
gar ſchlecht zuſammen gefuͤgt / oben mit eim kleinen Kragen /
e dorinnen drey oder vier Wirbel ſtecken / mit z. oder 4. Meſſings⸗
fäiten bezogen; Darunter drey in Vniſono vffgezogen / die ene aber vnter denſelben /
in der mitten mit eim haͤcklin / alſo / daß ſte vmb eine a hoͤher reſoniren muß / ni⸗
der gezwungen wird: Ind fo man wil / kan die vierdte Saͤitte vmb eine Octav höher
hinzugethan werden. Es wird aber vber alle dieſe Saͤttten vnten am Staͤtge mit dem
rechten Daumen allezeit vberher geſchrumpet: vnd mit eim kleinen glatten Stoͤcklin
in der lincken Hand vff der foͤrderſten Saͤitten hin vnd wieder gezogen / dadurch die
Melodey des Geſanges vber die Buͤn de / ſo von Meſſingen Droth eingefchlagen ſind /
zuwege gebracht wird.
1 x
— —
— — FFF
Das XXXI V. Capitel.
Trummſcheit.
(in Sciagraph. Col. XXI.)
As Trumbſcheit / welches aus dem Monochordo erſtfich herge⸗
> floſſen vnd erfunden worden / wird von dem Glareano in feinen
Dodecachordo lib. 1. c. 17. Magäs ſecundum Suidam, oder
Magädis genennet / vnnd daſelbſten nachfolgender Geſtalt be⸗
ſchrieben.
0 Die Deutſchen / Frantzoſen vnd Niederländer / gebrauchen
ſich heutiges Tages eines Inſtruments / welches ſie Tympani-
fchizam nennen / vnd iſt von dreyen dünnen Bretterlein / wie eine Trigonia Pyra-
mis gar ſchlecht zuſammen gefuͤgt / in die laͤnge zugeſpitzt / vnnd off dem Obriſten
VBretlein (ſonſten der Sangbodem genant) u einer langen Daͤrmenen 1
ezogen /
gs DE ORGANOGRAFHIA.
bezogen / welche mit einem von Pferdehaaren gemachten / vnd mit Pech oder Colo-
phonio beſtrichenen Bogen / vberſtrichen vnd tlingend gemacht wird.
Etliche ziehen noch eine andere Saͤitte / ſo weymal kuͤrter iſt / darzu auff / da⸗
ar dte vorige ein deſto ſtaͤrckern Klang vnd Refonang mit der Octava von ſich geben
koͤnne.
Bey dem Athenæo, an dem Ort da er mancherley Inſtrumenten gedencket /
wird auch vnter andern eines Trigoni erwehnet / welches Plato in 8. de Repub.
vnter die roh iN og ode mitrechnet.
Ich gleuber aber vnd bin der Meynung / daß dieſes / von welchem ich jeno gere⸗
det habe / gar alt ſey.
Die Spielleut tragen es vff den Gaſſen herumb / vnd haben die Spitze deſſelben /
oder / wie es ſonſten genennet wird / den Halß / darinnen die Clavis oder Woͤrbel / dar⸗
mit die Saͤitten vffgezogen vnd geſtimpt werden / ſtecken / an die Bruſt gefenet: Das
ander Theil aber / da vnten die Hoͤle / vnd das dreyeckichte Fundament iſt / haben ſte
vorwerts hinnaus geſtreckt. Ind halten alſo ſolch Inſtrument in der lincken Hand /
vnd Ruͤhren an den vnterſchiedenen Punten vnd Sectionibus (welches ſonſten vff
Lauten vnd Cithern die Bünde ſind) die Soͤtten mit dem linden Daumen ein we⸗
nig vnd gar gelinde an: Mit der rechten Hand aber ziehen ſie den Bogen vber die
Sdͤiten hin vnd her.
Die Tieffe der groͤſten Saͤiten hat jhren anfang am vnterſten en de / vnd erſtreckt
ſich biß oben zur Spitzen / welche an die Bruſt gefenet wird / do denn mit dem Daumen
der lincken Hand dieſelbe Saͤitte jederzeit hin vnd her wieder beruͤhret / vnd die vnter⸗
ſchiedliche Melo dey zuwege bracht wird. Die Rechte Hand ſtreicht den Bogen vber
die Saͤite / gar oben zwiſchen der Lincken Hand vnd dem oberſten Theil / alſo daß alle⸗
zeit der geringſte Theil der Saͤiten den rechten Tonum von ſich giebet: Vnd lautet
von fernen viel anmutiger / als wenn man nahe darbey iſt.
Die beyde Modos, Ionicum & Hypojonicum foͤnnen fie gar wol vff dieſem
Inſtrument / gleich wie vff den Trummten / Sackpfeiffen / vnd andern dergleichen
Inftrumenten, ſpielen vnd zuwege bringen / die andern Tonos aber nicht fo wol.
Vnnd ob ʒwar die jenige / ſo der Muſic vnerfahren / allein bey den Tertien,
Quarten, Quunten vnd Octaven bleiben muͤſſen / die Tonos aber vnd Semitonia
nicht wolfinden koͤnnen: So kan man ſie doch / wer ſich deſſen etwas fleiſſiger ange⸗
legen ſeyn leſt / auch zu wege bringen; Wiewol wegen deſſen / daß die lange Saͤite ein
kirrenden vnd ſchnarrenden Sonum von ſich gibt / die Semitonia nicht wol obſer⸗
virt werden koͤnnen.
Dieſes
DE ORGANOGRAPHTA. 35
——— — — — —— fumnn Gate
Dieſes kirren oder ſchnarren aber / wird zu wege gebracht / durch ein kleines
trummes hoͤlalein / deſſen breiteſtes vnd dickſtes Fuͤßlein / vnten faſt am ende vnter die
Saͤite / wie ſonſten ein Steg off den Geigen / doch gar loſe geſtellet / alfo / daß der an
der Theil oder Fuͤßlein / welchem ſie etwas aus Helffenbein / oder anderer harten
Scheinbahren matery vnterlegen / wie ein Schwann oder Colurus herfuͤr gehet:
Derſelbe beweget ſich vff dem Neſonantz oder Sangbodem / wenn die Saite mit
dem Er geruͤhret wird / vnd erreget alſo einen zitternden vnd ſchnarrenden Klang
vnd Reſonantz.
Ich habe (ſagt Glareanus weitter) dieſes Inſtrumente Invention lachen
muͤſſen: Die rechte Vrſach aber / warumb nicht alle diviſiones vnnd vnterſchiedene
Pundta ſolcher ſtridorem von ſich geben / iſt mir / wie fleiſſig ich auch demſelben nach⸗
gedacht zu ergründen vnd zu erfahren vnnuuͤglich geweſen.
Vißweilen ſtecken fie auch in das allervnterſte dieſes herfurgeſtreckten Theils o⸗
der Fuͤßlin / ein gar ſubtiles Naͤgelchen / damit das zittern vnd ſchnarren deſto ſtaͤrcker
in dem Solido gehoͤret werde.
Vnd iſt eben alſo / wie vff einer Harffe / da die Saͤiten auch knirren vnd ſchnar⸗
ren / wenn ſie an den vnterſten hoͤlzernen Nagel / damit die Saͤiten vnten in das Cor
pus der Harffen eingezapfft / vnnd feſt gemacht ſeyn / antreffen vnd angeſchlagen
werden; Welches von dem gemeinen Manne ein Harffenierender Reſonantz genen⸗
net wird.
Dieſes dreyeckichten Monochordi laͤnge / iſt faſt fuͤnff Schuch; Aber von drey
Greterlein / deren ein iedes vnten in Baſi 5. Zoll / Oben an der Spitzen aber 2. Zoll
breit iſt / (vnd fo viel außm Glareano.)
Dieſes Trummſcheit / wie ich es geſehen / vnd ſelbſten eins habe / iſt 7. Schuch
. Zoll lang / vnd im Triangel vnten ein jedes Bretlein 7. Zoll oben aber kaum 2. Zoll
reit; mit 4. Saͤiten bezogen / alſo / daß die rechte Principal vnd laͤngſte Soͤlte ins C.
die ander ins c / die dritte insg / vnd die vterdte ins e geſtimmet · Ind bleiden die ober-
ſten drey allezeit in einem Laut vnd Tono, wie ſie ins eg c geſtimmet ſeyn; Iff der
groͤbſten Saͤite aber / wird mit dem anruͤhren des Daumens / die rechte Melodey /
gleich wie ein rechter Clarien vff einer Trummet zuwege bracht / alſo / daß wenn es
von fernen geboͤret wird / nicht anders lautet / als wenn vier Trumten mit einander
blieſen vnd lieblich einſtimmeten; Sonſten iſt es in allen dingen durch vnd durch
alſo beſchaffen / wie hievorn aufm Clareano verdeutſchet /
vnd angezeiget wor⸗
den.
H ij Das
bo DE ORGANOGRAPHIA.
— EEE EN
— ——
Das XXXV. Capitel.
Monochordum.
(in Sciagraph. Col. XXX V.)
ey 48 Monorchordum wird von vorgedachtem Sebaltiano Vir-
> Nr dungaaffo beſchrieben; Daß es eine viereckete Lade ſey / gleich ei⸗
Me ner Truehen oder Kiſten / daruff eine Saͤitte gezogen wird / welehe
durch den Circkel außgetheilet / alle onſonantien durch die pro⸗
2 5 portiones ergruͤndet / vnd bewehrlich herfuͤr bringet: Darumb
K man nach derſelben menſur vff ein jeglichen punct ein Schluͤſ⸗
el machen laſſen / der die Saͤltte gar genaw vff demſelben ziel o⸗
der Puncten anſchlaͤgt / vnd die rechte Stimm / ſo jhr die Menſur von Natur gege⸗
ben / herfuͤr bringet. Ind dieweil hiervon an eim andern Ort weitlaͤufftiger geſagt
werden ſol / Auch in etlichen andern Autoribus daſſelbe beſchrieben vnnd eractiret
wird: Habt ich allhier an dieſem Orth weitlaͤufftiger darvon zu handeln vor vnnoͤtig
k.
—
—
Das XXXVI. Capitel.
Clavichordium.
(in Sciagraphia Col. XV.)
— AS Clavichordium iſt aus dem Monochordo (nach der Scala
n Guidoais, welche nit mehrals 20. Claves gehabt hat) erfundẽ vñ auß⸗
5 D 2 getheilet worden; denn an ſtatt eines jeden Bundes vffm Monochor-
F Ado, hat man ein Clavem vffm Clavichordio gemacht; Ind find
anfangs micht mehr denn 20. Claves allein in genere Diatonico
gemacht worden / darunter nur zweene ſchwartze Claves, das b vnd b
gawefen: Denn ſie haben in einer Octav nicht meh r als dreyerley demitonia gehabt /
Alt / a by ht / vndef / wie daſſelbe noch in den gar alten Orgeln zu erſehen. Hernacher
uber hat man den Sachen weiter nachgedacht / vnd aus dem Boetio nach dem gene-
re Chromatico mehr Semitpnia darzu gebracht / Alſo / daß ein ſolch Clavir draus
worden:
N 7 n MIETEN 4 K b &
F G A hend ef 3 a hend ef g shed 7f
D
aß
DE ORGANOGRAPHIA. &
Daß aber jeno alle Symphonien vnd Clavichordia vnten vom C anfangen /
ond oben melſtencheilsine & Loder b (welches dann um beſten) Auch wol imf ſich
endigen wird wenigen vnwiſſend vnd vnbekant ſeyn.
Gleich wie nun die Laute das Fundament vnd Init ium iſt von der man her⸗
nacher vff allen andern dergleichen Beſaͤttteten Inſtrumenten / als Pandoren / The⸗
orben / Penorcon / Mandoͤrichen / Cithern / Harffen / auch Geigen vnd Violen /
ſchlahen / vnd gar leicht das ſeinige præſtiren fan; Wen man zuvot etwas rechtſchaf⸗
fenes daruff gelernet vnd begriffen hat.
8 wer vff den Floͤtten im anfang das rechte Fundament erlernet vnd
gefaſſet / der kan hernacher vff allen andern geloͤcherten blaſenden Inſtrumenten / als
Binden Schalmeyen / Pommern / Jagotten / Dolzianen / Nackeren vnnd derglei⸗
chen gar leichtlich fortkommen.
Eben alſo iſt auch das Clavichordium, das Fundament aller Clavirten In-
ſtrumenten, als Orgein Clavicymbeln, Symphonien, Spinetten, Virginall. etc.
Doruff auch die Diſcipuli Organici zum anfang inftruirt vund vnterrichtet wer⸗
den : Vnter andern fuͤrnemlich darumb / daß es nicht fo groſſe muͤhe vnd vnluſt gibt
mit befiddern / auch vielen vnff offtern vmb vnd zurecht ſtimmen / Sintemal die Si
ten doſelbſt vngleich beftändiger ſeyn vnd bleiben / als vff den Clavicymbeln oder Spi⸗
netten. Wie dann offtmals Clavichordia gefunden werden / ſo man in Jahr vnd Tag
nicht ſtimmen darff: Welches ſonderlich vor anfahende Schuler / die noch zur zeit
weder Stimmen oder beſiddern koͤnnen / ein groffer Vortheil.
In Sciagraphoa Col. 15. Num. 2. iſt ein Clavichordium abgezeichnet / wel⸗
ches vor etlich dreyſſig Jahren auß Italia in Meyſſen gebracht worden / darinnen
gar kuͤnſt - vnd weißlich dieſes obſervirt wird / daß der Chor Saͤttten / ſo zum d vnd
a gehoͤret / durch alle Octaven bloß / vnd nur mit emem einzigen C lave angeruͤhtet
wird; Darumb das (wenn in den Syncopationibus, bevorab in olauſulis vnnd
auch ſonſten die decunden neben einander zugleich angerüͤhret werden muͤſfer) niche
zweene Claves off einem Chor zugleich anfallen / vnnd eine cc hapyicy
erregen.
Sonſten aber mit den andern Clavibus tvir ds gehalten / wie in andern Clavi⸗
chordien / daß allezeit zween / drey / bißweilen auch wol vier Claves, (welche propter
diſſonantiam zugleich off etumul nicht angeruͤhret werden mäffen) zu einem Chor⸗
Saͤitten gebraucht werden. N
Dieſes Jahr habe ich ein Clavichordium (in groͤſſe vnnd form / wie das 2. in
Col. XV.) einem guten Meiſter an die Hand geben / darinnen nicht allein die Semi-
toma & g vnd b dupüret / ſondern auch das N vnd / / ſo wol auch . den
3 avi-
ed DE ORGANOGRAPHIA.
Curibusebadf- Hunde noch ein ſonderlich Semitoniam zu finden ; Allermaſſen /
wie in dem Clavicymbalo Vnlverſali, darvon im XL. Capitel mit mehrerm.
Das X XXVII. Cay.
Symphonia.
(in Sciagraph. Col. XIV.)
—
— 2
=
J. NZ, 2 S wereläufftiger ertnnert worden. Darumb kan er nicht aleine vf
doe einige Arr der Inſtrumenten / als nemblich der Sympho-
8 — nyen vnd Clavicymbeln gezogen vnd referirt werden.
Das XX XVIII. Capitel.
Spinetta.
(in Sciagraph. Col. x1 v.)
n Franckreich Eider :
RE
——— —
Das XXXIX. Capftcl.
Clavicymbalum.
(in Sciagraphia, Col. VI.)
Clavi-
DE ORGANOGRAPHIA, 6
u Lavicymbalum oder Gravecymbalum iſt ein lenglicht Inſtru-
ä — ment, witbvon elſchenein Figl wellesfaſt aſe forriiretifl
«genennct: Von lichen ſed male, ein Schweins koyff / weil es fo
pia / wie ein wilder Schweinskopff fornen an machen: vnd iſt
N BER. von ſtarckem hellen / faſt lieblichern Reſenant vnd Laut / mehr als
die andern / wegen der doppelten / dreyfachen / ja auch wol vierfach
tigen Saͤitten: Wie ich ee: welches 2. AEqual,
eine Quint, vnd ein Octavlin von eitel Saiten gehabt hat: nd gar wol lieblich
vnd praͤchtig in einander gektungen .
Das XL. Capitel.
Clavicymbalum Vniverſale, ſeu per-
fectum.
ee OO Jeweit die Clavicymbel, Symphonien, vnd dergleichen Art /
Welche ſonſten Inſtrumenta (doch / wie vorgedache / mines re
EN KEN Ac) genennet werden / etwas imperfeä ſeyn / nach demmal das
x IR) Genus Chromaticum vff denfelben nicht alſo / wie off den (au⸗
LUST ten vnd Violeu de Gamba zuwege gebracht werden kan: So
uo bißhervff angeben verſtändiger Drganiftett etliche Clavi-
S cymbelond Symphonien herfür fommeu / darinnen der Cla-
vis & vnterſchieden vnd doppelt gemacht worden / darmit man in M odo AEolio,
wenn derſelbe in quartam inferiorem tranſponiret wird) die tertiam zwiſchen
dem h vnd ft rein vnd juſt haben koͤnne. N
Es wehre aber / meines wenigen erachtens / ſchr nuͤzlich vnd noͤtig / daß ſo wol
in Poſitiffen vnd Orgeln / als in Clayicymbeln, &c. (do man zur noth die Saͤitten
vff denſelben Clavibus leicht vmbſtimmen / vmb etwas nachlaſſen vnd zu rechte ein⸗
ziehen kan) nicht allein der Clavis d / ſondern auch 9, vnterſchieden vnd doppelt
gemacht würden / ſo koͤndte man in Hypodor :o. Wenn derſelbe per ſecundam in-
feriorem außm fſoltractirt werden / die tertiam minorem:um fin dem sugefeg-
tem neben A, fein rein / vnd dergleichen Variationes in genere Chromatico, lg»
dann vielmehr haben.
Ich habe aber zu Prag bey dem Her. Carl lunton Noͤm. Kaͤyſerl. Majeſtaͤt
vorne⸗
6 DE ORGANOGRAPHIA.
vornehmen Componiſten vnd Organiſten / ein Clavicymbel mit æ qual Saͤitten be⸗
zagen / ſo vor zo. Jahren zu Wien gar ſauber / vnd ſehr fleiſſeg gemacht worden / gefe-
benz in welchem nicht allein alle demiton ia als ber de. 5 M durch vnd durch dup⸗
pliret / fondern auch wiſchen dem e vnd f noch ein ſonderlich demi oder ſemitoni⸗
um (tig es etzliche nennen] geweſen / welches bey dem genere Enharmonico noth⸗
wendig ſeyn muß / daß es alſo in den vier Odtaven vam C biß ins 7 / in alles 77.
Claves gehabt hat.
Welcheich / weit ſoldher Clavicymbel gar ſcht ſchen gefunden vnd geſehen wer⸗
den / allhier vffzuzeichnen / vor nicht fo gar vnnoͤtig erachtet.
F F ER FG R AC N „
c D B m 2 ee d
e D ET G A Be d €
2 5 1 . z ond fe fortan bi us x
3 a h K
Die weil aber in dieſer Vorzeichniß die Cla ves vnd Semitonia eins vom andern
zu vnterſcheiden / mehr vff die alte Signatur der Clavium, als vff den Geſang (wie
derſelbe in Notten gefenet / vnd es die natürliche Harmonia mit ſich bringet) geſehen
worden: So habe ich nach meinem wenigem Gutachten / ein ander Verzeichniß des
e ſeßen / vnd ein andern den Sachen weiter nachzudencken / anleitung.
geben wollen.
3 5 8 11 14 16 19
N M e iN
2 6 10 13 17
a er ſe c b
1 4 7 9 = 15 18 20 / c.
‘ DB ef 9 a 0 c
Vnd
DE ORGANOGRAPHM. | er
— ——
Vnd darꝛmit ſich ein jeder deſto leichter doraus finden / aus den Notten / (wie
daun ber fehr vortreffliche vnd fleiſſige Componiſt, H. Lucas Marentius etliche
Madrigalia in genere Chręmatico ſthr wol vnd ſchoͤn geſeget) in die Tabulatur
bringen / vnd ſich dorein richten koͤnne; Habe ichs auch in Notten hierbey zeichnen
vnd vffſenen ſollen.
Semitonium Dis Fis Gis
Gis
bfa_
Es tan aber daſſelbige Clavicymbel oder Inſtrument ſieben mal / als nemblich
durch das c 7 Vd er d biß ins e / vnd alſo vmb drey volle J onos fortgtruͤcket wer
den / daß einem faſt kein ander Inſtrument kan vorkommen / do man nicht mit die⸗
ſem einſtimmen koͤndte: Ind dergeſtalt alle drey genera Modulandi, als Diatoni-
cum, Chromaticum vnd Enkarmonicum, darauff obſervirt werden. nd we⸗
re alſo dieſes billich ein Tnftrumentum perfectum, ſi non perfectiſsimum zu nen⸗
nen / weil dergleichen Variation durch alle Super; & Semitonia vff andern Inſtru⸗
menten nicht zu finden. ö N
Denn ob zwar vff den Violen de Gamba, fuͤrnemblich aber vff der Lauten eine
Mutet oder Madrigal durch alle demitonia, vnd alſo das genus Chromaticum
von einem geuͤbten vnd erfahrnem Meifter vnd Lauteniſten muſic iret werden fan:
So iſt es doch nicht ſo rein vnd juſt / als vff (cinem ſolchen Clavieymbel / zu wege zu⸗
bringen; Aus denen Vrſachen: Dieweilrff A de Gamba, vnd den en
die
66 DE ORGANÖGRAPHIA.
die Bünde alle gleich weit (doch je naͤher dem Steig / je enger / welches ſich ohne das
verſtehet) von einander abgerheilet / vnd alſo die demitonia, weder majora noch mi-
nora, ſondern vielmehr intermedia koͤnnen vnd muͤſſen genennet werden. Sinte⸗
mal meines erachtens ein jeder Bund / Band oder Griff / (wie man es dann außſpre⸗
chen wil) 125 Commota in ſich halten thut / da ſonſten das Semitonium majus
fuͤnff; das Semit. minus aber nur vier Commata in ſich begreiffet.
Vnd weil dann nur ein halb Gomma an beyden theilen mangelt / daſſelbe aber
off vorgedachten Inſtrumenten, als Violen vnd Lautten; (die an jhnen ſelbſten leb
lich vnd till) im Gehoͤr ſo viel nicht bringen kan / ſo ſcheinet vnd lautet das Semitoni-
um mains ſo wol / als das minus vff dem einigen Bunde / als wann es zu beyden Thei⸗
len recht einſttmmete / vnd kan der vnterſcheyd nicht ſo bald obſerviret vnd depre ·
hendiret werden: Sonderlich / weil man auch darneben den Saͤitten mit den Grif⸗
fen vff den Buͤnden helffen / nennen vnd geben kan: Welches ſich in Clavicymbeln,
(do den Saͤitten) vnd vff Orgeln (do den Pfeiffen nichts kan zugegeben noch genom⸗
men werden: Sondern bleiben müffen / als fie geſtimmet vnd eingezogen ſeyn /) gantz
nicht ſchicken wil.
Darumb dann in dieſen Iuſtrumentis ohne Vielheit vnd mehrerm vnterſcheyd
der Clavirn, daß genus Chromaticum gang nicht obſerviret vnd zuwege gebracht
werden kan. Wil man es nun vff den Lauten auch haben / ſo muͤſte man alle Buͤnde
nbſchnelden / vnd ohne Buͤnde drauff greiffen.
Ich bin auch von einem fuͤrnemen Muſico zu Caſſel / Chriſtophoro Cornet
berichtet worden / daß er in Italia dergleichen Inſtrument oder Spinett (wie es do⸗
ſelbſten genennet wird) bey einem Italianer, mit Namen Iulius Cæſar geſehen
e.
Welcher darneben angezeigt / daß keine Nation gefunden werde / die da reiner
vnd perfecter nach ſolchen juftificirten Inſtrumenten, Clavicymbeln oder Spi-
netten ſingen koͤndte / als Græci Muſici, deren derſelben zeit vier Voca les an dem
Ort verhanden geweſen.
Vor etlichen wenig jahren iſt auch ein herrlichppoſitiff an dẽ Ertherzogiſchen Hof
naher Graͤz aus Italia gebracht worden / darinnen gleichergeſtalt alle demitonia
doppelt vnd vollnkoͤmlich zu finden / vnd ein trefflich Werck ſeyn ſol.
—
Das XLI. Capitet.
Clavicytherium.
— —
Iſt
DE ORGANOGRAPHIA. 67
— —— — — —————
St forne fpigig/ gleich wie ein Clavicymbalum, Allein daß das Corpus
vnd Sangboden mit den Saͤiten gantz in die höhe gerichtet iſt: Wie in der
Sciagrah. Col. XV. zuſehen. Ind gibt einen Reſonan / faſt der Cithern
oder Harffen gleich von fich.
Das XLII. Capftel.
Claviorganum.
N St ein Clavicymbel, oder ander Symphoni, do zugleich neben
- den Saͤitten erliche Stimmwerck von Pfeiffen wie in eim Poſt⸗
M if / mit eingemenget ſeyn; Von auſſen aber nicht anders / als ein
Clavicymbel oder Symphony anzuſehen: Ohn allem / daß an
etlichen die Blaſebaͤlge hinden an / in etlichen aber inwendig in das
Corpus hinein gelegt werden.
Das XIII. Capitel,
Arpichordum.
a: einer Symphoney oder V irginall durch ſonderliche Zügevon Meſ⸗
ſings haͤcklin vnter den Saͤttten ein Harffenirender Refonann entſtehet /
vnd zuwege gebracht wird.
— — — — —
Das XLIV. Capitel.
Geigenwerck / Geigen Inſtrument, oder Geigen Clavicymbel.
(in Sciagraph. Col. III.)
Jeſes Geigenwerck (welches an geſtalt vnd Proportion von auſſen
einem andern gemeinem geſpitztem Clavicymbel gang gleich / auch
S A dierſelben groß alſo / daß mans auff ein Tiſch hin vnd her ſetzen / auch
N 2 von einem Ort zum andern gar leicht tragen / vnd einer alleine / doruff
as jenige zuwegen bringen kan / darzu ſonſt fünff oder ſechs Geigen
gehören) iſt von einem Bürger in Nuͤrnberg / Hanß. Haͤyden genant /
erſtlich erdacht / vnd verferrigt / vnd die Invention vielleicht aus der Art der gemeinen
Lyren (do mit einem Rade die Saͤitten angeruͤhret werden / vnd jhren Reſonantz von
ſich geben) anfangs her genommen / vnd den Sachen wetter nachgedacht worden.
Wiewol etliche / als der Galilæus vnd andere wollen / daß vor vnſer zeit allbereit ſolche
Art Geigenwerck inventiret vnd auß peculiret worden ſey. Deme ſey nun wie jhm
wolle / ſo iſt meines erachtens gleich hiebevor fofche Invention nicht vollkommen zu
Werck gerichtet / noch ganz verfertiget worden; Als daß gedachrer Hanf Haͤyde ſol⸗
ches vor die Hand gendm̃en / vnd zum rechten ſtande bracht / wie numehr augenſchein⸗
lich vnd wircklich in der That zu finden. J Es
S
r
6 DE ORGANOGRAPH IA.
Es hat aber ſolch Geigen werck ar ſtatt der Tangentenffinff oder ſechs Staͤle⸗
ne Räder; mit Pergament gar glatt vberzogen / vnd oben mu Colophonio, oder
oleo Spic vella vendulæ (gleich den Grigenſtreiehern / oder wie es ſonſten in ge⸗
mein genennet wird / den Fidelbogen) beſtrichen: Solche Räder aber werden durch
ein ander groſſes Rath vnd vnterſchiedene Rollen / vnter dem Sangbodem liegend /
mit beyden Fuͤſſen von dem Organiſten ſelbſten / vnten an der Erden geregieret vnd
getretten / oder auch wol mit den Haͤnden von dem Calcanten, oben an der Saͤtt⸗
ten an alſo / daß die Räder allezeit im vollen ſchwange gehen vnd verbleiben
muͤſſen.
Wann nun ein Clavis fornen niedergedruckt wird / ſo ruͤhret dieſelbige Saͤitte
an der vmblauffenden Raͤder eins / vnd gibt den Reſonantz von ſich / gleich als wenn
mit eim Bogen druͤber gezogen vnd geſtrichen wuͤrde.
Die groben Saͤitten ſeynd von dicken Meſſings vnd Staͤlenen Saͤiten / mit rei⸗
nem Pargament vmbwunden / alſo / daß die vnterſten faſt ſo dicke ſeyn / als die groben
Saͤitten vff den Baß Geigen / Sintemal etliche in der Tieffen biß ins FF vnnd DD
kommen; Hernacher verlieren die ſich an der groͤſſe allmehlich / daß oben zum Diſ⸗
cant nur allein bloſſe ſtarcke Staͤlene Saͤitten / ohne Pargameat / vffgezogen befunt-
den werden.
Damit aber die jenigen / welche ein ſolch Inſtrumentum vnd Geigen werck
noch nicht geſehen / wiſſen mögen / was es vor ein ſonderbaren Nutz vnnd Gebrauch
der Moderation vnnd Berenderung halben vor andern dergleichen lnſtrumenten
habe; So wil ich deſſelben vornehmen Inſtrumentmachers vnnd Erfinders eigene
Wort vnnd gedancken / welche er in einem kleinen Tractaͤtlein / Anno 1610. im
al geben / anher ſetzen / vnnd eim jeden davon zu judiciren anheimb
ellen.
„ Es haben die Componiften ſonderlch ein zeithero mit allem fleiß dahin ge⸗
trachtet / wie ſie die Muficamim Geſang auffs hoͤchſt bringen moͤchten / alſo / daß ſie
numehr nicht wol hoͤher zu ſteigen hat. Die Muſicaliſche Inſtrumenta aber betref⸗
fend / ob wol an etlichen groſſe Mängel gefunden / als daß ſie der ſchoͤnſten Zier / nem⸗
lich der Moderation der Stimmen mangeln; So hat ſich doch bey fo viel kunſtrei⸗
chen Inſtrumentiſten, ſo jederzeit geweſen / keiner vnterſtanden / demſelben Gebre⸗
chen abzuhelffen / vnd die Moderarion der Stimmen auch ins Clavir zu bringen.
Wie viel aber daran gelegen / die Stimm zu formiren, das wiſſen die jenigen /
ſo in den Capellen, die jungen Knaben vnd Cantores abzurichten pflegen. Es ver⸗
vſtehts auch zwar ſonſten faſt ein jeder / was es fuͤr ein Bbelſtand nur an einem gemei⸗
nen Oratore iſt / wann derſelb im außſprechen mit erhebung vnd mes der
umm /
DE ORGANOGRAPHIA. 65
———— ͤ¶nëᷣ— nn EL gen nina
Stimm / wie es der Text vnd affectus erſoddern / keinen devorum helt; Sondern»
jmmer im gleichen Thon an einander vnabgeſetzt fort redet. So nun daſſelbige im tes
den / vielmehr iſt es im fingen verdrießlich zu Hören. 0
Esift aber ein jedes Clavirtes Inſtrument, ſo wol die Orgeln / welche doch
onſten / was die gravitatem belangt / den Vorzug vor allen andern Inſtrumenten
haben / als auch alle andere Pfeiffwerck mit dieſem Mangel behafft / daß ſte nicht mo-
deriert, noch die Stimmen zum lautten oder ſtillen Klang vnnd Sono gezwungen
werden koͤnnen / ſondern es gibt vnd behelt dit Pfeife ihren Laut in gleichem Thon
wie auch der Inſtrumentiſt den Clarem angreifft / vnd iſt vnmuͤglich die Stimm zu
ſtercken oder zu lindern; Welches aber einer mit dem Bogen auff der Geigen / nach
dem er ſtarck oder leiſe drauff ſtreicht vnd auffdruckt / thun kan: Vnd iſt alſo der In-
ſtrumentiſt auff dem Clavier gefangen / daß er feine affecten nicht / wie ſonſten auff
der Geigen (ob er ſchon den Text doruff auch nicht außſprechen kan) dennoch tan zu
mercken geben / ob trawrige y froͤliche / ernſtliche / oder ſchimpffliche Gedancken in jh⸗
me ſeyn: Welches aber allein durch die moderation der Stimm geſchehen muß.
Vnd ob man wol in den Orgeln mit ab⸗ vnd zunehung der Register / jezt ein ſtilles /
ſanfftes / liebliches / bald wiederumbrin lautes Gedoͤhn vnd Geſchrey machen kan / ſo
heiſt doch daſſelbige / weil es in gleichem Thon ſtill oder laut bleibt / keine Moderation,
ſondern es iſt ein vngeformirte / vngebrochne Stimm / Wie hieforn von einer vnab⸗
gefenten Rede geſagt worden.
Alſo kan man auch die Stimmen auff den Inſtrumenten von Saͤitten / weder
filter noch ſtaͤrcker / als wie es der Clavis an ſich ſelbſt gibt / machen oder zuwege rin»
gen: Vnd leſt ſich der donus nicht erhalten / ſondern ſo bald die Saͤttten getroffen
wird / vnd ſich hoͤren leſſt / verſchwind der Laut wiederumb alſo / daß kein gantz tem
pus gleich vollkommen kan continuirt werden.
Welches abnehmen vnd verſchwinden der Stimm / der rechten Moderation
fel. iſt: Dann dieſelbige ſich von der Stillen in die Staͤrcke ſchwingen
oll.
So iſt auch von noͤthen / da man anderſt daſelbſt einen ganzen Schlag voll⸗
kommen erhalten wil / daß er in mehrtheil diminuirt vnd zwier angeſchlagen werde;
Welches aber wieder die Natur eines herrlichen gravitetiſchen Geſangs in Muteten
vnnd Concerten iſt / ob es wol in Paſſamet zen, Galliarden vnd Tanten paſſi⸗
ren kan.
Auff dieſem Geigenwerck aber kan man beydes haben / als nemblich die Stim
me / ſo lang man wil continuiren vnd moderiren, vnd nicht alleine ein brevem, »
ſondern auch gar ein longam vnd en, onabgefent an einander continui-
ij ren,
70 DE ORGANÖGRAPRIA.
ren, welches auff der Geigen (wegen des kurtzen Geigen Bogens) auch nicht ſeyn
t
an. :
Vnd ob wol der Text mit Worten ſich nicht außſprechen leſt / fo kan doch der In-
ſtrumentiſt feinen ſenſum zu erkennen geben / ob trawrige oder fröliche Gedancken
in jhme ſind / Nach dem er das Clavier frech oder lind angreifft. Fuͤr eins.
2. Zum andern kan der Inſtrumentiſt nach ſeinem ſelbſt gefallen mit der
Menſur abwechſeln / die jetzt langſam / dann bald wiederumb geſchwinder fuͤhren:
Welches auch die affe ctus zu movirn, nicht vndienlich: Ind in andern Inftrumen-
ten gleicher geſtalt kan in acht genommen werden. ö
3. Zum dritten kan auch der Geſang vnverſehens / wann es der Text alſo er⸗
fodert / bald laut re fonirent, bald ſtill / bald wiederumb lautklingend gemacht
werden.
4. Zum vierdten iſt es ganz luſtig vnd verwunderlich zu hoͤren; Ob es wol
nur ein Clavier, vnd ein eintig Stimmwerck von Suͤttten hat / daß doch einer allein
daſſelbige alſo verſtellen kan / daß man nicht anders meynet / dann es ſeyn zween on»
terſchiedliche Chor gegen einander / auch zween vnterſchiedliche Inſtrumentiſten,
die mit einander certirn, vnd einer dem andern reſpondire.
1. Zum fuͤnfften kan man auch einen natuͤrlichen Echo darauff hoͤren laſſen /
gieich als wann es einen Nachtlang oder Widerſchall aus dem Wald / oder zwiſchen
den Bergen herfuͤr gebe.
6. Zum ſechſten kan mans auch auff die manier vnd Art anderer Inſtrument,
ſonderlich aber gleich wie eine Lauten machen / vnd herfüͤr geben.
Zum ſiebenden / Wann einer begehrt in einer Stimm den Choral zu fuͤh⸗
ren / vnd daß man denſelben vor den andern Stimmen heraus ſtaͤrcker / vernehmlich
le Es ſey nun im Baß / Tenor oder Diſcant / ſo kan es alſo auch gar ſehr wol
geſchehen.
0 8. Zum achten / wie man ſonſten in die Pfeiffwerck mit einem ſonderlichen
Regiſter Tremulanten macht / ſo kan daſſelbig auff dieſem Clavier ohn einig Regi⸗
ſter / allein durch eine freye Hand langſam oder geſchwind / tremulirent vnd zitternd
gemacht wer den. I
9.10. Zum Neundten / leſt es fic auch auff gut Seyrerifch: Vnd zum zehen⸗
den wie Sackpfeiffen vnd Schalmeyen machen vnd hoͤren: Damit man die Weiber
vnd Kinder / fo ſich ſonſt der Mufica nicht viel achten / auch wol groſſe Leute / wenn ſie
in etwas mit eim guten Trunck beladen / erfrewen kan.
In. Zum eilfften gibt es auch ein Cithern Art / wie die jungen Geſellen pflegen
gaffatuın zu gehen.
Zum
DE ORGA NOGRAPHIA. 71
12. Zum woͤlfften iſt auch die Geigen Baſtarda genant / darauff gut sucon-
trafäßten,
13. Zum dreyzehenden kan man auch ein Fuͤrſtliche Hof ⸗ vnd Feld Muſicam
darauff hören laſſen / nicht anderſt / als wann jhrer zwoͤlff mit Trommeten vnd Cla-
reten gegen einander natuͤrlich blieſen: Darzu dann die Heerpaucken / weiche in etli⸗
chen dieſen Geigenwercken mit einbracht / vnd durch ein Regiſter gezogen werden /
nicht ſo gar vbel mit einſtimmen.
14. Zum viertzehenden / Ob wol diß Inſtrument nur eine einfache Saͤitten
bey jedem Clave hat / vnd wann es zugedeckt iſt / ein gar ſtillen ſanfften Reſonang
gibt wie Geiten / alſo / daß es in einem engen Gemach lieblich zu hoͤren iſt; So kan
mans doch auch / wenn man wil / vnd es offen gebraucht wird / ſo ſtarck machen / daß
es ſich vnter einem gamen Chor von Singern vnd Inſtrumenten herauſſer gar laut
vnd vernehmlich hoͤren leſſet.
Diß alles / vnd ſonſten noch mehr kan ein Organiſt zuwegen bringen / dieweil es
auders nicht / dann ein gemein Clavier, vnd keines ſondern Griffs oder applicati-
on bedarff / allein daß man mit einer leichten Hand / vnd nicht mit voller gewalt ins
Clavier hinein falle.
Denn es wil hierbey eine ſehr fleiffige Ibung hoch von noͤthen ſeyn / daß der Or⸗
ganiſt 1. ſteh exercire vnd gewehne mit den Fuͤſſen / die beyde höfgerne Breterlein vn⸗
ten an der Erden / welche die Naͤder oben regieren vnd vmbfuͤhren nach dem Fact,
denn er oder die Muſici halten / ſtetig vnd vnableſſig zu treten; ſo kan er alsdann im
Tact deſto beſſer fortkommen / vnd vmb fo viel weniger jrr gemacht werden. 2. Daß er
gar eigendliche vnd gute auffacht habe / die Claves mit den Fingern nicht zu hart oder
gar zu gelinde angreifen / damit etliche Saͤitten nicht zu laut ſchnarren / die anderna /
ber zu wenig / oder gar nicht re ſpondiren: Welches dann von eim jeden ohnt ſonder⸗
bare fleiſſige ſtete vbung ſich anfangs nicht thun laſſen wil.
Welcher aber unn deſſen ein wenig gewohnt iſt / vnd verſtehet die giebligkeit vnd
moderation, ſo er vff dieſem Inſtrument haben kan / der begehrt fich keines andern
zu gebrauchen. Es iſt auch vmb fo viel deſto annemlicher / weil es nit ſo viel ſtimens / als
die Lauten vnd Geigen / oder auch andere Beſaͤittete Inftrumenta bedarff / von wegen
daß die Saͤitten nicht ſchaͤffen / ſondern alle von Meſſing vnd Staal ſind / welche durch
langen Gebrauch je lenger je beſſer werden / vnd fich nicht bald verſtimmen. .
Vñ weil vielleicht dieſes Werck vnd Inſtrument von etlichen (die ſolches noch nit
in der bung vnd Gebrauch haben / vnd auch entweder zu practiciren, vñ ſich zu ex ·
erciren verdroſſẽ ſind oder aber gantz nit daruff fortkomen koͤñen) verrichtet / vnd vor
ein BawrenſLeyrwerck geachtet werden moͤchte. So bitte ich / fie wollens au
a
72 DE ORGANOGRAPHIA.
— —— — . —— — äd —
bald ſchenden oder verachten / ſondern ſich ſo lang gedulden ! biß fie deſſen gewohnen /
vnd ihme ſeine Art recht zu geben wiſſen: Alsdann zweiffele ich nicht / ſie werden
ſich deſſen mit Luſt vnd Verwunderung gebrauchen / vnd mn hiefuͤr / daß fie mim die
moderat ion im Clavir nuch haben koͤnnen / fleiſſig dancken. Vnd daß ſich ſolches
alſo verhalte / habe ich ſelbſt an etlichen in der That befunden / die anfänglich dahero
davon gar nichts gehalten / weil es jhnen nicht allein zu ſchwehr worden / ſondern auch
aus faulheit vnd nachleſſigkeit ſich darumb nicht bemuͤhen wollen. Als fie es aber vor⸗
genommen / vnd ſich doruff mit fleiß eewas exercirt vnd geuͤbt haben / iſt jhnen daſſel·
be ſo lieb vnd angenehm worden / daß ſie doſſen nicht ſattſam vnd vberdruͤſſig gebrau⸗
chen koͤnnen / ja auch viel lieber vff einem ſolchen Inſtrument / als einen guten Glavi-
chordia oder Claricymbelpracticiret vnd geſchen haben.
A Das X IV. Capftel.
Regall.
(in Sciagraph. Col. Iv.)
. Ftcch das wort Regall wird nit alleine verſtarden / das Ser n ur⸗
eck fo gemeiniglich vnnd meiſtentheils von MeſſingsPfeiffen
fornen in der Bruſt an den Orgeln gefunden wird: Sondern es
wir d auch diefes in Käyf. Rönig- Chur-ond Fuͤrſtlichen Capel⸗
len ein Regall genennet / do in einem lenglichten ſchmalen Kiſt⸗
lein ein oder mehr Schnarrwercke verborgen liegen / hinten mit
zweyen Blafebälgen/ vff einen Tiſch gefeger vnd in der Muſic gar fuͤglich vnd viel beſ⸗
fer / als ein Clavicymbel oder Symphony kan gebraucht werden. Dann die Clavi⸗
eymbel ſind in voller Mufic gar zuſtille / vnd toͤnnen die Saͤitten ihren Klang vnd Re⸗
ſonant vber einen halben Jact nicht viel Continuiren.
In den Regalln aber continuirt fich nicht allein (ebener maſſen wie in Orgeln)
der Sonus, fo lang vff dem Clave ſtill gehalten wird / welches dann ſonderlich in con-
certen hochnoͤtig: Beſondern es kan auch / bald / mit vberlegung oder zuſchiebung
des Deckels / gantz ſtill; bald / wenn es wiederumb eroͤffnet wird / gar ſtarcklaudent ges
macht / alſo / daß es ſich unter einer vollen wolbeſtaͤlten Mufic von Vocaliſten vnnd
Inſtrumentiſten gar eigendlich herauſſer vernehmen left: Vnd alſo nicht allein in
in Juͤrſtlichen Gemaͤchern vor der Taffel vnd andern ehrlichen Conviviis, be ondern
auch in kleinen vnd groſſen Kirchen faſt beſſer als ein Poſitiff mit Luſt angehoͤret vnd
gebraucht werden.
Meines
DE ORGANOGRAPHIA. 73
Meines erachtens koͤn dte man eins vom andern deſto beſſer zu vnterſcheiden /
das Regal, in der Orgel / Regalpꝙfeiffe / dieſes aber / Regal Werck nennen; Dar
mit man ſich im außprechen deſto beſſer darnach zurichten hette.
Es werden aber in einem ſolchen Kaͤſtlin oder Regal Wercke bißweilen nur ei⸗
ne Art Regal feiffen / oder Schnarrwercklein vff 8. ff. Thon: Vißweilen zwey
Schnarrwerck / do eins vff 8. das ander vff 4. fl. Thon gerichtet: Bißweilen drey
Schnarrwerck / do drey Octaven vber einander / vnd die vnterſte darunter vff 16. ff
Thon iſt. In erlichen hat man das vierdte Regiſter mit eim kleinen repetirenden
Zimbel darbey / welches dann faſt wie eine halbe Orgel anuhoͤren iſt.
Ind find beydes der ſtructuren ſelches Käftleins / vnd auch der RegallPfeif⸗
ſen ſo darinnen verhanden / viel vnd mancherley vnterſchiedene Arten / die allhier zu
ſpecificiren vnd zu beſchreiben viel zu weitlaͤnfftig ſeyn wollen.
Inter denen aber die ſo bißher u Wien in Oeſterreich gefertiget worden / faſt
beſſer als andere: Wiewol anch viel herrliche gute / von andern Meiſtern verfertigte
Regall Wercke / deren man ich mit Luſt zu gebrauchen / gefunden werden.
Sonderlich / do die vnterſte Regallspfeiffe C vff d. fl. Thon / ohngefehr . oder
37 · Zoß lang / vierecket / oben gang zu / aber vnten mit 3. 4.5. mehr oder weniger Loͤ⸗
cherlin widerumb eröffnet / von Zien gearbeitet iſt; denn dieſelbe / wie im I V. Theil
a geſagt wer den / einem Dolcian oder Fagotten nicht vngleich / vnd ſehr
lieblich ſeyn.
Sonſten werden ſie auch vff dieſe Art doch etwas kuͤrter / und oben gantz eroͤff⸗
net: Etliche auch von Meſſing vff mancherley Art gearbeitet: Welche aber nicht ſo
lieblich am Reſonan ſeyn koͤnnen / als die gedaͤckten.
Vor zwey Jahren hat einer an eim vornehmen Ort / nicht weit von hier gar fei
ne ſubtile Regallwercklin mit hölgernen Pfeifflin zu machen angefangen / welche nit
allein von gutem / ſtillen / ſanfften vnd lieblichen Reſonantz / ſondern auch gar leicht
vnd bequem von einem Ort zum andern ſortzubringen vnd zu tragen ſeynd / vnd mir
vor andern ſehr wolgefallen.
Die kleine Regal Wercklin / ſo man in die Blaßbaͤlge legen / vnd zu Nürnberg
vnd Augſpurg erſtlich erfunden worden / ſind zwar ſehr behende vnd bequem zu tra⸗
gen vnd fortzubringen; allein die RegallPfeifflin find wegen deß / daß ſie in dem klei⸗
nen Corpore, wegen des engen raums / nicht groß / ſon dern kaum einen Zoll hoch
gemacht werden koͤnnen / gar zu Schnarrhafftig.
Bey Regenſpurg in Baͤyern habe ich ein Regal Werck geſehen / welches von
einem Muͤnche erdacht vnd gemacht worden / do die Mundſtuͤcke von. Holt / vnd das
Zuͤnglin oder blaͤtlein von Schilffrohre / ee die Roͤhre zun este
j nitru-
74 DE ORGANOGRAPHIA.
Inſtrumenten, als Dolcianen / Krumbhoͤrner / Schalmeyen vnd Sack pfeiffen / ꝛc.
machen muß: Vaud hat keine ſonderlich Corpora der Regallyfeiffen gehabt / ſondern
find dte Corpora durchs ganze Regall Corpus durch vnd durch gebohret vnd verlet⸗
tet geweſen / alſo / daß der Reſonan vnten zum Bodem heraus gangen. Daſſelbe hat
war eine ſchaͤne liebliche Art vnd ſehr ſtillen Reſonantz gehabt / aber weil die blaͤtlin
wegen des Schilffrohrs / darvon fie gemacht / gar wandelbahr / hat man jmmer daran
iu ſtimmen vnd einzuziehen gehabt.
Vnd allhier muß ich dich hinzu zuſetzen nicht vergeſſen / daß etzliche vermeynen /
das Regall habe den Namen daher / daß das erſte / ſo von dem erſten Ser Dies
Wercks gefertiget / Regi cuidam, einem Könige zum ſonderlichen præſent offerirt
vnd 215 Regale, quaſi dignum Rege, Regium vel Regale opus genennet
worden ſey.
Es iſt ein vornehmer Orgel⸗vnd Inſtrumentmacher jens an einem Churfuͤrſt⸗
lichen Hofe / welcher vorgibt / er wolle vnd koͤnne ein Regall, welches in Jahr vnnd
Tage / ob es auch gleich aus der kaͤlte ins warme / & contra gebracht wuͤrde / ſich nicht
verſtimmen ſolte / verfertigen. Welches / ſo es zu Werck (doran ich doch noch gar ſehr
tweiffele) kan gerichtet werden / mit keinem Gelde zu bezahlen: Denn was vor Mühe
vnd Vngelegenheit es einem Organiſten vnd Direktori in der Muſic giebet / wann
man in der Kirchen oder vor der Taffel mit etlichẽ Regallwercken per clioros muſi⸗
cirẽ wil / ſonderlich aber im Winter die Regall aus der Kirchẽkaͤlte in die warme Taffel
Stuben bringen muß / bin ich mehr als zu viel mit groſſer Beſchwerung jñen worden.
Sintemal es ſich alſo in der Warheit befiudet / das die Metallpfeiſfenin den Kirchen
nit aber ſo ſehr in den groſſen als in dẽ kleinern / do im Winter die kaͤttevnd im Sotder
die hitze leichter durchdringen kan / vnd in den groſſen gewelbeten Kirchen / gleich wie
in Kellern im Som̃eres fein kuͤhle / im Winter aber nit ſo gar ſcharffkalt) von der kaͤlte
im Winter bevorab / wenn eine gar groſſe Kaͤlte bißweilen ſo gar hefftig vnd inſtendig
anheleforieff herunter gezwungen werden / daß ſie vmb ein halb Semitonium, ſo ichs
alſo nennen darff / wo nicht weiter / herunter ſenckt / welchs man dann in den blafenden
Inſtrumenten, als Zincken / Floͤiten / Poſaunen / Pom̃ern vnd Jagotten / fuͤrnemlich
aber an Pofitiffen / welche in den warmen Gemaͤchern ſtehen bleiben ( wiewol ſich dies
ſelbige wegen der groſſen hitze von den warmen Ofen nach mehr in die hoͤhe begeben)
Sar eigentlich obſerviren vnd befinden kan. Darüber fich dann nicht wenig zu ver⸗
wundern / daß alle Stimmen in einer Orgeln / darinnen offt etliche hundert / ja etliche
tauſend / wie dann in der Dansiger Orgel 7a. Pfeiffen gefunden werden / von jrem
rechten Thon / darinn ſie anfangs rein eingeſtimpt worden / allzugleich mit einander
im Sommer indie höher im Winter in dis tieffe abw eichen. 3
ar
DE ORGANOGRAPHIA. J.
Jui gegenchelf aber die Regall vnd alle Schnarrwercke im Sommer vnd in der
le tieffer / im Winter aber vnd in der Kälte höher vnd junger werden. Was nun die
Vrſach ſolcher groſſen mutation vnnd Verenderung davon wird in folgenden IV.
Theil etwas erinnert werden. Cadifam ſivelimus inquirere, inquir Pominus S.
C. eam in diſerimine metalli conſiſtere a rbftror, quod ſtanntim velplumbum
calore contrahatur, æs Lypſium verò dilatetur. Id quod diſci poſſet ex artifi-
cibus qui iſta metalla tractant. Cauſa in a᷑rem conferri per ſe non poteſt, niſi
quando propter calorem & frigusmetaltaafiicit, aliàs ſi aer calore dilatare-
tur, in piambo& ere Gerte eundem effectum producerat. Sed hoc non fit.
Ergò tantum in metallis cauſa quærenda. N
Weil aber hiervon gar mancherley Meynungen vnnd opiniones vorzufallen
pflegen / erachte ich allhier weitlaͤufftiger darvon zu dilcurriren gantz vnnoti
Daß es aber war / vnd in der That ſich alſo befindet / kan vnter andern auch da⸗
hero abgenommen werden / daß eine Pfeiffe von Metall / fo bald ſie von dem Orgel⸗
macher / in dem das er ſtimmet / oder auch ſonſten angeruͤhret / vnnd in die Hand ge⸗
nommen wird / vnd alſo eine waͤrme von der Hand empfinde / ſo bald endert ſie jhren
Thon / vnd weichet eewas in die hoͤhe; Alſo bald aber fie ein wenig wiederumb vnange⸗
griffen ſtehen bleibt / bekoͤmpt ſie wie derumb jhrenrachten Thon: Welches dann auch
A blaſenden Inſtrumenten, als ſonderlich in Zloͤleen vnd Zineken mercklichen ge⸗
ſpuͤret vnd befunden wird. Ind wiewol etuche der Meyn ung ſind / daß die Orgeln vnd
oſitiff/ darinnen alle Stimman von hoͤlgernen Pfeifen ſolcht groſſe Mutation ſo
chr nicht empfinden / ſo gibt doch die Erfahrung / daß in den Orgeln / da nchenſt den
Metallpfeiffen / auch etliete fonderba Stimmen von holtze mit eingebr al⸗
les / ſo wol die hoͤlzernen / als die Metalſpfeiffen mit einander zugleich abgewichẽ find
weil keine ſonderliche Diſcordantꝛ, wenn fr ziſammen gezogen werden / zu befinden.
Vnd dieweil noch zur zeit don feine die eigentliche Vrſach vnd rationes probabi-
les ſolcher Mutation vnd Verenderung eingefuͤhrt werden koͤnnen: muß man es bil⸗
lich vor ein ſondorbar Werck Gottes / der ſolchs in die Natur gepflannt / haltẽ vñ acheẽ.
Ich hab es vor der dett niemals gleuben wollen / biß daß ich es numehr ſelbſten in
der That vnd Warheit alſs empfunden vnd erfahren habe. f
Das XL VI. Capitel.
Von etlichen andern / vnd ſonderlich der alten Inſtrumenten.
0 Noch habe ich in der 3. 33. vnd 34. Columnen des Theatri Inftrumenterum,
oder Sciagraphix etliche der alten Iaſtrumenta Muſicalia, wie ich dieſelben in
eim alten Buch / fo durch Sebaftianum Virdung / Prieſtern zu Amberg verdeutſcht /
unnd im Jahr Anno 1511. zu Baſel gedruckt . mit einfegen are
Y nd
76 DE ORG ANOGRAPHIA.
Ind dieweil ich ſonſten keineu Bericht oder Nachrichtung haben konnen / wie vnd
weicher geſtalt dieſelbe vns jetziger zeit vnbekante Iuſtrumenta gebraucht worden:
Habe ich der Notdurfft ſeyn erachtet / jhre Beſchreibung aus demſelben Buche von
Wort zu Wort allhier mit einzubringen.
— — — ——— — — —
Nu. F.
C Horus iſt ein Inſtrument geweſen / weſchs forn ein Mundſtuͤck gehabt / darin
man blaſen kan / in der mitten ĩwey Roͤhren / vnd vnten ein groß Loch / da die
Stimme vnd der Wind wiederumb heraus gangen.
—— —— ôül—ᷓ—ᷓ—— —
Pſalterium.
Num. II.
Pſalterium dechachorum.
Aum. III. IV.
As Plälteriumift off weverſey Art formirt geweſen / als nem
lch dreyecker / gleich eim Triangel, Num. 2. vnd z. vnd vierechui/
Num. 4. Wie in dem Featro vder Sciagraphia zu befinden.
N. Es ſeynd aber in vorgedachtem Buch des Auroris verba
une dieſe: Das Pfalterium,fonody jego im Brauchiſt / habe ich nie»
. mals anders geſchen / als dreyecket: Aber ich bin der meynung /
daß das Vnginal, welches man mit den Clavibus vnd Fedder⸗
kielen ſchlaͤgt vnd tractiret, erſtlich von dem Pſalterio n machen erdacht ſey: Ind
ob wol das Virginal gleich einem Clavichordio in ein langen Saden gefaſſet wird;
ſo hat es doch viel andere Eigenſchafften / ſo ſich mehr mit dem ſalrerio, als mit dem
Clavichordio vergleichen: Sintemal man zu eim jeglichen Clave eine ſonderliche
Saͤitte haben muß / vnd ein jegliche Saͤitte lenger / auch hoͤher denn die andere muß
gezogen ſeyn: Daher dann aus dem verkuͤrtzen vnd abbrechen der Saͤiten faſt ein
a vff dem Inſtrument / oder Virginalfaften erſcheinet / vnnd ſich ſe⸗
hen leſt.
—
Cithara Hieronymi.
Num. V. V J. VII. III.
Ich
DE ORGANOGRAPHFA. 7
J Ng cich ſeynd / welches auch vielleicht wol det Mahlers ſchuld
N ſeyn kaͤndte + ſo ſeynz ſie doch anch zu der dreyeckten Form ge⸗
Frichtet: Aber gleichwol ſo haben die newe Harſſen vngleich
mehr Saͤitten Denn die alten gend viel beſſer am Reſonanz /
vnd werden ſubtiler vnd ſchoͤner ander geſtalt lormiret, auch
bequemer daruff ur lernen vnd zu ſpielen.
Tympanum Hieronymi.
Num. IX.
O As Tympanum qe zu dem Lobe GOttes des Almächtigen gar
8 W ſehr gebraucht worden / vnd in der heiligen Schrifft offt erweh net
wird) find ich aſſo gemahlet / als eine lange Pfeiffe / die oben cin
N ücketdarinn man pfeiffet / vnd vnten zwey Locher her / da
die Stimm vnd der Wind heraus gehen;; Vnd int alſo gemacht
b geweſem daß es eine Tram in einer Hand hat tragen migen.
bieſet vnſerer zeit aber heiſt man Jymp amm, Nit groſſe
Heerpaucken (Got XXIII von füpffern Keſſein gemacht / mit Kalbofacden vber⸗
zogen / dariff man mit Kfuͤpffein ſchlaͤgt: Welche an Fuͤrſten⸗ vnd groffer Herren
oͤfen zum Emn⸗ vnd Auß ng zum Tiſch⸗ vnd Tanz blafen / auch zu Kriegszeiten in
deldzuͤgen gebraucht werden. Ind das feyn gar vngehewre Rumpelfaſſer. Man hat
auch ſonſten noch andere Paucken / ſo Soldaten Trummeln genennet werden / daben
man die Zwerech⸗ oder Schweitzerpfeiffen brauch et.
Sonſten iſt noch ein klein Paͤncklin (Col. IX.) ſe von den Frantzoſen vnd Nie⸗
derlaͤndern gar ſehr gebraucht wrd / alſo/ daß man mit der lmcken Hand das Paͤuct⸗
lein / vno darbey ein Schwaͤgel oder Stammenttenpſeiff / welche oben 2. Vnd vnten
ein Loch hat mit dreyen Fingern helt / vnd allerley Taͤntze vnd Lieder daruff pfeiffen /
1 ta Dee rechten Hand mit eim Kluͤpffel vff dem Paͤucklein zugleich mit einſtim⸗
men kan.
Tuba Hieronymi.
ö Num. X. ö
lem ſagt / daß Tuba geweſen ſey von dreyen Mundſtuͤcken / do der wind
hinein gangen: Die bedeuten den Vater / . H. Geiſt in Trinkate:
ij D ie
75 DE ORGANOGRAPHIA,
Die vier Haͤuptſtůck aber / do die Stimm vnnd Vind heraus gangen / ſolten die vier
Evangeliſten bezeichnen.
—
— —— Subeeen —
Organum Hieronymi.
Num. XI.
Fiſtula Hieronymi.
Num. XII.
Iſtulam beſchreibt er alſo / in dem er ein Iuſtrument; gleich einem Winekelmaß
formiret, welches das heilige Creutz / vnd das viereckete mit zwoͤlff Pfeiffen ſolle
Chriſtum vnd die zwoͤlff Apoſteln bedeuten.
Zimbalum Hieronymi.
Num. XIII.
W.woffpfeiffen / ſo wol in dem Orzano, als in dem Cymbalo
ZEN ſollen auch die zwoͤlff Apoſte / n bezeichnen. Num. 14. iſt eine form von
DN een alten Geigen.
n Worzu aber / vnd welcher geRalt alle dieſe Inſtrumenta bey den
Alten ſeynd gebraucht worden / weiß ich nicht / habe auch deren keines
gehoͤret noch geſehen. Es haben auch die Poeten noch vielmehr Inſtrumenta von
ſelzamen Nahmen beſchrieben / davon ich auch anders nicht wiſſen noch erfahren
kan / denn daß es Inſtrumenta Muſicalia geweſen ſeynd: Wie ſie aber geformieret
oder geſtalt beſſer oder boͤſer huͤbſcher vnd heßlicher / ſubtiler oder groͤber / als die vnſeri⸗
gen / daſſelbe tan ich noch zur zeit bey keinem Autore finden / der hiervon etwas eigent⸗
liches geſchrieben hette. Ich glaube aber / daß in den nechſten hundert Jahren alle In-
ſtrumenta Muſicalia ſo ſubtil / ſo ſchoͤn / fo gut / vnd fo wolgemacht worden ſeynd / als
fie Orpheus, noch Linus, noch Pan, noch Apollo, noch keiner der Poetẽ geſehen oder
gehoͤrt hat / vñ dz noch mehr iſt / muͤglich zu ſein erachtet hab zu machen oder zu erdenckẽ.
Man fin det auch ſouſten noch vielmehr doͤrlicher Inftrumenta die auch für Mu-
ſicalia geachtet werden: Als Trumpeln / Schellen / Triangel / Jaͤgerhorn (in Scia.
Col. 22.) Achernhorn / Kuſchellen / Pruſchen vff dem Hafen: (Col. X XXIII. Pfeiff⸗
lin aus den Fedderkielen / Lockpfeifflin die Vogelſteller Loͤrchenpfeifflin / Wachtel⸗
Maͤiſenbeinlin / Pfeiffen von Strohelmen vnd den grünen Rinden vnd Blettern der
Baͤumen gemacht.
Vnd biß hicher Sebaſtian Vihrdung.
Was
DE ORGANOGRAPHIA. 75
Was aber fonften noch allerley anderer Art Inſtrumenta in der Sciagraphia,
(als das Hackebret / Col. XVIII. Bawrentyra / Schluͤſſelfidel / Strohfidel / Cym⸗
belchen / Gloͤcklein / Singetugel / Vnrambour de Biſcaye, Col. XXII: Heer; o⸗
der Keſfelyaucken / Soldaten Trummel / Amboß / Column. X XIII. Auch an⸗
dere Muſcowiterſche Tuͤrckiſche ſelzame frembde Inſtrnmenta, Col, 29. 30:31.) ab⸗
eontrafeyt gefunden / vnd etliche darunter billich / wies Sebaftian Bihrdung nenner
Doͤrliche / oder aber dumpen Inſtrumenta koͤndten genennet werden; weil dieſelbe
eim jeden bekant / vndzur Muſic nicht eigendlich gehoͤren / iſt onnoͤtig / darvon etwas
zuſchreiben / oder zu erinnern: Allein diß / daß das Amboß darum auch mit in die
Sciagraphian geſetet worden / dieweil Pythagoras aus deſſelben Klang vnd Vnter⸗
ſcheyd der Haͤmmer examiniret vnd erfunden hat worinn / vnd in welchen propor
tionibus der Vnterſcheyd derer Confonantien, fo damals Conſonantiæ Mußce
genennet worden / als nemblich der Octar, Quint vnd Quart beruhete. Darvon
aber in Boethio lib: i. Muſiees, cap. 10. & 11. So wol in 2. Exercitat ione Sethi
Calviſij ein mehrer vnd außfuͤhrlicher Bericht zu finden.
| Das XLVII. Capitel.
Von Orgeln.
(Col. II. & XIXV. XXXVI.)
— —
82 hen / vnd weitlaͤufftiger ans
eil nicht tan begriffen werden / So ſol im folgenden dritten vnnd
vierdren Theil dieſes! I. Tomi nattitr Bericht folgen vnd angezeig / werden.
Die Abcontrafeitung eines Poſttiffs iſt Col. I V. zu finden.
Das XLVIII. Capitel. f
Von dem poſttiff (Col. XXX vi) ſo zu einerley
Pfeiffen drey abſonderliche Regiſter
hat. Alltier
de DE ORGANOGRAPHIA.
(hier muß ich auch dieſes gedencken / daß ein alt Pofitiff / doch von
FERN gar ſauberer / reiner vnd fubtiler Arbeit fo von einem Mirich ſolge⸗
NI 0 che macht worden ſeyn / mir zu handen kommen; Welches dem Koͤntge
un Denntmarck / Chriſtiano IV. zubracht (deſſen Jormvnd ſtru⸗
Aur im Theatrum Inſtrumentorum Col. . zu finden.
In demſelben find nur einerley Pfaffen / nemlich ein Offen Prin⸗
cipaͤlgen von 2. Fuß Thon / vnd wiewol nur 38. Claves oder Clavir vom F biß ins d /
ſo ſind doch der Pfeiffen noch eine Octay druͤber / oben in der mitten des corporis in
Die zunde henumber ge winden geſczet. N f
Ju folchen eintigen Pfeiffen find drey Negiſtrt / a. unt rechten Thon der vnter⸗
ſten Pfeiffen / das a. zur Quint: das z. zur Octar druͤber, vnd kan ein jebes Reg iſter
vor ſich febſtenalleint vnd abſanderlich; hernacher auch zwa / vnd dann alle drey Re⸗
läd gebraucht werden daß alſo in einerley Pfeiffen off einem
e ten unt auth drey diſcreti ſoni, vnd vuterſchiedene Laut / als nemblich ne»
ben dem rechten Tono ‚die Quint vnd Octav reſoniret vnd ſich hoͤren leſt. Wie nu
ſolches zugehe / laß ich elnen verſtaͤndigen Orgelmacher darvon jndiciren, vnd wolte
wuͤndſchen / daß ein e ſich vnternemen wolte.
Vber das ſo iſt auch diefes noch ein Kunſtſtuͤcke an dieſem Wercklin / daß es /
wenn die eine helffte der Bley oder Gewichten / ſo dieſerwegen von einander zertheilet
vnd halbieret ſeyn) von den Blaßbaͤlgen abgenommen werden / gar ein ſanfften ſtillen
Refonann / gleich den Querflöcten von ſich gibt vnd fie nicht anders hören leſt / als
wenn ein Stimmwerck Querſlatren zuſammen accordirt vnd geblaſen wuͤrden.
vo Das XI. Cape. |
N erliche Exempel / ſo vff der Viol de Baſtarda, vnnd derglei⸗
chen Art gebraucht werden / hinden an ſetzen wollen; Darmit die jenigen /
N fo dergleichen noch nicht geſthen auch in ewas Wiſſenſchafft
e Art beſchaffen ſey /
gen.
Dritter
DE ORGANOGRAPHIA.
Dritter Theil
Dieſes
TOMI SEC UND.
Von den Alten Orgeln.
Darinnen
Von der dignitet endexcellentz der Orgeln.
Wie lange ſie im gebrauch / vnd wer fie erſtlich erfunden.
Von den allererſten vnd Kleinern Orgelwercken / wit dieſelben aus
ſenglichen an Stimmen vnd ſonſten geweſen.
Von den nechſtfolgenden Mitlern Wercken.
Wie vnd wann das Pedall erfunden,
Von den gar Groſſen alten Orgelwercken.
Von der Diſpoſition der Claviren in den alten Orgeln: vnd was
vor Harmony zu der zeit darauff zu wege gebracht / vnd ge⸗
uͤbt worden.
Vom Thon der alten Orgeln / vnd wie die Claves von Pfeiffen
diſponirt geweſen.
Von dero zeit Blaſebaͤlgen.
Von vnterſchiedenen Nahmen der alten Orgeln.
Vom vnterſchied der alten vnd jetzigen newen Orgeln.
Wie vnd welcher geſtalt dit Spring⸗vnd Schleiffladen erfunden:
Die Clavir: ſo wol
Die Stimmen vnd Pfeiffen geendert vnd vermehret / vnd biß zu
vnſer jetzigen zeit alles zum beſſern Stande bracht worden.
£ Das I. Cay.
8% DE ORGANOGRAPHIA.
3—————
Das I. Capitel.
Von der dignitet vnd fuͤrtreffligkeit der Orgeln / vnd wie dieſelbige
alleine vnd ſonderlich zum Kirchen ⸗ vnd Gottes dienſt gerichtet /
allen andern 5 vorzuzie⸗
en ſey.
op As etliche es dafür achten / das nechſt der Theologia, der hoͤchſte lo
cus, der Muſicæ, (als einer ſchoͤnen herrlichen Gaben Gottes / vnd die
ein Vorbild vnd Gleichniß iſt der himliſchen Muſic / wie die heiligen
Engel Gottes mit dem gantzen himliſchen Heer jhren Schoͤpffer / in
einer lieblichen Harmonia ſtetigs ohn vnterlaß ruͤhmen vnd preiſen /
vnd das Sanctus, ſanctus, ſanctus Dominus Deus Sabaorh, fin-
gen) billig gegeben vnd zugeeignet werden ſolle: Iſt vnter andern vielen derſelben nutz
barketren / Krafft vnd Wirckungen vielleicht dieſe nicht die geringſte Vrſach / daß die
Muſica an jhr ſelbſt mehr fuͤr ein Geiſtlich / als Irꝛdiſch weſen zuhalten / vnd dahero in
der Menſchen Hertzen eine jnnerliche Andacht deß Geiſtes / GOtt den Allmechtigen
mit ſchoͤnen Pſalmen vnd Lobgeſaͤngen deſto inbruͤnſtiger zu preiſen / erwecket. Dar⸗
umb dann auch beyde Koͤnnige / David vnd Salomon / als fie den Gottes dienſt im
Tempel vnd Tabernackel zu Jeruſalem auffs herrlichſte vnd zierlichſte anrichten wol⸗
len / ſo viel Muſicanten / Singer vnd Inſtrumentiſten / mit groſſen fleiß vnd vnko⸗
ſten darzu beſtellet / das Volck deſto inbruͤnſtiger vnd eyferiger zumachen. Zu welchem
end auch David ſelbſt feine Harpffen gebraucht / vnd ohn zweiffel etliche herrliche Or⸗
gelwercke wegen groͤſſe deß Tempels / fertigen vnd ſetzen laſſen.
Darumb die Kirchen Muſica, als ein Gottes dienſt / auch noch heutigs Tags
billig in Würden gehalten / vnd mit aller reverentz celebrirt werden fol: Dazu dann
Kunſtreiche beruͤhmbte Organiſten / welche die Zuhoͤrer mehr auffmuntern / als ver-
droſſen machen / gehoͤren: die auch ſelbſt mit rechter Andacht / die Text oder Pſalmen / ſo
ſie melodiren, im Hertzen vnd Gedancken Gott fürtragen. Wann man aber dieſes
nicht in acht nehmen / ſondern einen jeden der nur ein Taͤntzlein machen kan / ohn vn⸗
terſcheidt darzu auffſtellen wil / ſo wird auch die Kirchen Muſica leichtlich in verach⸗
tung kommen / vnd wegen ſolches mißbrauchs endtlich wol gar außgemuſtert werden /
wie die erfahrung bezeuget.
Vnd gemeiniglich wandert die Religion derſelben nach / wie in Oræcia auch
geſchehen / da vorzeiten die Mufica zum hoͤchſten floriret. Sieder dem aber der Macho⸗
met daſelbſt ſein Zelt auffgeſchlagen / hat ſich die Mufit ſo gar verlohren / das et
a
DE ORGANOGRAPHIA. 83
B —— — — — ne
— —
faſt nichts mehr davon weis: Ja man dk deren ſo gram vnd entgegen worden / das nach
art vnd Natur der wilden deut / mehr auff ein Satyriſch Pfeifflein vnd Paͤucklein / als
auff ein recht geſchaffene Muſica gehalten wird. Inmaſſen verſchiener Jahren Fran;
ciſcus I. Königin Franckr: dem Solimanno, Türckiſchen Kaͤyſer / die beſte Muſicos
zugeſendet / der meinung groſſe ehr damit einzulegen. Aber er hat die baldt wider abge⸗
ſchafft vnd zurück geſchickt / mit dem beſcheidt / das ſolche Mulic für fein Volck nicht
dienet / ſintemal fie die Gemuͤther nur weich vnd Weibiſch mache. Welches der Grie⸗
chen meinung (die da von keinem nichts gehalten / noch jemandt zu fuͤrnehmen Emb⸗
tern kommen laſſen / der der Muſic vnerfahren / dieweil ſie es dafür gehalten / das man
mores vnd gute Sitten daher erlerne / vnd an ſich nehme) gantz zuwider.
Vnd gibts zwar auch die erfahrung / das die Muſica nicht bleibt / an denen Or⸗
ten da der Teuffel regieret / dann die Gottloſen find dern nicht werth. n
Von der rechten Kirchen aber iſt die Muſte zu jederzeit in hohem werth gehal⸗
ten worden: Wie dann ſonſten nirgendt von derogleichen Capellen gehoͤrt / als wie der
König Salomon gehabt / vnd dieſelbe im andern Buch der Chronica im 4. Capittel
beſchrieben iſt. N
Vnd iſt gar gewiß / das zur ſelben zeit im Volcke Gottes die Muſit vielmehr flo⸗
riret hat / als bey den Heyden. In dem die Juͤden vber jhre blaſende Inſtrumenta / als
tubas, buccinas, tubas ductiles, tubas corneas, &c. auch befäittere Inſtr. als /
Pfalteria, Decachorda, von 8. von 10. ja von 24. Saͤttten gehabt haben. Inmaſ⸗
fen Hieronymus ſchreibt / welchs auch im vorhergehendem II. Theil / Lum. 22. erjn⸗
nert worden / daß der Juͤden Cichara, ſo man jego ein Harff nennet / von 24. Saͤitten
geweſen ſey. Do doch zu der zeit bey den Heyden vber drey Tetrachorda, das ſind ir.
claves oder Saͤitten noch nicht erfunden oder verhanden geweſen.
Ob man aber nun wol nicht ſo gar eben willen kan / was fuͤr eine arth der Mu-
ſic domals gebraucht worden / ſo iſt doch aus allen vmbſtenden / daran nicht zu zweif⸗
feln / das es eine herꝛliche Muſiea mus geweſen ſeyn: in ſonderlichen betracht / daß der
heilig König David vnd Salomon / welche ſelbſt auch der Mufic kuͤndig vnd erfah⸗
ren / dieſelbe mit allem muͤglichſtem fleiß angeordnet / Sintemahl ſie ſo groffen koſten
auff den Tempel / welches doch nur ein todter Steinhauff geweſen / gewendet / demſel⸗
ben ein Ruhm vnd Lob in der gantzen Welt zumachen: Vielmehr werden ſie
3 in 920 Ceremonien bey den Opffern / welchen GO T T ſelbſt beygewohnet / ge⸗
than haben.
Das ſie aber ſo viel vñ mancherley Inſtrument vñ Geſaͤng zuſam̃en gebraucht / iſt an⸗
derſt nit zuverſtehen / dañ dz fie die Pſal: Davids vieleicht in jren ſonderlichẽ Tonis, wie
man noch an jno im Choral thut / in einer der fuͤrnemſten a als im Baß geſungen /
ij darzu
84 DE ORGANOGRAPHIA.
darzu alle andere Senger vnd Inſtrumentiſten ad placitum fortifiret: ſonſten het-
te es keine form oder art gehabt / wann jede Partey eine beſondere Melodey fur ſich ges
nommen. Es bringts auch der Text mit ſich / darinn gemeldt wird / das es nicht anders
gelautet / als wann einer allein trom̃ettet oder ſuͤnge / vnd als hoͤret man eine Stimm / zu
loben vnd dancken dem HErrn.
Das aber dieſelbe Mufica nunmehr erloſchen vnd vergeſſen / auch in heiliger
Schrifft nichts davon gefunden ( auſſer was im Titul der Pſalmen gemeldet wird) in
welchem Chor ein jeder ſol geſungen werden / das iſt kein wunder. Dann gleich wie
der Juͤdiſche Tempel mit denſelben Opffern vnd Ceremonien / aus Gottes Rach / gar
zu grundt iſt außgetilget worden / alfo hat auch der Juͤden Geſang vnd Muſica erle⸗
ſchen muͤſſen / daß man dern nicht mehr gedencken ſollen.
Wie dann die Juͤden felber (als etliche jhres Mittels mich berichtet) jetzo keine
Orgeln hören moͤgen / in dem fie vorgeben / das dieſe jzige vnſrige Orgeln allein ein
Vmbraculum, vnd nichts gegen die Orgeln / welche Salomon im Tempel zu der zeit
hat ſeten laſſen / uachten vnd zurechnen ſeyn. Sintemahl Salomon / als ein hochwei⸗
fer Koͤnnig ohn allen zweiffel ſelbſten der fuͤrnembſte / hocherfahrneſter Orgelmacher /
nventor vnd Angeber ſolches herrlichen kuͤnſtlichen Inſtruments wird geweſen
ſeyn: Ind fuͤrwar nach feiner Weißheit kein geringes / ſondern vortreffliches / herꝛ⸗
liches / auß dermaſſen wolklingendes Werck vnd Orgel haben verfertigen / vnd in den
Tempel ſetzen laſſen. Welches zwar fo ſehr nicht zuwiderſprechen. Aber weil die Greci
ſich gar ſehr der Muſic befliſſen / were es zuverwundern / das ſie nicht ſolche Invention
vnd herꝛliches Inſtrumentum Muſicum von den Juͤden ſolten erlernet vnd nachge⸗
macht haben. Das nun aber auff die Orgel oder Inſtrument aller Inſtrumenten /
in der Kirchen / ſo anſehenlichen vnd trefflichen viel vnd groß gehalten wird: Daß
macht die vnſaͤgliche vnd vberauß groffe Kunſt die darinnen ſteckt vnd begriffen iſt.
Denn das iſt einmahl gar gewiß / daß vnſere Vorfahren ſonſt auff kein In⸗
ſtrument ſo mercklichen groſſen 75 gewendet haben / als eben auff kuͤnſtliche wol⸗
ktingende Orgeln: Haben ſie auch nicht alleine aus Ertz / Silber vnd Goldt gemacht
vnd gebawet / ſondern offt aus ſolcher wunderlicher ſelzamen Materi / das es einem
ſaſt vnmuͤglich zuſein deuchtet / wie fie doch jmmermehr dergleichen Materi darzu
haben brauchen koͤnnen.
Man ſiehet aller Stuͤcken vnd Glieder / welche zu dem gantzen Werck einer
Orgel gehoͤren / ſo eine kuͤnſtliche / ſtarcke / vnd wolgeformirte zuſammenſetzung / daß
deroſelben nicht alleine an der euſerlichen / vnd jnnerlichen gleichſam lebendigen ge⸗
ſtalt nichts mangelt / ſondern es klingen auch alle Pfeiffen beydes groß vnd klein / nach
dem zuſammen geſtimbten angriff der Clavirn vnd Regiſterzuͤgen baldt heller / 91
ö eim⸗
DE ORGANOGRAPHIA. 97
——— ͤ ꝗZ—66ͤ “C
heimlicher: vnd durch auff vnd einblaſung der Blaßbaͤlge mit einem jm̃erwaͤrendem
vnd viel ſtaͤrckerem Winde / als die andere Inſtrumenta, ſo durch Menſchlichen athem
muͤſſen geregiret vnd geblaſſen werden.
Ja dieſes vielſtimmige liebliche Werck begreift alles das in ſich / was etwa in
der Mufic erdacht vnd componiret werden kan / vud gibt fo einen rechten natirki«
chen klang / laut vnd thon von ſich / nicht anders als einganger Chor voller Mufican-
ten, do mancherley Melodeyen / von junger Knaben vnd groſſer Maͤnner Stimmen
gehoͤret werden. In ſumma die Orgel hat vnd begreifft alle andere Inſtrume nta
muſica, groß vnd klein / wie die Nahmen haben moͤgen / alleine in ſich. Wiltu eine
Trummel Trummet / Poſaun / Zincken / Blockfloͤt / Querpfeiffen / Vommern / Schal⸗
meyen / Doltzian / Racketten / Sordounen / Krumphoͤrner / Geigen / Leyern / ꝛc. hoͤren / ſo
tanſtu dieſes alles / vnd noch viel andere wunderliche liebligkeiten mehr in dieſem kuͤnſt⸗
lichem Werck haben: Alſo daß / wenn du dieſes Inſtrument haſt vnd hoͤreſt / du nicht
anderſt denckeſt / du habeſt vnd hoͤreſt die andern Inſtrumenta alle miteinander. Ich
geſchweige daß auff der Orgel offt ein ſchlecht erfahrner dieſer Kunſt / fuͤrtreffliche
Meiſter auff andern Inſtrumenten vbertreffen kan / Sintemahl dieſem Werck recht
ins Maul zugreiffen / zugleich Haͤnde vnd Fuͤſſe gebraucht werden. Vnd die Warheit
zubekennen / ſo iſt keine Kunſt fo hoch geſtiegen / als eben die Orgelkunſt: Denn der
Menſchen ſubtile Svitzfin digkeit vnd fleiſſiges nachdencken hat es dahin gebracht / daß
ſie nun gaͤntzlichen ohne einigen fernern zuſatz / wol beſtehen bleiben kan / vnd ſich anſe⸗
hen leſt / daß zu jhrer perfection vnd vollkommenheit nichts weiter mangele / deſideri·
ret oder hinzu gefegt vnd vermehret werden koͤnne.
Dann was die Orgel vor ein vberaus fürtrefflich vnd / alſo zureden / gleichſam
Goͤttliches Werck ſey / bezeuget Hieronymus Diruta Italus in einer Vorrede: Wel⸗
ches eigene wort / aus dem Italianiſchen in daß Teutſche vertirt / alſo lauten:
tr Alle Kuͤnſte vnd Wiſſenſchafften (ſagt er) ſo deß Menſchen Ders
„» nunfft vnd Verſtandt durch Gottes vnvberſchwengliche Gnad vnd Guͤtigkeit / faſ⸗
ſen begreiffen vnd verſtehen kan / die referiren vnd ziehen ſich auff ein principale
intelligens, gleichſam als auff ihren Meiſter / der wegen ſeintr hohen fuͤrtreffligteit
von allen andern verſtanden / geehret vnd geruͤhmet wird. Daher kompts / das wenn
manin der Philoſophia de Philofophi allein erwehnet vnd gedencker / alßbald der
Ariſtoteles, als der Philoſophorum princeps dadurch verſtanden wird: In der
Medic ina, Hippocrates: In der Poëſi Kunſt / wird vnter den Lateiniſchen der
Virgilius, vnd vnter den Italianern der Petrarcha mit dem Nahmen Poctæ
» gechret.
iM Deßglei⸗
88 DE ORG ANOGRAPHIA.
Deßgielchen in der Theologia wird durch den Propheten der Koͤnig David vnd
durch den Namen Apoſtel / S. Paulus verſtanden. Dann weil angeregte dieſe
- Männer in jhrer Kunſt vnd geſchickligteit alle andere vbertroffen / fo iſt jhnen auch
der general Namen der vortreffligkeit billig gelaſſen vnd zugeeignet worden. Die⸗
ſer gebrauch iſt auch bey den Alten in der Muſica vnd Singekunſt gehalten worden /
in dem ſie den hoͤchſten vnd fuͤrnembſten Titul vor allen andern Mulicis, ſo jemals
bey ihnen floriret / dem Orpheo vnd Amphioni gegeben vnd zugeeignet haben.
Ebner maſſen gehet es noch heutiges tages zu / mit den Titlen in der Inſtru⸗
mentaliſchen Muſica / da dieſes hievor offterwehnte Inſtrument wegen feiner vor-
treffligteit / Organum, (in welchem Griechiſchen Namen ſonſten in genere alle
Inſtrumenta, vnd Werckzeuge / fo vff der Welt verhanden / begriffen ſeyn)
off deutſch ein Orgel / genennet wird: Darumb / das fie alle andere Inftru-
menta, wie die auch mögen Nahmen haben / in ſich begreifft / gleichſamb
vmbfenget vnd halten thut. Derhalben denn jtziger zeit / bemelte Orgel gleichſamb
vor einen König aller Inſtrumenten / damit die Goͤttliche Mayeſt. in der Verſam⸗
lung der Gleubigen gelobet / gepreiſet vnd geehret wird / billich gehalten werden fol.
Aus ebenmeſſigen Vrſachen wird die Hand an deß Menſchen Leibe / Orga-
num, ein Werckzeug aller Werckzeuge genennet / darumb das ſie im arbeiten mit
allen pflichtſchuldigen dienſten / ſo zu verrichtung ſeiner Geſcheffte von noͤthen ſind /
ſeinem Ambt fuͤrſtehet / vnd den andern Gliedern beyſpringet.
Das aber daß wort Organum in ſeinem rechten narürlichen Verſtande / von
allen nicht auffgenommen werde / iſt kein zweiffel. Denn jhr · viel find der meinung /
es werde durch diß wort Organum nur alleine eine Orgel / welche mit Blaßbaͤlgen
geregiret / vnd in den Kirchen vnd Choren zur ehre Gottes gebraucht wird / verſtan⸗
den: Davon im 150. Pſalm ſtehet: Lobet den HErrn mit Harffen vnd Orgeln.
Gleich wie aber die Lautte / Harpffe / Geige / vnd andere Saͤitenſpiel / fo durch die
Saͤiten jhren klang bekommen / eben ſo wol mit dem Namen Organi oder Inſtru ·
menti genennet werden / weil der jenige / der ſolche vnd dergeichen Inſtrumenta
gebrauchet / vnd darauff ſchlegt / es zu dem ende thut / das er ſeine Kunſt im Geigen
vnd ſchlahen damit an Tag geben vnd beweiſen koͤnne. Alſo thut die Orgel in jhrer
ſchon erlangten hochheit gleichfamb mit jren vmbfang alle andere Inſtrumenta in
ſich einſchlieſſen. Sie führer aber billich den Adelichen Titulvnd Nahmen der fuͤr⸗
treffligteit / dieweil ſie zu der Menſchlichen Stim̃e durch den Wind vnd der Werck⸗
meiſter haͤnde regiret ) am allerneheſten kom̃t. Den die Pfeiffen repræſentiren oder
ſtellen eigentlich für Augen / dep Menſchen Kehle oder Lufftroͤhre / durch welche
te auch ihren Athem fuͤhret / vnd den Thon / Klang vnd Stimme formiret. Ja man
oͤnte wol ſagen / daß die Orgel ein kuͤnſtlich gemachtes Thier ſey / welches ik
u
DE ORGANOGRAPHIA. 87
„ huͤlff der dufft oder Windes vnd Maͤnſchlicher Haͤnde / gleichſam redeſtüngeſſinge /
vndmodulire, werde auch mit allerhand zierligkeit / vñ o mercklichen groſſen Inko⸗
ſten in die Kirchen geſent / dz ſie einig vnd allein zu der ehre vñ lob Gottes beſtim / ver⸗
lobet vnd verſprochen ſey / mit jrer Sum Thon / laut vud klang / die vnaußſprechlick e
Werck vnd Thaten der Goͤttlichen Majeſtet ohne vnterlaß zuruhmen vnd zupreiſen.
Wird derowegen die Orgel wegen jhrer Hochheit nicht vngereumbt dem
Menſchlichen Leibe vergliche / welcher in verrichtung feines Ambts von der Sec⸗
len dirigiret vnd geleitet wird. Denn glelch wie die Orgel mit hoͤchſter beluͤſtigung
der Menſchen Augen auff ſich locket / vnd mit jren ſuͤſſen Thon vnd lieblichen klang
(durch huͤlff vnd zulaſſung deß Windes / weleher gleichſamb der Orgel Seele iſt)
die Ohren erfuͤllet vnd erweichen: Alſo auch der Menſch / in dem er anderer Leutte
Augen auff fich ziehet / ſo nimbt er durch feine ſuͤſſe vnd liebliche wolberedſamkeit der
Zuhörer Ohren ein / vnd gibt mit den worten die jnnerliche Gedancken / fo im Her⸗
en verborgen find /zuerkennen. Ferner ſo referiren vnd zeigen die Blaßbaͤlge die
Lunge anz die Pfeifen die Kehle oder Lufftroͤhre; die Clavier kommen gar fein
mit den Zehnen vberein; der aber der Orgel den Thon kuͤnſtlich gibtiſt an ſtat der
Zungen / vñ weñ er mit der. Haͤndeartlichen bewegung vñ künſtlichen geſchwindig
keit darauff ſchlegt / vñ es lieblich lautent macht / ſo redet er gleichſam vffs zierlichſte.
Derhalben wer ſich auff dieſe loͤbliche kunſt vnd ſtudiũ begeben hat / der ſol allen
hoͤchſten vnd muͤglichſten fleiß anwenden / damit er zu einer gruͤndlichen vnd rechten
vollkomenen wiſſenſchafft dieſes Inſtruments / ſo durch de Wind regiret wird / kom⸗
men moͤge. Wo aber das nit geſchiehet / ſo wird die Hochheit vnd Würde dieſes loͤb⸗
lichen / fuͤrtrefflichen Inſtrum ents abnehmen vnd geringſchaͤtzig gemacht werden /
vnd wird eben zugehen / wie mit einem Menſchen / der zwar ſonſt von Leibe ſchoͤner
vnd gerader geſtalt iſt / aber eine liſpelnde vnd ſtammelnde Zunge hat / dardurch dan
das ander alles was an jhm iſt / vollends deformiret vnd verſtellet wird.
Ferner wie die ſchoͤnen vnd kuͤnſtlichen wolgemalten Bilder der anſchawenden
Augen an ſich ziehen: eben alſo durchdringet auch die liebligkeit der ſuͤſſen wolklin⸗
genden harmonia vnd concenten die heimliche Gedancken vnd affecten, wenn
fie in der Zuhörer Ohren fellet. Derhalben hat die Orgel billich jhren Sitz in den
Kirchen vnd Tempel Gottes / damit durch jhre anleitung Gottſelige vnd andechti⸗
ge Hertzen auffgemuntert / vnd durch jhren lieblichen reſonantz, dem lobe / welches
der hohen Goͤttlichen Mayeſt. geſungen wird / zuzuhoͤren / beyzuwohnen vnd außzu⸗
warten / angereitzet vnd gleichſam genoͤtiget werden.
Vnd bleibt wol war / das vnter allen / was Inſtrumenta koͤñen vnd mögen genen⸗
net werden / die Orgel die fuͤrnem̃ſte vnd oberſte ſtelle / ræeminentz vñ würde habe /
v alldieweil ſie alle ſüͤſſigteit vnd liebligtet / ſo die andern Inſtrumenta in ſich haben /
oder
2
88 DE ORGANOGRAPHIA.
— — . — —
, oder zu wege bringen koͤnnen / jhr alleine zumiſſet vnd zuſchreibet: Bevorauß / weil
v, ſie ſolchen Grad der hochheit erreichet / daß keine Muſica oder Seytenſpiel auff dem
sangen Erdboden iſt / dadurch der lieben heiligen Engel liebliche Harmonia vnd
Geſang zu Gottes lobe / eigentlicher repræſentiret vnd abgebildet werde / als durch
ſie. Welches in dẽ Organo ad D. Petrum in Peruſio gar fein außgetruckt vnd ge⸗
geben iſt mit dieſen Verßlein: Hac ſi contingunt terris, que gandia Cælo?
Weil dieſes auff der Welt geſchicht / was wird allererſt vor Frewde vnd lieblich Ge⸗
doͤhne im. Himmel ſeyn? als wolte er ſagen: Weil man vff dieſer Erden ſo eine ſchoͤ⸗
ne / liebliche wolklingende Mufica haben / vnd zuwege bringen fan; mein Gott / was
vor vnaußſprechliche Frewde / Wonne vnd liebligkeit / mus allererſt ſeyn deß Enge⸗
He der Gottſeligen Seelen im Himmel? (Ind ſo weit Hierony»
„ mus Diruta.)
Wer ſiehet nun nicht / daß die Kirche zu der offentlichen außruffung / außbrel⸗
tung vnd erhaltung deß ahmen Gottes vnd der Religion / aus den 8 Inter
menten allen miteinander / allein dieſes einnige / aus gnugſamen Vrſachen beſtimyt /
gelobet vnd außert ohren habe. DR
Wann dann vff jeztbeſagte weiß / die vortreffligkeie dieſes Wercks / ſo hoch /
groß / ja nicht gnugſam zuruͤhmen iſt: ſollen billig alle Organiſten / ſolches in fleiſſige
acht vnd betrachtung nehmen / vnd dahin all ihr Sinn vnd Gedancken / Hand vnd
Süß täglich intendirn, wie fie dieſem herzlichen Werck im ſchlagen vnd regierung
deſſelben ſjhr recht thun vnd geben ma en / damit ſie nicht für ignoranten gehalten / vnd
der Nahm deß Organiſten Y chen ihnen zugemeſſen werde. Dann etli⸗
che werden zwar zu Organiſten vocirt vnd promovirt, wenig aber bedencken / wie fie
ihrer vocation ein genügen thun / vnd ſpartam quam nacti ſunt, orniren wollen :
Inmaſſen es die Erfahrung bezeugt vnd mit fich bringe / daß mancher nicht das ges
ringſte Stuck oder Motet applicirn, oder in vollem Chor einzuſchlagen weiß: da er
doch die gantze Muſicam, vornemlich den Chorum Vocalem, durch huͤlffe der Or⸗
gel intra ſuos limites & cancellos coërcirn, daß er in ſuo certo modo vnd ange-
ſtimbten Tono bliebe / vnd nicht durch vbermaͤſpges ſchreyen / allzuſehr in die höhe
aſcendirte, wie vnzehlich mahl geſchicht / ſonderlich do viel Knaben / oder aber in die
tieffe dermaſſen defcendirte, das die Concentores weder eins noch daß ander zulegt
aſſequirn, vnd mit der Stimm erreichen / oder zu wegen bringen koͤnnen.
Dieſe vnd · dergleichen Organiſten aber ſolte zu groͤſſerm fleiß ynd vbung an⸗
treiben vnd vermahnen. a
1. Die
DE ORGANOGRAPHIA. se
1. Die vortreffligkeit deß Wercks / davon in dieſem Cap. I. weitleufftig geſagt
vnd diſcurrirt worden. i
2. Die weitberuͤhmbten Meiſter dieſer Kunſt / ſo vor wenig Jahrn / nicht allein
in Italia, ſondern auch in Germania noſtra, bevorab in den Niederlanden gelebt /
vnd noch jniger zeit / beyder Orten ſehr florirn, vnd celeberrimi befunden werden:
Da dann dieſe Kunſt von ihnen dermaſſen excolirt vnd augirt worden / daß zu zweif⸗
feln / ob jhr auch noch etwas koͤnne addirt werden?
3. Die jungen Knaben / deren etliche ſolche ſpecimina jhres profectus, heut zu
tag von ſich geben / das auch langgeuͤbte vnd Kunſtreiche Organiſten zum hoͤchſten
daruͤber in verwunderung gerathen / vnd gedencken / was doch kuͤnfftiger zeit noch zu
hoffen / weiln bey den Knaben ſolche Indoles vnd zuneigung zu dieſer Knſt ſich er⸗
cuget? N
Darneben aber were hoͤchlich zu loben / dat auch Obrigkeiten an etlichen oͤrtern
vnd Staͤdten das jhrige verrichteten / vnd vff Mittel bedacht weren / welcher geſtalt /
jhre gute vnd fleiſſige Organiſten / in jhren Kirchen mit ſolchen vnterhalt verſehen wer⸗
den koͤndten / damit jhnen jhre muͤh / fleiß vnd ſaure Arbeit der gebühr nach recompen-
ſirt vnd belohnt wuͤrde. Dann es zubeklagen / wie geringe ſolaria, auch an etlichen
vornehmen oͤrtern / fuͤr jhre gutte vnd Kunſtreiche Organiſten deputirt ſeynd /alſo
das fie ſich kůmmerlich koͤnnen erhalten / ja bißweilen auch die Edle Kunſt verfluchen
vnd wuͤndſchen / das ſie an ſtat eines Organiſten ein Kuhhirt oder ſonſten nur ein ge⸗
ringes Handtwerck gelernet hetten. Welches gleichwol zuerbarmen / vnd billig von
dem Magiſtratu vnd Kirchen Inſpectoribus ad notam genommen / vnd vffs beſte
eorrigirt werden koͤndte. Et tantum de I. Capite.
Das II. Capittel.
Zu welcher zeit ohngefehr / vnd von weme die Alten Orgeln
erfunden worden.
Er aber der Autor vnd erſter erfinder dieſes wunderſahmen
zierlichen / herzlichen Inſtruments ſey / wird ( das wol zube⸗
klagen) nirgends gefunden. Welches Polydorus lib. 5.
Cap. 15. vnd folgends lib. 3. Cap. 18. hoͤchlich beklaget:
RER) ++ Viel Muſtcaliſche Inſtrumenta, ſagt er / ſind zu den Alten
„ Zeiten erfunden worden / deren Inventores vnd Erfinder gantz vnd gar vergeſſen
5 ſind / vnter welchen auch dieſes / fo aller verwunderung vnd lobes werth iſt / ſo man
v die Orgel nennet; Zwar ſehr ungleich e der Prophet vnd „
90 DE ORGANOGRAPHIA. |
„ König David gebawel hatte / darauff die Leviten jhre Hymnos, Palmen vnd
Geiſtliche Lieder ſungen. Dergleichen Art ſind auch die / ſo Monochordia, Cla-
vicymbala, vnd ſouſt auff mancherley weiſe genennct werden / derer Inv entores
gleicher geſtalt / mit groſſem Verluſt jhres herꝛlichen Nahmens / in der finſterſten
„ Nacht verborgen liegen.
Tempus. Wenn aber vnd zu welcher zeit / die Orgeln erſtlich erfunden / vnd dero⸗
felben gebrauch in der Chriſtlichen Kirchen auffkommen ſey / darinnen ſtimmen die
Chronicken vnd Hiſtorici gantz nicht vberein.
Man lieſet bey Volat. lib. 22. an. 653. daß Babſt Vitellianus vnter der
Regierung Kaͤyſers Conſtantini deß dritten / den Geſang vnd die Orgel in den Kir⸗
chen angeſtellet habe. Polydorus lib. 6. Cap. 2. de invent. Vnd Cran-
zius lib. 2. Metrop. melden: Babſt Vitalianus der I. habe die Kirchen Regeln
gemacht / vnd den Geſang angeordnet / auch dazu die Orgeln zu mehrer vollſtimmig⸗
keit vnd wollautung (wie etliche wollen) gebraucht. Platina in Vitaliano
ſeet / welches auch Guil. Perkinſus Anglic. Theol. Acad. Cantab. in probl. de
Catholiciſmo geſchrieben vnd auffgezeichnet: Das die Inſtrumenta / fo durch daß
Waſſer oder den Windt getrieben / hren Anfang vmb das Jahr Chrifti 660. oder
vmb das Jahr 9zo. gehabt haben. Aimonius wil im Jahr 820. Genebrandus
997. Navarrus in lib. de Orat. & horis Canon. Cap. 16. ſpricht: das zur zeit
Aquinatis die Orgeln noch nicht fein im brauch geweſen. Es iſt aber Thomas von
Aquino geſtorben / vmb das Jahr SL 1274. wie es Chytræus außrechnet.
Es iſt aber zuvermuten / das die Orgeln viel Elter ſeyn / vnd das Vitalianus
vmb das Jahr Chriſti 660. dieſelbe nur allein approbiret vnd confirmiret habe.
Denn wie es der H. Serhus calviſius Chronologus noſtro tempore præſtan-
tiſsimus dafür helt / ſo hat man ſo baldt / als das viel jingen in den Kirchen ange
ordnet / vnd in Choros getheilet worden / ohn zweiffel / wo man nicht zween Choros
haben koͤnnen / eine Orgel zuhuͤlff genommen / welche den Choral alleine einfeltig mo-
duliret hat / auch zu dem ende / das die Senger ein wenig haben ruhen koͤnnen. So
find auch / durch huͤlff vnd vorſchub der Orgeln / die tetrachorda antiquorum, fo
auch noch zu Boethij zeiten ( qui floruit Anno Chriſti 487. quo anno Romæ
Conſul fuit) gebreuchlich geweſen / abgeſchafft / vnd die 6. voces Muſicales erfun⸗
den / auch die ſcala Muſicalis weit verbeſſert worden / wie bey dem Guidone (qui flo-
rnit plus quàm quingentis annis poſt Boëthium, circa Annum Chriſti 1026)
zuſehen: denſelben wir es noch zudancken haben / das zwantzig Claves geordnet ſind /
da zuvor erſtlich nur viere / hernacher ſieben / baldt vierzehn / vnd endtlich 15. geweſen.
So iſt auch durch die Orgeln / vnſer figuralis Mufica erfunden worden; denn
die Muſica harmonica apud veteres, iſt gar durchaus anders geweſen / als vnſer
liger
DE ORGANOSRAPHIA. a
Jsiger Figura: wie in vorged achten H. Calviſij Exercitatione ſecunda & tertia
mit mehrerm zuvernehmen.
Vnd das die Claves chromaticæ oder die Semitonia find erfunden wor⸗
den / kompt ex tetrachordis veterum, welche tetr ac hordum Synnemmenon(das
iſt conjunctarum Clavıum, als E fa a H cd) haben / in welchen das b zwiſchen
& vnd a eingeſetzet wird. Weil fie nun diefen Clayem b gehabt vnd hinein bracht / har
ichs leichtlicy weiter zu den andern extendirt, hat man anders mit den ſex vocibus
Muficalibus forttommen wollen / vnd iſt alſo das & ohn zweiffel am nechſten erfun /
den worden / gabe d d etc.
Zu welcher zeit ſie uun erſtlich in Teutſchlandt vnd Franckreich auffkommen /
vnd in Italia vnd anderßwo kuͤnſtiiche Orgeln geweſen ſeyn / kan man aus glaubwir⸗
digen Hiſtorienſchreibern zum theil erſehen vnd nachrechnen.
Aventinus in annalibus Bojorum lib. 3. hat auffgezeichnet / daß Conſtan ;
tinus VI. Copronymus Leonis Sohn / welcher vmb das Jahr Chriſti 742. das
Conſtantinopolitaniſche Kaͤyſerthumb gehabt / Pipino der Francken Koͤnige / Kaͤy⸗
ſers Caroli Magni Vatter / durch ſonderliche Legaten (deren fuͤrnembſtes Haͤuyt
Stephanus ein Biſchoff zu Rom geweſen) ein trefflich groß Inſtrument / vnd ein
ſolch Werck / das domals den Frantzoſen vnd Teutſchen noch gantz vnbekandt /
vberſchicket habe: vnd ſaget / das es mit Pfeiffen aus Bley zuſammen geſent gewe⸗
ſen / vnd zugleich mit Blaſebaͤlgen auffgeblaſen / vnd mit Händen vnd Juͤſſen ge⸗
ſchlagen vnd eine Orgel genennet / vnd zum erſten in Franckreich geſehen wor⸗
den ſey. Lambertus Schafnab. vnd Marianus Scotus lib. 3. ſchreiben / das
ſolches im Jahr 758. geſchehen ſey. Wiewol andere ſchreiben / daß das Pedal in Or⸗
geln zu Venedig erſtlich ſey erfunden worden. Daraus dann offenbahr / das dieſe
Art der Inſtrumentaliſchen Muſica / welches wir heute zu Tage eine Orgel nennen /
nicht ſo gar alt ſey in den Frantoͤſiſchen vnd Teutſchen Kirchen.
Damit aber gleichwol beydes dem Aventino, (welcher ſagt / das die Orgel zur zeit
Pipini den Teutſchen vñ Frantzoſen noch vnbekandt geweſen ) vnd auch demPlatinz,
(welcher wil / das die Orgel 350. Jahr vor Pipino, von Vitelliano in die Kirche geſent
worden ſey) glauben beygemeſſen werde: So mus es dahin verſtanden werden / das
Platina ohne zweiffel verſtehe / das vngeſchickte Inſtrument / welches 15. Pfeiffen hat
te / in welches der Windt durch 12. Blaßbaͤlge eingelaſſen ward / dergleichen eines zu
Jeruſalem in Oli veto vffm Oelberg geſtanden / vñ einen Thon von ſich gegeben / gleich
als wenn es Donnerte: oder daß er ſehe / auff das gar alte Inſtrument Hydravlic ü, ſo
gemeiniglich eine Orgel geheiſſen ward / wie itruvius l. 10. Architect. c. 3. anʒeiget.
Wiewol aber dieſe beyde / das Hydravlicum vnd vnſere Orgel / was die euſerliche
form belanget / nicht wol zu vnterſcheiden / ſo iſt gleich ol diß der vnterſcheit ; aß deß
M ij Hydravlici
92 DE ORGANOGRAPHIA.
Hydravlici Corpus mit den Pfeiffen aus Era zuſammen aneinander gefchmelger
vnd gegoſſen worden / vnd nur ein eintzige reige oder zeile Pfeiffen gehabt / auch vnter⸗
ſchiedlichen laut durch das eingegoſſene Waſſer von ſich geben. Dieſes vnſers Orga
ni Corpus oder Kaſten aber / ſo aus Holt kuͤnſtlich zuſammen gefuͤgt wird / hat gar viel
zeilen voller Pfeiffen / vnd zerſtrewet vnd zertheilet jhren Klang vnd Thon aus den
Pfeiffen / fornen / inden / vor der Bruſt auff der ſeyten vnd vnter den Fuͤſſen / durch die
Lufft vnd Windt / ſo jhr von den Blaſebaͤlgen zukompt.
Leander (welches auch Majolus erzehlet) Colloq. 23. ſchreibet / daß er zu
Venedig ein ſehr wolklingende Orgel aus lauterm Glaſe gemacht / geſehen habe. Et
iſt auch eine Orgel darin die Laden / Pfeiffen / Clavier / vnd Blaßbaͤlge von Alabaſter
(welcher Stein auff dem Volateraniſchen Acker in Italia wechſet) geweſen / geſehen
worden: welche der Kunſtreiche Meiſter von Neapolis, als er fie verfertiget / vnd vber⸗
aus wolklingendt zugerichtet / dem Hertzog zu Mantua, Friderico gebracht / vnd fie
jhme verehret. Leander in Thuſcia bezeuget / daß er dieſes aus dermaſſen wunder⸗
barliches Werck ſelbſten geſehen habe. Dergleichen Poſitieffe / da nicht allein das
gantze Gehaͤuſe vnd Clavier / ſondern auch die Pfeiffen von eitel Glaß vnd Alabaſter
Stein gemacht / ſeynd vor wenig Jahren in eine Churfuͤrſtliche Kunſtkammer / als
Newerfundene Wercke præſentirt worden. Das aber ſolche Invention allbereit
2 5 vor dieſer zeit verhanden geweſen / iſt aus obgedachten Riſtoricis gnugſam
Die fuͤrtrefflichſten vnd beruͤmbteſten Muſici vnd Erfinder newer Inven-
tionen in Muſica vnter den Chriſten find geweſen: Georgius Sacerdos, von Be-
nedig buͤrtig / da er von Daldrico einem Ingeriſchen Graffen Ludovico Pio iſt
Commendiret worden / hat er dig Muſicaliſche Inſtrument Hydravlicum, das fie
eine Orgel heiſſen / an dem Graneiſchen Waſſer zuſammen gegoſſen vnd gefertiget.
(Aimonius I. 4. Cap. 113. de Francis. Aventinus l. 4. Aunalium.
Gilbertus ein Prælat zu Rehms / welcher hernach Roͤmiſcher Bapſt vnd
Sylveſter II. iſt genennet worden / hat durch huͤlff feiner Mathematica eine Orgel
en welche durch die vngeſtuͤhme Gewalt deß heiſſen Waſſers jhren klang ber
ommen / Anno Domini 997. wie Erfordienſis, vnd Genebrandus bezeugen.
Boẽthius, ſo zugleich auch ein guter Mathematicus, Philoſophus, vnd
außbuͤndiger Poet geweſen / wird vor den nn deß Muſicaliſchen Inſtruments
Chiterini gehalten / Bergomas vnd Genebrandus. Anno Domini 515.
Vnd das wir diß nicht vergeſſen / Sabellicus 1. 8. Enn. 10. meldet / das vmb
das Jahr Chriſti 1470. Zu Venedig ein vberaus fuͤrtrefflicher Man vor allen in der
Muſica geweſen.
Bernhar-
DE ORGANOGRAPHIA. 9
Bernhardus mit den Zunahmen Teutſcher / nır anzeigung deß Volcks /
davon er entſproſſen / welcher der erſte iſt geweſen / der die Orgel verbeſſert vnd vermeh⸗
ret / das zugleich auch die Fuͤſſe / durch anziehung der kleinen ſtricklein / (nemlich im
Pedall) zu mehrer wollautung vnd vollſtimmigteit helffen koͤnnen. Sonſten aber / ob
in der Griechiſchen / Italianiſchen / Aſiatiſchen / oder Aphricaniſchen Kirchen / die ab
lerelteſte Orgel ſey / kan man nicht vor gewiß ſagen / oder eigentlich willen.
Vnd iſt freylich wol zubeklagen / das man nichts eigentliches noch gantz gewiſſes von
dem Anfang vnd Erfindung der erſten Invention; ſo wol auch wie alt die erbawung
der elteſten Orgelwercke ſeyn moͤchte / haben kan. Welches aber wol zu wuͤnſchen vnd
zu wiſſen noͤtig were: Sintemahl hieraus nicht alleine Gottes den Menſchen verliehene
Gaben / die Muſicaliſche Inſtrumenta auff ſolche att zumachen / zuerſehen ſeyn / ſon⸗
dern auch / das vnſerer lieben / vnd fuͤr etlichen hundert Jahren verſtorbenen alten
Vorfahren fleiſſiges muͤhſehliges nachſinnen / (vnd wie fie 1 jhren Nach⸗
kommen die Leyter / kuͤnfftig höher zuſtetgen / zurecht geſent / vnd den Weg fort vnd wei⸗
ter zuwandern / gezeigt haben / ) vns vnter Augen leuchten / vnd auch zu derogleichen
fleiß antreiben moͤchte / dieſe jgige herꝛliche zeit / (da man alle dinge faſt vffs hoͤheſte ge⸗
fliegen ſeyn / vermeinet) in freyen Kuͤnſten fo viel mehr ohn verdruß vnd nuzbarlicher /
zu Gottes ehren anzuwenden.
Welche vn vollkommene wiſſenſchafft aber billich / den kunſt anbehoͤrigen Or⸗
ganiſten / Orgelmachern vnd Meiſtern ( fo noch vor hundert / mehr / vnd weniger
Jahren ſolche alte Werck / ohn einiges nach ⸗ vnd zuruͤckdencken / hinweg geriſſen / vnd
von deren domals befundenen Arten / Inventionen in Schrifften / wie fleiſſig man
auch . forſchet vnd trachtet / nichts hin derlaſſen haben alleine zum verweiß zu⸗
zumeſſen.
Jedoch (damit wir alleine von denen Orgelwercken / darvon noch an jetzo vnd vor
etlichen Jahren die rudera verhanden / in dieſem ope re etwas vermelden) fo kan man
aus gewiſſer Erfahrung vnd nachrichtung haben: das vor 600. Jahren / Orgelwer⸗
cke gebawet worden ſeyndt; wie deſſen Zeugnuß vnd Jahrziffern vnter andern in Hals
berſtadt vnd Erffurdt in den Paulinern Kirchen / ond ſonſten hin vnd wider annoch
verhanden vnd zufinden ſeyn.
Das III. Capitel.
Von Art vnd Eigenſchafft der allererſten Orgelwercken /
welche gar klein geweſen.
S ſind aber anfangs ſolcher Invention vnd erbawungen / keine groſſe / ſon⸗
dern gar kleine Wercke / ſo ſtracks an einem Pfeiler (als zu Magdeburg in
M ij S. Jacobs
94 DE ORGANOGRAPHIA.
— — — — — — —— —
S. Jacobs Kirchen eins geſtanden / oder in die höhe bey die Chor als Schwalben neſter
geſett / vnd mit engen raum vnd vmbfange gemacht werden. So haben auch folche
Wercklein anfangs / nicht mehr als einen Laut / ohn einige enderung gehabt vnd be⸗
halten: Welches anders nicht / denn nach vnſerm Gebrauch zureden / eine Mixtur / ſo
mit 10. 15. vnd wol 20. Pfeiffen auff jedern Clave beſetzet geweſen iſt. Aus welcher
diſponirten Mixtur / die groſſe Pfeiff eines jeden Clavis, als das Fundament ſol⸗
cher Diſpoſition, forne an nach der Ordnung / wie wir jezo vnſer Principal ſetzen /
auch zum ſchein iſt geſenet worden: Haben ſcharff vnd ſtarck geklungen vnd geſchrienz
Ihre Clavir aber find alſo ohne Semitonia geweſen / wie folget.
Redefgahedef
Etliche aber alſo /
ed ef gabedefga.
Alſhier leſt ſichs anſehen / als das ſie zu den Orgeln anfangs nicht mehr als
dieſe tiff claves, darinnen die Alten die drey tetrachorda . ä
men habenz als / 1. Tetrachordum br, von E quadrato biß ins E. ( 6 aber
iſt die groͤſte vnd eilffte chorda geweſen / quam Timotheus Mileſius excogitarit,
tempore Philippi, patris Alexandri.)
a. Tetrachordum as , vom E zum a.
3. Tetrachordum Gs, vom . ins e.
bh CDEFGAH ede
— — —
Aber baldt nach deß Timothei Mileſij zeiten / iſt das 4. Tetrachordum
Umep Go ef ga a/ ſuperiori loco erfunden / vnd alſo XIV Chordæ, zulegt
aber noch der vnterſte Clavis A, extra ifta Tetrachorda, tanquã fundamenti loco
aſſumirt worden; ne Veterum Muficz in hac re aliquid deeſſet: & ita in XV.
Clavibus Cantus durus modulabatur. Wenn ſie es aber in Cantum mollem
ſive transpoſitum bringen vnd haben wollen / ſo haben ſie das Tetrachordum
ruvunuEvov darzu genommen vnd copuliret : de his vide Calviſium Exer-
cit. 2. pag. 105.
Dieses alles iſt nun / wie gedacht / zu Alexandri Magni zeiten / noch vor
Chriſti Geburt geſchehen: die Orgeln aber / deren ſtructuren noch vor wenig Jah
ren zu⸗
DE ORGANOGRAPHIA. 93
—— —— . —‚—üꝛ 4 ͤ ägR— mr manner Gin —
— —
ren zufinden geweſt / find lang nach Chriſti Geburt allererſt vnd gleichwol nicht mehr
als init XI. oder XI I. Clavibus (wie zu deß vorgedachten Timothei Mileſij zeiten /
nach den dreyen erſten Tetrachordis) gemacht worden. N
Welches wol zuverwuͤndern / vnd vieleicht daher kommen / das fie domals
noch keine Experientz vnd vbung vff den Claviren gehabt / vnd bey wenigen anfan⸗
gen / oder wie man ſonſten zureden pflegt / bey den Baͤncken muͤſſen gehen lernen / biß ſie
jmmer von Tag zu Tage weiter kommen / vud die Claves vermehret. Wiewol der
H. Calviſius vermeinet / es komme daher / weil die Mixtur ſo viel Octa ven ober ſich
gehabt hat / ſo habẽ fie es vor vnnoͤtig geachtet / mehr Octaven in den Clayibus zuma⸗
chen: Zu dem ſo erfoͤrdert der Natürliche Ambitus in humana voce nicht viel mehr /
als eilff Claves, oder do ſie hoͤher geſtiegen / haben fie die Octar darunter genommen:
fo lang biß ſie / wie im 7. Cap. ferner meldung geſchehen wird / mehr Claves erfunden.
Das I V. Capitel.
Wie die erſte Art der kleinen Orgeln vmb eine Octava ergroͤſſert /
vnd zum Mitlern Werck gebracht worden.
TR? Ey dieſer Art vnd Verſtande iſt es ſonder zweiffell weil es / als eine Ne⸗
S5 we Invention erſt an Tag kommen / vnd durch langwirige zeit einer
den andern gelehret) viel Jahr beruhet / ehe ſolches vnd damals newes
5 wunder in der Welt bekandt / vnd nur an vnterſchiedlichen fernen Or⸗
ten gebawet worden.
Als aber von derſelben zeit an bey hundert vnd mehr Jahren /
dieſe Kunſt deß Oraelmachens in gebrauch kommen / vnd zu einer Schr gedien / damit
man ſonder zweiffel nicht wenig neidiſch wird geweſen ſeyn: da hat man auch den Sa⸗
chen allererſt weiter nachgeſonnen / vnd groͤſſere Werck / noch eins ſo groß als die
erſten zumachen angefangen. Wie deſſen nicht allein hin vnd wider eigentliche vnd
vernünftige nachrichtung / ſondern auch in fuͤrnehmen Staͤdten / Stifften vnd Kloͤ⸗
ſtern der handtgreiffliche Augenſchein noch an jezo befunden wird.
Da iſt denn eins aus dem andern entſproſſen / vnd hat fich vnter den Meiſtern ein
Ingenium vor dem andern herfuͤr thun wollen.
Es erſcheinet auch aus jetzt geſetzten beyder Art Clavꝛren( weil das eine b mol,
vnd das ander E dur) vornuͤnfftig: daß man domals / jedoch ohne gefehr bey hundert
Jahren nach der erſten Invention, allbereit auff die Semitonia zuergruͤbeln buchſta⸗
dirt hat; wie denn vor 400. Jahren etliche demitonia in jhren Clavirn, ſonderlich
bfa in à dux Clavir, vnd das in & bmoll, ſchon erfunden geweſen a u
A
Cap.
50 DE ORGANOGRAPHIA,
Das V. Capitel.
Wie die Pedal erſunden / vnd daher das erſte vnd Oberſte Clavir,
welches ſonſten keinen Namen gehabt / Manual ge⸗
nennet worden.
SN B nun zwar die Orgelwercke an groͤſſe vnd vielheit der Pfeiffen / vnd
ER vermehrung der Claviren zugenommen / ſo iſt es doch gleichtwol bey
N der erſten Invention, das nicht mehr denn Principal vnd Mixtur
DS (fo doch zu der zeit noch nicht sertheikte ſondern eine zuſammentlin⸗
sende Difponirte Stimme geweſen) geblieben; ohne allein / das
mehr Claàves in die hoͤhe gemacht / vnd die Pedal auch allbereit vor
400. Jahren noch darzu erfunden ſeyn. Wie denn daffelbige der Augenſchein der gar
alten Structuren, wann man ſonſten keine nachrichtung mehr finden koͤndte / anzei⸗
get: Weil die beyden euſſerſten Seit Toͤrme zum Pedal, vnd das mittel zum Manual
iſt diſponiret geweſen.
Vnd wird allhier offtermelter vnſer lieben Alten Vorfahren fleiſſige Specula-
tion, vnd tieffes nachdencken mit allen Ruhm billig erwehnet / das ſie den Muftca⸗
liſchen klang / auch mit den Jußtretten zubefoͤrdern erfunden haben.
Vnd wie Sabellicus ſchreibt / auch in 4. Membro, Partis primæ, primi
Tomi. c. 10. meſeunggeſchehen)ſo harein Deurfcher mit Nahmen Bernhardus
das Pedal, vmb das Jahr nach Chriſti Geburt 1470. aus Deutſchlandt gen Vene⸗
dig in Italiam gebracht.
Wiewol das Pedal in Italia, Engellandt vnd andern oͤrtern mehr / da doch
die Orgelkunſt jtziger zeit ſehr florirt vnd excellirt, wenig vnd gar ſelten gebraucht
wird. Vnd wollen etliche Scribenten, das die Muſica in Italia, vorzeiten gar zergan⸗
gen / vnd von den Teutſchen widerumb zu jhnen hat muͤſſen gebracht werden.
Aus dieſer erſten Invention deß Pedals / (fo anfenglichen nur 8. Claves,
als Hedef g ah gehabt) iſt nach langwiriger zeit noch ein Manual Clavir, wel⸗
ches zwar zum Baſſe an ſtad deß Pedals gebraucht / gleichwol mit der lincken Handt
geregiret / wie es denn auch an der form vnd groͤſſe dem Manual Clavirn ganz gleich /
erfunden worden. Inmaſſen denn auch aus dem erſten fundirten Manual Clavir
noch eines erfolget iſt / darvon folgends ſol gedacht / vnd deſſen difpofition beſchrieben
werden.
Es ſein aber nach dieſer Pedal erfindung / die allererſte Clavir / ſo wir jat Ma-
nual nennen / nicht Manual, ſondern Diſcant genennet / vnd daß Pedal = 11109
ahmen
DE ORGANOGRAPHIA. 97
Namen / Pedal geheiſſen worden; wie ſolches aus einer ſehr alten Schrifft eines
Muͤnchs zuerſehen geweſen / vnd auch die Vernunfft bezeiget; weil der Choral an
fenglichen bloß mit einander Stim̃ gebraucht vnd geführer worden / daß das Clavir
ſonderzweiffel zu der zeit keinen Dahmen gehabt / weil es mehr ein Tenor deß Cho-
rals, alſo zu ſagen / (welches auch die Clavir Buchſtaben vnd difpofition außwei⸗
fen) geweſen iſt. Aber hernacher / da die Pedal invention ans Liecht kommen / da
find die ManualClavir höher vnd jmmer von einer zeit zur andern / mehr denn eine
Octava erlengert / vnd mit kleinern Pfeiffen erſetzet / daher es gegen dem Pedal, als
denn billich / ein Diſcantgenennet worden.
Solche Diſcant Claves, oder Clavir ſeinb zu der zeit auff ſolche (J vnd dieſe 4
art( deren abriß in Sciograph. Col. XXIV. vnd XX V. zufinden) formiret / vnd fo
hart nieder zubringen geweſen / alſo das man dieſelben mit elner vollen vnd zugetha⸗
nen Fauſt hat niederdrucken muͤſſen.
nd hat daſſelbige Clavir, darin doch nur 9. Claves geweſen / faſt 5. oder 6.
viertel einer Ellen an der breicten im raum eingenommen. Wit dann deroſelben ei⸗
gentliche groͤſſe vnd lenge / (welche in den dreyen vbereinander ligenden Claviren, am
groſſen Wercke im Thumb zu Halberſtadt noch an jetzo zufin den ſeyn / vnd folgendes
darvon weiter ſol geſaget werden) in dieſem Tomo / in der Sciographia Columna
24 · abgeriſſen verhanden. Zu Magdeburg aber im Thumb ſollen die Claves, wie
etliche berichten / viereckicht / vnd faſt 3. Zoll breit vnd an der zahl ſechzehen geweſen
n.
Bey derſelben art Clavirn vnd inventiop iſt es damaln / aus gewiſſer nach⸗
richtung bey zoo vnd wol mehr Jahren / (von anfang anzurechnen) geblieben / vnd
nicht mehr als nur ein Manual Clavir, (das ſie / wie jetzt gedacht / Diſcant geheiſſen /
doch auch mit ein Pedal, gearbeitet worden / darauff man endtlichen aus vbung ein
trium hat zu wege bringen moͤgen.
Das VI. Capitel.
Von den gar groſſen Alten Orgelwercken.
S iſt aber bey dieſer Mitlern / ſo wol bey der erſten kleinen Art Wer⸗
cken / vnd erſten Invention keine verenderung deß klangs geweſen /
ſondern ſtets vor voll / vnd ein wie allemahl / doch wegen viel gefenter
82 15 Pfeiffen / eins noch gewaltiger als das ander zuſammen geſchriehen /
RI biß das die dritte Art / als groſſe Wercke / ſo abermahleine Octava an
allem groͤſſer / vnd mit mehrern Claviren, erfunden / vnd vor 250. Jahren nicht
in gememe ſondern in die dornembſte groſſe Muͤnſter u Thumbſtifft Kirchen find
gebawet
e
73 DE ORGANOGRAPHIA.
— en en En in EEE
gebawet worden: wie derer Structuren in den groſſen Stifftkirchen / ſampt etwas
von jhren eingebewde vnd etlichen Pfeiffen / vnter andern auch in der Halber
ſtaͤdtiſchen Thum Kirchen noch heutiges Tages zubeſehen / vnd dergleichen new⸗
lichen aus dem Thum zu Magdeburg weggenommen worden iſt. Welches
groſſe Werck im Thum zu Halberſtadt vermoͤge feiner daran befindlichen eigene»
lichen Jahrzahl / vor drittehalb hundert Jahren anfenglichen erbawet / vnd vor hun⸗
dert vnd 20. Jahren erſt renovirt worden. Bad ſtehet dieſe nachrichtung an jego
gedachten Wercke alſo beſchrieben.
Anno Domini M. CCC. LXI. Compfetum in Vigilia Matthæi
Apoſtoli, per manus Nicolai Fabri Sacerdotis. Anno Domini.
M. CCCC. X CV. renovatum eſt per manus Gregorij Kleng &c.
An dieſem Orgelwercke vnd dergleichen befindet ſich aber eine andere Art
vnd hoͤhere Invention, als an den vorbeſchriebenen beyden Arten zuvor noch nicht
geweſen iſt. Daraus abzunehmen / das man zur ſelben zeit allbereit den Sachen ſehr
ſteiſſig nachgedacht / vnd eben fo wol / als jent / vnterſchiedliche trefflicheingenia gefun⸗
den hat / welche von zeit zu zeit / nicht allein nach den Semitoniis ( weil jhnen die Ver⸗
nunfft / als einẽ im Traum etwas fuͤrgebildet wird / noch ein anders vñ hoͤhers dahinder
zuſeyn anleitung gegeben) geſucht vnd gegruͤbelt / vnd auch endlich dieſelbe ergruͤndet
haben; fondern auch allerley enderungen vnd Variationes deß klangs / gerne hören
vnd haben wollen. Wie denn in dieſem Orgelwercke / als zu dero zeit newen invention,
alles beydes befunden wird. Darumb denn von dieſem vnd dergleichen Orgelwer⸗
cken / Manual vnd PedalClaviren diſpoſition vnd derſelben gebrauch / auch wie es
balde nach derſelben zeit / als jhnen durch dieſe invention, weiter zukommen / der Weg
gezeigt worden / mit gewalt in Orgelwercken alſo geſtiegen iſt / billich etwas außfuͤhr⸗
licher allhier mus angezeigt vnd berichtet werden.
Das VII. Capitel.
Von der Diſpoſition der Claviren in den gar groffen Orgelwercken /
vnd ſonderlich in jetztgedachter Alten Orgel zu Halber⸗
ſtadt / vnd wie ſolche Clavir ſeindt gebraucht
worden.
1. Das oberſte Clavir, ſo zu der zeit Diſcant geheiſſen / vnd zum vollen Wercke /
als nemlich den foͤrdern Præſtanten vnd Hinderfag zugleich gebraucht worden.
DE ORGANOGRAPHIA. 9
Hey Bere doe A Jer
2. Ander Clavir, ſo auch Diſcant genennet / vnd zum Principal alleine ge⸗
braucht worden iſt. ;
c NN fc gh ab GEW N ef
3. Das drit / iſt ein Baſs Clavir, ſo vnter den vorigen beyden Clavıren ordent⸗
lich gelegen / an aller geſtaldt vnd groͤſſe denſelben gleich: Ind obs zwar mit den Haͤn⸗
den / oder aber / als etliche vormeinen / mit den Knien getrucket worden / ſo iſt es doch an
ſtadt deß Pedals zu dem Principal oder groͤſten Baßpfeiffen / welche in den Seit⸗
Toͤrmen ſtehen / gebraucht worden.
H c K * rg 4 b
4. Das vierte vnd vnterſte Pedal Clavir, ſo mit den Fuͤſſen getretten / vnd auch
mit dem Oberſten Diſcant Clavir zum gantzen vollen gepränge gebraucht iſt.
oe ect g d a 5
Dieſes Pedal Clavir hat recht vnter den dritten / ſo nechſt hieroben /in glei⸗
cher Liny gelegen / vnd mit demſelben einerley außtheilung an der groͤſſe / aber nicht et⸗
nerley Claves gehabt / wie ſolches in der Sciographia, Col. XX V. zuſehen.
Aus dieſer vier Clavirn Invention if dieſer nut vnd gebrauch erfolget / das
man erſtlich ein vnter ſcheit im klange machen vnd haben koͤnnen / vnd durch die bey⸗
den mittelſten Clavir(als nemlich das ꝛ / vnd dritte (das Principal oder foͤrderpfeif⸗
fen vor ſich alleine hat koͤnnen geſchlagen werden / Manualiter: vnd zwar mit der
rechten Fauſt / welches fie den Diſcant genennet haben / auff den andern Clavir, vnd
auff den dritten Clavir, iſt mit der lincken Handt der Bals an ſtadt deß Pedals, nicht
mehr denn zu einem Bic inio oder Duum Vocum im Choral gebraucht worden.
Die andern beyde / als das oberſte vnd vnderſte Clavir, fein zum gantzen Werck vnd
vollem geſchrey / als der Mixtur, (ſo zu der zeit Hinderſatz geheiſſen / weil es hinter
den præſtanten geſtanden) neben vnd mit den præſtanten gebraucht worden. Da
denn das erſte vnd oberſte das Diſcant Clavirz vnd das vnterſte das Pedal oder Baſs
Clavir geweſen iſt / daruff man ein Trium hat koͤnnen zu wege bringen. In ſolchem
Hinderſatz ſein im Diſcant, nach eigentlicher befindung / 32. 43. vnd 36. Pfeiffer
auff vnterſchiedlichen Clavibus diſponiret geſtanden; vnd im Baſs oder Pedal
Hinderſatz nur 16. 20. vnd 24. Pfeiffen / aber alles grober Mixtur Art / geſezt wordẽ.
Welches dann wegen der groͤſſe der præſtanten, vnd weil fich jhre Manual
Clavir, der wenigen Clavium halben / nicht in die höhe zur liebligkeit begeben koͤnnen /
ein ſolch tieffes grobes brauſen vnd grewliches nn auch wegen N der
I ltur⸗
400 DE ORGANOGRAPHIA.
Mixtur Pfeiffen / ein vberaus ſtarcken ſchall vnd laut / vnd gewaltiges geſchrey ( darzu
denn der geweſte Windt rechtſchaffen nachgedruckt hat) mus von ſich gegeben ha⸗
den. f
Vnd dieſes vmb ſo viel mehr daher / dieweil in ſolcher tieffen nichts mehr zwi⸗
ſchen einer Octava, denn nur eine Quinta vnd auch terz perfect ſintemal zu jedem
Manual Clave eine Handt oder volle Fauſt gehört hat) gegriffen werden koͤnnen.
Das demnach ſolches anzůhoͤren / wofern die diſponirten Pfeiffen oder hinterfag
nicht mit jhrem kleinen geſchrey hindurch gebrochen / vnd einen vernemblichen Thon
deß Chorals ins gehoͤr gebracht) vnſern Ohren nachzureden / nicht ſonderlich anmu⸗
tig mus geweſen ſcyn.
Es find aber die zwoͤlff groſſe Baß Pfeiffen oder Pedalia / an die beyde Seit
Thoͤrme / vnd der Diſcant zwiſchen ſolchen hohen Thoͤrmen jnnen nach der menſur
geordnet geweſen.
Deß H. Galviſij meinung von dem Klang vnd Art der Alten Orgeln / vnd
der alten Harmonia, ſſt dieſe; In dem er in quadam Epiſtola alſo an mich ſchreibet:
Nun iſt die Frage / Ob man nicht noch veſtigia der alten Harmoniæ finden
koͤnne? Dieſelbige iſt ohne zweiffel erhalten worden in den Kirchen. Wir haben noch
zu vnſer zeit zwey Inſtrument a von der alten Muſica, welche in ſtetem brauch find;
Als die Sackpfeiffe / vnd die Leyre; in denſelbigen klingen beſonders fuͤr vnd für eine
Conſonantiaʒ auff der Sackpfeiffe nur eine Quinta ; auff der Leyre aber wol drey
oder vier Saͤiten / als Nemblich eine Quinta, vnd Octava, zugleich durch
drey Saͤiten: Vnd wird darnach vff andern Claviren welche die vierde Saͤite tref⸗
ſen vnd anruͤhren / etwas anders im fuͤglichen Choral darinmoduliret.
Solches iſt ohne zweiffel ſtets in der Kirchen blieben / vnd man hat vff den
Orgeln / u den Conſonantiis eine andere ſonderliche reige Pfeiffen haben muͤſſen / in
welchen man allezeit die Gonfanantias gejogen / welche ſich zum Choral Clave
ſchicken vnd reimen; wie auff der Leyre geſchiehet; als c ge / oder da 5 / oder eh
etc. Dieſelbe Claves haben fie ſtets gehen vnd Thoͤnen laſſen / vnd darnach einen
Choral der aus demc / d / oder e / gangen / vnd ſein Fundament darinnen hat / darein
geſchlagen / wie man auff dem Inſtrument ein Schaͤffertantz ſchlegt: Ind dieſes iſt
auff allen Inſtrumenten von anbegin der Welt die Muſica geweſen / wie die Scripto-
res andeuten. Daraus denn leichtlich zuvernehmen / das man zu der zeit zu ſolcher
.Mufic nicht ſo gar viel Claves, wie amende deß 2. Cap. angezeiget worden / von⸗
noͤthen gehabt.
Hernach aber / do etliche Ingenioſi Muſici darzu kommen / haben ſie privatim
vnd fine arbit ro ſich weiter verſucht / vñ zu dem Choral, welchen ſte in .
us
DE ORGANOGRAPHIA. 101
—— 03 —
bus ſonis gefuhret / vnten Conſonantias verſuchet / das man im rechten Manual
zween Claves zuſammen geſchlagen / vnd endlich gefunden / wie ſich der Choral fuͤg
lich enden / vnd in einer Clauſula zuſammen kommen / vnd quieſcirn foͤndte: Denn
dieſes iſt das fuͤrnembſte geweſen. So baldt ſie aber die Claufulas haben machen ler⸗
nen / (welches ohn zweiffel / dieweil fie mancherletger Art / viel muͤhe gekoſtet) haben fie
die andern Conſonantias auch finden koͤnnen / vnd zwo Stimmen in Contrapun-
cto ſimplici geſetet / vnd alſo erſtlich ein Bicinium erfunden: hernacher find ſie alle⸗
mehlich weiter kommen / vnd ein Tricimum zuwege bracht / biß fie auch den flori-
dum Contrapunctum funden.
Dieſes aber iſt langſam zugangen / denn es anfangs in den Confonantiis
viel muͤhe gekoſtet / aus der Vrſach / das man die Tonos vnd Semitonia nicht rein
hat Stimmen koͤnnen; daher die Inſtrumenta oder Orgeln ſo rein nicht ſeynd ge⸗
ſtimmet geweſen / als jezunder: Haben auch nicht trawen duͤrffen / das die Tertien vnd
Sexten Conſonantiæ weren / dieweil die alten Muſici alle miteinander nicht zuge⸗
ben / das ſie Conſonantiæ fein ſollen. Darumb denn keiner fa vorſchneppich ſeyn / vnd
fo klug ſich duͤncken laſſen wollen / daß er diß beſſer / als Ptolomaus, Boẽthius, Eucli-
des vnd andere fürtreffliche Muſici, wiſſen wolte.
Ich bin der meinung / wenn man jege die alte Harmoniam gerne hören wol⸗
te / ond wie die alte Muſic getlungen habe / ſo duͤrffte man nicht mehr / als das ganze
volle Werck / Nemblich die Principaln, Octaven, Super Octaven, Quinten, Zym-
beln, Mixturen, vnd Sub Baͤſſe, vnd was ſonſten mehr verhanden / fo zum vollen
Merck zuziehen gebreuchlich / vnd ein recht ſpecimen der alten Mixtur iſt) nehmen /
vnd alßdann im Pedal mit beyden Fuͤſſen eine Quinta, als C. G. D. A; F. c; &c.
zuſammen halten / vnd fuͤhren den Choral eines Reſponſorij, Introĩtus oder Deut-
ſchen Geſanges / im Manual, allein in den vnvberſtrichenen Buchſtaben Clavir,
edefga 5 7 denn in den alten Orgeln kleinere Pfeiffen nicht verhanden gewe⸗
fen (ſo wurde man der alten Art vnd Harmony zimlich nahe kommen: Wiewol ſie
es anfangs fo gut nicht werden gehabt haben.
Das VIII. Capitetl.
Vom Thon der Alten Orgeln.
Sr Sbefindet ſich aber / daß deſſelben Orgelwercks Groͤſte Pfeiffe fornen an /
*
nemblich das am obern Gorpore ohne den zugeſpizten Juß / ſechzehend⸗
halb Ellen das iſt 3r. Fuͤß lang) vnd 7 viertel einer Elln (das find viette⸗
halb Schuch) in der Circumferentz dicke iſt. Vnd alſo wenn der gele⸗
N ij genheit
102 DE ORGANOGRAPHIA.
genheit nach / das Principal von 32. Jueß Thon gerechnet wuͤrde / fo ſtehet im hinder⸗
at eine vnter Octava von 16. Fueß Thon; darnach eine groſſe Octava von 6. Jueß⸗
hon; vnd denn eine groſſe Quint 6 Fueß Thon; hierauff etliche Octaven 4 Fueß⸗
u alſo fortan. Vnd iſt die Diſpoſitio eines Clavis ohngefehrlich alſo ge⸗
weſen.
2. 8.
3. 4. [ 4
5 4 5+ 5 13
Clavis, c, 16 F Pfeiffen 2 Tue.
7 von 14
8 1
Ko 7 7 7
Das alſo in dieſem Hinderſaut alle vnſere offene Stimmwerck Principaln-
Art verhanden. Welche ſehr viele vberheuffte Pfeiffen in jhrer Mixtur, hernacher in
folgenden Jahren durch die Spring ⸗ vnd Schleiffladen in vnterſchiedliche Stim⸗
men vnd Regiſter (wie hernacher fol geſagt werden) zertheilt worden; das man alſo
viel vnterſchiedliche Stimmen aus der einigen Mixtur abſonderlich brauchen fön-
nen / vnd gleichwol noch Pfeiffen zur Mixtur vbrig blieben.
Es iſt aber dieſes vnd dergleichen Werck / einen guten vnd baldt 12. Thon hoͤ⸗
her geweſen / als die vnſrige jzige Chormeſſige Wercke ſtehen; Welches die vorange⸗
zogene groſſe Pfeiffen lengde außweiſet. Wie denn auch vermutlich / das lange
zeit vorher alle Werck / wie ſie auch an vorbeſchriebene gröffe moͤgen gemacht ſeyn /
dieweil dieſelben alle im Bapſthumb zu nichts anders / denn zum Choral gebraucht
worden / alſo in dem Thon vnd noch hoͤher geſtanden haben. Sintemahl lezlich die
Choral Wertt / welche nach vnſerm Thon ein gantze Quart hoͤher / oder eine Quind
niedriger gemacht / für die bequemften ertandt / vnd an ſolchẽ Thon 7 7 worden.
Vnd ob ſchon an etlichen Wercken etwas mangelt / das ſie nicht Iuſt in beſchriebe⸗
nen Thon einſtimmen / fo iſt doch ſolcher defect nicht denen Meiſtern / welche die als
ten Choral Wercke / ſo annoch im gebrauch anfenglich erbawet haben / jhrem guten
willen vnd fleiß zuzumeſſen: ſondern das man vieleicht zu der zeit noch keinen beſten⸗
digen Chöriſten⸗ oder Chor Thon / darnach man ſich richten mögen / wie Gott lob
nunmehr im gebrauch / erwehlt gehabt.
Auch ſeynd offt die Orgeln / darnach gute Chorales vnd Schreyhaͤlſe zu ſin⸗
gen /
DE ORGANOGRAPHIA. 103
— — p . —
gen / an dem Ort beſtalt vnd verhanden geweſen / baldt ein Thon höher vnd wol mie⸗
driger intoniret, vnd auch offte durch vieles renoviren vnd flinmmen / noch mehr
von jhrem anfenglichen Stande in die hohe gebracht worden. Sonſten aber wird
obbeſchriebener Thon / als / der eine Quart hoͤher vnd Quint niedriger (nach vnſri⸗
gen jsigen gewoͤhnlichen Thon / ſonſten Cammer Thon genandt / zureden) für
den richtigſten behalten / vnd in den vornehmen Stifft Kirchen noch alſo be⸗
funden. a
Wiewol auſſer deme auch viel Wercke gefunden werden / welche vmb eine
Secund niedriger oder hoͤher / enliche vnd deren nicht wenig auch vmb ein Scmito-
nium höher intoniret vnd gemacht worden.
Das IX. Capitel.
Von Art dero zeit Blaßbaͤlgen.
An mus aber zur ſelbigen obberuͤhrten zeit wor drithalb oder dreyhun⸗
Y dert Jahren(als ſolche groſſe Werck / wie das zu Halberſtadt / davon
Jens gehandelt wird / gebawet worden) noch geringe Inrentiones
vnd nachdencken auff Blaßbaͤlge gehabt haben; Sintemahl an die⸗
ſem Domwercke zu Halberſtadt / 20. vnd an deme zu Magdeburg /
24. gar kleine Baͤlge / (nach Ordnung vnd a wie in der Scio-
graph. Col. XXV. zubefinden ) vorgeleget worden. elche vnſern jgigen
Schmiedebaͤlgen an groͤſſe vnd Proportz nicht ſehr ungleich geweſen: Sintemahl
fie nicht durch bleyern oder ſteinern gewichte / ſondern eben durch ſolch ein Mittel re⸗
giert worden / das man allzeit zu zweyen Baͤlgen eine Perſon zum tretten gebraucht /
vnd wann mit einem Fueß der eine Balck durch die ſchwere deß Calcanten nieder
getretten it der ander mit dem andern Jueß wider in die hoͤhe gezogen worden; das
alſo zu 20. Baͤlgen / ehen Perſonen / vnd zu 24. jhrer zwoͤlffe nothwendig haben ver ·
handen fein muͤſſen.
g Ind hat man ſich nun billig zuverwundern / weil gedachte vnſere liebe Alten /
in andern Sachen dieſer Invention an Orgeln ſo weit kommen ſeyn / das ſie nicht
auch auff andere weiſe vnd bequemere Manter / wegen deß Windes (mit formierung
der Baͤlge / ſo beſſern vnd richtigern Windt geben koͤnnen / vnd auch deß trettens hal
ben / weil ja nicht allzeit gleiche ſtarcke vnd ſchwere Perſonen folche Baͤlge zutreten
vnd zu regieren / nach dem Gewichte abgewogen werden koͤnnen) beſſer nachgeſon⸗
nen vnd darauff ſpeculiret haben.
Inmaſſen
104 DE ORGANOGRAPHIA.
a
Inmaſſen dann einem nicht ohne Brfach ſelzames nachdencken einkommen
mochte / wie es ſich doch im accordiren vnd ſtimmen / mit ſolchem vngleichen gepre⸗
ſtem Winde muͤſſe geartet haben; Sintemahl nichts anders in jhrer difpofition,
denn ein Mixturwerck / ſo von Octaven, Quinten vnd Quarten, vnd vielæqualen,
vom groͤſten biß zum kleinſten diſponĩret zubefinden iſt.
Welches / ſo es den jsigen Orgelmachern / wie ich ſelbſten gehört vnd geſehen /
bey guten gedyenen richtigen Winde im Werck accort zumachen vnd rein einzu⸗
ſtimmen / ſchwer ankoͤmpt / wie mus es denn offtgedachten vnſern lieben Alten muͤh⸗
ſam vnd beſchwerlich vorgefallen ſeyn? zugeſchweigen der muͤhſeligkeit / welche die
Calcanten in ſoſchem ſtettigen tretten vnd bewegungen außſtehen muͤſſen. Die⸗
ſes iſt aber meines erachtens jhr beſter Vortheil geweſen / das fie ſolche Wercke nicht
auff die proba / auch nicht durch ſonderliche Goncordanten ſtimmen dürffen: Sin⸗
temahl keine Compoſition mit vielen Stimmen / ſondern nur der ſchlechte Choral
tinfaͤltig darauff gemacht worden.
Darůͤmb haben ſie auch fuͤrnemlich nur jedem Clavem (Jedoch gleichwol
nach jhren vorher geſtuͤͤmmeten Præſtanten, die fie domals alleine ziehen koͤnnen) in
fich ſelbſt rein / nach Mixtur Art vngezweiffelt ſtimmen müffen. Vnd were zu wuͤnd⸗
ſchen / das man jeno ein ſolch Werck widerumb lautendt vnd klingendt machte / damit
man doch derſelbigen Art / gegen der vnſrigen jtzigen vnterſchiedlich hören vnd obfer-
viren moͤchte.
Das X. Capitel.
Von vnterſchiedenen Nahmen der Alten Orgeln.
Eil nun allhier von dreyerley groͤſſe vnd Manieren der Elteſten vnd
Alten Orgelwercken Bericht geſchehen / vnd zu vnterſchiedlicher lange
wirriger zeit im gebrauch zu bawen geweſen ſer n: ö
So iſt dennoch auch aus gedachter vngleichen groͤſſe / eine Fra⸗
A < ge / damit jedem Wercke in ſolcher Art ein gewiſſer Name gegeben
wuͤrde / entſtanden; Nemlichen / welches doch ein gantz / halbes / oder viertheil Werck
ſey / oder genennet werden koͤnne? Nun iſt dieſe Frage nicht alleine vor etlichen
hundert Jahren bey vnſern Vorfahren im gebrauch / ſondern auch damals recht vnd
noͤtig fürgefallen; ſintemahl man zu der zeit / von keiner Diſpoſition oder enderung
der Stimmen gewuſt / vnd als die gar Groſſen Werd an Tag bracht worden; ſo hat
man
DE ORGANOGRAPHIA. 108
man nothwegen / dieſelb vor ein Gantz Werck; die Mitler Art aber vor ein Halbes / nd
alſo die kleine / welches die allererſten vnd elteſten / vor ein Viertelwerck halten / vnd
nennen muͤſſen: Vnd iſt alſo ein Nahme aus dem andern / gleich wie fie vngleicher
groͤſſe vff vnd nacheinander erfolget ſeyn / entſtanden.
Ind zwar hat man zun ſelben zeiten die Groſſen Werck billig jhrer Art nach
Gant geheiſſen; Weil dieſelbige von ſolchen groſſen Pfeiffen / biß zu den kleineſten / als
eine gantze vollkommene Mixtur diſpoſition, diſponiret worden; daraus eine
ſolche zahl der Pfeiffen auff einem Clave nacheinander geſtanden; Auff welche groſ⸗
fe menge Pfeiffen dann ein gewaltiges gethoͤne vnvmbgenglichen erfolgen muͤſſen;
Welches in der Mitlerart Wercken nicht geſchehen moͤgen. Imgleichen habens
die Erſten Kleine Wercklein / den Mitlern auch in der Art nicht nachthun koͤnnen.
Vnd iſt alſo / wie jent gedacht / zu der zeit ſolche Frage vnd Antwort / die Wercke damit
zu vnterſcheiden / recht noͤtig geweſen. Wie dann bey vnſer zeit noch wol ſolche Fra⸗
gen von gemeinen Bieder Leuten vnd Alten Organiſten vorlauffen.
Vnd ſeynd etliche in der meinung geſtanden / das ſolche Namen / als Gang /
Halb / etc. Von der Zahl der Baͤlge ihren Vrſprung haben ſollen: Welches aber
nicht ſein kan: Denn wenn man nur die beyden angezogene Dohm Wercke (anderer
dergleichen zugeſchweigen) als zu Magdeburg vnd Halberſtadt anſihet; ſo hat das
Magdeburg. 24. das Halberſtetiſche aber nur 20. Baͤlge / vnd in allen beyden glei⸗
15 groͤſſe gehabt: Weil ſie aber ſonſten an der groͤſſe vnd diſpoſition ganz gleich /
koͤnnen ſie renb der Baͤlge willen am Nahmen gantz nicht vnterſchieden werden.
Darumb iſt es zn den zeiten recht nach der groͤſſe der Structuren vnd foͤrder Pfeiffen /
Gantz / Halb / vnd Viertheil / aus rinfalt / genennet worden.
Gleich wie jent ebener maſſen / die Wercke nach jhren Principaln genennet /
vnd auch nur dreyerley Art Namen haben. Als wenn ein Orgelwerck / im Manual
ein Principal von 16. Jueß Thon / vnd ein Octava von 8 Jueß Thon hat: fo wird es
ein groß Principal Werck genennet; Bey den Alten aber iſts ein Gant Werd ge⸗
nennet worden / darinnen aber gemeinlich das F im Pedal von 24. Jueß nachem
Chormaß zurechnen / vnd eine Mixtur darbey geweſen : Wenn gleich ſonſten
gar keine Stimme mehr vorhanden.
Wenn aber ein Orgelwerck im Manual ein Principal von 8. Jueß / vnd ein
Octav von 4. Jueß Thon; wird es ein A Equal Principal Werck / von den Alten
aber ein Halb Werck genennet.
Hat nun ein Werck ein Principal von 4. Jueß Thon im Manual, ob es wol
noch eine andere gedackte oder offene Stimme vff d. Jueß Thon im Pedal, bißweilen
auch im Manual, fo heiſſet man es doch nur nach feinen a Pfeiffen / dem 105
en
196 DE ORGANOGRAPHIA.
hen nach ein Oktav · oder Klein Principal Werck, wie im folgenden Theil von Ne⸗
wen Orgeln mit mehrerm ſel angedentet werden.
VDVnd moͤ gen die Orgelwercke deß vnterſchieds halben / auch nicht beſſer mit
Vemen beſchrieben werden / Sintemal allhier keine Zahl der Baͤlge / oder vielheit der
wummen weil daraus kein gewiſſer ſchluß eutſprieſſen oder erfolgert werden mag)
de Aide den Nahmen geben kan.
Das XI. Capitel.
Vom vnterſcheid der Alten / vnd vnſerer jtzigen
Orgeln.
2 Enn wir allhier ein wenig inhalten / vnd der lieben Alten jhren an⸗
fang vnd invention / mit der vnſrigen jnigen zeit Conferiren vnd
befehen wollen; ſo wird man befinden das / was die Haupt Invention
der Orgeln / nebenſt allem was darzu gehoͤrt / betreffen thut / der vnter⸗
O ſcheit ſe gar vberaus groß nicht ſey. Vnd billig zuverwundern ſte⸗
het / wie es im anfang alſo baldt fo weit kommen / das hierin biß an jeno von teinem nu
viel höher oder weiter hat koͤnnen ſpeculiret, noch durch andere mittel ein mehrers
außgeſonnen werden: Ohne das man numehr durch langwirige vbung vnd obſervi⸗
rung: alle daſſelbige / was die Alten erfunden / etwas natuͤrlicher / bequemerer / xerlicher
vnd lieblicher an tag bringen kan.
Vnd iſt in den Elteſten Wercken ebener maſſen zubefinden / das dieſelben auch
wie die vnſrigen / durch den Windt vnd Blaßbaͤlge regiret / vnd zum klang gebracht
worden ſeyn: Item / das die Baͤtge eben dieſelben mittel / nemlich die Windtklap⸗
pen oder Ventiel, dardurch der Windt in aus dem Balg grfuͤhrt wird / gehabtha⸗
ken: vnd mit ledder vberzogen vnd beſchlagen worden ſeyn.
Weiter das man Canal oder Windreöhren gebraucht / damit der Windtvon
den Baͤlgen zum Werck geleitet: Deßgleichen das auch Structuren mit vnterſchie⸗
denen formen diſponiret geweſen / In welche die Windtladen (ſo inwendig alles an
Cancellen, Ventilen, Stoͤhnfedern etc. als wir es noch brauchen / gehabt / vnd dar⸗
auff das Pfeiffwerck geſenet / geleget/ vnd mit Wellbretern / Angehenge / Pedal vnd
Manual Claviren gemacht worden. Wie ſie denn auch die Principalen, welche
ſie hernacher Præſtanten, vnd auch vff den Grundt geſaßt genen net / fornen an zum
dier gebracht vnd polliret / (auffn grundt geſatzt heiſt / dieweil dieſe Pfeiffen ſtracks vffs
Hoffe Fundament / als nemlich off die Windtladen / weil allda weder Regiſter noch
vfflagen verhanden / geſezt find.) Haben auch im Vollen Werck / welches Zee jhre
lxtur
DE GRGANOGRAPHIA. 107
Mixmar oder Dinderfag geweſt / auff einander folgende Octaven, Quinten, Super-
Octaven, & c. gehabt vñ diſponiret, ohn das es alles auff inmahl angangen vn re·
fonirer hat. Bñ it billig w erwemdern / dz das Pftiff vñ dio: Werct / durch alle ſolche
mittel wie ſie noch heutiges Tages nach allen vmbſtaͤnden gemacht werden / vnd auch
anders werfinden vnmuͤglich / um klange hat koͤnnen gebracht / vnd anfanges auß ·
ſpeculiret werden. Ind das man auch alſo baldt ſolche richtige vnd wolklingende je⸗
doch vnterſchledlchye) Principal menſuren der feiffen gehabt hat.
Ob aber zwar derfelben Art Pſeiffen zi der zeit nur einerlen / als nemlich offen
Stim̃werck gewefenz ſo find doch jhrer Brincspain etliche am flange oder reſonantz
gewiſſer menſur vnd ſauber Arbeit / bey deo. Jahren hero / dergeſtalde beſchaffen be
ſun den / das man ſich nicht alleine vber folchen jhrem domals geübten vnd ſcharſfge⸗
ſuchten fleiß deß Zirckels / gar wol bedechtig verwundern mus / ſontern auch etuche
Orgelmacher zu vnſer zeit mit ernſt vnd fleiß von ſolchen Pfeiffen noch etwas zulernen
ſich nicht ſchemen duͤrffen⸗ Wie dann derer Art Principaln, fo aus den Pabfifchen
Alten Orgeln / in vnſere jenigen Wercke verſenzet vnd transferiret worden / noch an
jetzo an vnterſchiedenen Orten zufin den ſeyn.
Das XII. Capitel.
Wie nun jetzo zu vnſerer zeit die verbeſſerung der Laden / verenderung
vnd vormehrung der Claviren, auch der Stimmen vnd Pfeiffen /
aus der Alten Orgeln in vention hergefloſſen / vnd
eins aus dem andern erfolget ſey.
Vnd erſtlich:
Welcher geſtalt die Springladen / o wol auch die Schleiffla⸗
den anfangs herfür kommen.
He aber die Invention der Schleiffen / (darvon oben im y.
Cap. meldung geſchehen) recht offenbahr worden / iſt dieſe Art
der Laden / ſo noch bey vnſer zeit Springladen genennet wer»
Oden / mit groſſem muͤhſelizen nachſuchen erfunden / vnd in Nie
derlandt vnd Brabandt gemacht vnd gebraucht worden: Welche
eigentlich (wie ſolches vorſtendige DE ae
„
108 DE ORGANOGRAPHIA.
der Invention, do man die vielheit der Pfeiſfen voneinander hat abſondern wollen /
(davon im 3. Cap. meldung geſchehen ſol) ihren Irſprung haben. Darumb dann
auch diefe Art oder erfindung der Springladen kein newes wie etzliche ſich bedůncken
laſſen / ſondern aus der elteſten Invention hergefloſſen / vnd bey zweyhundert Jahren
allbereit im gebrauch geweſen. ö
Wie dann im Biſthumb Wuͤrnburg in einem Münchetoſter / noch vor
wenig Jahren eine ſolche Sprinsladen von einem Orgelmacher Timotheus ge⸗
nandt / aus einem ſehr alten Werck / ſo ein Můnch gemacht / genommen / vnd an deren
ſtatt / hinwiderumb eine newe Lade mit Schleiffen / darinn geleget worden iſt.
Es hat aber in diefer Springladen eine jede Stimme ihre ſonderliche Ven
tiel vnd viel Arbeit / doch wegen deſſen / daß es alſo nicht hat koͤnnen zuſammen lauf⸗
fen vnd durchſtehen / ſehr gut: Welche Ventiel dann mit eim einzigen Negiſter zu⸗
gleich vffgeiogen / vnd doch darbeneben in der Laden in einen jeden Clave ſondere
Ventiel, welche mit dem Clavir nidergezogen werben / verhanden.
Wie dann die Nieder ⸗ vnd Holländer von ſolchen Syringladen mehr als
von den Schleiffladen gehalten: Vnd ſolches darumb / das der Windt reiner / ohne
vitia vnd ſonderbahre maͤngel / vnter den Pfeiffen hat můgen behalten werden; auch
in enderung deß Gewitters / wegen deß Schleiffwercks / welches ſonſten nicht geringe
de fecten ſeyn / beſtendig blieben.
Als man ſich aber auch in dieſen Landen die Schleiffladen Iuft vnd perfect
zumachen mit groſſer mühe befliffen, vnd die Nidder⸗ vnd Hollaͤnder in Sachſen
kommen vnd geſehen / das durch derſelben vortheil eben ſo wol auch die Schleiffladen
perſect zufertigen müglich; find ſie nachgefolget / vnd fich deren anzumaſſen ange⸗
fangen. Wie denn M. Fabian Peters von Schneeck / zu Roſtock / Strallſun dt
vnd andern ortern dergleichen gemacht haben ſol. N
Vnd mus gewißlich nicht ein geringes Werck ſeyn / die Springladen (als ich
von verſtendigen Orgelmachern gehoͤrt vnd ſelbſt vernuͤnfftig erachten kan) Luft zu⸗
machen / wlewol auff den Schleiffladen mehr wuͤn derlicher enderungen in Stimm⸗
wercken mi den abgeſoͤnderten Baͤſſen / holtz verleitungen vnd ſonſten zuerhalten vnd
zu wege zubringen ſeyn / als auff den Springladen dergeſtaldt nicht geſchehen kan.
Jer ſeynd alle beyde Inventiones / wie denn auch beyderley Art von Spaͤn vnd
edder bezogenen Blaßbaͤlgen / auch gut vnd beſtendig; wenn nur ein jeder Meiſter
die hellen an Tag gebrachten Gaben recht vnd mit hoͤchſten fleiß in acht nehmen wolte:
als leyder jtziger zeit der mangel mit groſſem ſchaden der armen Leute (die in Staͤdten
vnd Doͤrffern / dem HErrn der Heerſcharen zu ehren ein Orgelchen / nach jhrer
Kirchen
DE ORGANOGRAPHIA. 109
en
Kirchen gelegenheit fegen vnd auffiurichten zum offtern nicht ein geringes koſten laſ⸗
ſen)beſunden wird.
Welches dann in liefferungen der Orgel Wercke etliche Organiſten theils
aus Vnverſtandt / theils aus alfecten, den Orgelmachern zugefallen vnd gemeiner
Quintin halber contra honeſtatem & conſcientiam ſtilſchweigendt vor ber paſ⸗
ſiren / vnd die Kirchen nicht vmb ein geringes beſchneiden vnd ſchneugen laſſen.
Das XII I. Capitel.
Enderung vnd vermehrung der Clavirn.
Teich wie man nun vor dritthalb hundert Jahren mit fleiß auff en⸗
derungen vnd zertheilungen der Stimmen bedacht geweſen / vnd
ö durch Goͤttliches eingeben daſſelbe erlanget: auch gleich wie aus den
82 2 erft erfundenen Claviren vnd Pedaln, fo bey vierthalbhundert
J Jahren faſt bey einer Art im gebrauch geblieben / die Invention der
der Semitonien (deren Art oben im 6. Cap. angedeutet) herfür kommen: Alſo
ſeind auch von ingefenter Jahrzett her / die Clarier inventiones pmmer verbeſſert /
vud vnterſchiedlichen geendert / getleinert vnd vermehret / das en dilich vorgedachtet
dieſer Art C Claves abkommen / vnd vnſere jsige Art ſich allmehlich an⸗
gefangen: Jedoch atſo / das ein Clavis haldt 24 Zoll / das iſt dren guter Finger breit /
vnd alſo noch einmahl ſo groß / als einer der isigen vnſern / gerwefen ; wie dergleichen
Claves noch an jezo in einer alten kleinen Orgel im Thumſtifft Minden ich ſelbſten
abgemeſſen vnd abgezeichnet habe. Vnd were zuwuͤndſchen das eine Jahrzahl dar⸗
bey zufinden geweſen.
Baldt her nacher find die Claves noch vmb etwas mehr ertleinert worden /
alſo das ene Quinta fo weit zugreiffen geweſen / als jgunder eine Octava außtregt:
wie in der Alten Orgel zu S. AEgidien in Braunſchweig noch jego zuſehen / vnd der⸗
1 8 Abriß vnd groͤſſe in der Sciograph. Colum. XXVII. vnd XX VIII. zu-
nden
Die Carmina fo noch vnter derſelben Orgel geſchrteben / zufinden / dab ich
auch hiebey ſetzen wollen.
Offert devota nunc Clauſtri concio tota,
Organa facta pie Chriſto matriq; Mariz.
Bartholdus rexit tunc Abbas, acopifex ſit,
O 3, Andreas
*
110 DEK ORGANOGRAPHIA.
Andreas gnarus exiſtens arteq; rarus:
Vittangant cœlos, reſonant hæc organa melos,
Tempus utannalenofcas, fic aceipe tale:
1456. M tunc completo, ſie bis duo C rctineto,
L eum bis ternis, eſt factum quodmodöcernis;
In quo jubilo pſalle placens Domino.
Der anfang ihrer Clavir aber tſt noch allzeit bey den ; geblieben; wie denn
zur ſelben zeit / etwan vor 200 Jahren / vnter andern in Venedig zu S. Salvator ein
Werck gemacht worden / deß Pedal alſo;
Red eff N
Ind das Mannal, welches fie den Diſcant genennet / auff folgende manier
geweſen iſ t:
geg N gde ge. g N NA T 75 c
Vnd eben ſo viel Claves im Pedal vnd Manual, hat vorgedachtes Werck in
Thumb zu Minden. Deßglachen in Nurnberg zu S. Sebald / ohngeffhr vor an⸗
derhald hundert Jahren von einem Meiſter / Heinrich Traxdorff genandt / ein
groß Wert gemacht worden / Welches Pedal ſich im A, ſo zu der zeit Are ( wieer
in Schulen gebreuchlich) genennet / angefangen / vnd alſo diſponiret;
AH e Ns Nef fc g& ab
Der Dilcant aber alſo:
hoc / K., * Jer d Vg,
Noch eins hat zur ſelben zeit dieſer Heinrich Traxdorff in Nuͤrnb
zu vnſer Lieben Frawen ohne Pedal 1 1505 5 ek
Mlungen haben: Ind iſt deſſen Clavir auff dieſe maß diſponirt geweſenz
He d che Y J Ahr
Es hat aber dieſer Meiſter feine foͤrder Pfeiffen oder Præſtanten in vorerwehn⸗
eam groſſem Wercke u S. Sebald / Flotten anennet; auch noch eine Octava
darin
DE ORGANOGRAPHIA. ım
darin gemacht; vnd dann den Hunterſatz · welchen er / als es noch zu der eit gehetſſen
worden / bey vorerwehnten Namen bleiben laſſen. 8
Nach dieſem fin dandere kommen / die für vornehme Meiſter geachtet gewe⸗
fen; als Friederich Krebs / vnd Nicolaus Muͤlner von Mildenberg / ſo jhre
pedal vom A biß uma / alſo.
* & Nef Ig
Ind den Diſcant auff dieſe weiſe gefertiget haben: alſo.
hc Ce Ef g grad v TN 5er Neef
Inmaſſen denn zu ſolcher zeit noch ein Fuͤrnehmer Orgelmacher / welcher Conrad
Kotenbürger / der geburt aus Nuͤrnberg eines Beckers Sohn allda / in Beruff vñ
Preiß kommen; welther das groſſe Werck im Stifft Bamberg vnd das Werck zun
Barfuͤſſern in Nuͤrnberg Anno 1475. gemacht hat: Iſt aber eben bey ſolcher
Art / vnd difpoſition der Elavir vnd Pfeiffwercken geblieben; biß Anno 1493 find
ohngefehr 18. Jahr hernacher / gedacheer Conradus Notenb: das vorgedachte Werck
im Stifft Bamberg / welches auch uur im h ſeinen anfang gehabt / ergroͤſſert / vnd
angefangen vnter ſich mehr Claves vnd dieſelben kleiner zumachen; alſo.
ern e ff 40
Im Dicant aber alſo:
sea h cn Ne eff sg aa
Hat zunar auch nur 8. Baͤlge gehabt / aber in der renovation mit 18. Baͤlgen /
fo schen ſpannen lang / vnd 3 ſpannen breit geweſen / beleget.
Kurtz zuvor / als nemblich Anno 14g. iſt die groſſe Orgel im Thumb zu
Erffurt durch Magiltrum Steffan von Breßla / Caſpar Melchior / vnd Michael ſei⸗
ne Soͤhnt geferriger worden: wie ich dann deuſelben Dingezeddel vnd Brieff ſelb⸗
ſten geſehen vnd geleſen.
Anno 1499. hat Heinricus Crantius die groſſe Orgel in der Stifft Kir⸗
chen S. Blaſiju Braunſchweig gemacht.
Wie folgende Berß vnter derſelben Orgel ſolches außweiſen. N
Sub
112 DE ORGANOGRAPHIA.
Sub Organo maiori.
— —
Qux nos exuperet tabalatu Condita miro
Ordine diverſo, dulci ſonoq; modo,
Axe ſub arctoo vix credimus Organa pandi,
Inter terrigenas æmula czlicolüm.
Quisquis opus ſpectas, Hinricus Crantius, atque
Gudenbergenſis Haſſo magiſter erat.
Sole quaterdecies Centum terris revoluto,
Vndeciesg;novem fert ubi Virgo Deum.
Sub minore.
Struxit Ioannes Thomas hæc Organa Chriſto,
Dædaleo juvenis præditus ingenio.
Ergo Chriſte tui populi defendito cætum,
ut reſonet laudes hic & ubig; tuas.
Vnd in dieſen jettgedachten Orgeln ſeynd die Manual Clavir den vnſerigen
jzigen faſt an allem gleich geweſen: denn die Semitonia auch alſo / wie jego / zwiſchen
den Clavibus jnnen gelegen / vnd ſchwartz oder vnterſchiedlich an farben / nur das fie
etwas vnd faſt eines Clavis groͤſſer vnd weiter in den Otta ven getheilct worden / alſo /
das ſie ſchwer zugreiffen / tieff hinunter gefallen / vnd sche zu ſchlagen geweſen.
Daß ich aber allhier etlicher Clavierdiſpoſitiones mit deroſelben vberzei⸗
chen vnd doppelten Buchſtaben / ſo wol etlicher Meiſter Namen geſetet; iſt darumb
geſchehen / damit vnſerer Vorfahren Art vnd gebrauch / fo dann auch / wie die Inven-
tiones mit der zeit von Jahren zu Jahren zugenommen vnd geſtiegen ſeyn / manchem
dadurch deſto beſſer bekandt vnd angenehmer ſeyn mögen.
Denn ſo viel den vnterſcheidt der Buchſtaben von Octaven zu Octaven be
langet / iſt die erſte Octava für ſich geblieben; die ander aber mit einem kleinen () vber⸗
zeichnet; vnd die dritte Octava mit doppelten Buchſtaben angedeuttet worden. Dar⸗
mit / weil die Clavier anzahl der Clavium jmmer zugenommen / auch ein vernembli⸗
cher vnterſcheidt oblerviret werden koͤndte; Welchen fie aber allzeit von g zu H an
gefangen haben. Warumb aber / vnd was jhre Gedancken vnd meinung in deme ge⸗
weſen ſein mag / kan man eigentlich nicht willen.
Mehrge⸗
DE ORGANOGRAPHIEA. 113
— —
Mehrgedaehtes Herrn Calviſij Meynung iſt dieſe / do er an mich alſo ſchrei⸗
bet: Cauſa eſſe videtur, quod principium Clavium ex Clave E producitur, &
originem traxit ex veterum tetrachordis, quorum Hypate Hypaten, hoc eſt
primum te trachordum incipiebat ex Clave . Clavis autem A dicitur prof-
lambanomenos, boc eſt aſſumta Clavis, Ita ut b regulariter ſit prima ab an-
tiquo.
—
— . —ä—äj——
— rr— FF
Das XI V. Capitel.
Von Verenderung vnd Vermehrung
der Pfeiffen vnd Sim
men.
2 O viel nun der aller erſten Art Stimmen vnd Pfeiffen / nemblich /
* 7 ers der offenen Principaln Menfur e auch
N =) O noch vor 150. Jahren von nichts anders / denn von dieſer einen
Furt gewuſt) an vnterfchiedener richten vnnd hoͤhe helangen thut;
haben vnſere Vorfahren dieſelbe (wie wir die jetziger zeit in vnter
E ſchiedlichen Stimmen vnd Regiſtern haben) alle in dem einigen
— jhren groſſen Hinderſat oder Mixtur diſpoſition, offt in die 56.
Pfeiffen ſtarck vff einem Clavs mit den præſtanten zuſammen geſent vnd geordnet.
Wie droben im 7. Capitel etwas darvon berichtet worden.
Dennvnſere groſſe dubprincipal von 32. Juß (nach vnſerm jetzigen Thon zu⸗
rechnen) vnd die groſſen Principal 16. f Thon; Item vnſer AEqual principal, o-
der groſſe Octava 8. fl. Octava 4. fl. Quinta 3. fl. Superoctava 3. fi Thon / etc.
Wie dann auch vnſere Mixturen ; Alles mit einander zuſammen / iſt in jhrem Hin⸗
derſatz geſtanden / vnd (jedoch jhre Præſtanten oder Principalen davon abgerech⸗
net) diſponiret geweſen. Wie dann auch / was wir an jentgenenneten engeln ſtim⸗
men / durch das erfundene Mittel der Spring⸗ vnd Schleiffladen zum vollen Werck
zuſammen ziehen koͤnnen / das haben ſie damals durch ein general Canel oder
Windfuͤhrung / ſo jeder Clavis, doruff die diſponirte Pfeifen geſtanden / gehabt /
auff einmal klingend machen / vnnd als eine emtzige Stimme zuſammen nehmen
muͤſſen.
8 Vnd hat zwar einen groſſen Namen / daß man ſagt / 56. Pfeiffen vff einem
Clave: Wenn mans aber recht anſthet / vnd wir jetziger zeit nur 5. Claves / oder J.
Coinponirter voces, als ohngefehre g e 21 aufm ManualClavir, ar im
edal
— et
114 DE ORGANOGRAPHIA.
J ine il mg ne a ne) nen na rn einen une
Pedal einem Clavem C, der denn noch allezeit mehr / vnd ſeine abſonderliche Baß⸗
ſtimmen / zugleich in vollem gezogenem Werck nieder drucker / vnd rechnet auff jedem
Claxe, nur gemeiner weiſe zu reden / in 4. Stimmen / als Princ. Octava, Quint,
Superactav: (welche gemeiniglich in groſſen vnd kleinern Orgeln zum vollen Wer⸗
cke gezogen werden) 4. Pfeiffen / vnd die Mixtur darzu etwan von 6. Pfeiffen / (denn
vnſere Mixtureſt ſeynd nur eine Zubuſſe zum gantzen Werd / oder andern Stim⸗
men: Doher werden ſie offt nach Zimbeln Art repetiret, weil ſie auch in den aller⸗
vnterſten groſſen Clavibus nicht ſo gar groß / ſondern klein von Pfeiffen / wie fie
dann auch nicht groͤſſer / weil die groͤſſern in den Octaven, Principalen, Gedacten
vnd Qaintadehnen, &c. allbereit vorhanden / vnnoͤtig ſeyn) das find 10. Pfeiffen
vff jedem Clave; Alſo thun gedachte ſechs Claves 60. vnd wol 62. Pfeiffen an der
Zahl / die eben ſo wol zugleich reſpondiren, als wenn es alles vff einem Clave ohne
Schleiffen oder Regiſtern ſtunde. Wenn ich aber im Pedal mit zweyen Fuͤſſen das
Cvndc; Im Manual bey der lincken Hand das eg c e; Vnnd mit der rechten das
F T 8 : das ſind 10. Claves nehme / vnd rechne zu jederm Clave in den vier obge-
dachten Stimmen vier Pfeiffen / vnd in der Mixtur vffs wenigſte auch nur 6. Pfeif⸗
fen / wie wol offtermals 10. 12. oder 14. Pfeiffen in der Mixtur vorhanden) ſo find es
zuſammen 100. Pfeiffen / die zugleich vff einmal intoniren.
Es hat aber vngefehr vor hundert Jahren faſt gleich zu der zeit / als der Herr
Lutherus durch Gottes ſchickung die Cbriſtliche Evangeliſche Lehre / vnd das reine
Wort Gottes an Tag / vnd herſuͤr bracht / auch durch ſonderbahres eingeben GO T⸗
tes dieſe Muſicaliſche Invention ſich rechtſchaffen herfür gethan / vnd zu GO Ttes
Lob vnd Preiß ſo vollnkoͤmmlich an Tag zu kommen / angefangen / derogeſtalt / daß
man / wie die vnterſchiedliche Arten des Klanges / eine aus der andern zunehmen /
vnd wie dieſelbigen auch durch ein gewiſſes dazu erfundenes Mittel der Spring⸗ vnd
Schleiffladen / zum Variation mögen gebracht werden / hat erkennen lernen. Vnd
gleich wie die heilige Schrifft im Bapſtthumb ſo lange zeit verborgen / vnd nur einen
gemeinen Larven gleich geblieben; Alſo auch die Mufica, vnd derſelben Inſtrumen-
ta vnd Opera faſt jmmer in einem ſchlechten vnnd bald nichtigen Stande beruhet
hat; Biß daß ße / wie jetztgedacht / durch Gottes gnaͤdigen vaͤterlichen Willen erha⸗
ben / vnd gleich aus einer ſchwartzen verdunckelten Wolcken wieder herfuͤr kommen
vnd erhellet / vnd bey dieſer vnſer zeit von Tag zu Tage alſo hoch geſtiegen vnd verbef⸗
ſert iſt / daß es numehr faſt nicht wol hoͤher wird kommen koͤnnen.
Vnd iſt nun die erſte Enderung der Pfeiffen / daß man die offene Pfeiffen oben
iuge⸗
DE ORGANOGGRAPHIA. 115
— — AJrů— — — . —
zugedaͤckt vnd verſucht hat / was ſie vor einen Klang vnd Laut von ſich geben möchten;
Daher die Art der Gedactenꝙfeiffen entſtanden.
Aus dieſem iſt ſtracks fort gefahren / vnd die menge der vberaus vielen Pfeiffen
in dem zuvor offt benandten Hinderſatze zertheilet worden. Als daß man die Pfeif⸗
fen / ſo eine Octava hoͤher / vber die præſtanten oder foͤrder Pfeiffen geweſen / von der
Mixtur heraus genommen / auff ein abſonderlich Regiſter vnd Schleifen gebracht /
vnd Octavam genennet. Deßgleichen die Pfeiffen / ſo eine Quinta hoͤher / Als dieſe
Octava am Laut geſtanden / Auch alſo abgeſondert / vnd Quintam geheiſſen.
Ebenmeſſig die Rauſchpfeiffen / fo fie anfangs dieſer newen Invention für gar
gut erachtet / vnd von zweyen Pfeifen / als nemblich / der jetztgedachten Quint, vnnd
einer kleinen Octaven von 4. Fußthon zuſammen gefener; Daß alſo dieſe zwo Pfeif⸗
fen (welche allwege eine Quartam, als / ut fa, re ſol, mi la, reſoniren vnd von ſich
geben) off einem Clave geſtanden: Welches dann / wenn einer groben Art der offnen
vnd Gedacten Stimmen dazu gezogen wird / recht daher rauſchet.
Vnd iſt jhnen gleichwol jhre Mixtur, wegen vorangezogener Menge der Pfeif⸗
fen ſtarck gnugſam verblieben / alſo / daß ſie zu der zeit die Mixtur gar alleine auff eine
ſondere Lade geſenet / vnd den Wind durch den Ventil ab⸗ vnd zugelaſſen; Vnnd
zu derſelben Mixtur nur das Principal alleine gezogen / welches denn das volle
Werck genennet worden / vnd auch geweſen iſt: Aus Vrſachen / dieweil die Mix-
tur ein Octav, Quint, Snperoctav, vnd ander mehr noch kleiner Stimmen in fich
gehabt / ſo hat man nicht mehr / dann das Principal, als das Fundament dazu neh⸗
men duͤrffen. Wann nun die Mixtur durch das darzugehoͤrige Ventiel oder Wind⸗
verſperrung wiederumb darvon abgeſondert; So hat man alsdenn vff der foͤrder
Schleiffladen die Verenderungen mit der Octaven, Quinten, Klein octav, Geda-
cten, Zimbeln vnd Rauſchpfeiffen gehabt.
Wie denn gleichsfalls ordentliche Baͤlge mit rechtmeſſigem Windt vnnd Ge⸗
wicht / vorhundert vnd neungen Jaren ohngefehr anch zum Gebrauch erfunden wor⸗
den ſeyn: Welche aber gleichwol / noch wie vor etlichen hundert Jahren mit Lohega⸗
ren Roß · vnd Ochſenhaͤutten vberzogen geweſen / vnnd alle fuͤnff Jahr haben einge⸗
ſchmieret werden muͤſſen.
Vor neunzig Jahren iſt man den Sachen aber naͤher kommen / vnnd
ſeynd zwar die Mixturen auff jhrer abgeſonderten Laden vnnd Sperr Ventil geblie⸗
ben; Aber da ſeynd mehr Stimmen / als nemlich die zugeſpinte Pfeiffen / fo fie Spig-
P ij Flotten
n6 DE ORGANOGRAPHIA,
— eg
Screen genennet / vnd etwas von Schnarrwercken erfunden: Vnd ſeynd auch
Spaͤnbaͤlge gearbeitet worden. 5
So hat man auch zu der zeit die Invention der Ruck Poſitiffen ſpeculiret; Wie
deyer groſſen Orgelwercke vnter andern zu Leipzig in der Pauliner Kirchen an jetzo
noch eins ſtehet / welches Principal im Pedal von 16. fi Thon / im Manual von 8: fr
Thon geweſen; hat Grobgedacht vff 8. f / Octava von 4. f. Superoctava 2. fi.
8 3. ſi. Rauſchpf. Zunbeln / Mixtur 12. Fach auff einer beſondern
aden. 5 5
Im Rück poſitiff; Principal 4. fl. Mittel Gedackt 4. fi. Zimbeln / klein
Octaͤvelein / vnd ein groß Blechen Kaͤlber Regal. Sein Manual Clavir vom D an-
gefangen / vnd in zweybeſtrichnem € ſi ch geendet; Sein Pedal vom Czum e gema⸗
chet / vnd mit 12. Spaͤnbaͤlgen belegt geweſen; hat auch in der Bruſt ein Meſſing Re⸗
gall, vnd im Pedal Poſaunen gehabt. N N
Zu der zeit find dieſer Art Wercke viel / beydes klein vnd groß gebawet worden /
Wie denn zu S. Johann in Goͤttingen auch ein klein Werck in der höhe ſchwebend
gefunden / vnd auch noch gebraucht wird / welches feine liebliche Stimmwercke / vnd
auch gute Trommeten hat. .
Inmaſſen zu Northauſen in Sand Blaſij Kirchen / Eins mit dreyen Manual
Clavirengeſtanden / vnd newlich abgebrochen worden. Das eine Clavir hat das
groſſe Principal vnd Mixtur alſeine gehabt: Die Mixtur hat man abziehen / das
Principal aber (ob es wol vor ſich alleine / wenn die Mixtur darvon abgezogen / zu ge⸗
brauchen) gar nicht abgezogen werden koͤnnen / vnnd alſo ſtets im Klange blieben.
Das andere Clav ir hat auch ſeine eigene Lade / darauff die andern Stimmen / als
die Gedackten / Octav, Quint, Superoctav, Zimbeln / etc. geſetzet geweſen. Das
dritte Clavir iſt zum Ruͤckpoſitiſf gebraucht worden.
Ind alſo haben fie alsbald mit der Invention der Regiſter vnd enderung der
Stimmen / wunderliche Meynungen anfangs / verſucht; Jedoch daß dieſe Meynung
gar gut zum langem reinen Klange wehrhafft befunden worden.“ Es hat aber
dieſes Werck ein Principal von 16. f / vnd ſeine Clavir im Pangefangen / vnnd iſt /
wie faſt die meiſte do mahlige Orgeln vmb einen Thon hoͤher / als vnſer jetziger Cam⸗
merthon geſtanden; Wie denn / was den Thon belangend / memals etwas gewiſſes
von jhnen in acht genommen worden.
Aſſo iſt dieſe Invention, daß die Mixtur jhre eigene Laden mit einer Windver-
ſterrunge / vnd das ander Pfeiffwerck auch feine eigene Laden mit Schleifen gehabt
al / vnd alſo eins dem andern den Wind nicht nehmen oder rauben können / Allezeit
ur gut vnd beſtaͤndig befunden. Wie denn derſelben Orgelwercke / ob ſie ſchon
vor
— ——— — ü ö G —
DE ORGANOGRAPHIA. 117
vor 60. 70. vnd mehr Jahren gebawet worden / doch an jetzo noch gar gut am Klang /
vnd beſtaͤndig ſeyn / vnd gebraucht werden.
Als / daß an noch ſtehende alte kleine Werck im Dohmzu Magdeburg / ſo eine
Quarta hoͤher / denn das jetzt erba wee groſſe newe iſt.
Item zu Aſchersleben; Vffm Haufe Manßfelde / ete. vnd derer mehr / ſo gar
ar vnd gut Pfeiffwerck vnd Laden dieſer Manier haben / vnd noch gut zu gebrau⸗
chen ſeyn.
Die beſten aber / ſo vnter dergleichen Wercken ſeyn / hat din Muͤnch / mit Na⸗
men M. Michael gebamet / der denſi das jetztgedachte Magdeburgiſcht mit ſonderli⸗
chem fleiß gemacht vnd verwahret hat / darinn auch nur Principal vnd Mixtur zum
vollen Wercke gezogen wird / weil die Mixtur jhre grobe Fundament Stimmen / als
Octav, Quint, vnd Superoctaven in ſich hat. N
Von ſoſcher Invention iſt es nun gar auff die vnſerige jetzige Art kommen / al ⸗
ſo / daß die Mixtur nun nicht mehr alleine / ſondern zugleich mit den andern Pfeiff-
wercken vff eine Laden geordnet / vnnd andere Stimmen darzu genommen
werden. i
Hieruͤber find min vieler vnd mancherley Arten Stimmwercke an groͤſſe vnnd
kleine / ſo wol an vnterſchiedlichen Klange / beydes im Iloͤt⸗ vnd Schnarrwercken er⸗
funden worden. Inter andern aber die Gemshoͤrner / Rohrfloͤtten / vnd Quinta-
dehnen / die Sordunent Rancketen vnd andere ſtille Schnarrwerck; Wie auch die
Gedaͤcten vnterſaͤtze / vnd dergleichen Seimmen mehr dey Menſchen Leben an Tag
gebracht. Inmaſſen denn der Tremuland mit jegtgedachten newen Stimmen auch
herfuͤr kommen iſt.
Man hat ſich aber von so. Jahren her fehr der Ltebligkeit befliſſen / ſonderlich
in den Niederlanden mehr / als ef Ortter: Wie dann vnter andern ein Meiſter /
Gregorius Vogel vor 5. jaren noch gelobt / welcher ein ſehr lieblich Werck / von offen
vnd zugedaͤckten Pfeiffen / vnd Schnarrwerck zu S. Iohannes in Magdeburg / vnd
ſonſten in der Marck / Auch in Braunſchweig zu S. ABgidien vnd S. Maͤrten ge⸗
fertiget hat; der denn ſonderlich den Zirckel in Pfeiffen Menſur fundamentaliter
muß verſtanden haben.
Vnnd iſt alſo von einem Jahr zum andern die Kunſt in verfertigung der Or⸗
geln fo hoch geſtiegen / daß ſich billich daruͤber zu verwundern: Vnd Gott dem Al,
maͤchtigen vnd alleine weiſen / nicht gnugſam zu dancken / daß er den Menſchen ſolche
gro: Gnade vnd Gaben von oben herab fo anaͤdiglich verliehen / die ein ſolch perfe-
ctum, ja faſt perfectiſsimnm opus vnd Iuſtrumentum Muſicum, als die Orgel
iſt / (die da / wie im anfang erwehnet / fürnehmtich für allen andern Muficafifchen In-
ij ſtrumen-
IIS N DE ORGANOGꝝRAPHIA.
Arumenten, welche meiſtentheils in diefem einzigen Wercke koͤnnen begriffen / ver»
nommen vnd gehoͤret werden / billich geruͤhmet vnd herfuͤr gezogen wird) dergeſtalt
diſponiren vnd verfertigen; Vnd die auch daſſelbige dergeſtalt tractiren, manibus
pedibusd; zwingen konnen / daß Gott im Himmel dadurch gelobet / der Got
tes dienſt getiehret / vnd die Menſchen zur Chrifklicher Andacht
bewogen vnd erweckt wer⸗
den.
Vnd diß fen alſo von alten Orgeln gnug
vor dißmal. N
Vier dter
DE ORGANOGRAPHIA. 10
Vierdter Theil
TOMI SECUNDI:
Von vnſern jetzigen newen
Orgeln.
See in ſich vier
apitel.
Im I. wird gehandelt.
Von den rechten Namen vnd Titul der Orgeln / nach ihre Pro.
portion vnd groͤſſe der Principaln.
Im II. Capitel.
Von allerley Art / vnd mancherley Namen der Stimmen in den
Orgeln / wie dieſelbe nach jhrem Laut oder Klang / vnd dero ſonderbaren
Eigenſchafft recht e vnnd verſtanden: Auch wie ſolche
Stimmen vnterſchiedlich / aus der länge jhrer Corporum generaliter,
vnd in gemein nach den Fuͤſſen / oder Zahl der Fuͤſſe in ihrem vnterſchie⸗
denen tieffern vnd hoͤhern Thon gerechnet werden mögen: Mit 1 5
rerm vmb fernerm Bericht / was bey jeder Stimme in fpecie vnd beſon⸗
ders zn willen von noͤthen ſey.
Von der Menſur oder lenge der Pfeiffen :
Auch wie die Pfeiffen von einander vnterſchieden vnnd abgetheilet
werden / mit beygeſetzter V niverſal Tabell.
Da
188 DE ORGANOGRAPHIA.
— m nn — en an —
1. Von offenen Stimmwercken / fo Principaln Art vnnd Menſur
eynd.
f 5 Von Holfloͤitten vnd derſelben Eigenſchafft.
3. Von Gemßhoͤrnern / Plock⸗ Spitz vnd Flachfloͤitten.
4. Von Quintadehnen⸗Nachthorn⸗ vnd Querflöten.
5. Von Gedacten allerley Art.
6. Von Rohrfloitten.
7. Von offenen Schnarrwercken.
8. Von Gedackten Schnarrwercken.
—— — mar
Im III. Kapitel. |
Vnterricht / Wie man Schnarrwercke in den Orgeln / So wol
auch abſonderlich die Regalwerck vnd andere Inftrumenta, als Clavi⸗
cymbeln, Spinetten vnd dergleichen von ſich ſelbſt recht vnd rein accor-
diren vnd einſtimmen koͤnne: Im gleichen / welcher maſſen die andern
Pfeiffen nachzuſtunmen / oder im ſtimmen nachzuhelffen.
— —— — ————— — pre
Im IV. Capitel.
Wie ſich die Kirchen / vnd die jenige / ſo vnſerm HErrn GOte zu
Ehren ein Orgelwerck in jhren Kirchen ſetzen vnd bawen laſſen wollen /
wol fuͤrzuſehen haben / daß ſie ſich erfahrnen vnd Bee Orgelma⸗
chern vmbthun / damit ſie nicht vmb eines geringen Vortheils willen /
denn ſie bey etlichen vnerfahrnen vnnd allererſt anfahenden Orgelma⸗
chern zu erhalten vermeinen / beruͤckt: Auch beydes den Crfahrnen vnnd
vnerfahrnen wol vberſetzt / vnd zuweilen gleichwol mit einem vnbeſtaͤn⸗
digen wandelbaren Werck / daran man jährlich zu flicken vnd zu ſtuͤcken
hat / verſehen werden.
Vom
DE ORGANOGRAPHIA. u
nn — — —
Das I. Capitel.
Vom rechten Namen der Orgel Wercke /
nach jhrer Groͤſſe.
ſehen.
GE -#4-%— 9 u
essen
eo 5 5
16. fl. Thon. 8. fi. Thon. 4. fi. Thon. 2. fl. Thon. 1. fi. Thon.
Ferner iſt zu mercken / daß die Orgelwercke nach Fuͤſſen genennet
ir e fi. Thon: Deſſen Principalvnterſte Clavis im Manus
al vnd Pe
Mittel oder Chormaͤſſig von 8. f. Thon: Deſſen Principalvn⸗
terſte Clavisim Manual vnd Fedal.
Groß
ms DE ORGA NOGRAPHIA.
Groß von 18. f. deſſen Principal vnterſte Clavis im Manual vnd Pe⸗
dal iſt eine Octav von der voͤrigen tieffer. Wird aber eines Principalen
von 2. fi. Thon gedacht / deſſen vnterſte Clavis iſt —
Wo aber von 1. fl. 2.
32. fl. Thon aber iſt eine Octav tieffer / denn 18. fi. aber eines gar ons
naturlichen vnd vnvernemblicher Soni vnd Klanges.
Welcher geſtalt nun vnſere Vorfahren ihre Orgeln intitulfret vnd genenner
1105 0 davon iſt in vorhergehenden III. Theil von alten Orgeln gnugſamer Bericht
geſchehen.
Zu vnſerer jetzigen zeit aber ſennd fuͤrnemblich dreyerley art Orgelwercke / derer Na⸗
men recht zu nennen vnd su gedencken ſeyn. Vnd ſolches dahero / weil man dreyerley
Princſpalen Art vnd aroͤſſe hat / ſo fornen an ins Werck zum zierde geſetzet / vnd die
ſtructuren oder gehaͤuſe darnach proportioniret werden: Denn wie man ſagt / 2
potiori parte fit denominatio.
- Vnd iſt der erſten Art Name groß Principal; Welcher ven den Orgelmachern
wegen feines Corporis lenge vnd tieffen auts von 16. Fuß Thon genennet wird. In
> welchem Orgelwerck nu ein ſolchs Principal um Manualuu gebrauchẽ fornen an fe
het / deſſen rechter Name wird ein ger Principalwerck genant: Vnd ift doſelbſten die
Großoctava von 8. Juß Thon: Die Octava von 4. Juß Thon. Vnd werden bißwei⸗
len in ſolchen Wercken im Pedal Subprincipal- oder Subgedacte Bälle von 32, Fuß
Thon gefunden.
Der andern Art Name aber iſt A Equal, oder wie es andere nennen mittel⸗ oder
or principal: Welcher billich darumb alſo heiſſet / dieweil ſolcher an der tieſſe vnd
mit der Menſchen Summe vberein komme; Ind werden e
vm
DE ORGANOGRAPHIA. 2
vmb jres Corporis SengevundJautsreillenzus.Sußthon gerechnet. Wo nu etwan ein
ſolch Principal um Manual u gebrauchen / im Werck ſtehend gefunden / wird daſ⸗
ſelbige ungeachtet bißweilen auch ein Groß rineipalbaß von 16. f. Thon im Pedal,
auch wol in den Saͤit Thoͤrmen verhanden ſeyn möchte: ein Ae qual principalw erck
geheiſſen / vnd iſt die Octava von 4. die klein Octava von 2. Fuß Thon.
Die dritte Ark iſt ein Octav⸗ oder klein Principal, vnnd hat ſolches an feiner
Corporis lenge vnd Laut 4. Fuß am Thon. In welchen Werden nun ſolcher Prin
cipal groͤſſe gefunden wird / diefelbige ſeynd billich der Menſur vnd Ordnung nach
tlein Principal Werck zu nennen; Vnd iſt doſelbſten die kleine Octava vor 2. Zug /
vnd die Superoctav 1. Fuß Thon: Welche ſonſten Siffloit genenner werd.
Vnd ob ſich zwar ein Orgelmacher offte nach dem Ort vnd Raum richten / vnd
der groͤſſe u ſtructuren zuſetzen oder abbrechen muß; Daher denmvielmahl der
Principalen gröfte Pfeiffen nicht zum Geſichte / weil es des Corporis groͤſſe nicht
leiden kan / herfuͤr geſetzt; Bißweilen auch geſchicht / daß die Principalen mit noch
grölferen Pfeiffeu / jedoch allein pro forma erſezet / vnd der Gehaͤuſe zruſſe tamit er⸗
fnllet werden; So muß es doch bey obbeſchriebenen dreyen Artten / als. .und.
Fuß Thon Principal bleiben vnd beruhen.
Es werden aber dieſe beſchriebene Namen / wie jetzt gedacht / allein zu oder nach
den Manual Claviren gerechnef: Sonſten ſeynd srofk Principal Wercke zu finden /
welcher PedalPrinc ipal Baß weil im Manual das 3 5 —
32. Juß Thon geſetzet wird / vnd dieſes erfolget. Wenn diedifpofition det ſtructuͤren
alſo / daß die ſonderlichen Baͤſſe vff die Saͤiten neben das e Ye
ordnet werben. au dteweil dann dieſe groöͤſſe Scbprincipaln midjenarürfichotter
muͤglich im Manudl zu gebrauchen / ſondern alleine ins Pedal um Baß gehoͤten vnd
von wenig Orgelmachern gearbeitet werden; Kan auch ein Werck nicht von ſolchem
Baſſe im Pedal / ſondern vom Manual ſetnen gebuͤrlichen Namen haben. -
Ob auch egliche gar kleine Wercklein / derer Prin cipz! nur von 2. bie
gefunden werden / ſo gehoͤren doch ſolche nicht vnter der Orgelwercken Zahl der Na⸗
men / ſondern allein vnter die Diſpoſttion der Poſitiff: Aus Brſachen / weil ſiege⸗
meiniglich auch andere groͤbere Stimmen zu ihren Fundamentis, als Gedackt / oder
Quintadehn von 4. auch wol von d. Fuß Thon haben / vnd dahero Groß⸗ oder Kir-
chenpoſitiff/ auch klein Octaven Principal Wercklmn genennet werden. Wie denn
billich ein jeder ee ſehen ſolte / daß feine difpofitiones, als an der
geoͤſſe vnd Thon fein ord ine diſponiret würden / damit man ſich / gleich wie in an⸗
derrn Inſtrumenten nach derer Namen Laut vnd dipoßtton der Sümmmen iu ach⸗
ten hette. ech
Q 6 Das
24 DE ORGA NOGRAPHIA.
Das II. Kapitel.
Von allerley Art / vnd mancherley Namen der
Stimmen in Orgeln / wie dieſelbe nach jhrem Laut oder Klang / vnd der
ro ſonderbaren Eigenſchafft recht genennet: Auch wie ſolehe Stimmen vnterſchied⸗
lich / aus jhrer Corporum ſenge / generaliter nach den Zuͤſſen / oder Zahl der Fuͤſſe
in jhrem vnterſchiedenem tieffern vnd hoͤherm Thon gerechnet wer den. Mir
mehrerm Bericht / was bey jeder Stimme in ſpecie zu wiſſen
von noͤthen ſey.
2e bier ſolte nun wol von der Menfur an den en nach der
E ar enge der Corporum ętwas geſagt werden: Weil aber ſolches
79871 95 vor die Orgelmacher allein gehoͤrctyſt derſelben allhier zu geden⸗
cken vnnoͤug.
u
fir
10
e
1 7 x
ah
2 Doch gleich wol kan dieſes hierbey obiter angedeutet
erden: Daßein Principal vnd alſes offen Pfeiffwerck am
55 Corpore vnd der Menfur lenge / (welche nicht von dem vnter⸗
u fuſſe / der nur eine Zuführung des Windes iſt / ſondern von
dem Labio oder Mundioche / darvon das Ober Corpus klingend gemacht wird / jren
5 hat) faſt allezeit gleich ſo viel Juſſe hat / als von Laut oder Thon geſagt wird.
ol derſelben lenge auch vngleich / vnd eine vor der andern / wegen der vngleichen
weiten / vmb etwas (doch gar ein geringes / alſo / daß man es an den kleinen Pfeiffen
kaum mercken fan) verkuͤrtzet werden muß: Sintemal es die Vernunfft giebet / daß /
wann einem dinge an der breite zugegeben wird / demſelben an der lenge hmnwiederumb
etwas ahgebrachen werden wuͤſſe / alſo auch / fo an der weite abgebrochen wird / muß
an der lenge zugefegt werden.
Mit den Gedacten Stimmwercken aber hat es nach dem Namen oder Zahl der
Söffe eine andere Meynung vnd Verſtand. Denn ob wol ſolche Gedacte Pfeife ju⸗
fe rincipalen weite oder dicke im Circkel / auch bißweilen vmb ein geringes weiter
iſt; So iſt ſie doch noch nicht gar halb ſo lang. Als zum Exempel: Die Principal-
Pfeiffe iſt s. Sup Thon / vnd hat auch 8. Füß an der Corpuslenge: Die Gedactpfetff
it war auch 8. Juß Thon / vnd an der Corpus weite / (licegt ſic loqui cum artifi-
ce) faſt mit dem Principalgleichfoͤrmicht: Aber ſie iſt vnd hat nur 4. fi. vnd faſt er
was ringer an der lenge; Vrſach / weil fie gedaͤcktiſt: Dann ein jede offene Pfeiffe / fo
bald man ſie zudecket / wird vmb ein Octav oder Quint, oder Sext tiefer. Alſo iſt es
war auch mit der Qintadehnen Art / nur allein / daß ſie viel lenger iſt / als ein Ge⸗
dacktz
DE ORGANOGRAPHIA. Pr
dackt; Denn ſie vmb ein geringes weer / als en Principalson 4. f. do hergegen
das Gedact fo weit iſt / als ein Mittelbrincipal von d. Juͤſſen.
Daß aber dieſe beyde zugedaͤckte Pfeiffwercke fo vngleicher weiten ſind / vnd den
noch nach der Jußlenge d. ff. Thon am Lait haben; daraus erfolget dieſes / daß durch
der Quinder Quintadchnen Engigtelt / die in fieh habende vnd lautende Quinta,
darzu denn auch der Bart / fo vb das labium eder Mundloch herum ghet / und
ſonderlich der gar enge auffſchnitt des Labij ſehr helffen vnd beſoͤrdern muß) heraus
kan gebracht werden. Denn ohne dieſe beyde mittel / (als nemblich / daß die Quinta /
dehnaenger als das Gedact / vnd daß ſie den vffenthalt des Windes / nemblich den
Bart darbey hat) kan keine Quinta von jhrem laut / ſondern nur eine bloß Gedacte
Art allein vernommen werden.
Dar mit aber auch im außſprechen der vnterſcheyd vernommen werde: So für
get man bey denen Stimmen / da der Thon mit der Menſur vberein koͤmyt / als in den
offenen Pfeiffwercken / es iſt ein Principal on 8. f. ein Octav von 4. Juß Thon / etc.
Bey den andern aber / als in den Gedaetens Arten / zo die Menfur dem Lono nicht
reſpondiret, ſagt man / es ſey ein Gedact der Quintadehn vff 2. fl. sin Nachthorn /
vff 4. fi. ein Blockſloͤlt in / vf 2. fl. Thon eic.
Aber hiervon vff dißmal gnug. a
Diß iſt aber anfänglich wol . acht zu nehmen / daß nur zweyerley
Art / Nemblich offene vnd zugedaͤckte Pfeiffen ſeyn / daraus alle andere Arten vnnd
Kautsenderungen erfolgen! Vnd ob ſchen mancher nm dritten |
allhier nicht mit eingerechnet haben wolte / ſs befindet fich doch vnwidrrfyrechläch / daß
die enderung des Klanges in demſelben eben ſo mol aus der enderung derer Corpo-
rum, (Inmaſſen mit andern offnen vnd gedacten Pfeiffen geſchich zerlegt; dar⸗
umb ſie billich / weil in jhnen noch viel wunderliche vnd mehr Varĩationes, als in an
deren Pfeiffwercken erwieſen vnd erfunden werden / koͤunen vnd muſſen mit einge
ſchloſſen werden. a
Vnd werden nu alſo 1. die Pfeiffen in Orgeln abgetßeilet in Floͤr⸗
vnd Schnarrwerck.
2. 8
Das Floͤitwerck iſt oben an ſeinem Corpore entweder offen / oder
zugedaͤckt. N er
3.
Der offenen Floͤitwerck etliche find gleich aus Propottioniret, vnd
Q ij baden
16 DE ORGANOGRAPHITA.
Baden gleich weite Corpora: Etliche aber find nicht gleich aus weit pro-
portioniret.
4
Die gleichaus proportioniret ſeyn / haben einstheils lange / enge
vnd ſchmale Corpora; Anders theils aber kurtze vnd weite Corpora, als
die Holfloͤitten allerley Art.
5
Die nicht gleichaus proportioniret, deren find auch zweyerley:
Etliche vnten weit / vnd oben enge / als die Gemßhoͤrner / Spitzfloͤitten /
8 : Etliche aber oben weit vnd vnd vnten enge / als der
ulzaen.
6.
Die zugedaͤckte Floͤitwercke / ſeynd entweder gantz zugedeckt / als die
Quintadehnen vnd Gedacten allerley Art: Aber ſeynd oben vffm deckel
in etwas wie derumb eroͤffnet / als die Rohrfloͤitten.
7.
Der ſchnarrwercken ſeynd auch zweyerley: Etliche offen / als die
Poſaunen / Trummeten / Schalmeyen / Krumbhorn / Regall / Zincken /
ornett: Etliche zugedaͤckt / als die Sordunen / Rancket / Baerpipen /
VBombart / Fagott / Apffel vnd Koͤplinregal / ꝛc. Wie in nachfolgender
Tabell mit mehrerm zu erſehen. Hieher gehoͤrt die Tabell.
Von offenen Stimmwercken / ſo gleichaus
proportioniret vnd an jhret weite Principal Menſur ſeyn. Als nemblich:
Principal, O&aven, Quinten, Rauſchyfeiffen / Schweizerpfeiffen /
Mixturen, Zimbeln vnd dergleichen.
Principal.
Jeſer Name P RINCIP AL (welches die Alten / vnſere lebe Vorfahren /
Præſtanten genennet haben) iſt nicht ohne gefehr / oder nach geduncken ſol⸗
chem Pfeiffwercke zugeeignet worden. Dann dieweil dieſelbigen nicht al⸗
lein des Wercks Zierde vnnd Ornament ſeyn / ſondern auch das jenige /
was vor erwehnet / vnd geliebter kuͤrt halber allhier nachmals zu gedencken vnnoͤtig /
Præ =
EL,
der meiften Stimmen /
5
me / beydes im Manual alleine / ſo wol im Pedal auch alleine /
gleich mit einem / oder zweyen abſonderlichen
am Thon / Fuß
er Abriß /i m
55 8 0 M. 2 Erz een e
. emßhorn —— 2
8 ee r Gemßhoͤrner M. P. Octaven on 4 |
"VI. zufinden. oder J M. P. Gembs Quinta. b
i | Spillfloͤtten. M. P. Klein- oder Super Gembßhörnim. 2
M. Klein Gembß Quinta. Naſat. | 12
* Spitiflöiten. 4
En M. M. P. ln + 2 + . | 4
F oOnten weit vnd lein Spigföe . . 12
oben eng 0 Spinflöiren, 1 M. Spitz uintlein. 8 |:
| . Blockfloͤiten / oder plocpfeffen. 8
—— . FM. D. Sroffe achfi. * |
(NB. Dieſe Tabel gehoͤret
UNIVERSA
Darinnen der Vnterſcheyd vnd Namen / Wo
ſo dieſer zeit in Orgeln gefun
B. Wo das M. vnd P. am rande verzeichnet befunden wird; muß man es alſo verſtehe
do es dann / Principal. Baß oder Gedact- &c. Baß genennet wird; Vnd dann auc
T vl.
Offen
Werck
werck.
Nx.
Zuge⸗
daͤcht.
— 4 — ——
ee‘ ee na
Schnarꝛwerck tionirer, vnd glel |
oder Rohr⸗ watt Corpora haben
werck. -
nder. J
I Offen 0
—— 4K —
ur 3
—
M.
M.
M. P. Tombart. 8
M.
—— — Mas
P. Ricingeigend⸗ oder Jung⸗
fraw Regal.
.Dimbel Regal.
Sinckend iſcant.
P. Cornett Baß.
7 am Thon / Fuß
P. Poſaunen Baß. 16
| M. Trommeen. . 8
P. Trommeten Baß. 8
M. P. Schaflmeyen | 8
P. Klein Schallmeyen. 4
P. Groß Nrumbhorn Baß. 16
M. P. Rrumbhörner. 8
P. Rlem Nrumbhorn Baß. 4
M. Groß Regal. | 8
en
> nn f TARA N ou
P. Sorduen.
P. Groß Rancket.
P. Nancket.
Groß Baerpipen.
P. Baer pipen.
Groß Bombart.
M.
M.
M
P
p
Fagott.
P. Dulcian Baß.
M. Axyffel⸗ oder Nnopff Regal.
M. Rs pfflin Regal.
— nen
— —
.— ͤ ää4z— —
—
Registern gebraucht w
ar
f P. Groß Sub Prin
M. Groß Principa
7 Principaln. 4 P. G. Pri. oder Pri.
M. P. Princ. oder P
M. P. Klein Princi
M. Riem Princ. D.
FM. p. Groß Octava
,„ M. P. Octava
O&aven. N. P. Klein Ota,
M. Super Octävl ia.
M. P. Groß Quinta.
Quinten. M. P. Quinta.
Rauſchpfeiff. oder Rauſch Quint,
; M. P. Groß Schwei
Schweiner⸗ M. am S
iffen. Klemm Sehw.
Pfaffen. fe Leden Sch
tl M. Klein Quinta.
1
| M. P. Groſſe Mixtur
| Mixturen. M. P. Mixtur 2. oder
| M. P. &. Mixtur oder
j
*
PM. P. Grober Zimbe
ö M. P. Klin gend Zim
4 M. P. Zimbel. 5
si 1 Zimbe
M. Repetirende 2
Up Zimbel
TN. P. Groß S olflöͤite
M. P. Voiffleiten.
M. Holpfleiff · n Dit
M. P. Hol Quint.
Pa M. P. Rleime Solfisu
III Holfloͤten J r e olf
ABEL,
ler / doch der meiſten Stimmen /
en / begriffen
ſolche Stimme / beydes im Manual alleine / ſo wol im Pedal auch alleine /
al vnd Pedal zugleich mit einem / oder zweyen abſonderlichen
)
—— — 05)
8 555 *
Dieſer aller Abriß / iſt
in Sciagraphia, oder
Theatro Inſt ru mento-
rum Col. X XXV.
Ind XXXVI. zufinden.
6 Vnten weit vnd
am Thon / Fuß
—
Gemßhorn.
Gempßhoͤrner Dr p. Octaven Gembßhorn.
JM. p.
oder
Spillſloͤiten.
oben eng
|
)
Gembs Quinta.
Qui .
| M. P. Rlein- oder Super Gembßhoͤrnlin.
M. Klein Gemöß Quinta. Naſat.
L Spirflöiten.
En Spitzfloͤſ nt.
M. P. Kiein Spitzfloͤlt
3 Spizfloͤiten. 1 M. Spitz Quintlein.
I u. p. Sroß Gemißhorn. |
+
. Blockfloͤiten / oder Pioctpfeifen.
M. P. Groſſe Stachflöi. .
M. P F
(Fuchſtölen. L 51 P. Kin laat
IM. Klein Flachfloit Diſcan
(Oben weit: vnd vnten eng: als / der Dulzaen. .
. M. P. Groß Quintadeen.
| Quintadeen. {ii P. Quintadecn.
3
|
|
*
te ne ede,
In . Nachthorn.
deenen Men-
fur.
Sn
v. Gedacten: allerley Art.
M. P. Klein Quintadeen.
M. P. Nachthorn.
P. Klein Nachtyorn Bafs,
M. P. Groß Quer flit.
MP, Querflöit ·
t.
P. Groß Gedacter Sub Baſs.
M
Groß Gedact.
p. Br Gedact Baſs, oder Geda
Vnterſatz.
M. P. Gedact 8
M. P. lem Gedact.
* Gedacte Quinta,
M. Super Gedäctlin.
P. Bawerfiöit Baſi.
M. p. Groſſe Rohrflöiten.
*
„*
6
*
4 .
—— ee — ——
*
*
——
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o N n N » m v
— — ——
DE ORGANOGRAPHIA. 127
— —
præſtiren koͤnnen / werden ſie recht / wol vnd billich mit dem Namen Princ ipaln in
tituliret. Wiewol es von etlichen mit dem Namen Doeff genennit wird.
Es ſeynd aber derſelben viererley Art:
1. Groß Sub Principal Baß von 32. Fuß. |
Dieſe Stimme kan nicht / wie vorhergedacht / um Manual Clavier, ſondern
allein zum Pedal gebraucht werden; Darumb / weil deroſelben ſo gar tieffer Thon vn⸗
naturlich iſt / daß wenn auch nur ein Clavis alleine / als ein Baß reſpondiren ſol/es
mehr ein Windſauſen vnd ſchnauben / als ein rechter vernehmlicher reiner Thon zu
hoͤren iſt; Was wolte denn / wenn es Concordantenweiſe Mannaliter geſchlagen
würde / fuͤr eine grewliche vn deutlich on abſchewliche larmon e / alſo / daß er
Organiſten vñ Zuhoͤrer bald ſatt werden / vnd mit verdruß anhören würden: Darumb
folche nur allein Pedaliter neben einer dazugezogenen Stimme von 1s. Juß ſol vnd
muß gebraucht werden. 2. Groß Principal von 16. Fuß.
Dieſe Stimme iſt nun gebraͤuchlich / vnd kan von derſelben / wenn ſie aus rechter
fundamentaliſcher Theilung an dem Corpore vnd Labien fleiflig / vnd juſt gemacht
vnd Intonirt wird / ein rechter vornemlicher Klang vnd Sonus erhoͤret / auch Manu⸗
aliter (wenn nurin der tieffen nicht zu grobe Concordanten mit Tertien vnd Quin⸗
ten gegriffen) wol alleine geſchlagen / vnd lieblich vff einen langſamen Tact gebraucht
werden; Aber noch beſſer / wenn ſie eine andere hoͤhere Stimme / wie folgen ſol / neben
ſich zur außbreitung des Klanges haben mag.
3. Aequal Principal von 8. Fuß Thon.
Dleſer Corpus groͤſſe oder 8. fuͤſſtger Thon / iſt der allerlieblichſte / auch der Men⸗
ſchen Stimme / vnd aller vornembſten Inftrumenten ehnlichſter Aequal Thon / in⸗
maſſen denn alle Stimmen die d. Juß Thon ſeyn / zu Motetten vnd Choralconcar-
danten gantz bequeme / ohne bedencken vnd Vitis im Gehoͤr / nach rechter geſetzter
Compoſition vnd præceptis gebraucht werden koͤnnen vnd mögen. Darinnen auch
eine ſonderbare Geheimniß verborgen / ſolcher 8. Juß Thon / aller anderer kleinen
Stimmen / jhre heimlich in ſich habende vnreinigkeit auff vnd an ſich nimpt / zu ſeiner
eigenen Reinigkeit vnd Ehren bringet / vnd derſelben ſich theilhafftig machet: Davon
auff eine andere Zeit / geliebts Gott / auß fuͤhrlicher geſchrieben werden kan.
4. Klein Principal oder Octaven Principal 4. Fuß.
Iſt zwar auch eine liebliche Stimme alleine zu gebrauchen / aber dieweil fie für ſich /
ſonderlich in der hoͤhe / keine ſonderliche Suavitet oder Liebligkeit hat / wird in ſolchen
Octav⸗ oder tleinenprincipalwercken / als anfänglich gedacht / gemetniglich ein Fun⸗
e oder Gedact von v. Jußthon dazu diſponiret vnd ge⸗
arbeitet. n
128 DE ORGANOGRAPHIA.
Serichen A Equal Wertken / wrd anch wol ein klein Princıpa!Difani von
4. fl. gearbeitet / welches ſich im vngeſtrichen em f von 1 . fl. Thon anhebet vnnd
aſcendiret, ſo weit das Clavier oben wender: Wiewol fie ſonſten nar im mittel € 0-
der q angefangen werden.
——
Schwelgerpfeiſfſ.
ee S ſſtabet noch ane Art Sunn verct dieser Principalen art /
ber gar enger Menſur, welche von den Nieder vnd Hollaͤnvern
SSchwoeigcrpfeiffen genenner worden ſeyn; Vnd ſolches viel
O ielcht darum / weil ſte ſo lang / vnd gegen der enge des Cor po-
Smanſchen glich der Proportion mer Schweitepfeiſfen
N V * zſchetnen: Haben gleichwoleirren gar beſondern / lieblichen /
18 * 5 ſcharffen / vnd bald einer Violn Reſon ann / welcher durch ihre
8— “ N Engigkeit entſtehet; Seynd nir kleinen St baͤrrlemt vnd In⸗
terlaſtlim / Als es die Orgelmacher nennen / gemachr / ſonſt wolten fie ſchwehrirch we ⸗
gen der gar au engen Menfur zur guten Intonation fommen. e ntan fie denn
Aich dleſerwegen im Diſcant vnd tleinen Pfeiffen etwas wel ter machen maß.
Es ſeynd aber derſelben nur zweyerley:
1. Groſſe Schweitzerpfeiff von 8. Zug Thon.
2. Kleine Sthweitzerpfeiff 3. Fuß Thon.
Aus dleſer kletnen Schwezerpferff wird von etlichen nut det Difcant tearbet⸗
tit / vnd Schweiterpfeffen Diſcant genennet: Deßglelchen auch im Pedal allein
von 1. Fuß Thon / vnd wird (J.) Schwetnerpfeiffen Baß / oder Schwetz er Baß
genant.
Diefe Srtmmen aber find nicht gemein / werden aurh nichr leichtlich gearbet⸗
tet / denn fie jhrer ſcheren Intonation halber einen rechtſchaffenen vnnd geuͤbeten
Meiſter ſuchen vnd haben wollen.
Die groſſe Schweiterpfeiff gibt im Pedal auch einen ſchoͤnen lieblichen Baß /
vnd gar einer Baßgeigen ehniich / wenn ſie u ſtillen Stimmen gebraucht wird. Es
dt aber u mercken / daß dteſe Stimme im Manual mit einem langſamen Ta& vnnd
ee ohneſonderbahre Colloraturen wegen jhres langſamen anfallens
5 n wil / ſonſten ſie zu jhrer Liebligktit vnnd Reinigteit nicht tommen
Es
DE ORGANOGRAPHIA. n9
Es finder fich auch noch elne andere Art von Schweizerpfeifftn welche recht uff
præſtanten oder Principal Menſur gerichtet oben aber gedaͤckt feyn ; Ind vngeach⸗
tet fie ſich dahero nothwendig vberblaſen muͤſſen / fo fallen fie doch in rechtem Thon /
gleich / als wenn ſie offen / vnd gar nicht gedaͤckt weren.
— —— — Hſ— . ———
Octava.
Ag Leich wie nun von viererley Principalen Art jetzt geſegt iſt; Alſo fol⸗
J gen auch viererley Octaven aus derſelben Principal Menſur,, aß
Octava / Großoctava / Octava / klein Octava / vnd Superoctaͤvlin.
1. Großoctava iſt von 8. Fuß Thon.
Dieſe Octava gehoͤret allein ins groß Principal Werte / vnd iſt
an der Menſur vnd Klange nicht anders / als ein AE qual Principal, Wie es denn
von etlichen gegen das groſſe Principal, klein Principal genennet wird. Weil aber
im Rück Poſitiff daſſelbige kleine Principal von 4. Fuͤſſen / um vnterſcheyd dat von
9. Fuß Thon ſtehet: Vber diß auch dit Principal mehrerstheils von Zien / die Dem-
ven aber aus Bley oder halbwerck (das iſt halb Zien vnd halb Bley gearbeitet / vnd in
die Orgelwercke hinein / die Principal aber forn an geſetzt werden / wird dieſe Stimme
billich groſſe Octava genennet.
2. Octava iſt von 4. Fuß Thon.
Vnd gehoͤret in die A Equal Wercke / vnd heiſſet darumb alſo / well ſie im Mit⸗
tel mit jhrem Thon eine Octava höher / als das A Equal Principal, vnd dergleichen
8. Juß Thon Stim̃wercke if; Auch auſſer dem allein gebraucht werden kan / vnd ſich
zu hoͤhern vnd niedern Stimmen ziehen leſſet.
3. Kleinoctava iſt von 2. Fuß Thon.
Vnd wird ſonſt Superoctava genennet: Weil aber noch kleiner Octaven / wit
folget / verhanden / kan dieſe Stimme nicht recht Super- oder dupremaoctava heiſ⸗
ſen; Vnd gibts auch die Obergeſezte Ordnung / Großoctava g. Fuß Thon / Octava
4. Fuß Thon ſey / darumb muß dieſe ja billich klein Octava 2. Fuß Thon / vnd die fol
gende Superoctaͤvlein 1. Fuß Thon genennet werden.
4. Superoctaͤvlein iſt von 1. Fuß Thon.
Heiſſet ſonſt Sedetze / darumb / weil es zwo Octaven ober der Oetaven 4. Juß
Thon ſtehet: Aber weil n e
——— —
0 DE ORGA NOGRAPHIA.
— ———— — — —ñ——Uä nn — — EEE,
iſt / kan dieſe nicht wol von derſelben anzurechnen / Sedetz genennet werden: Sondern
behelt billich den Namen Superoctava, ynd gehoͤret vornemlich in die groſſen Poſi⸗
tiff / darinnen Principal von 2. Juß Thon diſponiret ſeyn.
3. Hicher gehoͤren auch die Quinten von 6. 3. vnd 1. Fuß Thon / vnnd dieſe
lezte Art wird von etlichen Quinderz genennet / aber vnrecht.
6. Item / die Rauſch Pfeiffen / welches ein Alter Name / von den Alten erfunden.
Do dann etliche diefe wo Stimmen vnd Regiſter / Als Quint 3. Juß vnd Supero⸗
ctavaz. fi. zuſammen gezogen: Etliche aber auff ein Regiſter zuſammen geſetzet / vnd
eine abſonderliche Stimme draus gemacht / welche fie mit dem Namen Raufchpfeiff
intituliret, gleich wie die Mixtur vnd Zimbeln einen Namen vnd Regiſter / doch
mehr als eine Pfeiffen haben: Etliche haben es auch Rauſchquinten genennet / dieweil
die Quinta grober iſt / als die Superoctava. Alſo haben fie auch eine Rauſchpfeiffen
Baß gehabt / welcher jent noch im Gebrauch gefunden wird.
— . —— ͤ w ͤ3l¹ä— — ———
Mixtur Zimbeln.
Nter oder aus dieſer Menſur werden nu die Mixturen vnd Zim⸗
deln groß vnd kleiner d ilpoſition genommen vnd gearbeitet / vnd
> gehören dieſelbige billich zu den Principal vnnd OetavStimm⸗
V bvercken dieweil fe eben derſelben Menſur ſeynd / vnd die Oct.
BER] kat ven vnd Quinten ohne das zur Mixtur vnd Zimbeln des vollen
— re N Wercks halben gezogen werdẽ. Vnd well derſelben diſpoſitiones
2 vnd Variationes von den Orgelnmachern mancherley / nach Art
vñ Gelegenheit der Wercke vnd Kirchen / gemacht werden / it hiervon in ſpec ie nit zu⸗
ſchreiben: Nur allein das / ob ſie wol allezeit eine einige Octaven hinauff ſteigen / vnd
denn alſo bald wieder repetiret werden / doch dieſtr vnterſcheyd hierinn verhanden:
Daß einerley Art 1. groſſe Mixtur genennet wird / welch die Alten in jhren Wercken /
(weil fie domaln noch nicht von mancherley Art Stimmen / wie jezo gewuſt) geſetzet
haben: Vnd wiebevor angezeigt worden / offte von 30. 40. vnd mehr Pfeiffen ſtarck /
darunter die groͤſte von 8. Fuͤſſen geweſen: Jetziger zeit aber ſeynd die groſſen Mixtu-
ren allein von 10. 12. bißweilen doch gar ſelten 20. Pfeiffen ſtarck auff einem Chor /
vnd iſt die eine groſſe Pfaffe im vnterſten Clave von 4. fl. Thon. N
2. Die andere Art heiſſet Mixtur. weil dieſelbige im mittel / vnd nicht zu groß noch
au klein mit Pfeiffen beſetzet: Vnd iſt eben die / welche jenund in die Aequal Principal,
auch wol in die groſſe Principalwercke von 4.5. 6. 7. 8. vnd 9. Pfeiffen oder Choren
gemacht wird: Darinnen die groͤſte Pfeiffe gemeiniglich von 2. oder 1. fi. Sun
3 DE
DE ORGANOGRAPHIA. 1
—— — — —— —— —— —
3. Die dritte Art wird genennet kleine Mixtur, oder wie ſie die Niederlaͤnder vor
Jahren genennet haben / Scharp: vnd nicht vnrecht / denn es iſt eine rechte
Stimme / vnd doch nur von drey Pfeiffen / als f F / etc. diſponiret, vndwirdo
repetiret: Wol in groſſen Wercken in die Bruſt / oder im kleinen vor ſeine rechte
Mixtur geſeget vnd geordnet. Etliche nemen gar kleine / ſubtile vnnd junge Pfeifflin
darzu / die groͤſte z. Zoll lang / als ff: oder drey oder vier Pfeifflin in uniſono,
vnd ein Occaͤvlein / aber keine Quint, vnd gehen von etner O&tav zur andern: Daſſelb
heiſſen fie Schary. (Repetirt heiſt / zu etlichen malen in einem Clavir durch Octa-
ven wiederholen / als von einem c oder f zum andern / vnd iſt einerley / derowegen dann
die F555 a ee ae
werden.
Zimbeln.
t. Grober Zimbel iſt von z. Pfeiffen beſetzet.
a. Klingende Zimbel / z. Pfeiffen ſtarck repetiret durch gange Clavir in f vnd in
c / vnd wird alſo geſent f a c: welches die kunſtreichſte ſeyn ſol.
3. Zimbel iſt von 2. Pfeiffen / vnd wird etlichmal mehrentheils per Octavas re-
etiret.
4. Kleiner Zimbel iſt von einer Pfeiffen vnd offt repetiret.
5. Repetirende Zimbel iſt von 2. vnd 1. Pfeifen beſetzet / vnd repetiret ſich fort
vnd fort.
6. Zimbel Baͤſſe ſeynd zwey⸗ oder zum hoͤchſten dreyerley Arten: Die groͤſten et⸗
wan ein halben Fuß Thon; vnd werden einmal repetiret: Die andern ſeynd etwas
geringer / werden zweymal repetiret, vnd doch alle durch Quarten vnnd Quinten
diſponiret.
— —.—
II.
E
Holfloͤtt.
St ein offenes Stimmwerck / welchs viel weiterer / doch etwas kuͤrtzerer Men
fur, als die Principaln, vnd gleichaus weitere Corpora hat: Vnd an jhrer
weitten bald Gedacter Menſur ſeynd / 25 daß fie engere Lahia haben.
Vnd dieweil fie offen / vnd ſo weit ſind / ſo klingen fic auch fo hol / daher ihnen
dann der Name Holfloͤit gegeben worden.
R ij 1. Gr oß
12 DE ORG ANOGRAPHIA.
1. Groß Holfloͤten & Fuß Thon.
Erxßaben aber die alten Orgelmacher vor 60. vnd mehr Jahren in die Choral /
oder Thumwbrirchen Wercke ſolche Stimme ins Pedal, vnd ſo groß am Thon / als
das Principal gemacht; Sintemal man domals von den vnterſchiedenẽ Baͤſſen oder
Bnterſaͤzen noch nichts gewuſt / vnd ſolchen Baß / dubbaß vnd Thunbaß / auch Cop⸗
pel geheiſſen / darumb daß er weit vnd Tohnendgeklungen / vnd den Wercken / weil
fe eine Quinta tieffer / als Chor Thon geweſen / eine beſondere brauſende Art / in ſol⸗
cher Hieffe gegeben hat. Wie derer noch in vielen alten Thumb Wercken gefunden wer⸗
den / daß ein vnwiſſender meynen ſolte / es were wegen feines Thonens vnd erfuͤllens
ein Vnterſat / weil es an deſſen Stadt num vollen Wercke gebraucht worden / dabey
verhanden. |
2. Holfloͤiten 4. Fuß Thon.
3. Holguinten 3. Juß Thon.
Werden durchs Manual vnd Pedal, wie man wil / gebraucht: Ind haben die
Alten den Holquinten Baß gern in den Choral Wercken / den Sang Meiſter vnd die
Chorales, bißweilen zur Schalckheit / außm rechten Thon vnd anfang des Chorals
zu verfuͤhren gehabt.
4. Kleine Holfldit 2. Fuß Thon.
Dieſe iſt von etlichen auch Nachthorn genennet / darumb daß es hol / vnd faſt
als ein Hornklanz ſich im Reſonant Artet: Iſt aber nicht gar recht nach jhrem klang
genennet / Sintemal ſich die Quintadehnen Art viel beſſer darzu ſchicket.
5. Kleinfloͤitten Baß / 2. fl. iſt auch gar gut zum Choral zu ges
brauchen.
6. Quintfloiteen anderthalb Fuß Thon.
7. Suifloͤit 1. Fuß Thon. Das Suifloͤi oder Siefflitt rechnen
etliche vnter die Principal Stimmen.
9. Waldfloͤitlin anderthalb Fuß Thon.
Welche Stumm in Seeſtaͤdten an jero noch gebraͤuchlich / vnd wird 2. oder z.
mal / weil es ſo kleine iſt / repetiret. f
9. Alem giaten Baß ift l. Fuß Thon.
Wieeneneeneeeeneeenee
autterer
—
DE ORGANOGRAPHIA. 23
lautterer am Klange. Vnd ſind nun diefe klane Summen / wenn dieſelbe zu Acqual»
Stimm Wercken mit vnd ohne den Tremulant gezogen werden / gar gut vnd frembd
am Klange zu hoͤren. |
Schwiegell.
ZIEL Ahier iſt noch eine beſondere Art von Laut oder Reſonant vnd Na ⸗
4 RN men / die nicht fo gar weiter Menſur, als diefe Holfloͤtten / verhanden /
welche von den Niederländern auch faſt vor hulidert Jahren / wie aus
des Sebaſtiani Virdungs Mufica zuerſehen / Schwiegel (weil fie ge»
hen ander enge Menlurꝙfeiff Werck zurechnen auch hol / vnnd doch
ſanffte / vnd am Reſonantz den Querfloͤtten gar ehnlich klingen) genen
net worden. Sie ſind bißweilen vff Gemßhoͤrner form gerichtet / doch vnten vnd oben
etwas weiter / gleichwol oben wie derumb zugeſchmiegt / das Labium iſt ſchmahl / vnd
find ſtiller als Syilfloͤitten. Es ſeynd aber derſelben nur zweyerley Art: Als
1. Groſſe Schwiegel s. Fuß Thon
2. Kleine Schwiegel 4. Fuß Thon.
Woher aber ſolch ſanffter Klang komme / laß ich andere deſſen verſtendige be
richt 1 5 Vnd diß ſey alſo von dieſer Menſur vom Groͤſten biß zum kleineſten ge
nug geſagt.
FIT.
Offene Stimmwerck / welche nicht gleichaus
weite Corpora haben.
E Jßiſtnun die andere Art der offnen Pfeiffen / welche / weil ſie vn⸗
een ziemlich weit / vnd oben zugeſpitet / vnd alſo mehr / als halb zu⸗
gedaͤcket ſeyn / viel ein andern Reſonantz / als vorbefchrtebener
76 Principalmenfuren Art an vnd in ſich haben. Vnd werden die⸗
— ſelben darnmb / daß ſie an der Propors vnnd Reſonanz als ein
J Hornklingen / billich Gemßhorn genennet: Ind find deroſelben
dlich / als Gemßh orn / Plockfloͤit / Spiiſtoͤit / Flachſioͤit; Dultzian vnd
G 8
> 5 ri
Art vnterſchie
dergleichen.
Gemßporn.
ij . Groß⸗
4 DE ORGANOGRAPHIA,
1. Groß Gemßhorn iſt am Thon 16. Fuß.
Dieſes iſt eine liebliche Stimme / aber beſſer im Pedal als Manual Clavir zu ge⸗
brauchen / es ſey dann / daß eine andere Stimme von g. oder 4. fi. Thon darzu ge⸗
nommen werde.
2. Acqual Gemßhorn iſt am Thon 8. Fuß.
Vnd iſt eine ſonderbahre liebliche vnd ſuͤſſe Stimme / wenn ſie aus rechter fun ·
damentaliſcher Theilung nach allen ihren mbſtaͤnden gemacht vnnd Intoniret
wird / zu hoͤren; Gibt wunderliche enderungen mit andern Stimmen zu verwechſeln:
Moͤchte auch wol Viol de Gamba, weil ſie ſolchem Inſtrument am Reſonant ſehr
nachartet / wenn ſie recht gemacht wird / intituliret werden. Die Niederlaͤnder nen⸗
nen es auch Coppelfloͤtten: vnd find lenger als ein Gedact / aber kuͤrzer als ein Prin
cipal.
3. Octaven Gemß horn it am Thon . Fuß.
Diefe Stimme iſt der nechſtobgeſemen von 8. Juß zu vielen lieblichen enderun⸗
gen nicht vngleich zu gebrauchen: Ind konnen beyde fo wolin groß⸗ als in klein Prin
cipalwercken geſetzt vnd gebraucht werden.
4. Klein Detaven Gemßhorn iſt am Thon 2. Fuß.
Gehoͤret mehr ins Nuͤckpofitiff vnd klein O&avenPrincipal Wercklein / als im
groſſen: Jedoch kan ſie von andern vnd groſſen diſpoſitionen auch nicht außge⸗
ſchloſſen ſeyn; Denn fie doſelbſt eben ſo wol eine liebliche Art im Manual, vnd auch
an ſchoͤnen im Pedal zum Choral zu gebrauchen gibt / vnd ſich gar vernemblich
vnd eigentlich hoͤren leſſet.
Es werden auch aus dieſer Gembßhoͤrnen Art Quinten diſponiret: Als
f. Die groſſe Gemßhorn Quinta G. Fuß Thon.
6. Die Gemßhorn Quinta 3. Fuß Thon: Vnd denn
7. Die klein Gemßhorn Quinta anderthalb Fuß Thon:
ö T eln
Well iſt des Mundes breitte / alsdann wird die helffte vffgeſchnitten.
Und wird dieſe letzte Stimme ſonſten nicht vnrecht NASA TH genennet / dies
weil ſte wegen jhrer kleine zu andern Stimmen gleichſam noͤſſelt / ſonderlich wenn fie
recht / vnd nicht ſo ſcharff intoniret iſt; Gibt auch einen ſchoͤnen Difcant in der rech.
ten Hand / mit andern darzugezogenen Stimmen zu gebrauchen. Etliche arbeiten
das Naſath vffweit Pfeiffwerck Menſur, vnd enge labiret.
Etliche
DE ORGANOGRAPHIA. 175
—————— — ————
Etliche heiſſen das Gemßhorn auch Spillſloͤiten / vnd daſſelbige al ein wegen
der Geſtalt vnd Proportion, daß ſolche Pfeiffen einer Hand Spillen gar gleich vnd
ahnlich anzuſehen ſeyn. j
Eiliche nennen die Gemßhoͤrner noch an jeno Plochpfeiffen: Iſt aber nicht
recht getaͤufft. Denn Plockpfeiffen eine andere Geſtalt vnd Klang haben / vnd koͤnnen
die Spitzfloͤitten von 4. fi. Thon (darvon jent alsbald 5 geſagt werden) wenn jhnen
oben die rechte weite / etwas weiter / als den Gemßhoͤenern / gegeben wird / des
Klanges halben billicher Plockpfeiffen oder Plockfloͤiten gehetſſen werden: Weil ſie
alsdann einen Reſonantz / naturlich als die andere blaſende Inſtrumenta, welche
Plockpfeiffen genennet werden / von ſich geben. Kleiner aber / als von 2. Juͤſſen / wer⸗
den dieſer Art Stimmen von verſtendigen Meiſtern nicht gearbeitet.
Etliche arbeiten die Plockfloͤiten faſt off Querflöisen Art / alſo / daß das Cor;
pus noch eins ſo lang wird / als ſonſten die rechte Menſur mit ſich bringt / oben zuge⸗
daͤckt / vnd daher ſich in der Octav vberfetzen vnd vberblaſen muß.
— — —— . —
Gpitzflöͤit.
S ſid noch andere vnd faſt dieſer Art Stimmen / welche aueh
29 alſo zugeſpizet ſeyn / vnd Spitzfloͤiten genennet werden: Ind
dieſer Art Menſur iſt auch nicht gar lange vblich vnd im Ge⸗
15 S brauch geweſen.
Es iſt aber ein ziemlicher vnterſcheid zwiſchen den Gemß⸗
hoͤrnern / vnd dieſer Spitzfloͤten; Weil dieſelbe vnten im labio
e deieer / vnd oben mehr zugeſpixet wird / als gedackte Gemßhoͤr⸗
5d ner: Darumb ſie recht Spisflöit geheiſſen. Vnd ſind derſelben
nicht mehr / als :weyerley an Groͤſſe vnd Thon. ö
1. Spitzfloͤit 4. Fuß am Thon.
2. Klein Spitzfloͤit 2. Fuß Thon.
Auch habe ich Spisflöiten Art funden / welche oben gar wenig offen / vnd vn⸗
ten gar enge labiret ſeyn; Dahero einen aus dexmaſſen lieblichen Reſonantz von ſich
geben: Aber mit groſſer Mühe zur reinen vnd rechten Intonation zu bringen ſeynd.
Flach⸗
136 DE ORGANOGRAPHIA.
Flachflöͤit.
Vn iſt noch eirie Art Stimme faſt von dieſer Menſur, vnd wer⸗
en Flachfloͤiten geheiſſen; Die ſeynd vnten im labio nicht gar
veit / mit einem engen niedrigen vffichnidt / doch gar breitlabi-
3 cet, daher es aͤuch fo flach vn d nicht pompich klinget / vnd ſeynd
0 oben nur ein wenig zugeſpitzet / wollen aber jhrer Intonation
59 J 8 N 2 alben ein erfahrnen Meiſter haben; Klingen ſonſten gar wol /
e vnd etwas flacher / als Gemßhoͤrner / drumb ſie recht mit dem
5 Namen / Flachfloͤit getaufft ſeyn. Es iſt aber dieſelbe dreyerley
Art am Thon vnd Fuß lenge. 5 N
Als
I. Groß Flachfloͤit 8. Fuß Thon.
2. Flachfloͤit 4. Fuß Thon.
3. Klein Flachflöit 2. Fuß Thon.
Seynd alle drey gar gut vnd nuͤte / wenn viele Stimmen in einem Werck di-
ſponiret ſeyn / zu lieblichen enderungen zu gebrauchen: Geben auch im Pedalſchoͤne
Bälle zu vornehmen / denn fie etwas lauter / jedoch frembder / als die Gembßhoͤrner
am Klange ſeyn.
Mögen auch ſonderlich die kleine Flachfloͤit / wenn ſie nach der Quinten Art
diſponiret iſt im Rück Poſitiff mit einer Zimbel vnd Quintadehn zu einem geigen⸗
den Diſc ant gebraucht werden; denn es dem gar ehnlichen ſich hoͤren leſt. Ind fo
viel ſey von dieſer Art berichtet.
— — — — — — — — mcznemnannnarenn
Dulzain
Siiſt noch eine Stimme / die vngleicher weitten iſt / uͤbrig / oben
weit / vnten aber im labio vmb ein ziemliches enger: Solche ftim-
me wird Dulzain genennet / ſtehet zum Stralſond im newen Wer⸗
SScke / vnd iſt s. Fuß Thon / kan auch wegen der gar ſchwehren Into⸗
AN er nation kleiner nicht gemacht werden: Klinger darumb dem Dul⸗
S zian etwas ehnlich / weil ſich das Corpus oben aus / gleich wie das
e Inſtrument Dulzaiu erweittert / vnd im lab io enger iſt. Weil
aber der Dulzian an jhm ſelbſten ein Rohr oder ſchnarrent Inſtrument bleiben muf /
vnd jettbeſchrrebene Stimme unter das Floͤit oder Pfeiffwerck gehoͤret / kan e
5 ge dem
DE ORGANOGRAPHIA. 137
ge dem Rohr Inſtrument nicht gur gleich Stimmen. Man leſt es aber alſo bey des
Meiſters gegebenen Namen bleiben.
—
Ivy. 00.00 |
Von Gedacten Pfeiffen / Vnd erſtlich von der
Dulndehee ache ond
Quintadehna.
Siſt dieſe Stimme nicht lange / ſondern etwa 40. oder so. Jahr
im Gebrauch geweſen / wie ſie denn in alten Orgeln nicht gefun⸗
S den wird; Ind iſt eine liebliche Stimme (von etlichen Holſchelle
genennet) darinnen zweene vnterſchiedliche Laut / als die Quinta,
„ut, fol, im Gehoͤr zu vernehmen ſeyn; Daher fie anfaͤnglich
Quinta ad una genennet worden; Sie iſt faſt / jedoch ein ziemli⸗
ches weiter / an Proportz jhres Corporis / als die Princi pal an der
Menſur ſeyn; Vnd weil ſie gedaͤckt / ein Octava tieffer als offene Pfeiffwerck gegen
Ihrer Inge zurechnen. Es ſeyn aber derſelben / die aus einer Menſur vnterſchiedlichen
nach dem Thon oder Fuͤſſen gearbeitet werden / nur dreyerley Art verhanden:
Als /
I. Groſſe Quintadeen 16. Fuß Thon.
Di.ieſe Stimme iſt Manualiter vnd Pedaliter, wenn eine andere Stimme
von g. fi. dazu genommen wird / gantzlieblich zu gebrauchen vnd zuhören,
2. Quintadeen 8. Fuß Thon.
Dieſes iſt beydes im Nuͤck Poſiiff / oder im kleinen O&taven Principal Werck
zum Fundament. Wie denn auch im Pedal zum Choral Baß gar bequem zu ge⸗
brauchen.
3. Quintadeen 4. Fuß Thon.
Iſt eine liebliche Stimme / ſonderlich bey vnd zu groͤſſern Stimmen in der Va-
riation anzuhören ; Kleiner aͤber wird ſie nicht gefunden / wie fie denn auch nicht ge⸗
ringer gearbeitet kan. Pe”
S Nacht,
138 DE ORGANOGRAPHIA.
Nachthorn.
e Sb wird aber dieſe tleine Quintadeena von etlichen Orgelmachern
W an der Menſur, Jedoch vff gewiſſe maſſe erweltert / vnd daher /
SON
N
weil fie aus ſolcher erweiterung einen Hornflang bekoͤmpt / vnd
die Quinta etwas flillen darinnen wird) Nachthorn geheiſſen.
ee Sen Es mag aber dieſe Art ebenmeſſig
u vielen andern Stimmen gar lieblich vnd mannigfaltig veren⸗
enen ern eng nd mannigfaltig veren
— dert werden.
Aus dieſer Menſur oder Art koͤmmet auch der Nachthorn Baß / beydes von
Fuß / ſo denn auch von 2. Juß Thonher / vnd iſt eine nierliche Stimme / bevorab im
aß anzuhoͤren.
>” . arbeiten das Nachthorn offen / wie eine Holfloͤite / dach oben
vmb etwas enger / vnd brechen allmehlich jm mer etwas ab / iſt auch im Labio nicht
fo hoch vffgeſchnitten / als die Holfloͤit / daher es einen ſon derlichen Klang bekoͤmpt /
gleichſam / als wie einer zuchete oder ſchluggete.
Querfloôit.
N Och iſt aus dieſer Invention der Quintadeen / eine newe Art
Nerfunden worden / welche ſich mit den Querfloͤiten / wie ſie denn
Hauch Querfloit genennet wird / gar ehnlich im Klange verglei⸗
Ochervndvereinbaret.
Es ktoͤmpt aber derſelbe Klang nicht a us freywilliger narür-
licher Intonation, ſondern außm vberfetzen oder vbergallen;
Das vbergallen oder oberfegen aber daher / weil das Corpus ger
gen ſeiner enge mehr als noch eines / vnd faſt noch anderthalb
— — . —
mal ſo lang iſt. N
Als zum Bericht; Wenn das c/ 4. Fuß Thon ſeinen Klan hoͤren leſt / ſo iſt deſſel⸗
ben Corpus an der lenge fo lang / daß / ob es zwar wegen feiner lenge auff 12. Juß re
ſpondiren ſolte vnd koͤndte / fo intoniret doch in denſelben nur allein die Quinta, die
vom vberſetzen oder vbergallen herruͤhret; Wie denn auch ſolch Corpus wegen der vn⸗
natuͤrlichen lenge gegen der enge / anders nicht als Quinten kan.
Dieſe art der Querfloͤlten iſt war gar gut / vnd auch newer Invention; Aber die
offener Menſur vnd an der Corpus lenge noch eins ſo lang ſeyn / welcher Art denn
auch in dem Fuͤrſtlichen newen hoͤlzernen Orgelwerck / (welches der e
urch⸗
DE ORGANOGRAPHIA. 79
————— — — — —— — — — —
Durchleuchtige hochgeborne Fuͤrſt vnd Herr / Herr Heinrich Julius / Paſtulirtet
Biſchoff zu Halberſtadt / Hertzog zu Braunſchweig vnd kuͤneburg / Mein gnaͤtiger
Fuͤrſt vnd Herr hochloͤblicher gedechtniß / S. Fuͤrſtl. G. hertzl. Gemahl. uff deroſelben
Schloß zu Heſſen durch den vornemẽ Orgel vñ Inſtrumentmacher / Meiſter Kſaiam
Coinpenium von 27. Stimmen / mit dreyen Claviren in einem zierlichen Schappe /
deſſen Diſpoſition hinten im V. Theil zu finden / fegen laſſen) an jetzo von Holt / ſon⸗
ſten aber von andern hiebevor auch in Metall gearbeittet worden ſeyn / gefallen mir beſ⸗
ſer; Denn es iſt natuͤrlicher / daß es ſich in der Octava vberſetzet / als daß es noch weiter
fich vberſenen / vnd ferner in die Quint fallen ſolte. Vnd find dem natuͤrlichen Quer-
flotten klang am Reſonanz noch gleicher / als die Gedacte / derer Art auch in vor hochge⸗
dachter S. J. G. herrlichen groſſen Orgel zu Gruͤningen / von 8. vnd 4. Juß Thon
im Manual vnd Pedal verhanden ſeyn.
—
——j—j—
Gedacten allerley Art.
Jefe Stimme iſt von den Alten in jhren Wercken nur allein ſchlecht
mit dem Namen Floͤitten geneñet worden. Die Niederlaͤnder vnd erft-
gqeanderenennen ſie Bordun / ſonderlich wenn ſie enger Menſur find:
Etliche nennen fie auch Barem / wenn fie gar ſtill vnd linde inton irt
vd. Es ſeynd aber der Gedacten oder gantz zugedaͤckten Stimmen
nach ihrem Thon vnd Fuß gerechnet / ſechſerley Arten.
1. Groß Gedact vff 16. Fuß Thon.
Dieſe Stimme wird mehrern theils ins pedal geſent / vnd groß Gedackter Vnter⸗
fag geheiffen: Sie wird auch wol ins Manual herdurch gefůhret. Aber wegen jres thu
nen vnd ſtillen Klanges vnd jhrer Tieffe nicht ſo gar anmutig vnd vorſtendtlichzuhoͤ⸗
ren / wie die Erfahrung vnd Natur bezenget. Ind ob zwar dieſe gedackte Menſur,
auch wol zu zeiten von 32. Juß Thon im Pedal geſetzet / vnd groß Gedacter Sub Baß
genennet wird / ſo iſt doch / wie vorher vom groſſen Sub Principal berichtet worden /
daraus viel weniger / als in offenen Pfeiffen ein rechter verſtaͤndlicher Thon zu verne⸗
men. Meines erachtens were vff 32. Juß Thon keine beſſere Art anzubringen / als die
Flachfloͤiten: Doch wil ich ſolches einem verſtaͤndigen Orgelmacher zu probieren an⸗
heim geſtellet haben.
2. Gedact am Thon 8. Juß.
Dieſes iſt nu eine gemeine Srime im gebrauch / wird auch wol in kleine Octavprin⸗
cipalwerct zum Fundament / wie den auch in aroſſe Ruͤckpoſitiff gefegevndifponirer,
3. Klein Gꝛdact am Thon 4. Fuß. S j Wurd
un — —
140 DE ORGANOGRAPHIA,
——— — ——.
— —
Wird auch in gemein in allerhand difpofitionen der Wercken vnd Poſitiffen
gefener : Iſt aber gut / vnd gibt feine vnd mannichfaltige / ſonderlich mit Quintadehnen
vnd Gemßhoͤrnern vorenderungen.
Es iſt ohngefehr vor 28. Jahren von einem domals jungen Melſter E. C. eine
ſelzam Art erfunden / nach dem derſelbe ein gedackt 4. Juß Thon / mit zweyen lablis,
die jnſt einander gleich reſpondiren, gemacht / alſo / daß man die Pfeiffen durchſehen
tan / welche er Duifloͤt genennet hat. Dieſelbe verendert jhren Klang gar vor anderer
Gedacten Arten. Iſt aber noch zur zeit nicht gemein worden.
4. Supergedaͤctlein iſt 2. Fuß am Thon.
Ob dieſes ſchon gleich iſt / fo gibt es doch auch liebliche Var iat iones mit groſſen
Stimmwercken / Wie von dem Suifloͤit vnd andern mehr erwehnet worden; ſon⸗
derlich aber / wo ein guter Tremulant verhanden iſt. Inmaſſen es dann / wofern es
juſter Menſur, vnd reine gleichlautend intoni ret, einen außbuͤndigen guten Diſcant
in der rechten Hand zu gebrauchen / vnd einem kleinen Plockfloͤitlein ganz gleich vnd
ehnlichen; Wie es denn auch zum groſſen Rancket oder Sorduen von 16. Juͤſſen einen
frembden Klang vnd enderung gibt / vnd mit Luſt anzuhoͤren iſt.
5. Gedacte Quinta 3. Fuß Thon.
Dieſe Stimtne iſt von etlichen / als Gregorio Vogel / Pfeifferfloͤit / welches
eine Quinta vom Chor Thon geſtanden / genennet worden.
G. Bawerfloͤit Baß / oder Paͤurlin 1. Fuß Thon.
Von dieſer Stimme wird bey vns in Deutfchland / ſonderlich / wenn man den
Choral im Pedal führen wil / gar viel gehalten: Die Italiaͤner aber verachten alle
ſolche kleine Baßſtimmen von 2. oder 1. Fuß Thon / dieweil ſie / als eitel Octaven
lautten / vnd im Reſonantz mit ſich bringen.
— —
VI.
Die zwar gedaͤct / aber wiederumb oben
in etwas eroͤffnet ſeyn:
Als
Roͤhrflöͤiten.
Auß
DE ORGANOGRAPHIA. 141
Is dieſer Gedacten Menſur vnd Art iſt nun eine andere erfunden /
welche durch gewiſſe menſurirte Roͤhrlein / wiederumb in etwas er⸗
Hoͤffnet wird: dahero ſie denn recht Rohrfloͤit heiſſet.
€ Dieſer Art Stimmen aber werden vnterſchiedlich gearbeitet.
Etliche laſſen die Röhren halb herauſſer / vnd halb hinein gehen: Er-
liche gar hinein / daß man nichts ſihet / als oben das Loch ! vnnd dieſe
ſeynd zum beſtaͤndigſten / denn die Röhren koͤnnen alsdenn nicht verbeuget werden:
Dieſelbige aber muß man alsdenn mit Deckhuͤtten ſtimmen.
1. Groſſe Roͤhrfloͤit Io. Fuß Thon.
Wann nun ja von ſolchen groſſen Gedacten Stimmwercken eine durchs
gantze Manual gehen ſolte / fo were dieſe groſſe Rohrfloͤit wegen deſſen / daß ſie lautter
vnd reiner klingt / weit beſſer / denn die ganz Gedacke Art / weil ſie noch eine feine wol⸗
klingende Quintam darneben mit hören leſſet.
2. Rohrfloͤit iſt g. Fuß Thon.
3. Kleine Roͤhrfloͤit iſt 4. Fuß Thou.
4 4 uper Roöhrfldittein 2. Fuß Thon.
Dieſe ſind alle gar füglich vnd lieblich zu aller Art Stimmen / ſon derlich aber
zur Quintadehnen zu gebrauchen.
5. Es gibt auch keine Art Stimmwerck ein beſſer Bawrſſoͤit Baͤßlin von 1. Fuß
Thon / als dieſe; Denn ſie gar eigendlich ſolchen Klang / als wenn einer mit dem
Munde pfiffe / in der hoͤhe in ſich hat / vnd daſſelbige wegen des vffgeſezten Roͤhrleins.
Diß Stimmlein iſt von etlichen / weils eine helle Quint in ſich hat / vnnd hoͤren leſt /
Nohrſchell / Aber wenn ſeine Etgenſchafft wol betrachtet wird / nicht recht genennet
worden.
Allhier ſolte auch wol das hoͤltzern Pfeiffwercks gedacht werden; Dieweil aber
daſſelbige / wegen allerhand Fundament Theilung / wie ichs ſelbſt gar fſeiſſig mit an ⸗
geſehen / ſo wol auch im Klange / gantz eine andere Meynung davon zuſchreiben hat /
vnd mit andern Orgelwercken an Laut vnd arbeit faſt wenig zu vergleichen: Welches
dann mit vorgedachtem Muſicaliſchem vff dem Schloß Heſſen ſtehenden Orgel⸗
Werck zu beweiſen.
Deſſen frembder / ſanffter / ſubtiler Klang vnd Liebligkeit aber im Schreiben
fo eigentlich nicht vermeldet werden kan: Als habe ich weitlaͤufftigkeit zu vermeyden /
eee, vnnd anzudeuten
i } vor
115
14 DE ORGANOGRAPHIA,
— ——— nr
ea
vor vnnoͤtig erachtet. Es kan aber hiernechſt vnd vielleicht bald von gedachtem Com-
penio ſelbſten von dieſen vnd andern Sachen mehr kundamentaliter nach Geome-
triſchem Bericht etwas außfuͤhrlichers an Tag gegeben werden; Sintemal ſolches ei ·
gendlich metner Profeſsion nicht iſt. Gleichwol wil ich meines Theils diefer Kunſt
Liebhabern zum beſten ſolches mit ſteiß zu befördern nicht vnterlaſſen; Inmaſſen denn
auch billich von dem Monochordo, daraus alle Inſtrumenta Muſicalia vnd Pfeif⸗
werck jhren Irſprung / rechten Thon / vnd fundamentaliſche Theilung haben muͤſſen /
vnd billich eine Mutter aller Inſtrumenten vnd der gantzen Muſic moͤchte genennet
werden / auch daſſelbige einzig vnd allein aus dem dirckel herfleuſt / vnd mit demſelbigen
bewieſen vnd demonſtriret ſeyn wil / daran jhrer viel mit groſſer muͤhe / aber doch ver⸗
geblich gearbeitet haben / etwas erwehnung vnd Bericht ob Gott wil / erfolgen ſol.
Ind ſo viel von offen vnd zugedaͤckten Pfeiff⸗vnd Stimmwercken.
Folget von den Schnarrwercken.
VII.
Von offenen Schnarrwercken.
i die Schnarrwercke faſt gemein vnd einem jeden bekant / iſt vn
** noͤtig darvon allhier viel zu erinnern / nur allein / daß allezeit in der
2) lenge vnd ſtructur dieſer offenen Corporum zu diſponiren, der
3 U eine Meiſter ein andere Art hat / als der ander; In dem etliche
D die Poſaunen / gleich wie fie am Reſonantz 16. Fuß Thon halten /
N alſo auch am Corpore ‚doch gar ſelten / von 16. Juͤſſen lang ar⸗
beiten : Etliche aber von 12. fi. daß es alſo von dem rechten Thon
in die Quint abweiche / vnd das it die befte art: Die gemeinſte art iſt von d. fl. Menſur.
Etliche arbeiten die Pofaunen nur von 6. fülfen. Etliche von 5. fuͤſſen lang / oben et⸗
was zugedaͤckt / vnd ein loch / als ein Spund rierecket drinn geſchnitten / etc. Dieſelbige
aber / well die Corpora fo klein / haben gar ein flachen vnd plattwegfallenden Klang
vnd Reſonantz. Wenn es aber pralen / prangen / vnd gravitenſch klingen fol / muß es
von 12. fuͤſſen ſeyn. Ind ſolche Variation wird auch in den andern ſuccedirenten
offenen Schnarrwercken gehalten: Alſo /
Wenn die 16. Ju 8 Fu 4
Menfur 4 12 9 So ſind die J 6 50 Schalmey⸗ 1 3 Sub.
aper I 4 en von 6
nen von (6 von 8 ı$
Daß aber fo gar viel an der Menſur vnd lenge der e
en
DE ORGANOGRAPHIA. 143
— — —j—E m — nn nn
—— — 8 — —
cken nicht gelegen / koͤmpt daher / dieweil die tieffe oder hoͤhe des Reſonantzes nicht vom
Corpore oder ſtructur (welche aber gleichwol auch jhre richtigkeit vnnd rechte maß
haben muß) ſondarn von den Mundſtuͤcken herrüͤhret: Ind iſt diß dabey / wenn die
Mundſtücke lenglicht vnd ſchmal ſeyn / fo geben fie viel ein lieblichern Reſonantz / als
wenn ſie kurtz vnd breit ſeyn: Welches denn auch in den andern Pfeiff vnd Floͤitwer⸗
cken ſich gleichergeſtalt alſo befindet / daß die weiter Menſur nimmer nicht ſo lieblich
am Reſonantz ſeyn / als die enge.
Darumb ſich billich ein jeder Orgelmacher der gar engen Menſuren befleiſſigen
ſolte; denn je enger / je lieblicher vnd anmutiger. Aber weil ſolche enge Menfuren zur
rechten intonation zubringen / nicht eines jeden Orgelmachers thun iſt / fintemal es
guten verſtand / groſſen fleiß / vnd treſfliche mühe erfodert: So bleiben die meiſten / wet
che faule Patres vnd etwas mehrers zu lernen verdroſſen ſind / gemeiniglich bey den ge⸗
woͤhnlichen weiten Menfuren fo dürffen ſie den Kopff nicht allzuſehr drüber zerbre⸗
chen / deſto geſchwinder der arbeit abkommen / vnd den Beutel beſſer füllen.
Im Land zu Heſſen iſt in einem Kloſter eine ſonderliche Art von Poſaunen fun⸗
den worden / do vff das Mundſtuͤck ein Meſſing boͤdemchen vffgeloͤtet / vnd in der mit-
ten ein ziemlich lenglicht loͤchlein drinn / daruͤber dann allererſt das rechte zuͤnglein oder
blaͤtlein gelegt / vnd mit gegluͤeten Meſſings oder Staͤlenen Saͤtten druff gebunden
wird / daß es nicht alſo ſehr ſchnarren vnd plarren kan. Vnd weil es dergeſtalt etwas
mehr als ſonſten gedempffet wird / gibt es gleich einer Poſaunen / wenn die von ei
nem guten Meiſter recht inronirt vnd geblaſen wird / einen pompenden / dumpichten /
vnd nicht ſchnarrenden Reſonann.
Doch muͤſſen fie gleichwol mit vff vnd niederziehung des oberſten Corporis ge⸗
ſtimmet werden / vnd war bleiben / Regalia mobilia: Sintemal das falſch werden
nicht / wie etliche meynen / vom vff⸗vnd niederweichen der kroͤckel oder droͤtlin / daran
die Regal ſonſten eingeſtimmet werden muͤſſen / herruͤhret; Sintemal vnmuͤglich / daß
die kroͤckel von ſich ſelbſten hin vnd herwider / auff vnd nieder ſteigen koͤnnen: Sondern
von wegen der ſubtilen Meſſingsblaͤtlin / welche ſich im warmen Wetter von der hitze /
(daß denn auch am Papier oder duͤnnem holtze kan probiert werden) außwerts truͤm⸗
men; Vnd weil dadurch das Loch am Mundſtuͤcke erweitert wird / der Reſonantz ei
was tieffer vnter ſich ſteiget. Im kalten Wetter aber das blaͤtlein ſich inwerts vnnd
näher zu dem Mundſtuͤcke wendet / dadurch das Loch kleiner / vnd der Reſonantz höher
vber ſich ſteiget: Wie dieſelbige verenderung ein jeder ſo mit Orgeln vnd Regaln vmb⸗
gehet / täglich erfaͤhret: Daß / fo bald im Winter das kalte Wetter ſich en⸗
dert / vnnd zum Daw wetter anleſſet / die Regal vnter ſich ſteigen / vnnd tief
fer werden: So bald es aber hinwiederumb zu frieren beginnet / ae
e alſa
144 DE ORGANOGRAPHIA.
— mann HERE am ee nn ——ꝑwñꝑb nr ee
- 8 — a)
fi alſo bald hoͤher: Darumb denn auch das vffbinden der Kroͤckel nicht viel helffen
an.
Vnnd diß befindet ſich auch gleicher geſtalt nicht allein vff den Clavicymbeln
vnd Symphonien an den Staͤlenen vnnd Meſſingsſaͤitten / ſondern auch vff den
Lauten vnd Geigen an den Saͤiten / ſo von Schaffsdaͤrmen gemacht ſeynd. Daß fie
von der hitze nachlaſſen / ſich ausdehnen vnd erweitern / vnd derowegen der Nefonang
deſcendiret; von der kaͤlte aber conrrahiret, vnd ſich mehr in einander ziehen / da⸗
von denn der Reſonantz auch aſcendiret, alſo / daß im Winter die Inſtrumenta,
wenn ſie continue etliche Wochen im kalten geſtanden / faſt vmb einen halben Thon
vnd mehr aſcendiret vnd geſtiegen ſeyn. Daher dann / wann von einem verſtaͤndi⸗
gen Meiſter die Menſur vff Clavicymbeln vnnd Symphonien alſo / daß ein jede
Saͤite vmb ein halben Thon zur noth ſich hoͤher ziehen laſſen kan / nicht abgetheilet
worden / faſt alle Saͤiten abgeſprungen ſeyn. Welches ich nicht ſon der ſchaden vnnd
groſſen Vnmuth zum offtern ſelbſt erfahren.
Vnd aus dieſem Fundamento, daß die Verenderung im Regall vnd Schnarr⸗
wercken von Meſſingsblaͤtlein herruͤhre / entſtehet eine Proba, dadurch man erfahren
tan / Ob ein Regall mit den Zuͤnglein oder blaͤtlein durch vnd durch juſt vnd fleiſſig
abgerichtet ſey. Dann wann ein Schnarrwerck von einem guten Meiſter fleiſſig ver⸗
fertiget iſt / ſo weichet es in wandelung des Wetters durchs ganze Clavier zugleich
mit einander / vnd tretten entweder in der waͤrm vnd hitz zugleich mit einander weiter
ab: Oder begeben ſich in der Kaͤlt vnd Froſt näher zu dem Mundſtuͤcke / alſo / daß man
off einer Orgel / oder ſonſten / daſſelbige ohne mitzuziehung des Floͤitwercks vnd ande⸗
rer Pfeiffen gar wol / als wenn es noch gar juſt eingeſtimmet / beftändig blieben were /
gebrauchen kan.
Wann aber ein Iloͤttwerck darzu gezogen wird / fo befindet ſich der mangel / daß
ſich entweder das Schnarrwerck vnter / oder vber ſich vom Floͤttwerck durch vnnd
durch abgewendet habe: Ind alsdenn iſt daſſelbe Schnarrwerck fleiſſig vnd juft be⸗
reitet. Befiudet ſich aber / daß das Schnarrwerck nicht zugleich mit einander durchs
gantze Clavier abgetretten iſt / ſondern der eine Clavis iſt gegen dem Floͤſtwerck zu
tieff / der andere zu hoch / der dritte rein / ſo iſts ein gewiß Zeichen / daß die Mundſtuͤcke
nicht gleich beblettert / ſondern ein blaͤtlein ſtarck / das andere ſchwach ſey / denn ſich
ſchn Er dicke nicht ſo bald von der hitze oder kaͤlte zwingen leſt / als das dunne vnnd
ſchwache.
Ob nun zwar ſonſten auch allhier von allerley anderer Arten der Schnarrwer⸗
cke außfuͤhrliche meldung geſchehen ſolte; So iſt doch wegen der vielfaͤltigen verende⸗
rung vnd wancherley Inventionen, ſolche alle zubeſchreiben vnmüͤglich / e
wei
DE ORGANOGRAPHIA, 145
weil derſelben noch täglich mehr / vnd viel frembder erfunden werden; Vnd ſolch ein
Schnarrwerck nach einem andern Inſtrument, welches mit dem Munde geblaſen
wird / recht nach zu machen / vnd deſſen Art vnd Reſonantz recht zu treffen / ſehr ſchwehr
fellet; So wil ich nur etliche der fuͤrnembſten Art zur nachrichtung allhier gedencken.
Schalmeyen ſeynd 8. Fuß Thon:
Aber beſſer nicht / als mit rechten Schallmeyen Corporibus, jedoch etwas
weiter / nachzumachen; Wie fie denn auch dieſelbige Art gar fein mit dem rechten
Schallmeyenklange vereiniger.
Krumbhorn iſt allein 8. Fuß Thon:
Ind ob es auch wol muͤglich / diß Stimmwerck vff 1s. Juß Thon / darinnen et
doch gar felten gefunden wirdſzu bringen: So iſts doch / well es etwas ſtarcklautet vnd
ſo tief gehet / Manualiter nicht faſt lieblich / ſondern beſſer Pedaliter allein in ſolcher
tieffen zu gebrauchen.
Es iſt aber derſelben Invention mancherley: Denn ob wol etliche foldyen klang
in einem rechten Regal Corpore (das oben mit eim deckel zugemacht / vnd zwey / drey
oder mehr Loͤcherlein / entweder oben im ſelbigen deckel / oder vnten nebenſt dem
Mundſtuͤcke darein gebohret) oder ſonſten durch andere Arten mehr zu wegen bringen
wollen; Daher ſie dann wol vnter die Gedacte Schnarrwercke auch koͤndten referirt
werden: So iſt doch dieſe Invention, daß die Corpora gleichaus weit / oben offen /
vnd an der lenge 4. Juß haben / die beſte vnd gleicheſte Art der Krumbhoͤrner.
Sie wollen aber gleich anderen ſolchen lieblichen Schnarrwercken durch guten
vnd rechten Verſtand gewiß / vnd nicht leichtlich von einem jedem gemacht vnd gefer⸗
tiger ſeyn.
Grob Regal ſeynd 8. Fuß Thon:
Werden in Orgeln meiſtlich von Meſſing / vnd 5. oder 6. Zoll hoch an der Men-
fur gearbeitet: Wiewol man bißweilen / ſonderlich in den Regallwercken / ſo zu Aug⸗
ſpurg vnd Nürnberg bißher gemacht worden / gar kleine Corpora der Regalpfeiff-
lin / die kaum ein Zoll hoch ſeyn / findet / vnd doch 8. Fuß am Thon haben: Wie hier⸗
von im vorhergehenden H. Theil / Num. 43. weitlaͤufftiger iſt erinnert worden.
Jungfrawen Regal oder Baß iſt 4. Fuß Thon; An jhm ſelbſten ein klein offen
Regal mit einem kleinen geringen Corpore, etwan ein / oder vffs meiſte zweene Zoll
hoch; Wird aber darumb alſo geheiſſen / weil es / wenns zu andern Stim̃en vnd Iloͤtt⸗
wercken im Pedal gebraucht wird / gleich einer Jungfrawenſtimme / die einen Baß
ſingen wolte / gehoͤret wird. 1 Es
14 DE ORGANOGRAPHIA.
—
Es wird auch ſolch klein Regal vff 4. Juß Thon von etlichen Geigen⸗ oder Gie⸗
g Hen genennet; Vnd ſolches darumb / daß es / wenn die Quintadehna vff d.
ß Thon darzu gezogen / etlicher maſſen (ſonderlich wenns in der rechten Hand zum
Diſcant allein gebraucht wird) einer Geigen gar ehnlich klinget.
Dieweil aber in jede Stimme für ſich allein / ohne anderer huͤlffe alſo klingen
ſol / als ſie wil / vnd ſol genennet werden / fo kan man dieſe Stimme nicht billicher / als
klein Regal nennen.
Binden 8. Fuß Thon:
Werden allein durchs halbe Clavir im Diſcant gebraucht / haben gleichaus weitte
Corpora, vnten etwas zugeſpitzet / oben offen; Darumb werden ſie am klang etwas
hol / als ein Floͤitwerck / vnd nicht alſo ſchnarrend / denn jhnen wegen der ſtarcken blet
rer / vnd ſtarcken windes das ſchnarren ziemlicher maſſen vergehet vnd verboten wird.
Cornett wird meiſtentheils im Baß allein gebraucht / iſt zwar Regal Menſur,
aber enger vnd lenger: Denn ob es gleich nur von 4. oder 2. fuß Thon / ſo iſt doch das
Corpus 9. Zol hoch / vnd alſo hoͤher / als ein Regal Corpus g. fi. Thon: Darumb es
ſich auch einer Menſchenſtimm gang vnd gar vergleichen thut. Wiewol etliche die
Corpora im Cornett kaum 4. oder 5. Zoll hoch mache: Denn hierinn von den Orgel⸗
machern gar ſehr varürt wird / vnd alſo nichts gewiſſes darvon kan geſchrieben werdẽ.
VIII.
Gedaͤcte Schnarrwerck.
Sordunen find 16. Fuß Thon:
Können auch wegen der Iavention, daß ſie gedaͤckt ſeyn muͤſſen / vnnd in ſich
noch ein verborgen Corpus mit ziemlichen langen Rohren haben / nicht wol hoͤher /
wenn fie jhre rechte Art behalten ſollen / intoniret werden: Ihr außwendiges Cor-
pus iſt zwar ohngefehr zwey fuß hoch / vnd ſeine weite / als ein Nachthorn Corpus von
4. Juß Thon. Es iſt aber ſehr lieblich vnd ſtille / wenn es ſeinen rechten Meiſter gehabt
hat / vnd alſo zu Saͤiten⸗ oder Floͤttwerck gar wol zu gebrauchen. Man muß aber da⸗
bey in guter acht haben / daß es gleich wie ander grob Pfeiffwerck von oder vff 16. fuß /
mit den Concordantiis, als tertien oder Quinten in der lincken Hand zu greiffen
verſchonet / vnd von ſolchen tieffem Thon nicht verderbet / vnd vbel anzuhören ge⸗
macht werde: Vornemlich aber iſt es zierlich im Pedal zu vielen enderungen zu ge⸗
brauchen.
Groß
DE ORGANOGRAPHIA. 147
Groß Rancket find auch 18. Fuß Thon:
Rancket iſt 8. Juß Thon:
Sind auch außbündige liebliche zugedaͤckte Art von Schnarrwercken / gan:
ſtille u intoniren, vnd zu vielen variationibus vnd verenderungen gar bequem.
Es haben dieſe beyde Stimmen gleich kleine Corpora, jhr groͤſtes iſt ohngefehr ei
ner guten Spannen / oder neun Zoll lang / vnd haben in ſich noch ein verborgen Cor-
pus, gleich wie die Sordunen / derer vorher gedacht worden iſt.
Barrpipen oder Baerpfeiffen find auch 16. vnd d. fuß Thon / vnd nicht kleiner
zu arbeiten / oder fig verlieren jhren rechten namen vnd klang; Den fie vielleicht von
eines Beeren ſtillen brummen haben: Wie fie denn auch gar in fich klingen / vnd mit
einer brumenden Intonation refpondiren. Haben zwar nicht hohe Corpora, doch
ziemlich weit / vnd als zweene zuſammen geſtuͤlpte Troͤchter / jedoch in der mitten einer
gleichen wette / vnd faſt gantz zugedaͤckt. Jon holte aber werden ſie etwas anders gear⸗
beitet / wie in der Sciagraphia zu ſehen. Man kan ſie vff mancherley Art formiren / al
lein iſt diß jhr proprium, daß ſie vnten eng / vnd alſobald gar in die weite außgeſtrecket
werden muͤſſen.
Zu Prag hab ich in der Jeſuiterkirchen ein Schnarrwerck geſehen / fo Pater An-
dreas erfunden / vnd gar eines lieblichen Reſonannes / do das Corpus vierecket neben
einander hin vnd herwider gefuͤhrt / vnd ſich allezeit auch in die weite ergroͤſſet har: Wit
in der Sciagraphia zu ſehen.
Pombarda: Iſt faſt der Sordunen Invention aemeß ohne daß die außlaſſung des
Neſonantzes durch die Loͤcherlein geendert wird / vnd Ae ae
haben wil / daher fie denn auch ſich lautere vnd ſtaͤrcker hören leſſet; vnd iſt vff 16. vnd
8. fuß Thon zu arbeiten. Die Pombarden gehoͤren vnd ſchicken ſich aber füglicher vnd
beſſer zum Pedal / als zum Manual, denn ſie einen anmutigen vnnd mittelmeſſigen
Klang ein ſtarcken Laut geben.
Fagott iſts. Fuß Thon: Hat anch gleichau⸗ weite vnd enge Corpora, das
groͤſte von g. fuß an der lenge / vnd wird Manualiter geſchlagen.
Dulcian iſt nur 8. Fuß Thon: Wird von etlichen oben zugedaͤckt / vnd durch
etliche loͤcherlein fein Refonans vnten an der einen ſeiten außgelaſſen / welche in denen
Regalwercken / ſo zu Wien in Oeſterreicht gemacht werden / zu finden. Etliche aber
laſſen es oben gang offen / darumb fie auch gleichwol ſo ſtille nicht ſeyn / vnd ſich dem
blaſenden Inſtrumenten, welches mit dieſem Namen genennet wird / gleich artet; ge⸗
hoͤret auch billicher ins Pedal / dann zum Manual. Ind weil derer Invention vff vn
terſchiedliche arten verendert wird / iſt allhier 1 ſchreiben vnnoͤtig.
T 1
1 DE ORGANOGRAPHIA.
Apffel oder Knopff Regal iſt 8. Fuß Thon:
Wird ſeiner Proportion halber / daß es wie ein Apſſel vffm Stiel ſtehet / alſo
genennet; Das groͤſte Corpus iſt etwa 4. Zoll hoch / hat eins kleme Rohr / an der groͤſ⸗
ſe wie fein Mundſtuͤck / vnd vff derſelben Roͤhren einen runden holen Knopff voller
kleiner Locher / gleich einem Bieſemknopff gebohret / da der Sonus wieder außgehen
muß: Iſt auch nach Regal Art lieblicher vnd viel ſtiller / denn ein ander Regal anzu⸗
hoͤren / dienet wol in Poſitiffen / ſo in Gemaͤchern gebraucht werden.
Koͤpfflin Regal ſind 4. Juß Thon / haben oben auch ein rund Knaͤufflein / als
tin Knopff / vnd iſt derſelbige in der mitten von einander gethan / als ein offen Helm /
510 NEN wieder ins vnter Corpus einwendet / iſt gut vnnd
%
Vnd diß fen alfo von den Stimmen in Orgeln
vor dieſes mal gnug.
——
Das III. Capitel.
Vnterricht / Wie man die Schnarrwercke in
den Orgeln / ſo wol auch abſonderlich die Regal Wercke vnd
andere Inſtrumenta, als Clavicymbalen / Spinetten / vnd dergleichen
vor ſirh ſelbſten recht vnd reine accordiren vnd einſtimmen koͤnne: Im
gleichen welcher maſſen die andern Pfeiffen nachzuſtimmen /
oder jhnen 1 „ nach zu⸗
helffen.
Siſt war gut / vnd keine ſonderbahre Muͤhe / die Schnarrwercke
in den Orgeln einzuziehen / vnd rein zu Stimmen / wenn die Fun⸗
dament des andern Pfeiff⸗ oder Floͤttwercks rein ſeyn. Dennoch
aber iſt dieſes ein Vortheil / daß / wenn man ein Schnarrwerck /
pelches 16. Juß am Thon iſt / ſtimmen wil / eine andere Stimme
vom Floͤttwerck / als Principal oder groß Octav von 8. Juß dar u
gezogen werde. Alſo / wenn ein Schnarrwerck / ſo 8. Juß am
Ton ſol geſtimmet werden / muß eine Stimme von 4. fl. als die Octay; Zum
Schnarrweret aber / ſo 4. Fuß Thon / eine Principal oder groß Octava, er
tadehn
S
WAS
#42
21
DE ORGANOGRAPHIA. u
tadehn von d. Juß Thon / mit der Octar von 4. Fuß Thon dau gezogen / und dar⸗
nach geſtimmet werden. Vnd das aus dieſen Vrſachen / weil die Pfeiffwerckt Od
men / ſo mit den Schnarrwercken. A Equal am Thonſind / betriegen vnd laviren.
Vnd ob es ja das Ildᷣitwerck an Principalen, Octaven oder Quintadeenen /
karnach die Schnarrwercke geſtimmet werden ſollen / nicht gar juſt vnd rein wehre /
vnd ein Organiſt koͤndte daß Regal vor ſich alleine in ſich ſelbſt / nach der Art / wie ein
Inftrument reine accordiret wird / nicht durch concordanten Stimmen: So iſt
diß nach ein vortheil / daß man als dann zuciner jeden vnreinen Regalpfeiff / (jedoch
das FIloͤit⸗ vnnd Schnarrwercke nicht zugleich off einem Clavir beyſamtnen ſtehen)
eine Concordant greiffe / vnd der ſchnarrenden Stimmen das jhrige darein oder dar⸗
iwiſchen rein mache. Als zum Exempel: Wenn man das C oder c im Pedalſchnarr⸗
werck (es ſey nun in der Poſaun / Trummet / etc. vnd was mehr vnter die Schnarr⸗
werck gerechnet wird) ſtimmen wil) ſo greiff man vffm Manual aſſo / ceg t / ſo muß
das vnreine Pedal Coder e im Schnarrwerck zu derſelben Concordant (weil darin
nen eine tertia vnd ſexta perfect, eine Quarta, Quinta vnd eine Octava begriffen)
ſich auffs reineſte bringen laſſen:· Ob ſchon das andere zuvor enwehnete Pfeiffwerck
auch nicht gar rein were. N
Alſo auch / wenn im Ruͤckpoſitiff ein Schnarrwerck nach einem Iloͤitwerck /
weſches vnrein / nicht juſt koͤndte eingezogen werden; So ĩiſt es beſſer / daß man im
Oberwerck eine Floͤitwercks Stimme zum Concordanten greiffen gebrauche / vnnd
verſuche / alsdenn die Regalpfeiffen im Nuͤckyoſitiff / nr nach der andern gegen vor ·
gedachte Concordanten im O ck.
Hergegenkan man auch dergeſtalt ein Regal im Oberwerck nach einer Siöiten
im Ruͤckpofitiff einziehen vnd accordiren. Jedoch muß man hierauff achtung geben /
daß die Schnarewerck / weil derſelben etliche gar ſtille klingen / nicht nach zu gar n
lautklingenden Stimmen eingezogen oder geſtimmet werden koͤnnen: nn
Gleich wienun ein Regal oder Schnarrwercken bey dem Drath oder krucken /
ſo durch die Pfeiffen gehet / hoch vnd niedrig geſtimmet / vnd je mehr das Drath her⸗
ausgezogen / oder mix eim Plectrogeſchlagen (davan denn deſſen Labium erweitert)
e eee eee je enger vnnd
höher dieſelbe retonirend wird. Alſo werden auch dienndern Pfeiflen in Orgeln vnd
Poſttiffen / jedoch vff andere Ar / hoch vnd niedrig geſtimmet / als: Das oſſen Iloͤlc⸗
werck wird hoͤher / woferne die Pfeiffen oben erweitert / ader denſeſben etwas genom⸗
men wird; Niedriger aber wirds / fo diefelben oben miteim Stimmhorn enger getna⸗
cher / oder zugedruckt werdem Man muß ſſch aber wol fürſehen damit wan den Pfelf⸗
ee en en u
i
2x0 DE ORGANOGRAPHLA,
Driger ſuſttmmen / vnd iſt ein gewiß Merckzeichen / wo die Pfeiffen in Org
oben fehr zugedruckt / vnd gleich als ein hauffen zerkroͤckelte. H. drey Koͤntgshuͤre ge⸗
funden werden ſdaß cin fauler vnd vnfeiſſiger Orgelmacher / welcher die Menfur niche
in acht genommen / drüber geweſen ſey.
Die Gedacten aber werden bey jhren decken oder ſtulpen fo fie haben / geſtim̃et;
Denn in niedriger diefelben gedruckt / oder mit eim druffliegenden braͤtlein geſchlagen
werden / je hoͤher der do nus, je hoͤher fie aber gerückt / je tieffer derſelbe wird.
Es werden aber auch oben zugeloͤdte Gedacten funden / dieſelbe werden bey ihren
habenden Baͤrten geſtimmet / je weiter ſolche vom Labio gethan / je höher der Reſo⸗
nantz; je naͤher aber / je nidriger er wird. N
Zuwetlen begibt ſichs auch / daß ein Floͤit⸗oder Schnarrwerckspfeiffe gar er
ſtummet / welches denn leichtlich geſchehen kan / wenn ſich ein ſtaͤublein oder Stiege ins
Labial, oder ztwiſchen das Blat vnd Röhre im Schnarrwerck fegerifo mans aber ſub⸗
til weg thut / intonire die Pfeiffe leichtlich wieder.
Ebener maſſen ſenet ſich auch zum 1 Salpeter / Roſt oder ander Inſlat in
die Pfeiffen / ſonderlich aber an die Meſſingsblaͤtlein vnd Röhren in Schnarrwer⸗
cken / welches ihnen gleichsfals kan benommen werden / ehe denn man die blaͤtter ſtrei⸗
chen wil. Man muß ſich aber fuͤrſehen / daß man die blaͤtter nicht zu hart / noch zu ge⸗
linde ſtreiche: Denn wo ſie zu hart / kan der wind dieſelben nicht vberweltigen / noch
um Reſonantz bringen / wo aber zu weich / vberweltiget er gar zu ſehr / vnnd treiber die
Natter feſte an die Röhren! davon ſie gleichsfalls erſtummen.
Ind ob wol zu foͤr derſt / welcher geſtalt eine Symphonia, Clavicymbel, oder der
gleichen Inſtrument heſaͤiter vnd befiddert werde / meldung geſchehen ſolte. Jedoch
weil ſolches eigentlich die Inſtrnmentmacher angehet / vnd anderweit beſſer vnd mehr
durch vbung / dann ſchrifftlichen vnterricht fan erlernet werden / Sintemal die Rollen
Eliten nach ihren Numeris numehr faſt ſehr vngleich / ſintemal einerley Numeri,
theils grob / theils klein; zun zeiten auch an den Tangenten, bald dieſer / bald jener de⸗
ſectus vorfellet / als iſt hievon weitlaͤufftig zu ſchreiben vnvonnoͤten.
Wie man ein Regal, Clavicymbel, Symphonien vnd dergleichen In.
Jay en een
er muß vornemlich nachfolgende mit fleiß in acht genommen werden.
1. Daß man einen gewiſſen Clavem vor ſich neme / von welchem man zu ſtimen anhe⸗
be/ vnd nach welchem die andern / doch allwege je einer nach dem andern einzuziehen.
2. Das ale Octaven vnd Tertiæ perfectæ ſeu majores gar rein geſtimmet werden /
fo wol der niedrigſte Clavĩs nach dem hoͤchſtem / als der hoͤchſte nach dem niedrigsten.
3. Daß alle Quinten nicht gerade vnd rein / fondern gegen einander (doch vff gewiſſe
maß) niedrig ſchwebend gelaſſen werden (ſuverſtehen / der hoͤchſte Clavis muß gegen
DE ORGANOGRAPHIA, 17
dem niedrigen etwas nachgelaſſen / oder herunterwarts ſtehen: ſo man aber die Win-
ten von vntenwarts / oder den vnterſten Clavem gegen dem obern ſtimmen wil / muß
derſelbe zu hoch ſtehen vnd ſchweben / vnd alſo enwas mehr / denn gar rein ſtehen.
enn nu dieſe dreyerley recht in acht genom̃en werden / fo kan man im ſtim̃en nicht
feichtlich jrren: doch iſt das lente die Quinten (vorbeſchriebener art nach) recht eimu ·
ziehen das ſchwehrſte / oder in acht zu nemen das vornemſte. Denn nach Getaren vnd
Quinten kan man ein gang Inſtrument einſtimmen / nur allein / daß die Tertiæ ma-
jores, als zu Richtern gebraucht werden / davon weitlaͤufftiger meldung geſchicht.
Etliche geuͤbte koͤnnen auch nach Octayen vnd Quarten rein ſtim̃en / vnd werden
dieſelben den Quinten im ſchweben gleich / aber contrarie, oder viceverſa geſtimmet:
Dann der oͤberſte Claris ſol nach dem vntern vmb etwas zu hoch / der vnterſte abet ge⸗
gen dem oberſtem ju niedrig ſchweben. Das wort Schweben aber iſt ein Orgelma
cheriſcher Terminus, vnd wird von jnen gebraucht / wenn eine Concordantꝛ nit reine
ſtehet: Iſt aber bey jnen / vnd daher bey vielen Organiſten ſo ſehr vblich / daß es ſchwer⸗
lich abzuſchaffen. Dannenher ichs im kuͤnfftigen auch (wiewol gantz vngern) gebrau⸗
chen muͤſſen / nur das dabey geſatzt / hoch oder niedrig. Dann ſchweben ſol ſo viel heiſſen /
wie vnrein / das lt / entweder zu hoch oder zu niedrig geſtinet / ſie derivirens aber daher
Wann man in den Orgeln / ſonderlich die Octaren, Quinten vnd Quatten einghen
vnd ſtim̃en wil / fo ſchwebt der Neſonantz vnd klang in den Pfeiffen / vnd ſchlaͤgt gleich
eim Tremulant etliche Schläge: Je naͤher man es aber mit dem einſtim̃en zur reintg⸗
keit vnd accort bringt / je mehr verleurt ſich die ſchwebung allmehlich / vnd werden der
Schlaͤge jm̃er weniger / biß fo lang dz die Octava oder andere concordanten recht cin»
tretẽ. Daher dan aus ſolcher ſchwebung di Diſſonantiẽ in Orgeln viel leichter vñ ehe /
als in dẽ Regaln / Clavieymbel vñ dergleichẽ Iaſtrumentẽ obſervirt vñ erkant erden
koͤnen. Demnach nu die Octava, welche eine Quintam vnd Quartam in ſich be⸗
greifft / gar rein ſeyn vnd bleiben muſt / der Quinten aber / als dem erſten Theil etwas
genommen wird / ſo folgt nothwendig / daſz der Quarten, als den andern Theu / ſo viel
hinwiederum̃ gegebẽ (als der Quinten abgebroche ) werde damit die Octava rein bleibe.
Die Quinta ſo eine Tertiam Majorem vnd Minorem in ſich heit / muſi wie vor⸗
gemeldet / nicht gar rein ſtehen: Die Tertia major aber iſt rein / ſo folget / daſz die Ter-
tia minor ( vmb ſo viel / als die Quinta betrifft) vnrein ſey. f ö
Ex Tertia majore entſpringet per Tranipofitionem ſexta minor. Als weñ der
vnterſte(:lavis eine Octava hoͤher / oder der oͤberſte eine Odtava nidriger geſetzt oder ge⸗
nome wird: gleich wie nu die tertia major rein / fo mufj auch ſexta minor rein werdẽ.
Alſo auch / wo ein Clavis gegẽ dem audern rein ſtehet / ſo muͤſſẽ alle andere Claves(ſo
deſſelben Namens find) gegẽ demſelben rein werdẽ. Als: der Clavis e iſt gegẽ dẽ e rein /
ſo folat / daſz alle Claves, ſo c heiſſen / fie fein klein oder grob / wit ſie ſeynd / gegen dam
12 DE ORGANOGRAPHIA.
oder andern T rein ſeyn muͤſſen. Alſo ferner / ein dift gegen dem andern rein / darumb
ſolget das alle d / eins gegen dem andern rein ſeyn muͤſſen. Ri
-ExTertiaminore foͤmpt vorbemeldter maſſen per Tranſpoſitionem, Sexta
major. Gleich wie nun die Tertia minor vnrein vnd ſchwebend iſt / alſo muß auch
die Se xta major ſchweben oder vnrein ſeyn; Doch ſolcher geſtalt: Die Tertia minor
hat zu wenig / ergo, fo muß ſexta major zu viel haben / damit die Octava juſt bleibe /
vnd alſo per inverſionem; Sexta major ſchwebt zu viel / ergo Tertia minor zu we⸗
nig / denn wenn dieſe beyde zuſammen geſegt werden / muͤſſen ſie eine reine Octavam
geben. Well man nun jedem Theil nicht gibt / was jhm gebührer / fo folget daraus /
daß das eine Theil mehr / dann das andere haben muß. 4
Ao auch / wo ein Clavis gegen den andern ſchwebet / ſo iſt gewiß / daß alle ande»
re (des Namens) Claves gegen demſelben ſchweben / vnd iſt gleich damit / wie jetzt ger
melt / da von den reinſtehenden Clavibus meldung geſchehen / nur mit dieſem vnter⸗
ſcheyd / daß das eine Theil vmb ſo viel zu hoch / als das ander zuniedrig wird.
Welcher maſſen aber ein Clavis gegen dem andern zu niedrig ſtehen muͤſſe / iſt
in folgender Tabel beſſer vnd vorſtaͤndlicher zu erſehen. Als:
Quinten TP̃oͤberſte vuterm
Tertiis minoribg } muß Clavis ge
In) der gen dem tt
Quärten
A Sextismajoribus | uvnterſte Loͤberſtem I
nterſte oͤberſtem
vmb etwas uuhoch ſchwebet / geſtim⸗
11 vnd ſo viel gegen dem met werden.
au niedrig / 1
als der LToberſte L unterſtem
Die Octaven, Tertiæ majores vnnd Sertæ minores, ( wie offt erwehnet)
bleiben rein. Wann nun ein Intervallum, oder vielmehr eine Concord ant ſol juſt
bleiben / ſo muͤſſen die Intermedia alle bevde gleich ſeyn / entweder beyde rein / oder bey⸗
de (eins zu hoch / das andere zu niedrig) ſchweben.
Wenn aber das eine Intermedium falſch / vnd das andere rein iſt / ſo muß das
rechte Intervallum falſch ſeyn / vnd kan nicht rein bleiben: Id4; ex principio Geo-
metrico. Si enim ad certum numerum incertus addatur, tum totus ille fiet in-
certus: Vel ſi ad quantitatem definitam incerta addatur quant itas, tota illa
quantitas fiet incerta, & dato uno inconvenienti, ſequuntur plura. =
nd
DE ORGANOGRAPHIA: oo
—— [ꝙF—ͤ— —— —Q—•—)o
Diß ſey alfo einfaͤltig geredt vnd deliniiren Welcher geſtalt aber die defectus
vnd exceſſus der Quinten, Quarten, Tertiarum minorum, nd fextarum ma-
jorum recht demonſtriret werden koͤnnen / fol bald nach dieſem auch in etwas an⸗
gedeutet werden.
Vnd ob nun zwar nicht groß (ſonderlich deme der des Stimmens laͤufftig) dar⸗
an gelegen / von welchem Clave man den anfang mache / ſo iſts doch bequemiich am
wenn daſſelbe erſtlich Chormaͤſſig intoniret wird / anzufangen / vnd folget dem⸗
nach die richtige Ordnung der Concordanten, alſo: f
1 f Chormeſſiger oder rechter Thon / nach deme ſich das Inſtrument lei⸗
- 2fE den wil / darein wird f rein eingezogen.
=
Sc 3 fa Proba.
SS 1% Wenndievorhergehende Qoncordanten vnnd Quinten,
5 = 73 nach vorfchriebener Art recht eingezogen ſeyn / ſo muͤſſen dies
Sr 6er fe fünff Proben auch recht ſeyn. Aſs wo in der 1. Proba die
SS 76 5 Quinta, d gegen dem geſtimpten a nicht recht ſchwebet / oder
2 2 89 h etwas falſch ſtehet / So muß den vorigen Concordanten ak
& S 9d d len (weil ſie entweder in den Quinten zu rein oder zu falſch
2 5 da prob. 1 gemacht ſeyn) nachgeholffen werden! bi das d vnd a auch
2 8 E05 fi ſeine rechte ſchwebung erlangt. Wann dan dieſe Proba alſo
A Sa juſtificiret iſt / So iſt kuͤhnlich mit den folgenden fort zuf
S S r rob. 2 ren / vnd ſich druff juvorlaſſen.
Ss Sun.
EV Eng Albyier aber wenn man zum 1p. mal ſtimmen wil / iſt
5 5 2140 in acht zu nehmen / daß als denn die Quinten vom vnterm
2 5 5 (N Probz Claregegen dem Sberſten / vff andere weiſe ruͤckwarts einge⸗
Sp — Fb zogen werden. Als wenn der vnterſte Clavis erſtlich gar
LEE b dbrob. 4 reine in die Quinten eintritt ſo muß er ferner hochſchtvebend
REIN gebracht oder geſtimmetwerden: Inmaſſen davon in voriger
N g brob. 5 Tabel bericht geſchehen. N
7
Nach diefem fengt man von dem geſtimpten b an deſcendendo, vnd iichet
nach demſelben die Odtavam H gar rein em / Mach dem b das S / nach dem a das
Aetec. vnd alſo vollends biß um vntern Clave. Jedoch / daß man fleiſſig druff hoͤre /
daß ſolche Octaven juſt / vnd die vnterſten Claves gegen dem allbereit reingeſtnntem
Clave ja nicht zu hoch gemacht werden / denn wo J ee en dit Word
o vie
14 DE ORGANOGRAPHIA.
————— — — au Tikeen
ſoviel deren noch in der tieffen zu gebrauchenfenn/ gar zu vnrein / vnd verderben das
beſte vnd reineſte Gehoͤr / wenn volle Griffe gebraucht werden.
Wenn nun dieſes deſcendendo alſo geſchehen / ſo procediret man alsdenn
aſcendendo, vnd zeucht das ſt nach dem geſtimpten fi auch gar rein ein / daß g nach
dem g / vnd ſo fort an / biß gar hindurch ſo weit das Clavir difponiret iſt.
Allhier aber in den obern Clavibus iſt noch mehr vnd mit viel fleiſſigerm vnd
ſchaͤrfferm Gehoͤr / denn zuvor in den vnterſten / in acht zu haben / daß man ebenmeſſig
die Octaven gar rein ziehe / alſo / daß die beyden Claves in dem Octavenklange fo
gar gleich klingen / als wenn es durchaus nur eine Pfeiffe oder Saͤite were; Innd
denn / daß man allezeit zur Proba die Tertien perfecten zum Iudice vnd Richter
behalte; Als wenn das ff nach dem fijultificirerift/ ſo probier ſolch fi mit dem ð /
vnd hoͤre ob dieſe Tertia perfecta gar reine ſey. Item wenn das g nach g geſtimmet
iſt / ſo probir das g mit dem x / wenn das d mit dem a accordiret, ſo probiere es
mit dem f / vnd wenn dieſes alles alſo hindurch vollendet iſt / fo gibt es ohne Betrug
tine reine Harmoniam. Aber es wil aus vbung vnd vielem gebrauch erlernet werden.
Die 2. Art.
Allhier muß mit den Quinten vnd O&taven eben diß / was int
vorigen erinnert allerdings auch in acht genommen werden.
Dieſe tertia major f 7 (wie auch alle andere perfectæ ter ·
tir) oder Tertia majores muß gar reinſeyn: Es tan aber die
Tertia viel beſſer in der Decima, Als nemblich f ã gehoͤret vnd vn⸗
terſchieden / auch gar rein eingezogen werden; Aber doch alſo / daß die
Prob: 1. Quinta ꝗᷓ d nicht iu ſehr falſch / oder zu rein werde.
5 cDDieſe beyde Proben muͤſſen eben alfo / wie jetz von f ange
deuter worden / vorgenommen werden.
Wann nun dieſe obgefente Claves( dann die Octaven, ſo wol
\ Pr. - , die Tertiæ perfectæ müffen gar perfect vnd rein / vnd 5
ECJI 32. ten noch mehr als rein eingezogen vnd geſtimmet ſeyn; Die
Quinten aber / wie oben angedeutet / etwas ſchweden / Alsdann werden hernach
nur die Octaven auff⸗vnd niederwerts im gantzen Clavir, ohne die Semitonia, ge-
gen vnd nach einander rein fortgeſtimmet. N
Was aber die Semitonia belangen thut / muß man erſtlich das b u dem f /
(welches allbereit rein iſt) ſchwebend / wie alle andere Quinten einziehen / vnd das b
als denn gegen der Tertia majore F auch probieren vnd rein einziehen / welches b / wie
hiebevor geſagt / gegen der Deeima h beſſer vernommen werden kan; Dara
v
RA AUu nn
A AN n
e
re bet
.
DE ORGANOGRAPHIA. 11
gegen der Decima g probiert / vnd gar rein nachgezogen werden: Folgends die
OG ava g vnd : Dieſe drey Glaves aber ej L ſollen gegen jhren Tertien
als a de gar rein einſtimmen: Wiewol ſolches gegen jhren Decimis ( wie jetzt offt
gedacht) allezeit eigendlicher u vernehmen: Vod hernach jhre Odtaven vollends
auch einzuziehen ſeyn. N f
Die Quinten q g. vnd ß q / muͤſſen nicht fo gar falſch / vnd nicht fo gar reine
ſeyn / ſondern nur erlicher maſſen / doch daß ſie nicht ſo ſehr wie andere Quinten
ſchweben / damit es / wann aus frembden Clavibus, vnd durch die Semitonia etwas
geſchlagen wird / nicht gar zu ſehr diffonire, Wiewol etliche meynen die Quinta g
g. . retu ſeyn / welches aber meines erachtens nicht paſſiren kan. f
f arumb dann auch die Alten das fg. ten Wulff genennet haben / Die weil
dieſe beyde Claves (wenn zu zeiten Secundus Modus ein Thon niedriger aufm fi
oder ſonſten etwas had vnd Chromaticè durch die Semitonia ſolle und müfle ge
ſchlagen oder getracaret werder) eine gar falſche Tertiam minorem geben: nd
damit jhnen gleichwol in etwas geholffen wuͤrde / haben fie allen andern Clavibus
ein gar geringes abgebrochen / vnd die Tertiam Majorem e ꝗ nicht zu gar reine
ſondern etwas weiter von einander gezogen / damit das ein wenig in die hoͤhe dem a
näher dem faber nꝛeiter kennnien / vnd alſo faſt / wiewol nicht gar pro Tertia Mino-
re zur Noth koͤnne gebraucht werden.
Etliche wollen nicht / daß vnd g ta Wulff ſey / ſondern der Wulff werde
ins N gebracht / ricweil vnd & nickt kan rein ſeyn / welches denn die Proba gibt
auff allen Orgeln: Etück e memen der Wuff ſey im O end be): Ich aber laſſe
inem jeden feine Meynung / vnd iſt zum beſten daß der Wulff mit jein em wie drigen
heulen im Walde bleibe / vnnd onfere harmonicas Concordantias nicht inter-
turb:re.
Daß aber das f g vnd ch alſo ſtehen muß / geſchicht vnter andern wegen der
Clauſulen, welche in dieſen ſchwartzen Clavibus oder Semitoniis formixet werden /
vnd gibt im f f / gg. t i kein la ſa / oder mi fa; Wie es im a bvnd d Hr thut. Hero
gegen ſo tan in dieſen Semitoniis b vnd Ir hinwiederr mb nicht / wie in den andern
vorigen clauſuliret werden. Aber wenn die ſchwartze Clayes duplirt werden / wie im
2. Theil Num. 39. zuſchen / fo kan mans haben / wie mans haben wil.
Aber hiervon ſol ex conſideratione Monochordi in einem andern Tractat
ex regulis proportionum fundamentaliter hiernechſt/ob Gott wil / mit mehrerm
geſagt werde n: Denn allhier hat ſichs nicht anders ſcb ick en wollen / als daß auff gut
Orgelmacheriſch ent Orgamfiiſch / damit es auch die einfaͤlligen verſtehen koͤndten /
hia ron geſchrieben vnd em as auffgezeichnet würde, V j Die
1 DE ORGANOGRAPHIA.
— — — mendnmarten
Die 3+ Art.
Etliche haben im L anzuſtimmen / vnd ſagen diß ſey Muſicaliſch / vnd ex
Fundamento. Dann gleich wie die Iaſtrumenta vnd Orgeln vom C (nach deſſen
Art fuͤſſen Thon ſie denn genennet werden) mehrentheils anfangen / vnnd denſelben
Clavem pro fundamento, nicht alleine vnten / beſondern auch oben haben / alſo ſey
es auch am beſten vnd fuͤglichſten in der mitten von mehrgedachtem Clave den an⸗
fang zu machen / deren Ordnung aber iſt alſo: 5
ce Zu mercken:
Vom anfange biß vff Numero 14. werden die Quinten niedrig
ſchwebend oder ſinckend / Nach mals aber muͤſſen dieſelben hoch⸗
ſchwebend geſtimmet werden / denn alsdenn muß ſich der vnter⸗
prob. ſte Clavis nach dem oberſten richten.
X B 8
EX
°
naar D.gı a RT PR geraden
NB.
8. Pro. Hferbey habe ich auch des Calviſij Meynung de Temporatu-
ra Inſtrumentorum vffzuſezen nicht vnterlaſſen wollen.
LI
N 1
2 2
ST
de 9. Pro.
Das iſt gewiß (ſagt er) wenn die Conſonantix ſollen recht lingen / ſo 55 5
e rein
DE ORGANOGRAPHIA. 157
— —
— ——— ren
ſie rein in jhren proportionibus ſtehen / vnd weder vberheufft noch geringert werden;
Vnd daſſelbige befindet ſich alſo in voce humana, auch in Poſaunen vnd in andern /
welchen man mit menſchlichem Athem etwas zugeben oder nemen kan. Denn vox
humana lencket ſich naturlich zu der rechten Proportion der Intervallorum, vnd
legets jhnen zu / wo etwas mangeln / oder nimpt weg / wo was vberley ſeyn ſolte.
Auff den Inftrumenten aber vnd Orgelt hat es eine andere Meynung / do ſeynd
der Clavier gar zuwenig / darumb muß man allda etlichen Conſonantiis etwas
nemen / auff daß ſolches alles nicht auff einem Clave allein mangle.
Die Klaves ſeynd alſo:
c vnd d diſtanttonomajore 3.
d vnd e Tono minore 28.
e vnd f diſtant Semitonio Majore 170
f vnd g Tono majore &.
g vnd a diſtant Tono minoro 2.
a vnd h tono majore 3.
16
h vnd c SemitonioMajore =
Wenn nun die Tnſtrumenta uach dieſen proportĩonibus ſolſen geſtimmet
werden / ſs würde alſobald aus dem d ins f Semidironus imperfectus; Denn es iſt
Tonos minor cum ſemitonio, vnd fehlet ein gang Comma; Item / aus dem d ins
a wuͤrde in der u ein Comma mangeln. | weiches dann gar zu viel / vnd die
Ohren koͤnnen ſolchen mangel nicht erdulden. Darumb ſolte mau billich mehr Cla-
vier haben / alſo / daß man zwey d hette die nur ein Comma von einander weren;
Aber weil ſolches auch in andern Clavibus geſchicht / wuͤrden der Clavier,
ſonderlich wenn die geduppelte Semitonia auch noch darzu kemen / gar zu viel wer
den; Darumb muß man die temperatur brauchen / die iſt alfo- e
Dem Ton o majori wird ein halb Gomma genommen; Dem Tonominori
hergegen wird ein halb Comma gegeben. Hinc manifeſtum, quod Tertiæ mapori,
quz conſtat Tono majore & minore, nihil decedat, vnd bleibet rein; Ind alte ·
ra pars videlicet Sexta minor, (daß die Octava erfuͤllet werde) bleibet auch reut.
Dem Semitonio majori aber wird ein vierthel eines commatis gegeben; Daher
koͤmpts / daß numehr eine Quarta / welche an majorem vnd minorem, 1
fli n
958 DE ORGANOSGRAPHIA.
— —
— ————LüU 2 —— —
ein Semitoniunt majus hat / ui grob iſt / weil dem Semitonio quarta pars comma
tis zugelegt iſt. 5 5
Ufo die Quinta hat zwren Tonos majores, einen minorem. vnd ein Semi-
tonium; Weil alhier jederm tono wajori ein halbcomma, vnd alſo beyden / ein
gantz Comma genommen wird / vnd hergegen nur drey viertheil commotis gegeben
werden / folget / daß tie Quintain Inſtrumenten nicht vallkommen ſeyn tan.
Weil aber eine Quarta vnd eine Quinta, eine Octavam machen / weſche nicht
kan geendert werden / fo folget nothwendia / wenn ein theil groͤſſer wird / daß das an⸗
der kleiner werde / vnd darff ferner keiner demonſtration nicht. Divide groſſum in
duas partes, ſunt utrobique ſex nummi: Si jam alterutri parti dabis ſeptem
nummos, neceſſe eſt, altera pars habeat tantum quinque nummos, ſi groſſus
integritatem cuftodırg debet, & non minui aut augeri.
Wenn aber die Orgelmacher ſagen / die Quarta d g ſchwebt: Die Tertia mi-
nor g b ſchwebt auch: Ergo ſo iſt die Sexta minor d b rein / ete. Dus iſt wol etwas
nach jhrer Art / aber nicht recht ſecundum artem & demonſtrationem geredet /
ſondern wenn ich demonſtriren wil / daß die Sexta minor rein ſey / muß ich ab
fo ſagen. a
= Tertizmajor & Sexta minor conſtituunt Odtavam; Sed Tertiamajor
in temperatura retinet ſuam veram proportionem; Ergo neceſſe eſt, ut &
ſevta minor ſuam ret incat, & legitima ſit. Sic Qniuta & Quarta conſtituunt
duplam, five octavam; & Quinta in temperatura per Quartam partem Com-
matis minuitur: Ergo neceſſe eſt, ut Quarta, quæ conjungitur, quartä parte
commatis augeatur: Et contra, ſic de alis. Neceſſe cuim eſt, ut de partibus
judicetur ex integro.
1 — u
RER ů — ——
Das IV. Capitel.
hier were zwar auch noch ſehr hochnoͤtig einen aufführlichen Be
richt zugleich mit einzubringen / wie rid welcher geſtalt eine Newe
Jirgel koͤnne / muͤſſe vnd ſolle / geliefert auch durch vnd durch im Aus
ꝛenſchein vnd Gehör (viſu & auditu) 1. An dem Geheimniſſe des
Windes / ſo aus der wilden Luffe durch die Blaſebaͤlge vnnd alle
Windfuͤhrungen / biß oben zur Pfeiffen hinaus wiederumb in die
Lufftiobſerviret; 2. Der Laden Fundamenta an allen verborgenen Gebrechlig⸗
keiten / ſo allbereit verhanden vnd kuͤnfftig erfolgen / examiniret; 3. Die Pfeif⸗
fen an Iloͤt⸗ vnd Schnarr Wercken in jhren juſten menſuren vnd intonat ionen
mit
Zus
/
DE ORGANOGRAPHIA, 159
——üU . — . ͤ ́àͤ4]ͤk —— —
— ER 2
mit ſonderlichen fleiß probieret werden: 4. Item / Was vom Beſtande vnnd
Verſtande der Inyentionen des Eingebewdes / vnd andern zeheimbten de fecten,
(fo billich zu verwerffen / vnd vielleicht auch denen / die ſich es nicht duͤneken laſſen /
vnbetant ſeyn moͤchten) zu eröffnen vnd zu demonſtriren nöihig ſeyn moͤchte. ß.
Vnd dann wie ein Orgei Werck / zuſampt den Schnarr Wercken / vnd in allen für
fallen den mangeln / fo nicht ſundamentauliter oder im Jundament entſteyen von ei⸗
nem Organiſten in gebewlichen weſen erhalten werden koͤnne.
In billicher Betrachtung / daß jetzo auch in den feinen / ſo wol als groͤſſern
Staͤdten / die Gemeinten zu Ehren / Lod vnd Preiß dem Namen Gottes des Aller
hoͤchſten ein Orgel Werck zuverfertigen vnd ſezen zu laſſen / keine Vnkoſten ſparen /
vnd doch vnterſchiedlichen ſehr vbel angefuͤhret werden; Alſo / daß hernacher an ſol⸗
chen Wercken offte mehr nachzubeſſern / vnd von einem Jahr zum andern zu flicken
vnd zu ſticken fuͤrfelt / dahero dann vngleich höhere Vnkoſten vervrſacht werden /
als es anfaͤnglichtu nicht herte gekoſtet / wenn man es einem rechtſchaffenen Meiſter
verdinget hette.
Denn wenn etliche deroſelben Orgeln von ihren Meiſtern (es geſchehe denn
auß Geitz / Vnwiſſendheit der Kunſt / oder aus laßfertigem zuſehen auffs Geſinde /
vnd vnbeſtendigkeit alerhand materialien) alſo obiter vnd nicht fundamentali-
ter hingemacht / vnd auch wol der zeit halber (damit mancher den Namen haben
wil / daß er vor andern bald fertig werden koͤnne) von der Hand hinweg geſchlagen
werden; da erhebt vnd finder ſich den alſobald ein heulẽ / fo außm boͤſem Fundament
gebrechen der Laden / oder ſticken vnd hemmen im angehenge der Ventilen vnnd
Claviren, oder aus dem außein ander quellen / vnd zuſammen trucknen des Holtzee /
an vnterſchiedlichen oͤrthern herſleuſt: Bald zeucht ein Regiſter linde / das andere
hartz Eins halb / das andere gantz abe; Bald bleiben fie gar behalten / ierbrechen vnd
zerreiſſen / daraus groſſe Ingelegenheit erfolget: Bald ſezen ſich die Pfeifen /
wegen jhrer Schwachheit / vnd all zu geringen Metalls / bald fallen dieſelb jhrer O⸗
berlaſt vnd vbeln faſſung halber gar vberhauffen / oder ſtehen vnd hengen durch vnd
vber einander / als wenn volle Bauren eine Kirchmeßtant darunter gehalten;
Daher die Intonation verhindert / das accort Stimmen zergehet / vnd ein abſcheu⸗
lich Gehoͤr daraus vervrſachet wird. Bald gehet der Wind hier vnd dar aus / vnd
verſchwindet / bleibt auch noch wol gar auſſer ſeiner Macht: Bald iſt er im Winter
zu ſtarck / in Sommer zu ſchwach; Bald muß man zweene / bald drey Calc anten,
offt vmb des ſchweren trettens / offt vmb des geſchwinden lau ffens willen / zulegen /
er, Vnnd was der vielen Mängel vnnd deſecten, die ſich von einer zeit
zur
160 DE ORGANOGRAPHIA,
en — —.—— — ———
zur andern vernemen laſſen / mehr ſeynd. Daß demnach alis oberzehlten fuͤrfallenden
defecten offimais einem rechtſchaffenen Organiſten jo bange dabey wird / daß er
viel lieber in eine Schewren zu treſchen / als auff eine ſolche Orgel zu ſchlagen gehen
ſolte. Se
Vnnd ob zwar wir Menſchen nicht ewigwerende dinze / daran ſich gantz kein
mangel ereugen ſolte / machen koͤnnen: So bezeugt doch die Erfahrung / daß etliche
Orgelwercke / wenn ſie von erfahrnen vnd fleiſſigen obſerranten gefertiget worden /
zu so. 60. 70. 80. Jahren ohne ſonderbare Revidirung dehin ſtehen / vnd ohne eini⸗
gen Fundament defect an ëaden / Pfeiffen / Baͤlgen / Eingebaͤwde vnd aller anderer
Bewegligkeit ſich fo juſt befinden laſſen / daß ſolche zum offtern die newen Orgeln weit
vbertreffen / vnd daher billich ſolch herrlich Geſchoͤpff Gottes / an deſſen Invention
vnſere liebe Vorfahren fo groſſen fleiß gewendet / hoͤchlich gerühmt / gelobt / vnd davon
geſchrieben wird.
Damit aber nun dieſem allen auffs beſte vnd muͤglichſte fuͤzukommen / die
Kirchen nicht alſo boͤßlich in Dntoſten gebracht / vnd mancher guter Organiſt folcher
ſchweren perturbirung an den Orgeln geuͤbriget ſeyn moͤge; So iſt nicht alleine
hoch von noten / daß die Inſpectores vnnd Kirchvaͤter zuvor / ehe ſie bawen laſſen
wollen / mit erfahrneu Organiſten / die mit den Orgelmachers nicht laviren oder heu⸗
cheln möchten ſich bereden / vnd in jhrem beyſein die difpofition der ſtimmen vnnd
des sangen Wercks vordingnuͤſſe / dem Orgelmacher antragen vnnd contrahıren
helffen; Sondern es wil auch allhier die noth erfodern / daß / wie oben erwehnet / ein
gewiß Tractetle in von dieſem allen richtig verfaſſet / vnd in druck publiciret werde.
Derowegen ich dann bey vorgedachtem meines gnaͤdtgen Sürfien vnd Herrn
beſtaltem Orgel ⸗vnd Inſtrumentmacher / Efaia Compenio, (weicher mir in vorge⸗
ſettem Bericht vnd Vnterricht von alten vnd newen Orgeln ſehr beyraͤthtg geweſen)
mit allem fleiß angehalten / daß er ein ſolch Tractaͤtlin faſſen / vnd den Kirchen / Orga⸗
niften vnd Orgelmachern zum beſten in oͤffentlichen druck kommen laſſen wolte:
Worzu ich jhme dann meines Theils nicht allein befoͤrderlich / ſondern auch
nach meinem geringen verſtande vnd vermuͤgen / beyraͤthig vnd behuͤlfflich zu ſeyn /
dem gemeinen Nuten zum beſten / mich ſchuldig erachte.
Vnd ſol ein ſolch Opuſculum vnd Tractaͤtlin / weil es ſich hier hinten
an zu ſetzen nicht allerdings ſcyickenwollen / ob Gott
wil / bald folgen.
E N D E.
Fuͤnffter
DE ORGANOGRAPHIA. 1
Fuͤnffter Theil
Darinnen
Diſpoſitiones etlicher
Vorneßn Orgeln Werck in
Deutſchland /
Als
I. Coſtnitz. XII. Hallar e e
a XIII. ſchweig im Thumb.
III. Dantig. XIV. Leipig 1 S. Niclas.
IV. Rostock. S. Thomas.
Peter. XV. Torgaw.
V. Lubeck. ur 1 3 XVI. Habertadt S. Merten.
im Thum un Barfuͤſſern.
1 S. Jacob XVII. Caſſel (Sar
VII. g „Jacob. . el.
9 1 S. Peter 1 Schſoßtirchen.
VIII. aünenburg / S. Johannis.
IX. Breßlaw.
XVIII. Böcchng.
XIX. Dreßden Schioßtrrchen.
Thumb. XX. Gruͤningen Schloßkirchen.
S. Johannis. XXI. Heſſen die hoͤlzerne Orgel.
X. Magdeburg. = un XXII. Schoͤningen SchloßTapell,
S. Peter. XXIII. Noch andere ache Dilpoft itio-
S. Cacharinen. nes.
XI. Bernaw. M. P. C.
I.
Coſtnitzer Orgel.
Der Coſtnizer vnd Nmer Orgel Diſpoſi ige, har wie ſehr ich mich auch
darnach
5 DE ORGA NOGRAPHIA.
darnach bemuͤhet / biß anher nicht werden können: Allein daß mir es alſo / wie allhier
gemeldet wird / zugeſchickt worden.
Die Orgel zu Edſtnit ſol ein groß gantz Werck ſeyn: Der erſte Organiſt hat
Hans Bucher geheiſſen / der jegige Johann Deutlein. N
Hat vber zoop. Pfeiffen / vnd 70. Regiſter. Die groͤſte Pfeiffe wigt mehr denn
3. Centner / vnd iſt 24. Schuh lang.
Auff der Lehnen vmbher ſtehen 14. Engel / haben rechte Pfeiffen / ſo mit ein⸗
en.
Der Blaßbaͤlge ſind 22. einzeder 10. vnd 4: Schuch breit:
e W Schuch lang / vnd 4 Schuch breit: Das
geh
Vlmer Orgel.
Dieſe Orgel iſt vor zo. Jahren erbatwet / vor 12. Jahren aber wiederutub reno·
viret: Die Renovation iſt bey 7000. gute gůlden zu ſtehen kommen.
Die groͤſte Pfeiff helt zip. Bimer Maß Wein / das ſind 177 T · Stuͤbichen / oder
bald 8. Emmer oder vier Ahmen. 8
— — ge 8. pi 0
10. Sedecima
Die groſſe Orgel zu UU Nauſcheu
Dantzig u. gimbel hat 44. Pfeifen. Iſt derwe⸗
| g n dre hö ch.
In S. Marienkirche / So Anno . Mixtur hat in alles 115. vnd auff fe⸗
1585. von Iulio Antonio erbawet wor- der Clavem 24. Pfeifen.
5 In der Bruſt⸗ oder Vor Po⸗
Im Ober Werck ſeynd Fi) 8. Sim⸗
3. Stimmen. men.
Fi. Principal 14. fuß 1. Gedacte Stimm 8. fuß
Dieſer 2. Holfloͤite 16. fuß] 2. Gedact 4. fuß
Stim̃ ein 3. Quintadehna 16. fuß 3. Principal 4. fuß
jede hat J 4. Spillpfeiffe 8. fuß 4. Quintadehna 4. fuß
48. Pfeif· 5. Octava 8. fuß] 5. Zimbel
ſen. J 6. Quintadehna 8. fuß] 6. Dunecken 2. fuß
17. Offeftdite oder Diolz. fuß] 7. Negal fingend 8.
DE ORGANOGRAPHIA. 1
—
— — — .
8. Zineken 4 8 Octava 4
2. Gedact 5
Im 4 dc poſſtif 3-Quineadehna 4 fuß
Stimmen. 4. Superoctav =
1. 1 5. Nachthorn
2. Holfloct ober Holpfeiff > d. fuß 6. Men
e 85 awerpfeiff
8. Stelen 144. Pfeiffen
5. L eee nit } 4. fuß 9. Mixtur von 220. Pfeiffen
6. Kleine Bl 10. Spitz oder Cornett
7. Gemßhorn 1. Trommeten oder Schallmeyen.
8. a 12. Krumbhoͤrner.
9. Flott Vber das ſeynd noch in der gantzen
10. Wald flit Orgel z. Tremulanten, vnd 1. Trum;
5 e melim Saß.
13. Zimbel von 144. Pfeiffen Daß alſo G0. Regiſter in alles ver⸗
14. Mixtur von 220. Pfeifen handen ſeyn.
ty. Trommet 8. fuß en
16. Krumbhorn Iv
17. Zinden 4. fuß e
18. Schallmeyen Das Werck zu
Ober Wercke Roſtock /
+ Pfeiffen. ger daſelbſten gebawet / vnnd Anno 93.
13. abſolvirt worden / Auch zu bawen 5000.
1. Groß Vnter Baß von 2. u güfden sefofteri har 3 Stimmen.
2. Inter Baß 14 14. Blaßbaͤlge.
3. Poſaunen Baß 3. Clavir, deren das
4. Trommete
8. pr aal uc d 10 mittelſte
r Bruſt / vnnd das vnterſte zum
Im pedal auff benden hefeff gehoren
Seitten. gebrauchct
12. Stimmen. wird.
X 2 Im
164 DE ORGA NOGRAPHIA.
Im Ober Werck u) 10.Superoßa 5
’ 11. Zimbel
a . en 18. gug . Pammer.
8 eit Princ . * „ a
e, In den Saͤitten Baͤſſen zur
3. Zimbel. lincken Hand:
4. Ga 16. Fuß 9. Stimmen.
Says ; u. Poſaunen. (Barem iſt ein Ae
6. Superoctav. 1 2. Schallmey. qualgedact gar ſtill
Im Bruſt Werck 3. Cornett. vn linde intoniret)
12. Stimmen. 4. Barem.
1. Geigen Regal. 4 0 8 Baß.
2. Krumbhorn. 8 7. Süße
„Sedetz. np e
seen 8. Bawerfloͤiten.
4. Suifloͤit. 1 9. Regal
5. Superoctav. 22 ‚
6. Blockfloͤit. V
7. Regal. 8 eo Se
8. Zimbel. i
9. Waltfloͤit. 1 In Lubeck.
10. Spillpfeiffe. I.
11. Naßpfelffe. 1 Die Orgel zu S. Peters Kirchen / fo
12. Gedact. 8 55 3 „
. * länder gemacht / hat 47. Stimmen.
Im Ruͤckpoſitiff. 3. Manual Clavir von C biß & Coppel
u. Stimmen. zum Oberwerck vnnd Ruͤckpoſitiff vnd
1. Principal. 3 Coppel zum Pedal vnd Ruͤckpoſitiff. Das
2. Quintadehna. Pedal aber gehet vom C mit dem Gy vnd
35 55 1 R biß oben ins d.
4. ldfloͤit.
5. Mixtur. | Im Deere ſeynd
6. Trommet. e
7. Gedact. 1. Principal von 16. Fuͤſſen
8. Offenfloͤtt. 2. Spilpipe 8. fi ·
9. Gemßhorn: 3. Klein Spillpipe. 4
4. Super-
4. duperoctara.
Kaufaguinta
. Kleinoctava
7. Groß Detava
8. Borduna
9. Dulcian
15 Feld Trommeten
II. Scharff Zimbel.
12. Mixtura
13. Gedact
DE e
4
4
4|
24.
16
8. fl.
In ber ‚Brufe
1. Gedact re
ie
3. Scharff Reg
4. Harffen Regal
5. f. Geigen Regal
6. Sifelitt.
7. klein Quintadehna
8. Sedecima.
8.f.
4. f ·
Im Rücpofitiff
14. Stimmen.
1. Principal von
2. Octava
3. Quintadehna.
4. Gemßhorn
5. Krumbhoͤrner
A Gedact off
7. Qulerpipe
8. Seldpipe
9. Superoctava
10. Trommeten
II. Baerpipen
12. Blockfloͤlten
8. Fuß
4
8. ff
8. fi.
4. fl.
1
13. Zimuel
14. Mixmr.
Im Pedal 10
Stimmen.
1. Principal Baß 22.
2. Gedact Baß 16.
3. Blockfſaͤtten B. 15
4. Becem Baß
Super octaven B. 8
6. Mixtur B. 8
7. Duſan B. 16
8. Paſſunen Baß 16
9. Schallmeyen B.
10. Cornett Baß 8
Die 2. Orgel.
Bey vnſer lieben Frawen / welche M.
Bartold N. verfertiget / be 46.
Stimmen / 3. Manuai Clavir, deren die
beyde oberſten vom D. biß ins NM. Das
vnterſte vom C biß ins F. Das Pedal
aber vom C biß ins d hinauff ſteiget.
le sum Pedal vnnd Ma-
n
Oben in der Orgel find
7. Stimmen.
1. Principal vnd Ventile
2. Großoctava
3. Kleinoctava
4. Ruſchquin
J. Schar
6. Super
7. Mixtur
X 3 Rück.
166 DE ORGANOGRAPHTA.
ckpoſt — Ventile zu allen Roͤhren Baͤſſen oben
Im Rüdpofi ft in der Orgel / als Dulcian B. Schall.
f meyen B. vnd Cornet B.
1. Gemßhoͤrner 3. Inter Baß.
2. Blockpfeiff 4 fuß Ventile zu allen Pfeiffen vnd Baͤſſen
3. Principal | im Stuel.
4.gimbel 4. Mixtur Baß im Stuel.
N Mixtur J. Trommeten Baß.
2 ee 1 Sn.
. 7. Schallmeyen B.
8. Jeldpfeiffe 8. Feldpfeiffen B. im Stuel.
9. 5 9. Klein Octaven B. 5
10. Bo Ventile zum Baſſunen⸗ vnd Trom⸗
11. N er 5 meten G. im Saal
12. Ge . 10. Dulcian Ba
23. Dulclan oder Fagott Ar 11. Cornett B. b
14. fe 112. Groß Octaven Baß im Stuel.
35. 4 . Detzehm Baß im Stuck.
26. Odara 44. Quimadehnen B. im Stud.
17. Superoctav
Mixtur
19. Dulcian oder Fagoct 16 Die 3. Orgel.
20. Trommeten In der Thumblirchen hat M. Jacob
In der Bruft N. Anno 1606. zu ende gebracht / darinn
30. Summen. 2. ManualClavir von F
1. Stimmen. biins K.
1. Negal Ind Pedal vom G biß ins e iu fin
2. Zink oder Cornett den.
1 85 vier x | Im Ober Werck
Sur, ſind 7. Stim⸗
Im pedal 14. u
1. Principal von 8. fl.
timmen. 2. Vordun oder Gedact 16.6
1. SroßPrincipal Inter Baß. 3 · Octava 4
2. Duppelt Inter Baß. 4. Superoctara .
5. Qub .
DE ORGANOGRAPHIA. 167
Quint 3
2. Jg CESEtralſund /
7. Mixtur. a 8 Pa ee 1.
en / der erna n. Maj
sn tet Poftiff ne vffgehalten / hat 43.
RE 8.
2. Gebact 8. Im Ober Werck
3. Octava 4. find 1o. Stim⸗
4. „ 2. men.
ten 4+ H: 1. Principal 6.
. alle, S, 0
7. Gemßhorn 3. Spillpfei 8. fuß
8. Offenfloͤit 4. Octava 8. fuß
9. Naſatt j. Octava 4
so, Sifſitt 6. Dolcian 8
11. Mixtur 7. Quint 3
12. Zimbel 8. Groß Gedact 8
3. Trommet 8. ff. 9. Mixtur iu. fach
14. Regal. 10. Zimbel 2. fach
Im Pedal 9 I
1, pe Im Pedal m. Stim⸗
1. Vnterſaß von 16. f. "
2. Dulctan Baß 16 55 15. u
3. Detzem. s Oasen Baß 4
2 + Samt
2 L
6, Cornetten „ 2 fady
7. Trommeten B. 8 f. oſaunen d 16
8. Quinta dehnen B. ofen . 8
VI. Gedacr Baß 8
Das Werck iu Anintadcen Baß 305
168 DE ORGANOGRAPHIA.
u uͤckpo neben den Trebulanten, vnd 18. fleine
Im e Blaßbaͤlgen / auch 3. Clavir. 3
1. Principal Im KoberBered 9
. ea Stimmen.
3. Quintadehn 1. Principal 12. Juß Thon
4. Octava im F angehende. =
5. KHolflöiee 2. Octava 6. Juß
6. Spilfpfeiffe. 3. Quintadeen 12. Ju
7. Mixtur 5 Holpipe 6. Juß
8. Zimbel 5.80 flit 3. a
5. 1 | 6. Querpipe 6. fuß T
10. Fagott 12. Schue lang / vnd
u. Ein Schnarrwerck mit engen Coͤrpe | 7. Rußpipe N een
ren gleich aus: L Bĩöboͤtze. 8. Scharp.
In der Bruſt 11 9 Mixtur. n |
Stimmen. Oben in der Bruſt 1
1. Principal 4. fl. Grimmen.
2. Gedact 4 ce 8. fuß / angthende nne.
3. Nafatt 2 olpipe ß
4. Suiſtò it 2 = loͤite 4. fuß
5. Schwelzerſtoͤit 14. Offen dune. ſuß hon e fuſſe
Pi Krumbhorn 8
7. Regal 8 5. Kasan vf de Quint 3. fuß
2. Gagendgegal 4 6. Gemßhorn 2. fuß
9. Querpfeiffe N 1 7. Kleinfloit 2. fuß
10. Zimbel 8. Klingende Zimbel 3. Prifofue
m. . 19. 5 8. Juß
V II. 4 11. "Finde f fuß
vom f biß ins q / wie PR
In Hambung | Vnten in der Bruſt z
Stimmen.
Die zu S. 5 1. Krumbhorn g. fuß
2. Qutnt⸗
DE ORGANOGRAPHIA. 169
2. Duinefldie 3. Fuß 12. Baſſaune 16. fuß
3. Waltfloͤit 2. Juß | 13. Trommere 8. fuß
4. Spiaflo ite vff 4. Fuß | 14. Cornett 2. fuß
im Diſcant.
Im Ruͤckpoſttiff. | II.
1J. Stimmen. Die bey S. Peter helt in fich gleicher
1. Principal 8. Fuß im C geſtalt 3. Clavir 42. Stimmen / 9. Baͤl⸗
2. Octava 4 Fuß ge vnd Tremulanten.
1 re Das Ober Werck im mittel⸗
5. Gedact 8. ff ſten Clavier hat 9.
6. en Pe 8. 3 j 1
7. Holfloͤit 4. fuß 1. Principal 12. Juß angehende im F.
8. Blockfloͤit 4. fuß 2. Quintadehna 5 12. fuß F
9. Gemßhorn 2. fuß | 3. Octava 6. fuß F
1 t 4. Gedact 8. fuß C
11. Klingende Zimbei J. Holfloͤite 3. fuß E
12. Schalmeyen 4. fuß 6. Nußpipe
13. Baapfeiffe 8. fuß | 7. Scharp
14. Regal 8. fuß 8. Mixtur
I. Krumbhorn. 8. fuß] 9. Zimbel
m Pedal 14. Das Bruſtpofitiff oben in der Orgel /
3 1 Debal 7 gchoͤrt um oberſten Clarir, vnd hat 1d.
1, principal aus dem F24. fuß Seimmen.
2. Mixtur, woben 1. Baß von m. fuß | !- Principal 8. fuß C
3. Principal C 76. fuß 2 Holpipe 8. fuß
4. Groß aß 16. fuß 3. Holfloͤite . 4. fuß
J. Octava 4. ſuß + Naſart auff die Quinta 3.
6. Gemßhorne daß 8 Sembhorn 2. fu
7. Spitzquinte „Kleinflöit 2. ſuß
8. Jimbel ) 7.Zimbel 3. Pfeiffen faret
9. Mixtur. 8 W 8 ne
10. Spillpipe 4. fuß 9 8 .
11. Krumbhorn 16. fuß 10. Binde 8. fuß
9 Das
270
Das oneerfteBrunpofitiffifka iſt an n das
Ober BruſtPoſitiff angehenget: nnd
hat nur.
I. Krumbhorn 8. fuß
Das Rück poſtiiff gehöret
zum vnterſten Clavir.
Ind hat n. Stimmen.
1. Principal. 8. fuß E.
2. Quintadehna. g. fuß.
3 Gedaet. 8. fuß.
4. Hollfloſtte. 4. fuß.
ctava. 4. fuß
6. Sifloͤit.
7. Scharp.
8. Mixtur.
9. Baarpfeiffe. 8. fuß
10: Regall. 8. fuß.
11. Krumbhorn. 8. fuß.
Im Pedal ſeynd n Stim⸗
men.
1. Principal.
2. Groß Baß oder Dunbar 0
DE ORGANOGRAPHIA.
—— —U—U— 2
VII.
Die Orgel zu S. Johannes in
Luͤneburgk.
Welches ein trefflich Werck von
27. Stimmen / gar hell vnd ſcharff / vnnd
mit Springladen gezieret / ſol im Nieder
Lande / vnnd wie man ſaget / zum Neras-
gen Buſch / ohn gefehr vor ſiebentig Jah⸗
ren verfertigt / vnd zu Schiff herauſſer ge⸗
bracht ſeyn / hat 1. Tremu lant. 2. Ven-
til, vnter welchem eines zum oberſten
Clavir / das andere zum Ruͤckpoſitiff ge⸗
höret.
3. Clavir, das mittelſte / als das groͤſte
Werck hat vnten ein gang Octava mehr /
als ſonſten andere Clavir in gemein:
Nemblich noch eine andere Octaven vn⸗
ter das groſſe C / welche Octava dempe⸗
dal angehenget iſt / vnd darzu gebrauchet
wird. Sonſten ſeynd dieſe 3. Præſtanten
oder Principale in den dreyen Claviren
alle gleich / vnd nicht tieffer als 4. fi. thon.
Das mittelſte Clavir / wel⸗
ches das groͤbſte Werck ſeyn ſol:
—
3. Odava Er Hat 8. Stimmen.
4. Gedact 8. fl. 1. Mixtur
5. Gemßhorn Baß 2. Præſtant }
6. Zimbel 3. O&ava |
7. Mixtur 4. Nachthorn Baß N
8. Baſſaune 16. fuß 1. Scharf Laden.
9. Trompette 8. fuß 6. Trommeten B.
10. Krumbhorn 16. fuß | 7. Vuerſſ ten d.
U. Cornett,
2. fuß 8. Interſatz. Dieſe e der
lbe /
DE ORGANOGRAPHTA. 171
——— nn
halbe / vnnd iſt von eim Orgelmacher zu | abſterbens nicht verferriget koͤnnen wer⸗
Hamburg / mit Namen M. Dirich / ohn · den / vnd wenn dieſes Werck dergeſtalt /
gefehr vor 40. Jahren daran geſetzt wor⸗ als hier nachfolgende Verzeichniß lautet
den. abſolvirt were worden / hette ich mir daſ⸗
Das oberſte Poſitiff vnnd Reben chen und u heren vol vünichen
mögen.
Clavir hats. Stimmen. Groß Principal Mit eim
1. Superoctava 1. L Cherwaß Principal Regiſter
2. Nafart (Doppelt Principal 8. fuß
3. Flite Gedactfl. vnter Chor. (Mit ei⸗
e 2. [ Seauie&pema nemRe⸗
5 reftant Doppeirflöite giſter.
„Aumbel Offen Chormaß beſondere Art
7. Zolpipe. 3. Ce
8. Tormmete Duplicat diefeg
Das Ruͤct Poſitiff oder un, | Ofen Octava
terſte Clavir: 4 1 offen
11. Stimmen. Duplicat dieſes.
1. præſtant Sedecima offen
2. Scharp J. 2 SupersSedecima offen
3. Klein Holpipe Duplicat dieſes.
4. Quintadehna Gedacrfloͤtte
5. Baarpipe 6. Sedecima
6. Mixtur Taba d
. Schallmey Thubalfloͤite Chorma
8. Regal 7 7. { Thubalfloͤtte Octar
9. Sifloit 5 5
10. Koppeldone oder OR. a ian vnter Chotftta
n. Kukpipe, Er 8. Krumbhoͤrner Chormaß
— TE are Duplicat dieſes.
2 Quinta ex Octava
Die newe Orgel zu 9. (Sue „
upl icat dieſes.
Breſßlaw imbel groh
Iſt von Michael Hirſchfeldern war an⸗ 10. Aube klein
gefangen / hat aber wegen feines zeitigen A Duplicat dieſes.
Y 5j Grobe
172
DE ORGA NOGRAPHIA.
Grobe Mixtur vnter Chormaß. | 6. Zimbel
11 3 Kleine Mixtur Chormaß. 7. Querpfeiffe
Duplicat dieſes 8. Schallmey Chor
NB. Inter Chor maß iſt En 9. Mixtur&hor.
Chormaß 8. fuß
can 4. fuß 8 an im Pedal,
1. Gro
Summa zz. Stimmen vnd 11. |, Inter Chor Baß
Regiſter
giſter. 3. Chor Baß
1. Sedecima offen / Principal Art. 4. Octav Baß
2. SuperSedecima ofen ſcharff 5. Floͤiten Baß vnter Chor
3. Zunbel ſcharff 6. Dulcian Baß
4. Spitzfloͤite oder Gemßhorn 7. Inter Chormaß Baß
5. Querpfeiffe 8. Mixtur Baß
6. Gar klein Floͤiten 9. Poſaunen vnter Chor Baß
5. Sedec ima offen ander Art 10. Poſaunen Chormaß Baß
8. Super Sedecima vffn andere art. 11. Trommeten Baß Chormaß.
9. Quint de tono Chormaß,
10. Geda tfloͤite Octava
1 Quint ex Se decima
12. A ſcharff
13. Gedactfloͤtte Chormaß laut
14. Mixtur Chormaß
15. Schallmeyen Baß / welcher Geigen
art Chormaß
16. Harffen Principal.
Aus dieſen Stimmen werden nun
zum vnter Clavir entzelne Stimmen ge⸗
nommen.
Als
1. Gedactfloͤite Octava.
2. Gedactfloͤtesedec ima.
3. Quint de tono Chormaß.
4. Quint ex ſed :cima
5. Sedecima offen
— —— u ner
X.
Verzeichniß der Stim⸗
men vnd Regiſtern in den
Orgelu zu Magde⸗
burg.
Die 1. im Thumb.
Von M. Heintico Compenio vff⸗
gerichtet / vermag 4.2. Stimmen. 2. Tre-
mulant. Vogelgeſang / Trummel. 2.
Clavir vom C biß c. Pedal von g biß ins
d. 12. Lederne Blasbaͤlge.
Im Ober Werck
1. Principal 16. fuß
2. Principal Baß abgeſondert 16. fuß
biß
3. Principal groſſer Bnterfan.
DE ORGANOGRAPHIA. 173
zins F. oonz . ſuß Hinderm Wercke ſtehet auff imer
4. Zimbel mit. Pfeifen | ſonderlichen Lade.
5. Mixtur mit 12. vnd if. Pfeiffen f
f ab. 8. Gedacrer Inter Bast 16. fuſt
6.) Quintadehn Vnterſaz mit ein ab . Grof Hemſthorn Bat 8. fut
7.) geſonderten Baß. 16. fuß
8.1 Groſſe Octava. fuß mit eim abge· In Ruͤckpoſttiff.
9 ſondertem 15 ı 1. Principal 8. fuſi
20. re 4. 2 Zimbel doppelt
11. Klein Octava 4. .
12. Grob Gedact 8.5. |? Rohrſche A
13. Klein Gedact 4. fl. J. Duintadehn L. fuß
14 · Klein Quint 3 f. 6. Schwiegel 4. fuf
a5. Nalatt 1. oder 3. fl. 7. O&ava 4.
16. Nachthorn. 4 · f. 8. Gemſzhorn 4. fuſ
In der Bruſt 9. Quinta 2 fuſt
a: ee:
: n. Geda .
ı. Principal. 2. fl. 12. Kleine Gedact 2. fuſt
2. „ 13. Trommeten 8. fuſt
zh 1 Be f 14. Dulctan von Holt | 16. fuſt
J. Grob Meſſing Regal . fl. a. ö ö
6. Meſing Regal ingend 4. fut Die 2. Orgel zu S.
Zum Pedal auff beyden Johannis hat 32-
Seitten. Stimmen.
9. Stimmen, Im Ober Werck ſeynd
2. Poſaun Baſ⸗ 16. fufi 14. Stimmen..
2. Klein Poſaun Baſz 8. fuſ; | 1. Præſtantem 16. fuſi
3. Schalmey oder Cornet 4. fuſ; 2. Quintadena mit einem Negi⸗
4. Singend Cornett von Meſſing 2. fuſs z. Quintadeen Baſz (ter 26. fuſz
5. Bawrfloͤit Baſz 1.fuß; 4. Interſatz Baß 1. fuſz
6. Nachthorn Baſz 4.fufj 5. Octava 8. fuſz
7. Zimbel Baß z. Pfeifen ſtarck 6. Gedact g. fuſz
7. Gemshorn . fuſt
Y iij 8, Supet-
174 DE ORGANOGRAPHIA.
3. Superodava up zum Werck⸗Bruſt⸗ vnd Pofiniff. Item /
9. Quintfloͤiten 4. fuß Alteration, Trummel.
. ul Im Ober Werck
12. Zimbeln „
13. Quint Baß Mit einem Re 5
14. Zimbel Baß. / ſter. . | Fi 71 1 5
In der Bruſt 3. Groß Gedact. 2 fuß
6. Stimmen. 4. Su 6. hub
15. Nachthoͤrnichen. J. Quintadeen 4. fuß
16. Zimbelchen. 6. Holſchell 4
17. Quintadeen. 7. Seven 4
18. Baſſunen Vaß. 8. Octav 4
19. Cornetten Baß. 9. Schwiegel — 4
20. Bawrfloͤiten Baß. 10. Mixtur Graphicalis 10 Pfeiffen
Im Ruͤckpoſitiff.
12. Stimmen.
21. Præſtanten
22. Quintadeena
23. Spisflöiten
24. Octava
25. Gedact klein
26. Quinta
27. ehr
23. Sifflire
29. Mixtur
30. Zimbeln
31. Trommeten
32. Sordunen.
pro Choro, in der Summ. 864.
ır. Mixtur Minoralis 8. proChoro
12, vnterſatß Baß 16. fuß
8. fuß m Bru
2 fuß „ Sion B ſt Poſttiff.
2. Quinden
+06 | 3. Regal
4. Bogelgeſang oder Nachtigall.
67. Peg. g) 3
7. Poſaun Baß) Jeden 2. Regiſter
8.9. Regal Baß. / zertheilt. =
10. Floͤiten Baß N
11. 12. Kleinen Schreyer. 2. Regiſter.
Im Ruͤck Poſitiff.
1. Principal oder Præſtanten. g. fuß
Diez. Orgel u S. Vlrichs Kir⸗ 2. Octavagiol
chen iſt von 41. Stimmen / deren etliche 3. Quint
halbieret / die aber nicht halbieret / haben 4. Groß Gedact
43. Pfeifen. 2. Tremulanten, Ventil! 5. Superodtar
6. Klein⸗
DE ORGANOGRAPHIA. vr
——— ne nn ——— ́]2—d„ä —
6. 6. Klein Gedact 1. Nachthorn 4. fuß
7. Siffiitt 2. Quintflöir oder klein Gedart 2. fuß
8. Zimbel 3. Zimbeln zweyfach
9. Da 4. Regal.
10. Gemßhorn 8 ;
11. Quint Spit In der Bruſt auff beyden ſei⸗
12. Gedact Baß ten zum Pedal.
13. Superoctav 3. Stimmen.
14. Klein Gedact Baß 1. Poſaunen Baß
15. Geben 2. Trommeten Baß
16. Cornett oder Zincken. 3. Schallmeyen Baß.
17. Krumbhoͤrner.
555 Im Rückpofitiff
Inder d ns pete / ſndal 12. Stimmen.
n der Orgel zu S. Peter / ſind ales „ Principal .
inallen 33. Stimmen. 1 8. 55
1. Principal 8. fuͤſſen 3. Quintadehna 8. fuß
2. Zimbeln 4. Gemßhorn 4. fuß
3. Quint 3. fuß J. Mittelgedact 4. fuß
A Mixtur 6. Klein Regal
5. Octav 4. fuß 7. Octava
6. Querfloͤtten 4. fuß] 8. Quinta
7. Grobgedact Manualiter a 9. Kleingedacr
8. Grob Gemßhorn 8. fuß] 10. Sifflit
9. Groß Se een ır. Mixtur
Baͤſſe im Pedal. 12. Zimbeln.
1. Groß Quintadeen Baß. 16. fuß as Fe ce Foo ans za
2. ae 16. fuß V.
3. Zimbeln Baß 1
4. Batvrfloͤiten Baß 1. fuß e e
uns aß. u viern / zum Ober Werck Bruſt⸗ onnd
| a Ruͤck Poſitiff. Auch 2. Tremulau-
In der Seuf zum Manual ten. 8. Spüenbälge. Vogelgeſchrey.
4. Stimmen. 1K uckuck.
Im
— —. ck. 1. Præſtanten 16. fuſz
Im Ober Werck 2. Gedacten Vnterſatz 16. fuſz
1. Quintadehna 26. fuſt z. Schweitzer Baſz 2. fuſz
2. Gemshorn 8. fuß 4. Nachthorn Bast 2. fuſz
3. Grobgedact 8. fut 5. Bawrftöiten Baſz 1. fuſt
4. Octava 4. fuſz 6. Mixtur daß
J. Rohrflote En 7. Poſaunen Baſt 16. fuſz
6. Schweitzerpfeiffe su] 8. Sordunen Baſz 16. fuſz
7. Superoctava 2. fuſt 9. Dulcian 8. fuß
8. Mixtur 10. Cornett 1. fuſz
9. Quinta 6. fuſz —
10. Principal 8. fuſz XI.
wr. u Bernaw in der Marckt Anno
b Bruſt Poſt tiff. 1576. Sr auch zu Stendahl bey vnſer
1. Nachthorn 4 fuſi eben Frawen im Jahr 10. iſt von M.
2. Blockfloͤite 4-fufi Hans Scherern vff nachbeſchriebene
3. Kleingedact 1. fuſt] Art eine Orgel gefent worden / welche z.
4. Krumbhorn Stimmen. 1. Tremulant, Coppel in
J. Jincken | beyden Manualen, Coppel des Pedals
6. Principal | 2. fuſi im Rückpofttiff. Das Clarir im Manu-
al, hat . volle Octav, von C biſz ins c
are Rück Pofit ff. machen 48. Claves. Im Pedal aber fo
1. Principal 1 fuß gehet vom C biſz ins ð mit allen Semito-
2. Quintadeen 4 fuß niis, ſeynd 26. Claves.
3. Gemshorn Tu Im Wercke zum Manual
4. Mittelgedact 4. fuſß
5. Octava 2. fuſt vnd Pedal. 5
6. Kleingedact 2.fufs! 1. Dnterfag durch das gantze Clavir 16.
7. Nauſchfloͤite 1. fuſz Schug die lenge.
8. Zimbel 2. Vnterſaster Baſt
9. Trommete 8. fuſz] z. Principal 8. Schuch lang.
10. Klein Regal 4. fuſi 4. 1
. .Quintadehna
In beyden Seit Toͤrmen ne⸗ 7 Imbel
ben dem Ruck Po⸗ 7. Mixtur 12. Pfeiffen ſtarck in schen
ſitiff. Claves.
8. Jule
DE ORGANOGRAPHIA. m
— nen rn es nenn . . —
3. Jule / iſt die Quint von dem groben Bey vnſer lieben Frawen Kirchen. Hat
Principal.
Regale 85 31. Stimmen.
Starck Regal fornen in der Bruſt.
70. Bawrpfelffe oder Blockflöte. Im Ober Werck
u
11. Halb brincipal oder Octav 6. Stimmen.
12. Eine Hoiflöite 4. fl. oder Octavvom | 1. Principal im Pedal 16. Im Manual
groben Gedacten. 8. fuß Thon.
13. Nachthorn 4. fl. oder die Octav von | 2. Octava, 4. fi. Thon im Manual al⸗
der Quintadeena. lein.
14. Quinta gibt mit dem Principal oder | 3. Mixtur
Gedact eine Ranſchpfeiffe. 4. Zunbel
1j. Superoctav
J. Nachthorn 4. fuß thon im Manual
16. Naſatt / oder klein offene Quint von
6. Querpfeiff d. fuß thon Tallein.
der Superoctav.
17. Groß Poſaunen Baß. i In der Druf
18. Bawrpfeiffen Baß. | Mes 6. Stimmen.
In Raapoſtſf. [imma eden
1. Princ ipal 3. Zimbel
2. Holpfeiffe 4. Regal 8. fuß
3. Spillpfeiffe J. Waltfloͤtgen A. fuß
4. Klingend Zimbel 3. Pfeiffen ſtarck in 6. Flachfloͤtgen 4. fuß
BR 10. Claviren. Neben der Bruſt
6. duperoctav 2 25 1
7.Siftöit | 8 8 2. fuß
8, Einsend- oder Geigend Regal. | 3. Adee aß 4· ſuß
1 Senn 4. Quintfloit Baß 4. fuß
1 Principal im Difcant. Auff der Seitten ſind new⸗
— lich hinan geſeret.
XII. 3. Stimmen.
Das Werck zu 1. Grober Poſaunen Interſag 16 fuß
2. Quintadehn Baß 8. fuß
Hall
3. Nachthorn. 4. fuß
8 Im
nt DE ORGANOGRAPHIA.
——
b Nücpeſtſf. z Heer 5
a Im R oſttiff. 10. Coppelfloͤite 4
ag 4. fuß = 1. Home 2
.Mi 12. Trommeten 8
3, Zimbel | 13. Dulcian. 8
4.Odava SH Diefe Stimmen / wie auch im Nüc-
2 Dunne . fuß poſitiff gehen durchaus ins Cſampt 2
1 Sar 4. 125 Hg vnd oben ins d ſampt d vnd 5.
gedactes 2.
9. Spißfloit 25 Im Nachpoſtoff
10. Siffloit .
r. Trommeten 35 115 HS lfloͤite. 8. fuß
12. Singend Regal. 5 1 5
f mn | 3. Principa
XIII. 4. Octava 4
Die Orgel iu 5 uml e nn
; 7.Schallmeyen 4
Braunſchweig | 8. Krumbhoͤrner 8
Baia Daher amade | 9. Block Pfeiffe 4
nig aus Hildesheimb gemacht / harzs. | 10. Siffloͤit 2
Stimmen. 11. Z incken vom h biß oben hinaus.
Im Ober Werck ſeynd f
13. Stimmen. 15 A
1. Principal :
a. Principal 5 15 I. Gar groſſer Interſaz Gedact. 32. füß
3. Octava 8. fuß 2. Principal
4. Quintadeena 16 3. Octava a
u 2. fu 5 A 9 r
„ r
oben im Diſcant 12. Pfeiffen. mar 6. Pofaunen 5
7. Trommeten
7. Ambel 3. Pfeifen ford 4 8. Krumbhorn 16
8. Holſloͤite 9. Gemßhorn N 4
DE ORGANOGRAPHIA,
10. Zimbel 2. a fe 1 ein flachfeld / auff beyden ſeitten die Baß⸗
en thuͤrmer.
“|
2| tze
2. Pfeiffen ſtarck dann hat y. felder.
———
Mixtur < 11. Rauſchpfei
Un. Super Octav
13. Bawrfloͤltten
14. Trummel
Tremulant
Coppel zu beyden Clavirn.
Fuͤnff Ventile,
1. Zum Ober Werck.
2. Zun Baͤſſen.
3. Jun Nuͤct Pofitiff.
4. Zur Sonnen
5. Zun Sternen.
Dieſe VBaͤſſe im Pedal ſind alſo ge⸗
macht / daß man einen jeglichen beſon⸗
ders gebrauchen tan: Vnd haben jhre
eigne Laden / gehen alle vnten ins groſſe
C fampt Di. H. . vnnd oben ins
ſampt q-
Die Laden ſeynd nicht vff die gemei⸗
ne / ſondern eine andere Art gerichtet /
vnd werden Springladen genennet / da⸗
von im dritten Theil dieſes Tomi Secun-
di etwas angedeutet werden.
Es ſind auch die Span Baͤlge / de⸗
ren achte vorhanden / vff eine ſondere
Art gemacht / alſo daß ein jeglicher 9.
guter Schuch lang / mit einer einzigen
Falten; Die Spuene ſind 2. ſtarcke Ei⸗
chene Bretter gantz beſtendig / vnd geh en |
dichte zuſammen / daß keine Mauß dar-
bey kommen kan.
Das oberſte Werct hat fuͤnff Felder /
in der mitten einen raum / die ſpinen vnd
179
Das Nuͤckpoſitiff hat mitten eine ſpi⸗
n / vnd den raum / flachfeld / vnd ſo vor
XIV.
Diſpoſition derer Orgel in
Leipzig.
Die 1. bey S. Niclas hat 29. Stim /
men. Coppel zum Ruͤckpofttiff / vnd Pe ·
dal. Coppel zu beyden Manualn. Vogel⸗
geſang. 10. Spaͤenbaͤlge.
I. Principal 8.
2.6 .
3. Quintadeena 8. fuß
4. Dreyfache Zimbel.
5. Eine Mixtur im Baß von 4. Pfeiffn /
im T. C. vnd im Dies,
Pfeiffen ſtarck.
6. Super Octava
7. Rauſch Quinta
8. Octava
9. Gemßhorn
10. Naſatt Quinta
zn
4. fuß
In der Bruſt
16.
15. Regal cn
11. Grobgedact / von 1s. fuß Manualiter.
12. Ind Pedaliter abgeſonderter Baß.
13. Grob Sorduen Regal vff
14. Regal von
J. Reg 4
16. Tremulant zum Scherr Wake
2 Sur.
3 ü Im
290 DE ORGANOGRAPHIA.
— Im ock Poſitiff 9. Quinta
= 2 900 5 a . 2. Stimmen. er
olfloite 4. fu Regal 8. on
25 pillpfeiff 304 u. Regal. 4˙ fuß
21. Nachthorn. 4. fuß
22. Saen Im Racpofiif
23. Suffls Stimmen.
24. Lingen ink Pfaffen = Principal 8. fuß
4 Fer möherm. 8. u 13. Quintadeena 8. fuß
* an 14. Saller e a
offlöite 4:
Im pedal. 15 Spufef 4. fuß
27. Offenfloͤt 4 fuß 17 Trommet 8. fuß
28. Poſaunen Baß 16. fuß] 18. Krumbhörner 8. fuß
29. Schallmeyen Baß 4. fuß] 19. Nachthorn 4. fuß
| — Sed
Die 2. zu S. Thomas. Pi Quintfiötgen,
Iſt ſtarct von 25. Stimmen. 22. Semfhorn 2. fuß
1. Coppeln der beyden ManualClavirn, | 23. Klingend Zimbel
N des Pedals zum Ruͤck Poſi⸗ Noch im Pedal.
fi
24. Poſaunen Baß 16. fuß
Im Ober erck 20. 35. Schalimey 4fuß
4 Principal 6.fuß XV.
„ weng Dilpoſition der Orgellu
Superoctar 0
D Hr Torgaw
5 Ofen 1 8. I Hat 26. Stimmen.
en | In Ober Werd ſehnd
8. Mixtur b. fach u. Stimmen.
LPrin-
DE ORGANOGRAPHIA,
1. Principal von s. ſuß
2. Octava 4
3. Superoctava 2
4. Quinta
5. Zimbeln
6. Mixtur 6. Pfeiffenſtarck.
7. Grobgedact 16. fuß
8. Gedactes 8
9. Quintadeena. 8
10. Gemßhorn 4. fuß
11. Naſatt
In der Bruſt
2. Stimmen.
12. Regal 8.
1j. Klein Regal u 5
Im Nack poſttiff
10. Stimmen.
14. Principal 4̃ᷓ. fuß
15. Gedactes 8. fuß
16. Holfloͤiten 5 4
17. Gemßhorn 2
18. Suffloͤite
19. Quintfloite
20. Sedecima
21. 5
22. Grobgedact Regal 16. fuß
23. Trommeten. 8
Im Pedal z. Stim⸗
men.
24. Gedacter vnter Baß 16. fuß
25. Poſaunen 16
26. Schallmeyeu 4
u
Vber dieſe noch: |
1. Trummel
2. Bogelgefang.
3. Coppel ins Mannal.
4. Coppel zum Pedal
5. Ventiel zum Rüdpofiriff.
6. Tremulani.
XVI.
Verzeichnůß derer Regiſter vnd Stim
men / ſo in den Orgeln zu
Halberſtadt
zu finden.
Das 1. Werck in S. Martini Kir-
chen hat M. David Becke mit 35: Seim⸗
men vnd einem Tremulant geſetzet. Der
| Tremulant, ob er wol keinen ſaut von
ſich gibt / ſo wird er doch von etlichen /
Auch vor eine Stimme: (weil man viel
verenderung damit haben kan) gerechnet.
Im Ober Wercke
8. Stimmen.
1. Quintadehna.
2. Principal
3. Grobgedact.
4. Grob Gemßhorn
p. Octava
6. Quinta
7. Mi
26. fuß
8 DE ORGANOGRAPHITA.
I. Principal
2. Scart
3. Nachthorn
4. Zimbel
I Mixtur
6. Regal.
Im Pedal
1. Stimmen.
x. Interſat
2. Principal
3. Gedact Baß
4. Octaven Baß
5. Zimbel Baß
6. Iloͤiten B.
2 Quinten B.
niſtoͤten .
5 Poſamen .
10. Trommeten B.
n. Schallmeyen B.
12. Cornetten B.
Im Rack Pofieiff
12. Stimmen.
1. Principal
2. Quinta
3. Octava
4. Quintadeena
| T Geigend Regal.
—
Das 2. zun Baarfuͤſſern / deſſen M.
Elias Winnigſteten geweſen / vnd zu
1 fiehen 700. Thaler / ohne das Mahlwerck
gekoſtet / hat 27. Stimmen. 1. Tremu-
lant. 8 Blaßbaͤlge.
Im Werck.
8. Stimmen.
| 1. Principal 8. fuß
2. Grobgedact 8. fuß
3 Groß Gemßhorn 8. fuß
4. Octava 4. fuß
5. Querfloͤit 4
6. Superoetaͤvlin 2
7. Quinta
| 8. Zimbel 2. fach
9. Mixtur 6, er T 7. fach / d
8. fach. T g. fach.
Im Pedal oben
8. Stimmen.
1. Quintadeen B. 8. fuß
2. Gedact B. 8. fuß
3. Holfloͤiten B. 2. fuß
4. Quint B.
5. Bawrfloͤiten
6. Zimbel Baß
7. Groß Quintadeen 16. fuß
8. Vnterſat 16. fuß
In der Bruſt zum Ma⸗
nual
5. Stimmen.
I. Prin.
DE ORGANOCRAPHIA.
2.fuß , vornehme Orgeln von den Hamta
2. fuß | gern (wie fie bey vns genennet werden
I. Principal
2. Nachthorn
3. Querfloͤit
4. Zimbel 2. Choͤricht.
5. Mixtur z. Choͤricht.
In der Bruſt zum
Pedal
3. Stimmen.
1. Poſaun
2. Trommetten
3. Cornett.
Im Ruͤckpoſitiff
13. Stimmen.
1. Quintadeena
2. Principal
3. Octava
4. Quinta
5. Gemßhorn
6. Gedact
7. Klein Gedacr
8. Siffloͤit
9. Zimbel
10. Mixtur
11. Trommet
12. Regal
13. Geigend Regal
8. fuß
4˙ fu
F fuß
4%
Zu Kaſſel
In Heſſen ſeynd vff des Herrn Landgra⸗
fen daſelbſt auffgewandte Vntoſten drey
.
— ae
innerhalb fuͤnff Jahren erbawet vnd
gerichtet worden.
Derer die 1.
Ju der Freyheiter Kirchen / ohne dit
Coppel vnd Tremulant von 33. Stim⸗
men.
Im Ober Wercke
8. Stimmen.
1. Principal
2. Octava ei
3. Rauſch Pfeiffe
4. Scharff
5. Mixtur
16. fuß
6. Quintadeena.
7. Holpfeiffe
8. Floͤtten
Im Obern Poſitiff
8. Stimmen.
1. Principal
5 Gale,
Gemßhorn
. teile
Naſatt
E en
7. Binden
8. Zimbel.
Im Nock Poficif
9. Stimmen.
1. Prin-
fuß
184 DE OROANOGRAPHIA.
1. Principal 3.fuß Im Nack Poſitifßß
1 = | 3 8. Saul
3: RABEN „Principal
z Fare 1 Le ur
0024 #| 3. Octävlin
6. Scharff 4. Mixtur
7 W sn 5. Floͤtgen
8. b 1 6. Waitfloͤte
9 MefingRega 7. Querpfeiffe
Im Pedal. 8. Klein Regal.
1. Principal fuß Im Pedal in beyden Thoͤr⸗
2. Octava men. 7. Stimmen.
3. Interſat 1. Offenes Principal 16. fuß
4. Oedaer 2. Vnterſat 1
3. i. Raufehpfeiffe 3.0 ava
6. Poſaunen Baß | 4. Poſaunen Baß 16
7. Trommeten Baß g. Dulcian Baß 16
8. Cornett Baß 6. Trommeten Baß 8. fuß
Coppel 7. Cornett 3
Tremulant. Coppel
Deer. w bes Brüder. daran Tremulant, —
25. Stimmen. Coppel vnd rem ” Die 3. in der Schloß Kirchen. Von
Im Werck. 20. Stimmen / auch Coppel vnnd Tre-
1. Principal 8. fuß] mulant geſeget .
2. Octava 4
Os : Im zes 8.
4. Kleingedact
5. Naſatt I. Principal — 8. u
6. Mixtur 2. Quint Teno
7. Scharff J. Gedact 3
9. Trommettt J. Ildite 4
10. Zincke. 6. Krumbhorn
DE . ö 187
Drey 7 Trenmlanten
. | 1. Im Ober Wach Nuͤckpoſirff / vnd
. im Pedal.
Im er poſtrif Spienbalg / oben vffn Kirchgewelbe /
ae 5 ada a ß die Plaßbalge al⸗
N in Regiſter / daß die ge
ae er fuß aid iopift] vndluglach einſalaſt/
35 Laa dl der Calcant nicht mehr treten
4. Tromm
s. Zimbel Im Ober Werck ſeynd
6. Naſatt Quinta. 12. Stimmen.
Im Pedal 6. Stim⸗ 1. Groß principal 16. ff.
men. 2. Groß Quintadehn 15
Interſa 3. Groß Octava 1
8 4. Gemßhotn 2
PR 18 bo | J. Gedacte Bl 2
3 en 8 aß 6. Viol de Gamba 8
. rommeren®aß 7 FREUE: r
6. Cornett B. 5 Ken Gedactdr m :
VIII. 10. Gemßhorn / Quinta 7
Das groſſe Werck zu 1. An k. . 95
Buͤckebural w Inder en or
So 5 7 er Der Stimmen.
rnſt / Graff zu Ho
Seen. 1. tn 5
aiam Compe-
1 Orgel, vnnd 3-Offenflöie ſol foren an u ſtehrn ken
mentmacher / auch Organiſten, men von Elffenbein 1 f.
a verfertigen i 48. 14 4 Klein Gemßhorn
Stimmen. 3. Clavirtm Manual. J. ln .
Koppel zum Ober Werck 7. Regal
vnd Bruſt Clavir.
8. Gelgend von holte.
Aa W 5
6 DE ORGANOGRAPHIA.
Im Nuͤck Poſttiff
‚ . Stimmen. |
1. Principal 8. fuß
2. Groß Machthorn 8 .
3. Gedactfloͤite von Holtz 8 is
4. RafarıPfeiffevon Holt 4 8
5. Spill Pfeuf 4 >
6. Klein Rohrfloͤſt 4 8
7. Klein Octava 2 t.
8. Klein Gedact 28 FE i
9 Suifloͤit 1 8. S =
10. Klingend Zimbel 3. Chor S S E 50
11. Rancket von Holz sıa = 8 Wie
n. Krumbhorn. 33 So a
Im Pedal S ® 305
13. Stimmen. E 2 „ .®
1. Subprincipal Baß 32 8 =
2. Groß Bohrer. 16 2 Ps © *
3. Groß Gemßporn B. 16 G 2
4. Holpfeiffen B. 8 S.
5. Groß Nachthorn B. 0 *
6. Querſto ten Baß von Holt 8 u 0
7. Octaven B. 4 11. U <
8. Klein Gemßhorn . 4 5 80
5. Trommeten B. 8 Ä Na
10. Poſaun oder Bombard B. 16 5 =
. 1 — —
1. Hornbaͤßlein 2
12. Bawrpfeifflein 1 Zu Dre
3. Zimbel Baß 3. Choͤricht In der Schloßkirchen iſt ein Werck / fo
14. Sordunbaß von Holtz 16. fl. M. Gottſried Friaſche An. 1614. von zz.
13. Dolclanbaß von Holz 8. . Stimmen. Coppel zu benden Manua-
16. Cornett Baß 2. fl. len, Coppel e
e
DE ORGANOGRARHIA. 187
cer Trummein E vnd F. | 1. Regal gang vergälder 4. fuß
imbelgloͤcklin am Stern / gefenetonnd | 2. ſchoͤn zmern Schwigelpf. i. 5
verfertiget hat. 3. [chen ziñern Quintadeena. 4. cipalia
Das ManualClavir gehet vom C biß | 4. Gedactfloitlin. 2
ins d vnd iſt alſo dr . ScharffO&ar 2
Tremulant.
D E B d de =
or G ned mL a Das Pofitiff vff baren fir
biß ins c co 0 cz o ſi find 53. Claves. ei ten / an ſtatt des Ruck
Das Pedal aber vom C diß ins d. Pofitifs
D E ö 7. Stimmen.
F g
CF G A etc. biß ins F. 1. Krufhorn gane vergüld 8. fl. 3.
In Obe n Seer ee Ve
13. Stimmen. 1 e oder Flauten. 8
1. Gantz vberguldete Trom. d. 5. OctavQui
2. Schoͤn aim Octava. f. * 6. S oder Quer Flotten von
3. Schoͤn innern Principal wi 4:
4. Groß Quintadeena 7. 8 Zimbel.
J. Quintadeena 3 Tremulant.
6. Hölsern Principal |
7. Coppel Octava.
3. Quinta vber Octava a Im Pedal
9. Gedact Naſatt | 8. Stimmen.
10. Gemßhorn 6
1. Super Quinta anderepai | 1. Groſſer Sub Baß ofen von Hole
12. Zimbel gedoypelt 16. fuß
13. Mixtur 4. fach. | 2. Gedacter Sub Baß 16
Tremulant. 3 Groß Quintadeena 16
! 5 Poſaunen 26.
5 principa 8
Brut poſuſf ee n i
J. Stimmen. 7. Syiifloͤitlein 1
Ja ti 2. Bogel⸗
12
L. Dogelgefangt durchs gantze Pedal.
XX.
In der Schloßkirchen zu
Gruͤningen
Ward Anno 15 96. ein Werck von M.
David Becken / Buͤrgern vnd Orgel⸗
machern in Halberſtadt vffgerichter / wel⸗
ches yy. Stimmen / Tremulant vnnd
Coppel iu beyden Manualen vermag.
Im Ober Werek Nanual
12. Stimmen.
1 este 8. ſuß
8 imbeldoppelt
roß Querſlait
5 Mixtur
5. Nachthorn
6. Holſtoiten
7. Klein Querfloͤite
9. Quinta
9. Octava
10. Grobgedact
11. Gemßh orn
12. Groß Quintadehna.
Inpedal auff der Ober Lade !
Stimmen.
1. Vnterſus
2. Octaven Baß
. QuintadeeneB.
4. Klein Octaven B.
5. Klein Quintadeen d.
6. Rauſch Quinten B.
7. Holfloͤiten B.
8. Hol Quinten B.
S & oo 00 ee
8
16
4
4
3. Groß Querſlsiten B.
DE ORGAN OC OGRAPHIA.
9. J. Nachthorn B.
10. Mixtur
Im Ruͤckpoſitiff 14. Stim̃en.
I. Principal
2. Geiß orn
3. Quintadehn
4. Spizfloͤite
5. Gedact
6. Octava
7. Quinta
8. Sure
an
o. Ztmbel
N. Sordunen
12. Trommet
233. Krumbhorn
14. Klein Regal
In den beyden Seit Thoͤr⸗
men zum Pedal 10. Stimmen.
1. Groß Principal Baß
2. Groß Gemßhorn B. 1
4
N N
=
anderthalb
2 NC. —
4. Gemßborn B.
5. Kleingedact B
6. Quintfloͤiten B.
a Sordunen B.
8. Poſaunen B.
9. Trommeten B.
10. Schallmeyen B.
Fornen in der Bruſt
zum Manual 7. Stimmen.
1. Klein Gedact
2. Klein Octava 1
3. Klein Mixtur
4. Zimbel doppelt
In
2 DE ORGANOGRAPHIA.
1. ante 8 (Gedacr dum
6. Regal 3 7 8 5 rgedactflditlin ı
3 f ber A et. 16
n der Bru beyden .
5 Im Vnter Manual / vnten
6. Stimmen. e Poſitiffs
„ 12 5. Stimmen.
2. Batvrſſoͤtten S. 4 t ff.
2. ZimbeleB. r. Kein Gerner 5
4. Nancket B. 8 3. Super Gemßhoͤrnlein 2
g. Krumbhorn . 8 4. Naſatt
5 84 f. Klein repetirt Zäkelenfad,
Len a:
7. ca 4
Zu efen GM | 8.Kımstorn e
9. Geigend Regal. 4
Daspäigen Ac chr herrliche m Pedal
Orgelwerck ſo von ee 975 7 Aas
An. 1612. gemacht. Jeno aber dẽ Kaͤni
e Annes. 1. Groſſer Gebactfloͤten Baß 26. fuß
dofelbſten zu Friedrichsburg in der Kir⸗ man 1B.
chen gefeger wurden / iſtſtarct von 27. ;. Quintadeened
Summen, Soppeubeyden Mannaln..| 4. Querfötsen®d.
Tremulant. Groſſer Bock. Sackpftif⸗ 5 orn B.
fe. Kleinhämſchen. * See en
Im obern Manual een.
Stimmen. Jungfrawen Regal Baß.
1. Principal 8. fu a
2. Klein Principal von Elffenbein vnd 2
Ebenhofg. 4 XXIII.
2. Gedactefloͤlte 8 Die Fuͤrſtliche Widwe m Braun⸗
4. Gemßhorn oder klein Violn 4 ſchweig vnnd kuͤneburg leſt jene in 1 5
5. Nachthorn 4 F. G. Schloß Capell durch den
6. Blockpfelffeu 4 Sechſſchen Orgelmacher M. "Borfied
Ya ij | Srißs
& Oo A & 0
DE ORGANOGRAPHIA.
IE eine Drael vonfchwarngebei-|
m lormirtem Holt mit Golde geſtaf⸗
ſtret / fertigen:
e 20. Stimmen 11. Blockflolelin
Im Ober Wercke
10. Stimmen.
1. Gant vergüldere Poſaunen dem euſ⸗
ſerlichem anſehen nach / ſonſten ſol es
Krumbhoͤrner Art ſeyn / vnd alſo das er⸗
. Schlnmmtenscper vff L. fuß
n zinnern Super Octax von 2. fl.
vnd iſt das ander Principal.
3. Schoͤn zinnern Octav von 4. fuß
vnd iſt das dritte Principal.
4. Gedacter Sub baß vff 16. fuß
Durchs gange Clavir / aber doch mit
zwey Regiſtern / alſo / das ein jedes ab⸗
ſonderlich / eins zum Manual / das an⸗
der zum Pedal zu gebrauchen.
5: Vnd dahero ſeynd es zwo Stimmen,
6. Hoͤltzern Principal gar enger Men-
fur, lieblich / vnd e Art
von 8. fuß
7. Quinta deena von 8. fuß
8. Spigſtoit / iſt faſt wie ein Gemßhorn⸗
doch lieblicher. 200
9. Mixtur
10. Poſaunen / doch nicht fo gar 1
ſondern vff Dolcianen art vff 16. fuß
Welche auch mit zwey Regiftern gleich
wie der Subbaß ſol gemacht werden /
Wofern es wegen des engen vnd klei⸗
nen raums die Lade ertragen vnnd ley⸗
den wil ·
Jn d der er Bruſt
5. Stimmen.
12. Naſatt Quinta anderthalb
en Saen ne
14. Zimbeln
15. Geigend Regal.
Im Nächpoſtiff
sg. Stimmen.
16. Kleine Trommeten / oder Poſaunen
zum foͤdderſten Principal, allein zum
Augenſchein / vnnd daß es mit dem
Oberwercklin dem anſehen nach cor-
reſpondiret; Seind aber blind: vnd
an deren ſtatt eine . von
„7. Octavlin das ander Principal Sa
feiffen Art. 5
uerfloͤiten / das dritte vnnd rechte
ee von 195 120
19. Nachthorn
20. Quintlein ſcharff b nend pal fl.
1. C oppel zu beyden Claviren.
2. e um gantzen Werck durch
3. Bern m tehpoftfabfonbelic
4. Zimbelgloͤcklin.
J. Vogelgeſang.
Die Clav. im Mã. C G A biß ins a
vnd die dis 10
| Claves im Pedal C 0. A biß ins q 8
Hier⸗
DE ORGANOGRAPHIA. gr
— —
XXVIII. wi 20. Quinta der had
Hierauff folget nun eine Verzeich⸗ 27. Aleiner Ztmbet.
niß etlicher Orgeln / derer Diſpoſitiones * Schalen m
von mir felber nach meiner wenig Zum Pedal.
keit vffgeſetet find. 23 Offener vnterſas von polg 16. fuß
= 24. Poſaunen Sordunen Art 16. fuß
1. 25. Starcker Dulcian
Eine Orgel ſampt jhren Regiſtern 26. Bawrfloͤitlein 1
zu ſetzen. 27. Singend Cornet. 2
Von 27. Stimmen. Dierm werden erfodert.
1. Zin nern Principal 8. fuß 2. Tremulanten im Ober Wercke vnnd
2. Grob Gedactfloͤtte 8 RuͤckPoſieiff ein jeden ſonderlichen
3. Octava 4 zu gebrauchen.
4. Gemßhorn 4 Copvel zu beyden Claviren.
f. Gedact Holfloͤit von Hole. 4 Coppel des Pedals zum Pofitiff.
6. Naſatt 3 S. gute beſtaͤndige Blaßbaͤlge.
7. Scharff Quinta . Eee
8. Superoctava 2 2+
9. Mixtur 3. fach | Bee
| men / Coppel zu beyden Manualn. Cop⸗
Bruſt Poſitiff. | pel des Pedals um Rück Poſitiff.
10. Krumbhorn hoͤlzern g| Stern zum Zimbelglöcklin.
11. Quintet anderthalb | Vogelgeſang. Trummel.
12. Doppelt Zimbel.
23. Sus 9 eu ber Werck. A
R 1. Principa 8. fuß
Ruͤck Poſitiff oder on 4. fuß
vnter Clavft. 3. Mixtur. 4. fach / dorinnen Octav, 2.
14. Schoͤn zinnern Principal 4 fuß. Quint anderthalb fuß
1. Quintadeena 8 4. Grob Gedact oh . fuß
16. Hollloͤit 45. Nachthorn 4.
17. Nachthorn von Holtz 4 6. Schwiegelpfeiff. 1. fuß
18. Klein Blockfloitlein 2 J, Rancket oder ſtille Poſaun 16. fuß
19. Octav 4
Rück
DE ORGANOGRAPHIA. 132
Ruͤck Poſitiff. 8. Sordun oder Rande. i. fuß
8. Quintadeena 8. fuß Seiten Poſitifflin.
9. Blockfloit 4. fuß 9. Krumbhorn 8. fuß
10. Gemßhoͤrnbein 2. fuß 10. Nachthorn 4. fuß
11. Jnnbel doppelt gar klein vnd ſcharff. 11. Spigflöit
2. fuß
12. Spitzfloͤit oder Syiifloͤn 4. i 12. Naſatt AN
233. Krumbhorn. 8. fuſ 13. Zimbel 2. fach
In die Bruſt. Pedal.
Klein lieblich Gedactfloͤmt. 14. Vnterſat von Holt 16. fuß
en Kohrfiöie 2. fuß 95 5 elan e 3 ZS. oder d. fuß
15. Baerpfeiff 6 oppel des Pedals zum Nuͤckpofittff.
16. Geigend Regal. 4· fuß Soppelin eden Manualn.
Trummel.
Zum Pedal. Tremulantzum gangen Werck.
17. Vnterſas ſtarck 16. fuß Bock zum Nuͤctpoffuff.
18. Poſaunen Baß 16. fuß Fogelgeſchrey.
19. Cornett 2. fuß f u
4+
3. Difpofition einer gar kleinen. Dr;
Ein Werd von 15. Stim⸗ oe
RR men zn ſetzen. 1. Principal 4. fuß
1. Principal 4. fuß 2. RNohrſio it oder Gedact mit einem ab⸗
2. Gedact lieblich 8. fuß geſondertem Baß 8. fuß
3. Spivfloͤit 4- 1 3. Octava 2. fuß
4. Octaven ſieblich 2. fuß 4. Scifloͤtt 1. fuß
s. Schwiegel oder Schwelterpfelff liabe] f. Naſatt Mint anderthalb fuß
b fuß 6. Zimbelgar klein. z. oder z. Choricht /
6. Zimbel / darinnen eine kleine Quint z. anſtatt der Mixtur.
fach / gar klein. 4 Be 4. fuß
a . Nachthorn 4. fuß
In die Bruſt 9. Krumbhorn
7. Geigend Gegal 4. fuß
8.
10. Pedal Bnrerfagvon Holz 16 fh
Koͤndte
DE ORGANOGRAPHIA. 199
Koͤndte er aber durchs ganze Manual | Dome C biß ins cor C oder Bi welches beſ⸗
durchgehen / vnd hernacher zum Pedal] fer. Pedal vom C biß ins d.
abgeſondert werden: were es deſto beſſer. | Der Organiſt ſol hinter denn Wercke
Ein Clavier / doch daß vff beydenfei-] ſitzen / daß das Werck formen heraus
ten die Regiſter halbirt / biß ins d ett. dar⸗ koͤmyt.
mit man den Choral druff fuhren kran / Weil man eine Quintadeen von d. fůſ⸗
mit vnterſchidlichen Stimmen. fen darzu ſezen / vnd den Baß auch abſon⸗
Tremulant. dern / ſo kan mans in acht nemen.
5.
Dilpofition einer Orgel von 16. vnd 4d. Stimmen.
I. Vnter Baß von dicke Danenholtz 16. fl. r Ober Poſitiff.
2. Gedactſfloͤtte 16. fuß In 3
3. Senmſever pefaun 158 @ N en . 2
4: Krumbhorn 8| 35 Sorduen 3
5. Trommet oder ſtarck Regal 83 Krumbhorn 4
6. Principal 8880 | Regal 4
7. Gemßhorn 8 25 Principal 4
8. Quintadeen 8 5 81 Gemßhorn 4
9. Oddaraoffen 4 J 3 Sumtadeen 4
10. Klein Blockfloͤit 4 > \ Superoctava 2
n. Gemßhorn 4 85 8 | Supersötoctföitlin 2
12. Nachthorn 41232 Is. Gempßhoͤrnlein 2
sn ER
14. Sup 75 aſatt
1. Klan Zimbel 5 3 Ski 1
16. Mixtur 4.5.6. Pfeiffen Jen Aube.
oder mehr. Mixtur.
Vogelgeſang
Summa 48. Stimmen 4
vnd noch daruͤber. | 7 „
1 Tremulant 2. Teummel.
2. Stern anbei 6.5
3. Kuckuck Bb Diſpo ·
DE ORGANOGRAPHIA.
— ee
— mm.
1. Principal 8. fuß
2.) Groß Quin⸗ Im Man. 16
3.) tadeena Im Ped. abg.
4. „ Oder u lieb⸗
lich
8. fuß
J. Octava enger Menſur
4· fuß
2. Koppel oder Blockfloͤtte / oder lieblich 6. Nachthorn oder Quintadeena 4. fuß
JT
Diſpoſition einer Orgel von
18. Stimmen.
Im Ober Wercke
9. Stimmen.
1. Principal von 8. fuß
Gedact von 1 .
3. Nachtyorn
4. Octava von 15
5. Gemßhorn lieblich von 2 fuß
6. Quinta von drittehalb fuß
7. Mixtur von 2. fl. Pfeiffen ſtarck.
8. Interſat von Holtz vff 16. fuß
9. Trommeten vff d. fuß Thon / vnnd 8.
fuß lang
Im Ruͤck Poſitiff
9. Stimmen.
1. Principal von 4. fuß
2. Koppelfloͤtten von 4 5
3. Quintadeen
4. Aſſat off die Quinten uberall ff,
5. Querpfeiffe lieblich von 4. fuß
6. Cymballen lieblich /
7. Ziflitt von 1. fuß
8. Schallmeyen von 4. fuß
9. Krumbhorn von 8. fuß
Tremulant.
2. Coppeln / etc.
7.
Diſpoſition einer Orgel von
22. Stimmen.
Ober Werck zum Manual.
7. Naſatt Quinta 3. fuß
8. Mixtur, 4.5. 6. 7. Choͤricht / do man
denn auch ein abgeſondert Regiſter zur 2.
Choͤrichten Zimbel machen koͤndte.
Zum Pedal alleine im
Oberwerck.
9. Gedacter ſtarcker Interſag 16. fuß
10. Poſaunen Baß 16
Bruſt.
11. Klein Blockſloͤit 2. fuß
12. Sifloͤit oder Schwiegelpfeiff . fuß
13. Geigend Regal. 4. fuß
NB.
Wo nicht fleiſſige Organiſten ver⸗
handen / do find viel Regal vnd Schnar⸗
wercke nichts nuͤtze / ſonderlich von 4.
fuͤſſen / denn dieſelbe wollen einen vnver⸗
droſſenen fleiſſtgen Organiſten haben /
der ſich nicht verdrieſſen leſt / alle acht tage
alle Schnarrwercke durch vnd durch zu⸗
ſtimmen / vnd in jhrem Stande zu erhal⸗
ten: Inmaſſen ich dann in der Gruͤnin⸗
giſchen Orgel bey den viertzehe Schnarr⸗
wercken ſolches ohne Ruhm mir nicht
wenig angelegen ſeyn laſſen.
Wolte man nun auch die Bruſt gantz
auſſen
DE ORGANOGRAPHIA. 195
auſſen laſſen; So kan man das feine | J. Klein Oct ava 2
Blockfloͤitlin von 2. fuͤſſen ins Oberwer⸗ 6. Holquinten oder Scharffauinten
cke / vnd das Sifloͤitlein von 1. Juß ins anderthalb
Ruͤckpoſitiff bringen. 7. e 2. Choͤrich
8. Trommeten 8
Ruͤck poſitiff. ö 9. Krumbhorn 8. fuß
1. Schweitzer Pfeiff zum Principal for Wiewol man eins vnter dieſen bey⸗
nen an 4 fuß l den Schnarrwercken auch auſſen laſſen
2. Quintadeena 8] koͤndte.
3. Gemßhorn oder Spinfloͤit 4| Coppeln vnd Tremulanten, wie in
4. Holfloͤit oder Querfloͤit 4 den vorigen Difpofitionibus.
N B.
Dieweil ich in Tomo Tertio, welcher jezo gleich auch beym Drucker / viel andere
vnd mehrere Sachen tractiret, als in Indice Generali Syntagmatismuſici nu-
per præmiſſo angedeutet worden: So habe ich den titulum Tomi Tertij allhier
mit einzuſetzen nicht vn dienlich erachtet.
TOMUS TERTIUS.
Begreifft vnd helt in fich drey Theil.
M erſten wird die Signification vnnd Bedeutung der Namen /
; Wie auch Beſchreibung faſt aller vnd jeder Latrmiſcher / Italiaͤni⸗
EN ſchen / Engliſcher / Frantzoͤſiſcher / vnd jetziger zeit in Deutſchland
DEREN 2225 gebräuchlicher Geſaͤnge vnd Lieder / als Madrigalien, Canzonẽ,
KERN: Villanellen,&c. befunden vnd erklaͤret wird.
ES; Im andern ſeind allerley nothwendige Erinnerungen vnd
Obſervationes, 1. bey den Ligaturen; 2. Noten. 3. beym b
vnd N. 4. bey den Numerisvnter den Pauſen; d. bey den Virgulis; 6. Modis. 7.
beym Tact, ſignis vnnd characteribus. 8. Variationibus in Tactu; ↄ. Auch wie
die Cantioneszu Tranſponiren, 10. die Parteyen vnd Stimmen fuͤglich zu nen
nen; u. Die Chori recht zu vnterſcheyden; 12. Vnd die Vniſoni vnd Octaven zu ge
brauchen ſeyn; j
Im dritten iſt der Verſtand vnd Interpretation 1.2.3, vieler ẽatetniſchen vnnd
Italiãniſchen terminorum vnd Vocabeln, welche in jeziger art der Mufic zum oͤff⸗
tern
98 DE ORGANOGRAPHH.
—— am seh ——
fmiren ſeyn / zu verne
men.
E N D E.
Noch
ORGANOGRAPHIA. 107
| Noch hab ich etlicher Orgeln Diſpoſitiones
allhier mit anhengen wollen ⸗
Als:
1. Zu Sonderchauſen: So der 14. Rohrſloͤtt-Baſs 16. fuß
Hoch⸗ vnd Wolgeborne Graff vnnd | J. Zimbel Bafs.
Her: / Der: Graff ju Schwartzenburgk /] 16. Poſaunen 16. fuß
durch M. Gorfried Fritſchen / Churf. 17. Trommet 8. fuß
Säachſiſchen Orgelmachern zu Dreß⸗ 18. Singend Cornett.
den: Anno 1616. hat 36. Stimmen. 19. Allerley Vogelgeſang.
Im Oberwerck. Bru off
11. Stimmen. 6. Stimmen.
1. Schoͤn Principal 8. fuß 20. Gemßhorn 4. fuß
2. Hölgern Principal eng vnnd lieb⸗ 27. Octav a. fuß
| L. fuß. 22. Blockftoͤtt 2. fuß
3. Quintadenna 8. fuß 23. Qnintadetz,
4. Scharff Octar 4. fuß 24. Schwiegelpfeiff 1. fuß
5. Nachthorn offen / weſter Menſur, iſt 25. Geigen Regal 4. fuß
ſehrleblich «fu Ruͤck Poſitiff /
6. Quinta 2 fuß 7. Summen.
2. Naſatt lieblich 3 fuß 26. principal 4. fuß
8. Mixtur 6 fach a den eg fiöye 8.fug
9.Zimbel a. fach 2g. Klein Gedackt 4. fuß
10. Quintadehn Sub Baff 16. fuß 29. Querſiöye 4. fuß
11. Dolcian oder Nancket 16. f. Holt 30. Octaviin 2. fuß
Pedal Baͤſſe in den Thor⸗ | z1.Quintein.
men / 8. Stimmen. 30. Zimbeln.
12. Principal Sub Baſs von reinem 33. Rancker / oder Baͤer Pfeiffe 8. fuß
zinn in 16. fuß darinnen find die 3. vn | 34. Imblauffender Stern /
terſten Pfeiffen / als C. D. E. doypeld 3j. Nechte Herrpaucken
klingend geſezer / alſo daß die groſſe Zwren Tremulanten.
Principal ꝙfeiffen vff beyden ſeiten an Zwelff Blaßbaͤlge.
der groͤſſe vnd lenge einander gleich re · Vom C. biß ins f :
fpondiren. | vnd doppelte Semitonia im Oo.
1j. Hoͤldern- Sub Baß 16. fuß ec Auch
198 ORGANOGRAPHIA.
II. Trummel:
Auch hab ich an ſelben Orte ein ſehr] Tremulant: vnd noch andere extraor-
fein Orgelwercklin geſehen / welches gar dinariı Stimmen.
ſubtiel 2 c in e rr —
nes kleinen eins oder Contors
gearbeitet / alſo daß man nimmermehr Difpofition der Orgel zu S. Got-
vermeinen ſolte ſo viel Stimmen darin hart in Hildes hei: von Meiſter Hen
verhanden ſeyn koͤnten: iſt vor etlichen ning / welcher anfangs ein Tiſcher ge⸗
fiebengig Jahren von einem Münche weſen / vnd durch Gottes gnad ſo weit
gefertiget worden. Daſſelbe hat vier, | kommen daß er nebens dem groſſen 32.
schen Stimen / a. Manual vnd 1. Pedal. fuͤſſigen Orgelwerck im Stifft S. Blafıi
Die Pfeiffen zumPedal liegen vnten / zu Braunſchweig / ſub num. xIII. noch
iu beiden Manualen oben. Pd „5 vnnd wol
Zum Obern Klavir Ober Werck zum Manual vnnd
Stimmen. Pedal 1z. Stimmen.
Rt 8.fuß 1. Groß praſtant 16. fuß
5. Gcdact lieblich 4 fuf 2. Odar vff 8. fuß
3. Principal Ar 3. Odaw 4 fuß
4 Octav I. fu 54. Quint 710 uf
y.Zimbel, 5.Mixtur im Diſtant von 12. Sporen.
Dogelgefang. 6. Vnterſas Gedaet im Pedal 16. fuß
Zum vntern Clair 7. Gcdacr ott auch Manualiter 16.f.
Stimmen. 8. Hollflott 8. fuß
6. — oder Nachthorn ſehr v ae 4. fuß
lieblich 4. fuß 10. Gemshorn 2. fuß
7. Klein Gedaet 2. fuß. Dolclan im Manual 16. fuß
3. Octaͤvlin 1. fuß 12. Trommet im Manual 8. fuß
v. Simbel. Im Rack Poſttiff
Im Pedal . Stimmen. 11. Stimmen.
10. Sub Bals von holz Gedact 8. fuß . principal 8. fuß
1. Poſaunen 8. fuß 14. Octava 4. fuß
12. Gedact 1 f 5. Quintadehna 8. fuß
13. Principal fuß 16. Zimbeln dopyelt
14. Schweitzer Baͤßlen in ber Odar | 17. Hollſlolt g. fuß
repetirendt. B. Holl⸗
ORGANOGRAPHIA.
199
— —— — — ——— EUER
18. Hollfloft 4. us 1. Stimmen.
19. Quer oit 4. fus 7. Principal von reinem Zinn / etwas
20. Quintfloit 3. fus weiter menſur 8. fus
21. Aſſat 2. fus 2. Groſſe Rohrfloit durchs gantze Ma⸗
a2. Krumbhorn 406 nal 76. fus
23. Cornet 4. fus] 3. Abgeſonderter Bas im Pedal allein /
Vogelgeſchrey von vorgedachter Rohrfloit 76. fus
Kuckuck. Drommel. 4. Gedacte Rohrſloit lieblich vff 8. fus
5. Blasbaͤlge. 5. Gros Gemshorn .
NB 6. Octava
. 4:
Es hat aber diefer Meiſter Henning 7. Spitz oit oder flachfloit 15
eine gar ſonderliche Art von Blasbaͤl · 8. Quinta ſcharſf 3. fus
gen im brauch / die den andern Spaen⸗ 9. Naſath lieblich fus
baͤlgen / vtel mehr aber den Laͤddern bäl- | 70. Mixtur vnten j. fach / mitten . o⸗
gen weit vorgehen / rund haben nur ein ben 8. ach: die groͤſte von 4. füllen.
einige falten fo eines Schuchs / das iſt In der Bruſt 4. Stimmen mit
einer halben Ellen hoch in die hoͤh / auff⸗ einem Abzuge.
gehet: Vnd ſich gleich als 2. dicke (drey 2. Blockflöitlin
finger breit) Eichene Bretter zuſamen | 13. Nachthorn 4. fus
ſchleuſt / daß man alſo nichts mehr da | . Rancket oder Krumbhorn 8. fus
ai j 15. Geigend Regaͤlchen 4. fus
noch von Meuſen ſchaden nemen kan. 5 b 5
Die Leng iſt gemeiniglich 8. oder neun⸗ Rück poſitif o. Stimmen.
2. fus
a ; 6. Principal 4füs
tehalb ſchuch lang / vnnd fuͤnfftehalb er
ſchuch brett / u den groſſen Orgeln aber 5 a
9. ſchuch lang / vnnd f. oder ſechſtehalb 19. Rohrflöitlin Fi
e _____|22.Scmepemin t
j IV. 21.Hollquinrlin anderthalb fus
Orgel im Kloſter Riddageshau⸗ 22. Sifeit 1. us
ſen von z.. Stimmen / welche der jezige 23. Zimbeln einfach gar klein /
Abt / Herr Heinricus durch den Gürftt. | 46 24. Trommeten gedempft 8. fus
Ertzbiſchoffl. Magdeb. Orgelmacher / 25. Sorduen von holt Dolcianen
Heinricum Compenium xerfertigen rt 76. fus
laſſen. Pedal Baͤſſe / S. Stimmen.
Im Oberwerck / N & 2 26. Ein
200 ORGANOGRAPHIA.
26. Ein ſtarcker offner vnterſanter fub- V.
Baſs von Holtz 16. fuß Eine andere.
27. Iula 8. fuß] Ohngefehrliche Diſpoſition eines
7128. Nachthorn oder Bawrbaß⸗ Orgelwercks von 34. oder 35. Stim⸗
lein 2. oder i. fuß men nach Art der Dreßdniſchen vnnd
29. Starcker Pofaunen Baß 16. fuß Schoͤningiſchen: Dergleichen viel⸗
8 3 8. fuß leicht zu Barait im Voigtlande von
9 Ui. Singend Cornetbaͤßlein 2. fuß mehr gedachtem Churf. Saͤchſ. Or⸗
umma zr. Stimmen. gelmacher Gottfried Fritſchen / dieſen
Vber dieſe. Sommer wird gefertiget werden.
e mit eim Stern. | Dbermercke.
2. Trummel. 13. Stimmen.
3. Bogelgeſang. Poſaunen von holt
. Zum Ober Werck. gang vbergüͤldet. Am
n 2 8 laut Trommetten art /
Vier ventile J 3.Rückpofitiff. Drey prin - vff 8. fuß Thon.
+ Pedal. cipal. Pfei. nnd iſt das erſte
1. Tremulant zum gantzen Werck. Io im Au- principal.
2. Backtremulant zum Nuͤckpoſitiff al genſchein 1 2. Das ander princi-
lein / vnd daß die Regal vnnd Schnar⸗ | fommen. pal ZinnernO&tav of
wercke / auch zum Tremulanten ge⸗ fen von 4. fuß Thon.
braucht werden koͤnnen. 3. Das dritte princi-
1. Coppel zum Ruͤckpoſitiff vnd Pedal. [5 Zinnern Princi-
2. Spaenbaͤlge ſtarck vnd wol verwart. pal von 8. fuß Thon.
Mit einer doppelten Windladen newer 4. Jimbel z. fach.
Invention, da die ventile ſich von ei- J. Mixtur 6. fach. N
nander kehren / damit man zu allen ſa⸗ 6. Gedacter Sub Baſs lieblich durchs
chen mit dem Sefichte reichen vnd fe- gange Manual mit einem abgeſonder⸗
hen tan. ten Baß zum Pedal allein.
Pedal⸗Clavit. 7. Ind gibt zwo Stimmen 15. fuß
1 8. Hoͤltzern Principal enger Menſur
DEBON fab 2 a a
9.Quintadehna 8. fuß
CGA He de fs ah dr 10. Spiuflöhr leblch 4 fuß
u. Nacht ;
ORGAN OGRAPHIA. 201
u. Machthorn offen weiter sr 5 | 23. Groſſe Coppel: oder liebliche Ar
ar lieblich 4. fuß] v .
9 ſcharff 3. fuß | 24. Klein Quintadehn 4. fuß
13. Nancket on Sorduen vff 16. f.thon. | 25 Querflöeren 4. fuß
Srußpofttifilin | 5 Gembshoͤrnlein oder Bas 100
Stimmen. g .
14. Geigend Regal von holz 17 Quinta lieblich andert
e be dann ang
f ze 29. Rancket oder Baͤer Pfeiffen 8. fuß
3. prin- Agel oder Holfloͤeten vff .f. o. Krumbhoͤrner g
cipalia. 16. Gembßhorn ſtill oder 3 ;
I klein Gedact / auch von ſchoͤ⸗ | Baͤſſe im Pedal
nem Zinn 4. fuß 5. Stimmen.
17. Superoctavlin ſcharff vff 2. f. th. 31. Groß Poſaunen Baß
18. Blockfloͤttlin 2. fuß 16. fuß.
19. Klein Quintades / an ſtadt der Zim⸗ 3. Prin-] 32. Starcker Sub Baſs ge⸗
beln. . cipalia. J dact Zinnern r
| 1.33. Grob principal Bafs
AM: een
20. Kleine Trommeten / 4. Cornet n.
(von Holt gantz vergülder 35. Vogelgeſang / durchs gantze pedal.
müͤſſen aber blind ſeyn / di Extraordinarii Stimmen.
weil man von fornen zum 36. Imblauffender Stern mit Zimbel
ſtimmen nit kommen kan: gloͤcklin.
es were denn daß ein Chor 37. Kuckuck: Nachtigal.
Auch 3. oder Poer Kirche enter die 1. Coppel zu beyden Manualen.
Princi- Orgel von deren man zu 2. Coppel zum Pedal vnnd Ruck Poſi⸗
palia. de foͤrder Pfeiffen des Ruͤck⸗ tiff.
Poſttiffs kommen koͤnte. Wolte man drey manual Clarir ha⸗
21. Schoͤng innern Super · ben / ſo koͤnte man noch drey Bruſt Po⸗
octava Querpfeiffen Art ſitiff machen.
2. fuß. 1. Tremulant zum gantzen Werde
885 Schön Zinnern Prin · durch vnd durch.
eipal 4.ſuß a. Tremulant zum Ruck Poſitiff ab⸗
Cc 3 ſonderlich
202 ORGANOGRAPHIA.
—— —— nn — mn denn ee EEE eu EEE a
ſonderlich / wird fonften der Bock
enant.
1 9. oder 1. Blasbaͤlge. Oberwerck.
Clavier zum Mauual. i. liebliche Rohrfloit 8. fuß
2 , | Nachrhorn 4
5 38 0 3. Gemshorn Spinfloie 4
CF G A Hd ef tt. bis in ov f et 2
Zum Pedal.
D: E Gi B & Vnter Poſitiff.
CDEF G A HCd cf 155 pP fi f
8 6. e 8
7. Blockfloit
e 8. Zimbel ſcharff gar klein 24 fach
Es gefelt mir auch gar wol / daß man 9. Naſatquint anderthalb fuß
zu einer jeden Laden / ein abſonderlich 0. Rancket: 16. oder. Baͤer Pfeiff
Ventil macht / damit /. nicht ein jeder / 8. fuß.
fo uff die Orgel gelauffen toͤmpt wiſſe | 71. Klein Regal.
ſich drein finden konne / ob er gleich die N
Negiſter ziehet. 2. Daß der Wind nicht p edal
fo bald alle Laden erfuͤllet / wenn man +
nicht vff allen Claviren ſchlagen wil.
12. Interſan 16
13. Sorduen / oder gar ſtille liebliche
— Poſaunen 16. fuß
VI. Coppel zu beyden Manualn /
Noch ein Difpofition Vnd was ſonſten mehr be
Zu eim kleinen Wercklein andern Orgeln erinnert g
vff gar liebliche Art ge⸗ werden.
richtet /
Von ·z. Stimmen. | Wolte man es etwas ſchaͤrſſer de
en /
ORGANOGRAPHIA. 203
ben / ſo kan man ein lieblich principal ö NB.
von 4. Züffendarzufegen. Was ſonſten etwa allhier
Es müſſen aber alle Stimmen / nicht erinnert worden / daſſelbe
0 5 wird in dem tractaͤtlin vom Ver⸗
den. dingnis / Bawenſ vnd Liefferung
einer Orgel vielleicht angedeutet
werden.
INDEX
INDEX I.
—— — — —— — — —
Verzeichnuͤs derer Autorum vnnd Kunſtmei⸗
5 ſter / ſo in dieſem II. Tomo Syntagmatis Muſici
angezogen werden.
Pontifices : Epifcopi.
vitellianus P. P. | Mufici.
Sylveiter II. PP. Orpheus.
David. Amphon.
Salomon, Boethus.
Alexander M. Guido Arctinus.
Stephanus Epiſcopus Rom. Henricus Glareanus.
Gilbertus Archiepifco, Rhemenfis. | Timotheus Mileſius.
Impp. Reges, Duces, Com. SethasCalvifius.
Conſtantinus III. Imp. Calilæus.
Gonftantinus VI. Copronymus ChriftophorusCornetto,
Imp. Martinus Agricola.
Carolus M. Imp. LudoricusLacconi.
LudovicusPiusImp. Philologi.
Solymanus Turcarum Imp. Atheneus.
Franciſcus I. R. Galliæ. Plinius.
Fridericus P. Mantuz, Suidas.
Pipinus. } Adrianus Tornetus.
BalricusCo.Hungariz, Poetz.
Philofophi& Medici. Virgilias,
Plato. Franciſcus Petrarcha.
Ariſtoteles. Melopoëtæ.
Hippocrates. Orlandus di Laſſo.
Viäruvius. 8 Lucas Marentius.
Theologi. Carolus Luyton S. C. M. Orga-
Hieronymus. ö nicen.
Thomas Aquinas. Hieronymus diruta Italus.
Guil ielmus P erkinfus, D Joannes Buſſanus.
Navarrus. Hiſtorici
INDEX I. 205
Hiftorici. 3 Sacerdos.
Lambertus Schaffenburgenſit. Gregorius Kleng.
Ioh. Aventinus. Jabian Peters von Schnerck.
Marianus Scotus. g Heinrich Traxdorff.
Volaterranus. Friederich Krebs.
Polydorus Virgilius. Nicolaus Muͤlner.
Platina. Conrad Rotenburger.
Genebrardus. Henricus Crantzius.
Albertus Crantaius. Eſaias Compenius.
Aimonius. Henricus Compenius.
Henricus Erfordienſis. P. F. Andreas Ieſuita.
Bergomas. Ioannes Buchor.
Sabellicus. Ioan. Deutlin.
Leander. Iulius Antonius.
Majolus. Michael Hirſchfeld.
David Chytræus. Gottfried Fritſchen.
Sebaſtianus Virdungus. ne r
Kunſtmeiſter / Orgel: vnnd In⸗ ee
ſtrumentmacher. David Becke.
Bernhardus Teuto. Hans Schaͤrer.
Ioannes Boſſus. Martin Schott.
Carolus Caſſanus. Sixtus Kergel.
Hans Harde. Dominicus Cithariſta zu Praga.
INDEX II.
AB. Doppioni vnd Baſſandli ſechs. 13
Abwechſelung des Tactus moviret oſaunen acht, 233
die affectus. 70 et ſieben. 33
AC. Jagotten acht. 23
Acrort w Krumbhoͤrner neun 1
Accort Querſolten helt an der 50 Corna Muſe ſechs. 13
3
achte. Bombarden dreyzehen.
Do
208. IND
—Biodkfoiten ein vnd zwantzig.
Accort Blockfloiten koſtet 80. thal. 34
Acherhorn
Akolius e Modus eine Quart niedri⸗
ger tranſponiret. 6
AEqualPrincipal. 105.137
Reſonantz lieblich. 127
woher æqual genennet. 27
gebrauch im Choral v. Motetẽ. 727
geheimnuͤs deſſelben. 127
AEqual Gembshorn. 134
Reſonant lieblich. 34
EX II.
„0 1 5 Orgeln nach ihrer Cho Gemini wu
78 A 9155 jetziger Orgeln ve
ſcheid. 106
Alter sun feniger Clavier u
f
1 lberſtadt wenn
—
58
2 Alten Dr pn ſtercker ſchall vnnd laut.
Bnanmütg zu hoͤren vnnd war,
dienet zur Variation mit andern umb. 100
Stimmen. 134 eee 17
eee 134 AM
Amboß. 79
Aubert org. 92
Alt Bombart. 3 Bates name, 2
a eee 106
hat einen Schluͤſſel. 3
Alte Harffe. 77 Applicatio der 1 bey etlichen
derer Form viererley. 77 ganiſten nit viel werth. 44
Dreyecket. 77 Ayffel Regal. 148.126
Alten vnnd newen Harffen vndter⸗ woher genennet. 148
ſcheid. 77] Groͤſſe vnd Form. 148
| ut e 148
Ale eee an I Sf Areiviolate lire Ital. 4:49
Mittel vnd Arce violira. 4.49
woraus 5 5 Arpa. 4.6.56
am a vndterſchiedene Nah | ArpaHybernica. 6. 36
104 | Arpichordum. 1.67
Alte Orgem wie gefimuse, 204 Art der alten Blaßbälge. 103
Alter Orgeln Thon. 702
IN DEN II. 207
BA. Baßgeige mitvier ‚ter Seiten. 48
Bandoer. 28.53 | Baßgeige ſonderlicher Art. 47
In Engelland erfunden. 5 wie for miret. 45
Einer Eicher gleich. von wem erfunden. 45
Mit Staͤlenen vnnd Meſſings mit Eiſern Wirbeln. 45
Seyten. 54J deſſen Gebrauch 9
Von 6. auch 7.Choren. 54 Baſſiſten ſo endet tieff fingen koͤn⸗
wie geſtimmet. 54 nen. 77
Bandorichen. 53 | Bawren vnd Bettler deire. 79.49.
Barbytus. 5Bawrfloiten Baß in Orgeln. 140.141
Sara Stimm in Orgeln. 139 Intonation. 141
Barpfeiffen. 726.746 Gebrauch im Choral. 740
woher genennet. 1 Bawrfloitlin. 132
Intonation. BE.
Form vnd Groͤſſe. a 7 Bernhardus Teuto hat zu a
Mancherley art. 147 das Pedal erfunden. 96
Baſſanelli. 3.4 Beroͤhrete Inſtrument. u
woher der Nahme. 41 Beſcitete Inſtrument.
Reſonantz. 4] Sollen vmb ein Thon eier: 5
Gebrauch. 41 ſtimmet werden.
haben ſieben Locher. 42 Beſchreibung Muficaliſcher Wie,
werden mit bloſſem Rohr a ment. 115
en.
15 ein Quart niedriger as C m. . 2
merthon geſtimmet. 42 zweyerley 2
wie hoch vnd niedrig am Thon. 24 wie hoch vnd tleff u bringen. 19
wie ſie hoͤher vnd niedriger m e bey den alten. 103
intoniren. faſt den Schmiedebaͤlgen gleich. 103
Vnterſte Clavis F. mit Gewichte erfunden. 15
t eden an Mit Roß: vnd Ochſendeuten vber⸗
faunen / Doppelfagotten / vnnd zogen. 115
groſſen Baß Bombarden wie zu Eyaenbälge auff einefondere newe
Muficiren. 5 art / ſo nur ein einige falte haben / vnd
Baß Bombard. 336 ſehr gut ſeyn. 197.198
Baß Clavier in alten Orgeln. 99 | SE 16
208 INDEX II.
er ehe
Bock art einer Sadyfeifen 3.42
43
wie geſtimmet.
Boëthius mwelcher zeit gelebet 90
Chor: vnd Cammerthon.
Chorthon bey den alten vmb ein Then
niedriger. 14
Warumb. 1
Citherini Inſtrumenti erſin Wird in Kirchen gebrauchet.
der. 5 . Chormeſſe. 121
Bombyces. 6|Chormefle reſpondiret acht fuß
VBombard: Bombardoni. 36 thon. 121
woher der nahme. . Chorus Inſtrumenrum. 76
deſſelben Intonation. hat zwo Röhren. 5
m Tenore. 5 Chor der befäiteren Inſtrument.
Nicalo. 36 Chor auff Lauten vnterſchiedlich s
Gad Bombs of . Che oda pl l.
groß. 37 oro auto Ita 5
länge 37 Choriſt Zagort. 1
Bom 0 77 Intonation.
VBombard in Orgeln. 126 Wie hoch vnd niedrig am Thon. 3
Bordun. 139 Choral werde: 5
BR. wie geſtimme
Vrumeiſen. 5 Choral wie auf alten Orgeln geſcha⸗
x gen. bt
Buccina. 2.35 Cher Principa
CA. * e
Campana. 4 123
Eamierrpon für der Taffel vnnd in Cl.
conviviis gebreuchlich. ee se 3.6. 28.54. 56
Canal oder Windroͤhre. ſetzo anders als bey den allen. 5
Czfaron Bafsilta u Rom. 27 fuͤnfferley art 54
Cappeltan K. „ 83 I. Ben 4. Choren. 28.54
. — Italiaͤniſch. 11
Chelys. 449 8
Chitarrone. 53 1 5 oren vnd wie sn
deren groͤſſe. 52
Chiterra. 55 Il. Bene. Germ be alf en 55
INDEX II 209
erley art geſtimmet. 28.55 Sonderliches ches Clavichordi Deſchrel⸗
IV. Groſſe 6. Choͤrichte. 29.55 bung. . &
vmb ein Quint tieffer. 55 Im Clavichordo zu einer Seiten offt
faſt 2. Ellen lang. 55 zwey / drey / vier Clavier. 61
V. Von 12. Choren. 2955 | Clavichordum, darinn etliche dieſes
Reſoniret gleich einem une Enharmonicz. 61
balo. 5 5 Clarien auff einem Trumſcheid. 55
Citherlein klein Engliſch. 29.55 Claves der alten wie vnterſchieden. 12
wie geſtimmet. 5 | Elavier in alten Orgeln. 98.99. 169.
Cithara Hieronymi. 7 no. 111.
n der alten vnſer jenige Sur gebrauch. i 99
54 Clavier vermehrung. 109.111
c :Cymbeln. 4 Verenderung. 109
Cymbalum Hieronymi. 2 Clavier der alten von N angefangen
deſſen bedeutung. 7 vnd warumb. 112.113
Cymbelchen. Clavicymbalen. 1.7.63
Cymbalum univerſale ſeu e deſſen Reſonantz. 63
ctum. 5 63 9 0 doppelt / drey vnnd 55
Clavichordam. 5.60 | Clavicymbali im Chorthon dane
Neuß dem Monochordo erfun-] Reſonantz.
60 Clavieymbeln, Symphenien, vir
bu erſtlich 20. cla ves gehabt. 60 ginal &c. etwas imperfect vnnd
Jenget vom C. an. 611 warumb. 63
Iſt das Fun dament aller olavirten | Clavicymbel, darinn das de gedoy⸗
Juſtrument. 61 pelt. 63
Dienet fuͤr an fahende Schüler vnd Clavicymbel mit y. Claviren. 64
warumb. 61 Clavicymbel, in welchen alle Semi-
Hat im genere Diaterrico nur] tonia gedoppelt. 64
20. claves. 60 deroſelben doppelter Abriß in 1
In einer octav dreyerley Semito-] vibus vnd Noten.
nia. Clavicymbel, welches ſieben ale
Vermehrung der Clavir vr tranſponirt vnd fortgeruͤcket 2775
nen. 1 den. 65
Dod 3 Auff
210 INDEX II.
— —
auff alle drey genera 2 modulandiſ Sehen se fostel‘ Thon als als Löcher. 40 40
gerichtet. 65] haben ein einfache Roͤhr. 12
deſſen gebrauch. 65 vnten zugedeckt.
Clavicithorium. 5.67] An Reſonantz den Krumbhoͤmern
deſſen Refonang. 67 gleich. 41
Spin wie ein Clavieymbalum. 67 Corua muti,terti,Florti. 3.40
gantz in die hoͤhe gerichtet. 67 wie hoch vnd niedrig am thon. 24
Claviorganum Inſtrument mit Cornetto Ital. Cornet. Cornu 3.35
Pfeiffen vnd Seiten. 3 Recto, diretto. 35
Clavitympanum. Curvo. 35.36
Claves erſtlich vier / darnach ſeben Muto. 36
bald 14. vnd endlich 15. 90] Torto. 75
Claves Chromaticæ woraus en wie hoch vnd niedrig.
den. Groͤber oder Juͤnger zu Sum-
m Tetrachordi Syuemme.| men. 35
Cornettino. 3
Stavicymbein tagen 150 95 wie hoch intoniret. 36
Go. Cornon.
Comma. N 66 wie intoniret. 36
Conſonantiæ woraus erfunden. 79 wie viel thon. 36
Concertium hey den alten nicht ge- wie ein S. formiret. 36
breuchlich. 141 Cornett in Orgeln. 126.146
Compendium eine floite jünger oder CR.
groͤber zu ſtimmen. 35 Crembalum. 5
Contra Baſſo de Gamba. 4 Crepitaculum. 4
wird durch eine Quart geſtim̃et DA.
Contrapunctus Gloridus wie ne Darmſelten verſtimmen ſich ehe er
Orgein erfunden. 101 Erxzſeiten.
Coppelſloiten in Orgeln. 14
Coppeln in Orgeln. 132 | Decken macht die e pfaſſn am Thon
Corna Muſe. 3241421 tieffer vmb ein Octar / Quint / 125
derer Refonann. 41 Ser
ſeind Chorthon. 4 Der teen meinungsonde Mu
hoher vnd niedriger thon. A
8
t Digni⸗
———————
INDEX IL an
—————
Dl. Kloſter Rittagshauſen. 198
Dignttaͤt der Orgeln. 82) Einer koſtbarn Orgel. 798
Diſcant Clavier. 98. 99 n Wercklin. 199
Gebrauch. 98.9
Diſcant Geige mit 4. Seiten. 48 Doeff Stimm in Degen. 127
d in Orgeln / e ee, Doppel Cither. 7
beln zu dupliren. 63 Doppel Corthol. 23
Difpofitiones der Orgeln zu Coſt⸗ Doppel Fagott. 28
nitz. 161 zweyerley. 38
Vlm. 162 Intonation. 38
Dansig 62 wie hoch vnd niedrig. 23
Noſtock 763 Doppelte Harfft hat ale Semiton. 56
Luͤbeck. 164.165.166 Doppioni. 3.39
Stralſund. 167 eee thon. 23
zu Hamburg. 168.169 a
Luͤneburgt. 70 Dudei art von Sadpſaſßen. 3. 3
Breßlaw. 171] hat drey Stimmen.
Magdeburgk. 172.173.174 Dun in Drgeln von wen en
Dernam. 176.177 140
Stendal. 176. 77 Dal Dultzaine. 3.38.39
Hall. 72 woher der Nahme. 38
Brounſchweigk. 128 Lieklicher als Bombard vnnd war⸗
Leipntg. 179. 60 umb. 38
Torgaw. 180 Dulzſtoiten. 3
er 8: | wie intoniret. 35
affel. 183 Dulcian in Orgeln. 126.136.747
Buͤckelburg. 185 Form vnd gebrauch. 247
Dreßden. 186 Dulce ſuono. 38
Gruͤningen. 188 E.
Heſſen. 189 Echo auff dem Geigen Inſtrumẽt. 70
Schoͤningen. 190 | Cinſtimmige Inſtrument.
7
Andere mehr. 2 P. C. 91. a en vmb etwas nie⸗
Soꝛidershauſe
15
4 S. Gechend in ou S dene, 16
Erſter Orgel art vñ eigenſchafft. z. 94
2 ö INDEX II.
hat / Claves ohne Semnonia. At. Fiſtula Hieronymi. 78
hat drey Tetrachorda der Ar] Form derſelben. 78
ten. 94] Bedeutung. 78
warumwb nur . claves. 2 Fiedel. 48
vmb eine octav ergroͤſſert. EL.
Eunuchi in Keyſer vnd Cacholſchen Flachflotte in Orgeln. 126.136
Cappellen wie hoch fingen koͤn⸗ welcher genennet. 136
nen. 18 deren Intonation. 136
Exilent Plockfloit. 21 dreyerley art. =
FA. Flauti.
Fagotti, Fagott. 3. 2 Floit das Fundament aller gelöchekten
wie hoch vnd niedrig. Inſtrument. 61
Lieblicher Neſonantz als Bomber, {| Floite. 3.7.33
den. wie zu hoͤher oder niedriger Intona-
warumb. 35 tion zu bringen. 34:35
Gen vnnd Dulctanen vndter⸗ wie viel oͤcher. 33
ſcheid 38 Lauten im Chorthon lieblich. 16
Fagotten doppelt zwweyerley. 38 wie eine von der andern geſtim̃et. 37
Fagott contra wie niedrig am thon. 38 Floiten Chor. 34
Fagott in Orgeln. 126,147 Floiten in Orgeln. 125.139
Form vnd groͤſſe. 147 Zweyerley. 125
Gebrauch. 147 Fluͤgel Inſtrument. 63
Falſet Stimme. 12.19 EV.
FE. Fundament Inſtrument. 7
Feld Pfeiffe. 35 Fußthon wie zu verſtehen. 121
Fl. Einem Organiſten zu wiſſen 55
Fides: Eidicula. 4 naoͤthen.
Fidicinia Inſtrumenta. 4-43 | Fuͤſſe namen vnnd aahl den Orgelma.
Fiffari: Querpfeiff. 3. J chern im gebrauch. 19
Siguralgefang durch die Orgel ann GA,
90 Gantz Orgelwerck was bey den alıd.zos
giguraf gefang von der alten ae: e 92
nia durch aus anders. 90 E.
Fiſtula. 3.33 Bradır Sum Orgel 139
Sechſer⸗
INDEX IL
Sechſerley art. 57 Rader an ſtadt der Tanganten. 68
Gedackter vnterſatz. 39 wie tieff am Thon. 68
Groß gedackter Sub Baß. 39] Seitenron Stal vnd Meſſing. 68
deſſen gebrauch. 140 Geigen Inſtrument eigentliche >
Godackt ſonderliche art. 140 ſchreibung.
Gedackte Quinta. 140] Gebrauch. 5
ſtehet eine quint vom Chorthon. 40 Lautenthon. 70
Gedackt Schnarrwerck. 746 diener zum Choral. 70
Gedackt gelinder als Principal onnd | gibt einen Tremulant. 70
warumb. 38 Ein Sackpfeiffen / Schalmeyen vi
Gedackte Schnar:zwerck gelinder als Letrenthon. 70
Poſaunen vnd warumb. 38 Cithern art zum Baſſatum. 70
ſtehet eine Quint vom Chorthon. 38 gibt eine Feld Muſicam mit Trom⸗
Gedackt an 125 meten vnd Clarin. 7¹
zweyerley. 126 | Gembshorn. 126.134
Sad von den Alten floiten genen, amthon lieblich. 134
139 gebrauch. 34
Von den Niederlaͤndern Ber. Gembshorn Quinta, 134
dun. 139] des Labij breite. 134
Von andern Barem. 739 Gembshorn woher den Namen. 133
Gedackte wie vnnd wenn erfün- Geigen Regal. 146
den. 774.115 woher der Nahme. 146
Geige. 44.48 | gebrauch. 746
hat 4. Seiten. 48 Gelber Zinck. 3
wie zu ſtimmen. 48 Gemeine deire. 5.49
Geigelin. 48 Gerader Zinck. 35
hat drey Seiten. 48] mern. 75
Geigen mit Meſſings vnnd Sabin GI.
Seiten. 48 | Gingrina. 37
werden durch 5. geſtimmet. HT Giogrire propriumanferum. 37
Geigen Inſtrument: werd. 67 gi · In Orgeln / Poſitwen vnd Cal,
Geigen Clavicymbel. a cymbeln zu en warum̃. 63
Form vnd geſtalt. GI.
Von wem erfunden. 97 | Glocken: gloͤcklein. 4:79
Invention woher genommen. 67 Ee Græci
{ i I.
214 INDEX I
— — ———
— — —
—— ——
f roſſe Quintadehna. 37
i i = 66 ae pat 77
Græci Muſici. 6 | Grab Regel 5
Grave cymbalum. 3 9 5
Grobe Cymbel. 131 Mensur. 5
Groſſe alte Orgelwercke. 97 Saale Rohrsen. 171
Groß Baß Bombard. | 5 . 10
eee i 22 Groß Subprincipal Baß. 127
wie hoch vnd niedrig. „ 5
Geoff dick, 56 vnd warumb. Sr
roſſe _ 5
Groß e 5 9. 1 Schweitzer Pfeiff in
m Pedal zugebrauchen.
a Daten ä = SrefeScwrt. 5
„ nr Guido 188 z welcher zeit ge⸗
Chorthon geweſen. 32 5 5
Groſſe Jalänſche dere. 4.49 lebt. er
derer ſtructur. FE 2 PEN, 5 175
t iz. auch
Itdengeacr Chromatico vnd | Halb Orgelwerck bey den alten. en
en 15 e 56
9 o. auch 85 Bey den alten Cithara. 56
. 5 4 | wiviel Seiten gehabt. 15
Jetzo von 10. 12. ſelten 20. chr 8 5
PA 8 55 5 Fache A 30: =
Refpondiret einem æ qual = D. = an ohne Semitonia. 15
al. A
28 klein Principal er a zur lincken vnnd vorm
Stoß grincpal. 705. 722. 27 Harpa. in
5 33036
ium langſamen o.
Groß Principalwerck woran ert at. 122 | hat 43. Seiten. 5
INDEX II. 215
3 ——— — —— —
Alle Semitonia. 56 lich. 16
Einen lieblichen Refonang. 56 Holquinten. 732
Alten vnnd newen Harffen onter- | gebrauch. 132
ſcheid. 77 Holquinten Baß. 132
Alten Harffen Form viererley. 77 | Holſchelle. 137
dreyecket. 77 I Holgern Orgel. 138.189.190
Harffenirender Reſonanz. 59.67 Holtzern Pfeiffwerck iſt mit andern
Harmonia conſonantiarum in der | Orgeln ſowol am faut vnnd Arbeit
Natur gepͤanget. 47 als Fundament thellung nicht zu
HE. vergleichen. 141
Heer Paucke. 77:79] Houtbois:Hoboyen, 36
HeerPaucengebraudy 77 Hu.
Heulen in Orgeln woher. 159 Huͤmmelchen. 3.42
HI. hat . Stimmen. 4
Hinderſaß in alten Orgeln. 99.107 IA.
wie viel Pfeiffendarinn. - 99.173 Jager. Horn. „8
wie vnd wann zertheiler. 113.775 IN.
Hydraulicum Inſtrumentum. 9. 92 Inſtrument vnnd Inſtrumentiſt was
deſſen vnterſcheid von der Orgel vnd eigentlich ſey. 11.62
anfang. 20.92 Inſtrumentorum Muſicorum Be-
Hypodorius wird aus dem E Muſici- ſchreibung. 1
ret. ö 16 Inftrumentorum Muſicorum Ab-
wird aus dem F. Muũciret. 63 theilung. 1
Hypotonicus wird aus dem C. ins Inftrumenta u. 2
D. vonden Iralistranfpaniretoi| jtocnerlen Art 4
Muliciret. Inftrumerta fidicinia, 5
Hypotonicus wie auff Zloiten Bom- Inſtrumenta inflatilia. 13
barden / Schalmeyen vnd Krumb· zpeyerley Art. 4
hoͤrnern a ae 3037 ohne vnd mit cachern. 2.
B * c N .
Holſloit in Orgeln. 9 8 126.13, | Jr nent mit &öchern ee
er Thon vnd woher. 3 x 3
eh ne 37 Inſtrumenta KESTTOR welche ge⸗
Heber Thon worinn der bete. 14 ſchlagen oder geklopfft werden. 3-4
Hoher Thon den ltalis nicht annem⸗ Ee 2
218 INDEX II.
— —
n 3 land vmb ein Terti tieffer.— 16
Aopdv. 4 nn 14
nſtrumenten Thon reſpectu
x0 du. 3.4 Latitudinis. a 6.7
luenoroa. 7.11] Longitudinis. 55 ,
Profunditatis.
. arr. 7 Inſtrumentalis Muſica zu K. Oe.
oN. 7] vids zeiten wie zuverſtehen. 83.84
Inſtrumenta prima. warumb zu grundegangen. 84
A primis orta. 7 | Ihre der Orgeln / Monochor-
Mixta. di, Clavicymbali &cc. ſind vns ver-
Multivoca. borgen. 90
Omnivoca. 7 Invention der Negieſter. 116
Vnivoca. 7] InGrzcia hat ſich die Muſica gar ver
Tibicinia. 8 lohren. 8
Inſtrumentum ſpecialiter ſic di- 1 5
firume . 5.3
e woher safe bat 43. Baan 5
Nan r eis 5 Alice del nene 56
N n ru pyrung a
Monochor 142 e FR 4:49
ane keinen Afekum exprimi-
49
69 Fal Hab Ay ka gefallen am hohen
kelden kene Moderation. 65 fingen. 1
wo nach jhrem T e Iu. N
ſchieden = * ngfrawen Negal. 145
Iniſtrument weiche vber jhren Rack ngfrawen Baß. 145
lichen Thon koͤnnen gewungem Menſur. 145
werden. 6.7 dulce een, 31
I timmen fenti- | Judi 3
8 ne nn Br 6 Juden 1 ren nie keine Orgeln vnnd
Anmelden der Won leichilich dame 84
met.
Kulber
INDEX II. 217
— ——
KA. 4 woran zu erfennen. 123
Kaͤlber Regal. 116 | Kleine Quintadehna. 37
KE. Gebrauch zur Variation. 7
ee e, 79 Klein Regal. 2
Kl. Kleine Rohrflott.
Kirchen Mufica. 82 Kleine Schweitzerpfeiff in Orgeln. 118
KL Kleine Schwiegel. 133
Kleine Cither. 55 Kleine Spisfloit. 135
wie geſtimmet. 55 Klein vierecket Inſtrument. 62
Kleine Flachfloit. 136 vmbeins. eee
Klein Floiten Baß. 132 met.
Gebrauch im Choral. 132 Kleine Zimbel. 5
Klein Gedackt. 239 Klein Zincken. 36
Kleine Geige mit drey Seiten. 15 Klingende Zimbel. 231
gebrauch zur Variation. KN.
Kleine Holfloite. = Knopffifesat. 148
e 2 woher der Nahme. 148
hat 7. Seiten. KO.
Iſt Triciniis bequem. 5 Koͤpfflin Regal. 126.148
Kleine Mixtur. 131 Form vnd Groͤſſe. 148
Niederlaͤnden ſcharp. 131 Reſonantz. 148
wie diſponiret. 131 | Kort Inſtrument. 39
Kleine Octav in Orgeln. = Gibt fo viel en 40
Klein Octaven Gembshorn. KR,
Gehoͤret ins Pofitiff- Krumbhoͤrner. 40
55
Gebrauch im Baß zum Choral. 134
Kleine Orgelwercke bey den alten. 97
Klein Paͤucklein.
Klelne Blockflotten.
derer Lenge.
wie viel Söcher.
wie hoch vnd niedrig.
Kleine Principal.
Kleine Princwalwerck.
wie viel Loͤcher. 40
wie hoch vnd niedrig am Thon. 24
77 wie eins vom andern geſtimmet. 37
34] Geben ſo viel Thon als Loͤcher. 40
34 | Krumbhorn in Orgeln. 225.145
a Krumb Zincke. 35.35
Ku.
Ba Kuh eſchellen. 78
123
Ee 3 Laute
218 INDEX IL
— nt . — nen ae GET EEE Run Gens
LA. hat 7. Seiten. 49
Saure: Italis Linto, ‚4.6.7-49 Gebrauch. 49
wieviel Sorten: vnd zu ſtimmen. 27 Lironi perfecto Ital. 49
. der beſeitteten Suferu hat 12.14. auch 16. Seiten. 49
611 Gebrauch. 49
10 4. Chor / darnach 5. 5 Lituus. 78 3.40
jetzo 6. 7. 8.9. 10. ri. vñ mehrChor⸗z 50 9 Lock Pfeifflin. 78
zum Generi chromatico bequẽ. 65 Lu.
wie die Chor Seiten nterfehlenlich Sufsin Infrummenmegeig 2
zu nennen vnd zehlen. o
Kauten groß vnnd klein in einander zu Wensch 2
ſtimmen. 57 MA.
Lauren vnd Theorben vnterſcheid. zo | Magas. 57
Laut auff den Seiten kan nicht 8 Maſſenbenten 78
continuiret werden. 69 Mandoͤr / Manduͤrichen / Manduri⸗
LE. nichen. 28,53
Leire der alten. no] woher der Beer. 53
Gebrauch. 100 hat 4. oder 5. Seiten 5
Italiaͤniſche Leire. 491 wie geſtimmet.
zweyerley. 49 wird mit einem Finger oder go
Seireder Bawren vnd Betler. 5.49 | keilgeſchlagen.
Lenge offen Pfeiffwercks. 124 deſſen gebrauch in Franckreich. 15
Lenge gedacktes Pfeiffwercks. = 3 Orgeln.
Lerchen Dein, 1 Manual Clavir bey den alten Dikanı
Leviten haben jhre Pfalmenend Lieder genennet. 97
a rn 90] warumb. 90
wieviel Cla ves gehabt. 97
Lyra, Italice 1 + 2 Materia e 84
Pagana.
Ruſtica. 15 45 4 Menſchlicher S vnd tieffe
de gamba 14. Seiten. 7.26 im Baſſo, Ten. Alt. vnd Cantu. 20
de Bracio. 7.26.49] Menſur im men) je enger RE
wie zu ſtimmen. 26 Reſona
Mit
Orgel Wache bey den Al;
97
Müre Principal. 2
INDEX I _219
in in Schnanwercken einen eblichen
Refonang.
143
Muſcowiteriſche Inſtrument. 25
Muſica bey den alten.
woran erkant. 122 Mufica . bie Drgeinere
Mixtur. 1301 funde 90
Mancherley Art. 130 | Mufica Orlandi di Laſſo. 17
gebrauch. 130 | Muſica von den Teutſchen wieder in
Correſpondiret demzqualprin- | Itahlamgebracht. 96
cipal. 130 | Mufica vor zeiten in Italia Ban
Iſt 4.5. 6. 7.8.9. Chor. 136 gen
kan fuͤr ſich alleine nicht sau 1 ia zu David vnd u 2
werden.
Mixtur in alten Orgeln.
MO.
Moderation der Stimmen fonder-
lich in acht zu nehmen. 68
Moviret die affectus. 69
wie geſchaffen. 69
Monochordum. 60.142
deſſen Beſchreibung 60
hat eine Seiten. 60
gibt alle Confonantias. 60
gruͤndet auff die proportiones. 60
wird durch den Circkel ausgethei⸗
let. 60.
Monochordum aller Mufical
g Muftealſcher Inſtrument Gesch
bung. 1
Abtheilung. 1. 10
Erfindung. 2
Thon. 7
quo ad qualitativam generatio-
nem. 1
quo ad qualitatiram menſura-
tionem. 6
Refpe&ulongitudinis. 6
latitudinis. 6.7
profunditatis.
15 Muſicaliſcher Inſtrument 1
viel ben den alten vergeflen. 89
Inſtrument Muster, . Inſtrument befte Bir
Aby Inftrumenta. 8
an . Sen. n.85
Multivoca Inſtrumenta. 9 woher der Nahme. 338
Mundſtuͤct am Zincken. Intonation. 155
Mundſtůͤck lenglich vnd ſchmal per | Gebrauch. G
220 INDEX IL
Quintadehnen Menfur.
738 OM.
woher der Hornklang. 138 Omnifona, omnivoca Inftrumen-
Nachthorn Baß. 7138 ta 11
Nah men der Orgelwercke. 121 OR.
Nach dem Manual zu rechnen. / Organum Inſtrumentum Initru-
Daſath. 34 mentorum. 11
woher der Nahme. 134 | Organum pneumaticum. 2
Thon. 734 portatile.
Gebrauch. 134 Organiſten ſollen wiſſen die Stimmen
8 II. zu „ vnnd zu veren⸗
Niederlaͤndiſche Coppelfloiten. 134 14
Niederlaͤndiſch Nachthorn. 5 Se requiſita. 88
deſſen thon. 8 Orgel. 7
Mcd hen nech der beſte. er DOrgeindifpofitiones. m
NO Orgeln dreyerley Art. 122
Nola. 4 Orgel begreifft alle andere Inſtrumen
OC. ta Muſica. 85
Octaven in Orgeln. 129 Orgeln Encomium Hieronymi dis
Viererley art. 129 rutæ tali. %
Menſur. 129 Orgeln in Teutſchland nach dem ge⸗
Gebrauch. 129] woͤhnlichen Cammerthon em
gehoͤret in die AEqualwercke. 129 met.
Octaven Gembshorn. 134 Orgeln im Sommer hoͤher / im Win.
gebrauch. 134] ter aber niedriger am Thon vnnd
Oclaven muͤſſen rein geſtimmet wer- warumb. 24.74.75
den. 330 e nicht moderiret wer⸗
Oetava nur drey Semitonia bey den 69
alten. 5 8 menſchlichem Leibe rg.
Octaven Principal. chen. 87
Gebrauch. * heiſſem waſſer regirer. 92
woran zuerkennen. 123 wenn vnd von wem gebawet. 92
OF. | Orgeln rechter thon. 14
Offenfloltwerck. 125 Orgeln von wem erfunden. 89
zweyerley.
a Vor 600. Jahren in Zeusfäland
gebawet.
INDEX IL 221
Igcbawer. 1 drey Manual Clavier. nt
warumb jhren Sitz in der Kir⸗ a. 1
chen 8/7 avier. ©
woher den Nahmen. 86 Roſtock. 163
sum Choral Gcſang gebraucht. 2 Schöningen. 198
zu was ende in Kirche gebraucht. 90 Stendal. 176
zu welcher zeit in Teutſchlano vnnd! Stralſund. 167
Franckreich aufffommen. 91 Torgaw. 181
zu welcher zeit erfunden. 20 | Venedig. 110
i N 15 a EN 2
m m Stifft. 11
Dune ; 176 | Orgelwercke werden noch Fuͤſſen b.
idien. 109 nennet.
Scl er 78.7 | Orlandi di 7 0 Capelſen von =
law. 272) Perſonen ſtar 17
Dull 185 Ornament-Inſtrumenta. 7
Caſſel. 183 | Orpheoreum. 5.6. 28.4
Coſtnitz. 161 N 14
i 0 162 eiten. 34
er 187 wie geſtimmet. , 14
Erffurd. a | Iſt Cammerthon. 54
Goͤttingen. u
en 1 | Gaben Crepes, Seite. 52
Halberstadt. Pandora. 1.6.7.
Hall. 125 Pandurina. 53
Sm ” a. 189 WOYTOVEL Inſtrumenta. 7
Leipzig. 16.179.180 Be .
Lubeck. 164.165 Y h 2
Eineburgf, i = =>, Pauolin. 55
deburgk. 2
Müden. f 110 n wem *
deſſen Clavier. 110
Star | Bine 2
442 INDEX II.
— — — —— —
Pedal Clover bey den alten. a wieviel Löcher. 33
Pedal von wem vnnd zu welcher zeit u wieviel Thon. 33
Venedig erfunden. a wieviel Thon extraordinar. 33
Pedal wird jego in Welſchland 295 Achterley Sort. 33.34
Engeland nicht viel g ee 5 derſelben Intonation. 34
Renoreon. 7.28.54] wie tewr ein Stimwerck. 34
Iſt wie ein Pandoͤer. 54 Plockfloite in Orgeln. 735
hat. Chor. 54! derer Form vnd Lenge. 135
pP. pla 1 Art. 135
0 3
ha 140 Allerley Sorten wie hoch vnnd mie⸗
Pfeiffende Inſtrument. | Pierbreemdn ni 5
Piel in alten Orgeln lenge vnnd x 135
101,702 etto. 8
Pfaffen in alten Orgeln difpofition 4
auff einem Chor. 102 | posten Inſtrumem. 78
Pfeifen in alten Orgeln ale auff ein | LIOAYTOVE Inftrumenta.
7
mal zuſammen geklungen. 97 Pombard allerley Sort wie hoch 55
Pfeiffen in alten Orgeln Mixtur ſehr! niedrig am Thon.
vberheuffet. 102] wie eins vom andern geſtimmet. 5
Pfeiffen in der Danmiſcher Orgeln. Pombard in Ortzeln. 147
Intonat ion vid groͤſſe. 147
Pfelſen m Orgeln weherteh 1271 Form vnd Gebrauch. 147
Pfeiffen nach zu ſtimmen. 149 „„ Pumtarn:
1 ſo drey abſonderliche ir Polniſche Geigen. 44
ſter woher den Nahmen. 44
pace wieviel offtmals auff 5 Poſitivum. Poſitiv. 2
8 darinne alle ä
feiert hat feinen rechten Thon doppelt.
vnd Fundament cheilung aus dem Pofitiv fo zu einerley Pfeifen drey 15
Monochordo. 142 ſonderliche Regiſter. 79
pl. Pofaune. 2.7. 31
Piffari. 3.37] Alt⸗Diſcant⸗Poſaune. 31
PL Tenor-Pofaun. 31
Plockfloite. i 33 Quart⸗
INDEX X II. —
Quart-⸗Poſaun. =. zı d oeh gc. pee 5
Quint⸗Poſaun. 32 Quer oit in Orgeln.
Octav⸗Poſaun zweyerley Art. 32] Aus der Quintadehna are
Poſaun wie hoch vnnd niedrig am] den 138
Thon. 20 Intonation derſelben. 138
wie vielerley Sorten. 20.31] zweyerley Art. 28
Poſaun in Orgeln. 126 Querpfeiffe. 3.35
warumb ſtercker als Gedeckte thon derſelben. 27
Schnarꝛwerck. 38 wie hoch vnd niedrig. 22
Mancherley Menſur. 142 wieviel Loͤcher. 37
Poſaun ſonderlicher Art. 1434 wieviel Thon. 35
Poſaunen / Trommetten vnnd Schal⸗ ul.
meyen Be Orgeln. 142 | Quinta in Orgeln. 130
PR. a uinden. 130
Præſtantur in Orgeln. 106.126 Quintadehna. 186.137
Principal. 107.126 | wenn erfunden. 137
woher der Nahme. 126 woher der Nahme. 137
viererley Art. 127 woher die Quinta. 125
warumb ſtercker als ge deckte. 8 Form vnd Proportion. 137
Principal Diſtant. 128 Intonation. 137
Pritſchen auff dem Hafen. Ih dreyerley Art. 7
Proba im Summen. 4 Gebrauch. 137
Ob ein Regal juſt vnnd fleiſſig 5 hat zwey vnterſchledliche Laut. 737
macht. 85 144 Sf . offen Pe
. werck
Pfalterium. 4| zum Choral Baß bequem. =
Pſalte rium decachordum. 761 Sonſten. Quinta ad una genen
Iſt iweyerley Art. 76 net. 137
Qu. Quint Fagott. 38
Quart Fagott. 132
wie hoch vnd niedrig. e 4.28.53
QE. 1 hat 4. Chor. 53
wie geſtimmet. 53
Querfloite.
Duerfloitefonft Dulgflotte. 3 am 5.
224 INDEX I.
Gebrauch. 53] Von Holtze. 7
SE im ſtimmen muͤſſen fchwe | Reſonantz. 72.73
150 woher der Nahme. 74
A muß im ſtimmen etwas ge⸗ ſonderliche Art. 74
nommen vnd der Quarten zugelegt 1 ſich durch Hie vnnd
werden. 15] Kälte 74.75
RA. 5 une 74.75
Racket. 3.391 woran geſteimmet. 143
Neunfache Roͤhr. 39 wie zu ſtimmen 148
Reſonantz. 39 Repetiren wz in Mixturen heiſſe. 232
Baß Nackct. 39 | Repetirende Zimbel. 131
wie hoch vnnd niedrig am Thon. | Refonang der Schnarwercfe rührer
24.40 Ri vom Duni be. 143
Lenge.
Loͤcher 40 | Rohrfoite, 126.148
geben fo viel Thon als Loͤcher. 40 woher der Nahme. 141
gebrauch. 40] Gebrauch. 141
Im Baß anmuͤtig zu hoͤren. 40] wweyerley Art. 141
Mancket in Orgeln. 126. 147 Geben einen guten Bawrfloiten
Groͤſſe. 247] Baß. 141
Reſonantz vnd Gebrauch. 147 RNohrſchelle. 147
Nan F rg. 15. 30 woher der Nahe, 4
derſelben Baß. 130 Roͤllichen.
woher entſtanden. 215.130 Romaniſche Theorbe hat 6. Stilen
Rauſch Quinta. N > Chor. 51
warumb. Ru
RE. „| Runpofufinennetunm. us
Rebecchino, 44
Reccrdor Inftrumentum. 5 Sadpfeiffe. 3.6.42.100
Regal. 3.7.72 Allerdey Sorten: wie hoch vnd nie⸗
zweyerley. 72 drig. 25
Beſſer als ein Clavicymbalum. 2 derer Art. 42
gebrauch. wie geſtimmet. 42.
Regalwercks euliche arten. a Mit zwey Stimmen. 23
jede
INDEX II. 225
jede vier Löcher. | eln. 5
Mit zwey Cavier Röhren. 43 1 0 126
Seren nun. 77 wann erfunden. 116
Mit einem Blaßbalge. ie zu Prag erfunden. 147
8 Samund derſelben. 75 Liebliches Reſonantzes. 147
ern en Summung. 148
Satyriſch An 85 ee = 43
SE Gee 2
beſſert. 3.42 Mefonang vnd Thon. =
Schaffer Orgel. Ischryari. 3-4
en ae wie hoch vnd niedrig am 35 24
a
Iſt in den Oberſten Söchern falsch . Thon als Löcher 45
Ben warumb. Be 95 n en offen. 42
chalmeye. 6
„ hoch vnd niedrig 3 den Orgeln an
15
vx m
vnd Poſaunen. 6
= eine von der andern en i 63
i etger Pfei 5
Saane n ren. . 15 e
Leeder mi der Qumpff dr
wo een
78] vberein. 33
Schellen. 7 5 Schweitzer Pfeiff in Orgeln. 728
Scheüholtz. 57 woher den Nahmen. 128
woher der Nahme. Neſonang. 45
wie viel Setzen. 574 128
N 571 zweyerley art.
wie geſtimmet. | Diſcant. 128
wie aeſchlagen. 8. 1 Baß. 128
Schleiffladen. rs im. G brauch. 128
Geben eine enderung in Sti 108 Oben gedeckt. 129
men. | Ff 3 dum
226 INDEX II.
zum tangſamen Tact. 128
128 | Sympathria der Seiten. 47
ohne Coleraturen. 5 8 feiffen in Orgeln. Y
Schwiegel. phonia.
wie hoch vnd niedrig am PR Singe Corthol wie hoch vnd 1185
wie lang. 34] am Thon. 23
wieviel Loͤcher. 34 Singekugel. 79
Gebrauch. 34 Singen per choros. 90
Schwiegel Orgeln. 15 Siſtrum. 4
woher genennet. SO.
zweyerley Art. 15 Soldaten Trummel. 35.77.79
wenn erfunden. 133 Sonderliche Art einer Baß Geige. 45
Reſonantz. 133 Sordoni: Sordunt. 3.39
SE. derer Reſonantz. 39
Sedetz. 129! Cöͤcher. 39
wie eine muͤſſe von der andern ge-| Laͤnge. 39
ſtimmet werden. 19 7 viel Thon als Loͤcher. 40
Seiten aus Daͤrmen oder Metall. 47 hoher vnd niedriger Thon. 23
Semitonia aus dem genere Chro- Sordunen Baß. 39
matico im Clavichordo august | wie niedrig am Thon. 39
worden. Sordunen in Orgeln. 126.146
SemitoniumMajus foly. Cena 4 Sorten von Stimmen. 12.13
Minus aber 4. halten. von Querfloiten dreyerley. 3
Semitonia in Digein wenn 1 75 von Doppionen dreyerley. 13
den. 95 von Baſſandlis dreyerley. 13
woraus erfunden. 90 Dean
Sexta bey den alten keine Conſonan - von acket Viererley. 3
tin. 101 Schriari
Sexta Minor muß im ſtimmen rein Fagotten
ſeyn / e ſchweben. 52] von Sordunen fünffer«
von 7 Krumbhoͤrnern Cley. 13
Sieben derley Serin vnd Bombar⸗ Corna Muſe
den. 3] Don Blockfloiten achterley. 13. 3
Sieſioit. 132 Intonation. 146
Sorm
—— — . —
Form vnd Groͤſſe.
eee DRUM
146
146
Spaenbälge BR angefangene
chen
Spielflotten in Orgeln.
126. 5
woher der Nahme. 135
Spinetto. 5. 5
wie geſtimmet.
Spitzfloit in Orgeln. 135
Vnterſcheid von den Gembshoͤc⸗
nern. 135
woher der Dahme. 135
zweyerley Art. 735
wenn ſie erfunden. 735
Springladen. 107.108
wenn / woraus vnd warumb erfun⸗
den. 107. 708. 114
Stamentien Pfeiffen. 34.77
Lenge. N 34
wird vnten mit einem Finger regie⸗
Stille Krumbhoͤrner. 439
Stille Zincken. 36
Sanfft vnd lieblich zu hoͤren. 36
Stimmen in Orgeln von 1. oder 2. fuß
Thon von den Italis nicht groß ge-
achtet. 140
Stimmung der gedackten. 150
der Pfeiffen. 149
der Regal. 149
nach den Proportionibus, 156.157
wie zu ſtimmen. 53
von welchẽ clave amufangẽ. 153.156
INDEX II.
2
| dreyerley Art. 153.154
So 40
trohfiedel. «79
Snob A 75
Su.
Sub Baß. 132
Sub Baß de Gamba. 46
Gebrauch 46
Sun oder Siefit. 132
Super Gedaͤcklein. 140
dienet zur Variation. 95
zum Diſcant. 40
Denen einer Plockfloiten Pe
140
an 129
Super octaͤvlein. 129
Super Rohrfloitlin. 141
TA.
Tabella univerſalis aller Inſtrumen-
ten Intonatiõ hoͤhe vñ tieffe ꝛc. 8.19
vnnd den fuͤnff folgenden Blättern.
Tabella Muſicaliſcher Jule
abtheilung.
Tambuer de u =
ee ee 48
Tenoriſta wie hoch fingen koͤnne. 7
Tertia hey den alten keine Gonfo-
nant ia. 102
Tertiæ Majores müffen rein geſtim⸗
met werden. 150
Muͤſſen richter ſeyn im ſtimen. 57
Tertia minor muß in der Quinta hi
rein ſeyn.
Teftudo
228 INDEX II.
Teftudo. 4.6.49 | ſtendig. 6
Tetrachorda durch die Orgel abg-| Sowol in Orgeln als andern In⸗
ſcij ffet. 9] ſtrumenten vngleich. 14
Tetra li atda der Alten. 94 | Thon in tertia inferiore in Clavi-
Hypaton. 94 | cymbeln vnd floiten lieblicher. 16
Meſon. 941 In Italia vnd Catholiſchen sand
Hyperbolzon. 94 len ſehr gebreuchlich.
Synemme ion. 91.94 | Thun Baß. 55
deſſen claves. 91] woher der Nahme. 132
wenn erfunden. 94 TI.
TH. Tibia, 3
Theorbe. 4.6.27. 52 utricularis. 3.6.42
von 14. auch 76. Seiten. 52 Transverfa.
hat zwey Haͤlſe. 521 Trover a.
Einer Baßdauten gleich. 52 | Tieffe etnes Baſſiſten in gürftichen
Seiten. 52 Capellen. 77
wie geſtimmet. 37.52 | Tympanifchiza. 5.57
Gebrauch. 52 woraus erfunden. 57
Ohne Coleraturen. 52 hat eine Seite / bißweilen mehr. 7.5
hat am langen Halſe 8. Seiten. 52] Lenge. 0 5
wird ein Diſcant oder Tenor darein! Reſonanz. 9.5
geſungen. 52 Gebrauch im Ionicoynd 1
wird von der Lauten . nico modo. 58
den. 5 4.77
Iſt zweyerley. 27.52 Tympanum Hieronymi. 77
Romaniſche hat e. Seiten Chor. 52 Tintinnabulum. 1
Padoaniſche hat 8. Seiten Chor. z TR.
Thon der Inſtrument afpe&u Lon- Tremulant wenn erfunden. 717
gitudinis. 6 | Triangel. 4:78
Latitudinis. 6.7 | Trigonia Pyramis. 57
Profunditatis. 6.7 | Trigonus Inſtruments.
Thon zweyerley: Chor und Cammer⸗ Trombone. 2
thon. 14 Trommer. 2.32
Thon in welchen Inſfrumenten be.
229.
STE ⁰ 1 y AA e Een. — ——
Trometten an der Menſur erlengert. 33 Wie viel Sorten. 25
Wie hoch vnd niedrig am Thon. 10 Haben 6. Saͤiten. 44
Sind Chor Thon. 5 Wie geftimmer. 25.44
Lang von Paft. 33 Sind dreyerley Art. 47
Trommeten gleich einem Poſthorn = Etliche mit 3. 4.0nd5. Saͤiten. 45
Schlangen. Refonang lieblich. 44
Trommeten Krumbbogen. 33 j SubBafs derſelben. 46
Trommeten Baß im C ad modum Zum gener Chromatico bequẽ. 67
Hypolonicum geſtimmet. 3 Viola, Vivola de bracio. 4.48
Trommet in Orgeln. 126 Woher der Nahme. 48
Trummel. 4.77 Wie viel Sorten: vnd wie zu ſtimen. 26
Trumpel. 78 Violino da Brazzo. 4.48
Trumſcheid. 1 Violetta picciola. 48
TV, Violade Baftarda. 4-47
Tuba. 2 Woher der Nahme. 47
Tuba Hieronymi. 77 Gebrauch. 47
Derer bedeutung. 77 wie vnterſchiedlich zuſtimmen. 26.47
Tuͤrcken achten keine Muſic. 83 Dat gemeine Saͤiten / Sechs: Staͤ⸗
Tuͤrckiſche Iaſtrument. 79 lene / achte. 47
Zum rechten Chor-Thon vnnd Violono. 44
Thormaß ein Pfeifflin u machen. Violuntze. 43
231. 232 Vieiſtimmige Inftrument. 7
VE. Virginale. 5. 62
Derenderung vnnd vermehrung der Erſtlich aus d Phalterioerdacht. 76
Stimmen in Alten Orgeln. 13 was in Engeland. 62
Vermehrung der Clavier im Clavi-
Chordio. 60 VN.
VBerſtimung der beſaͤitetẽ lnſtrumẽt. /
Verſtimmung der Schnarwercke / woher Vniverfal Mufici in Welſchland. 11
im Winter vnd Sommer. 143 Vnivoca Inſtrumenta. 7
Verſtimmen der Pfeiffen woher. 150 Vn Tambour de Biſcaye. 79
Veſtigia der alten Harmoniæ. 100.201 Vnterſcheid zu reden von Fußthon vnd
VI. auff Jußthon. 125
Violino. 4.48 Vnterſcheid zwiſchen Chor vnnd Cam⸗
Viole de Gamba. 4 mer Thon. 14
Woher den Nahmen.
v hi) | Gg VO. Vo-
3
— —
VO. Wie viel Commata ein bund auff der der
Voces Muſicales durch die Orgel er-| Lauten vnd Viola de Gamba in 5 1
fun den. 90 begreifft.
Vollſtimmige Inſtrument. 7 Windlade / darin Cancellen, Ventil
Vortheil eine Floͤite jünger oder . vnd n 106
iu Stimmen. vo.
V af was im wee 155
Wachtelbeinlin.
Waldfloͤlt in Orgeln. se S Krumb. 3.36
an welchem Ort gebreuchlich. 5 Gelb vnd Gerad. 3. 3
wird repetiret. . Stille. 36
Was etgentlich Inftrument vnnd In- Wie viel Thon. 36
ſtrumentiſt fey: 11 Wie Hoch vnnd Niedrig am
Was in liefferung der Orgeln in acht hon
zu e 158 Juͤnger vnd grober zu Samen; 5
Kleine Zincken. 36
Waͤſterwaͤlder Safer 33 | Wie Intoniret, 36
Waͤſterwaͤlder Trommet. ncken in Olgeln. 126.146
Weiber Leyre. 4. ingel Corthol. 38
Wellbretter. 706 bel. 1
Wenn die Semitonia b. vnnd Yy er- Klingende Zimbel. 137
den. 91 . Zimbel. 131
Zimbel⸗ Baß. 131
ie Ne Organa die Schnarwerck Ztmbel kan fi ſich alleine nicht ge-
sur rechten Intonation bringen. 411 braucht werden. 1
NB. Die ·
231
3 — —— —E—U— . — — nn nn ng,
.NB.
ESP, Scwweilin dieſem Tomo Secundo, zum offtern des rech⸗
= 82 ten Chor- Thons erwehnet: vnd ich befunden / das an vielen dr.
RS)
N tern / auch wol in ſehr groſſen vnd vornehmen Staͤdten / vnd de-
ſelbſt befindlichen herzlichen Orgeſwercken / die rechte Chor maß /
wornach ſich die Menſchen Stimmen / ſo wol als die Inftrumen-
ta richten muͤſſen / nicht⸗ fondern der Tonus derſelben entweder zu hoch oder zu
niedrig: nd ſolches einer von den fuͤrnembſten Defecten der Orgeln iſt. So
hab ich vff allerley Mittel vnd Wege gedacht / wie vnd welcher geſtalt ſolchem abzu⸗
helffen / vnd einem jeden / ſo wol Orgelmachern als Organiſten der rechte Tonus
vnd Chormaß bekandt würde: Wornach ein Orgelmacher ſich richten / die Newe
Orgeln nach demſelben intoniren, die Alten aber Renoviren vnnd Corrigiren
koͤnte. Derowegen hiervnter einen richtigen Abriß der rechten Chormaß ſetzen
wollen; von dem C, ſo nach Orgelmacher Menſur ein halben Fuß Thon (wenn
das groſſe C. von 8. Fuſſen iſt) bringet.
C SF ucß / c 4 Fueß / d 2 Fueß / d 1 Fueß / d Fucß /
Nach welcher Menſuer etliche Pfeifflin zur rechten Chormaß / durch eine ganze
Octav, gar juſt vnd rein koͤnnen gearbeitet werden: Deren ſich / neben den Orgel⸗
machern / auch die Organiſten vnd Cantores um anſtimmen zugebrauchen.
Jumaſſen dañ auch in folgendem Tractat von der Orgeln Verdingnuͤß /
Baw vnd Liefferung fol angezeigt werden: Welcher geſtalt man mit gar gerin⸗
ger Muͤh / auch ohne ſonderbahren koſten / eine Orgel ſo wol auch Clavi-Cymbel
vnd Inſtrument entweder vmb einen Tonum oder Semitonium Hoͤher oder Nie⸗
driger / zur rechten Chormaß bringen koͤnne.
Welches alles dann ein jeder Orgelmacher (die ich wegen jhrer Kunſt ſehr
liebe / enerire vnd jhnen alles Liebes vnd Guttes goͤnne vnd wuͤnſche) im beſten
vnd nicht zum ergeſten von mir auffnehmen vnd verſtehen wolle.
Denn was ich an einem vnd anderm Ort / bevorab pag. 109.760. erinnert /
deſſelben hat ſich kein rechtſchaffener Olgermacher / Sondern allein die Hümpfer
vnd Stuͤmpler / die noch nicht eine Pfeiffe recht anzurichten gelerner / vnnd fluge
Meiſter ſpielen wollen / anzunehmen. Sintemahl ich wol weiß / was von dieſer
Kunſt / ſo auch in Warheit mit vnter hohe Kuͤnſte zu rechnen / zu halten ſey:
Darvon vielleicht an eim andern Ort weitleufftiger zu tractiren, ſich gute gelegen⸗
heit offerirenfente.
es
2,9, EN
232
f P Ä ]ꝗ⁰ͤémt ˙ . Q “ rin —— — —— — rer — med —
Pfeifflin zur Chormaß.
n Holt / ges
b. Die Lenge ber N a
Pfeiffeniumrech- a: iſt die Weite / zwey⸗
ten Chormaß. mahl genommen. In Metal /
15 r 8 G = rn =
Auch halte ich vor meine Wenigkeit kein beffer Inftrument, den rechten Thon zuerfahren / als
eine 1 ſonderlich die vor der zeit vnd noch / zu Nuͤrnberg gefertiget ſeyn: Daß man nemblich
den Zug vmb 2. Singer breit vom ende auß ziehe / ſo gibt es gar recht vnd juſt / in rechter Chormaſſe / das
alamire im Tenor.
Dieweil die Oornet ſonderlich / vnd auch die Flaͤiten leichtlich vberblaſen / ſo wol / die Fagot vnd
Dolcian, nach dem fie beroͤhret ſeyn / bald Niedriger bald Höher intonirt werden koͤnnen: Vnd man
alſo ſich darauff nicht zuverlaſſen hat. Derowegen dann auch in die Regalia, ſo vnter meine Haͤnde
gerahten / Ich ein Pfeifflin zur rechten Intonation des c. oder f. oder g. einrichten laſſen / darmit
man allzeit die Regalia oder andere Inſtrumenta pennata nach ſolchem Pftifflein ſtimmen vnd eir⸗
Ziehen koͤnne. Dieweil man doch nimmermehr ein Pfeifflein mit dem Winde vnd anblaſen des Mun⸗
des / ſo gewis intoniren kan / alß mit den Blaſe Baͤlgen des Regals / welche den
Wind allzeit h halten / vnd nicht falliren
nnen.
Ad fol.
— — — — — — Jö; x
Ad fol. iyo. fol auch die Difpofition nachfolgender
Orgel / re feriret werden.
Orgel zu S. Lambrecht in Luͤneburg / hat
60. Stimmen vnd drey Manual Clavier.
Mittel oder Groß Werck: zum Mitlern Clavier:
Hat 13. Stimmen.
1. Principal. 16 Fueß. 22. Feldpfeiff. 0
3. Ditava. 8. Fueß. 24. Trummet. 8.
4: Iulaoder Spitzfloͤit. 9. 25. Regal. 8.
J. Querpfaff. 8, 26 Krumbhorn. 9.
= en ff 4 | 27. Zinck halbirt. 8.
8. Flo 58 | Röckpoſttieff.
9. Spitz Quinta. 3. Hat 15. Stimmen.
10. Octava. 2. 28, Principal. 8.
11. Rußpfeiff. 29. Quintadehna. 8.
12. Zimbel. 30. Gedact. 8.
13. Mixtur. 31. Blockflöit. 4
Ober Werck: zum Obern 32. Holfloit. 4
Clavier. 33. Quintfloͤit. 3.
Hat 14. Stimmen. 24. Octava. | 2.
14. Principal. 8 Fueß. | 35. Sedetzen Quint. 11.
15. Hellpfeiff. 8. 3 6. Stifloͤtt. 1.
16. Querpfeiff. g. Halbirt. 37. Repetirend Zimbel.
17. Quintfloͤit. 3. 38. Scharp.
18. Naſat. ER 39. Mixtur.
19. Gedact. 2. 40. Regal.
20. Gemßhorn. I» 41. Schalmey.
21. Wapflsiin . 5 — A Pedal
8 1 Er
— —— nn — ————
Pedal-Baͤſſe: 54. Mirtur.
t. Stimmen. 55. Poſaunen. 16.
43. Principal⸗Vaß 16. Fueß. 5 5 Krumhorn. 16.
44. Vnterſatz. Ic. 57. Trommetten. 8.
45. Octava. 8. 58. Schalmey. 4
46. Gedact. 8. 59. Cornet. 2.
47. Super- Octava. +
48. Nachthorn. 4. Tremulant.
49. Spitz⸗Quint. 3. 1. 9 Ventiel Dberwerd.
50. Gemßhorn. 2. 2 zum Hr.
51. Bawrloͤit- I. 3.5 Pedael.
52. Rauſchpfeiff. 1 Coppel zu beyden Manualen.
53. Zimbel. | 2. Coppel / Pedal zũ Ruͤckpoſitiff.
— —— • Gmniw'——
— ———n
E RR ATA IN II. TOMO,
Zweyerley Maͤngel find leider alhier
verhanden.
7. Der Erſte vnd nicht der geringſte iſt: daß die Paginæ nicht allein auff etli⸗
chen oͤrtern nicht numeriret, vnd die Zahl auff vielen Blettern außlauterm vn⸗
fleiß gentzlich auſſen gelaſſen / ſondern auch vnrichtig geſezet iſt.
Wie vom Bogen C. ij an / fo mit 79 bezeichnet / biß auff den Bogen F.
welches der rechten Ordnung nach 47. fein ſolte / gnugſamb befindlich. Welchen
Errorem der guͤnſtige eſer / wegen des Indicis / ſo auff die richtige vnd natuͤrliche
Ordnung der Bletter gerichtet / vnbeſchwehrt alſo bald zum anfang ſelber Corri.
giten wolle / vnd die Zahlen / ſo zwiſchen Cij vnd F ſeyn für Falſch vnd Nichtig
——
halten. Zahlen / ſo auſſen gelaſſen: ſind /
B. ii, 13. L, 87. L ij facie . 84.
L iij, 85. L iiij fac. 2. 88. O iiij. fac. 2. 112.
Aa, iij, 189. Aa. iiij fac. 2. 192.
Zahlen fo verfaͤlſchet: ſind /
C. 1. fac. 2. 28. für 18. F, 30. pro 41.
F iij, fac. 4 38. pro 46. F iuj, f. 2. 48. pro 47.
ö G iii f. a.
235
— 4 ne . — ——
G iiij fac. 2. 4. pro 56. I iij, 62. pro 70.
K ij, 57. pro 75. K iij 88. pro 78.
N iiij, zog. pro 107. P ij, 114. pro 118.
Q iij, 128. pro 226. S j, 188. pro 38.
2. Der ander Mangel iſt:
Das bißweilen nicht allein Woͤrter auſſen gelaſſen / beſondern auch die
Buchſtaben vnd Diſtinctiones verwechſelt / verſetzet oder gar mangeln. Von
denen / allein die vornembſte alhier verzeichnet / die andern vnd geringere wolle der
guthertzige Leſer im leſen ſelber Corrigiren.
Pagina. 4. I. 6. ſol heiſſen / Clavitympanum. 1. 9. Tintinnabula.
p. 10. Arpichordum. P. 74. I. 30. Baſſanelli. Bombardoni.
pag. 36. I. 4. Cornetti Curvi.
pag. 42. Schaͤffer Pfeiffen.
paß. 52. Geigen Saͤttten. p- 53. Orpheoreon.
p- IC. au. p. 5d. Säiten.
p. 59. l. 7. vnd bleiben die p. 6. I. 17. vielen vnd offtern.
p. 66. l. 5. Commata. l. 13. nemen vnd geben kan.
P. 57. l. 5. da in einer Symphony, p. 74· l. 8. muß ich auch hinzuzuſ.
p: J5· l. 6. æs cyprium verò. p. 76. I. iz. Decachordum.
p. 78. I. io. Cymbalum. p. 89. l. 7. Salaria.
p. 97.1.3. bloß mit einer Stimm.
p. 100. I. 2. der gepreſte Wind.
p-108. davon im 14. Cap.
1. 2. vnd durchſtechen / ſehr gut.
p. 113.1. 27. Canaal.
p. 720. l. 20. ſich nach erfahrnen. 1.23. beydes von.
p. 223. lin, 23. Sub Principaln.
Pp. 125. l. 4. 5. durch der Quintadehnen engigkeit.
p. 129. l. 26. Ordnung / das Groß Octav,
P. 131. lin. 4. repetiret: auch wol in groſſen.
p. 137. lin. ult. gearbeitet werden kan.
p. 144. lin. 7. contrahiret, vnd ſich
p: 147. lin. 26. im ſtarcken laut.
p. 150. lin. 6. denn je niedriger: J. 20. er fie gar zu ſehr.
170. Do hinein gehört die Diſpoſnion der Orgel zu S. Lambrecht / ſo fol.
ju befinden.
p- 189
— — ———— — euere — — — — —
p.189. lin. penultima. Schloß Capell zu Schoͤningen / durch
p · 199. fac. . nach der 26. Zeilen Einzuſetzen etliche machen auch nur e. falten an
- Dlaßbälge / welche auch gar gut ſevn.)
f. 2.lin.13. pro Naſath, liß / Querflott.
lin. 28. pro Holquint / ß Naſath.
pag. 200. Bock Tremuland. e$
P. 201. lin. 64. noch eins zum Bruſt Poſtiif.
p. z04. Dalricus Co. Vitruvius. Amphion. Boëthius. Guido Aretinus. Cor-
net. Lud avicus Zacconi. Adrianus Turnebus. Ioannes Baſſanus.
p- 207. BA. Baarpfeiffen. 726.74) BE. Beſchreibung M. Inſtrument. 1
p. 208. lin. 40.341. Chormaſſe.
209. lin. 29. in genere Diatonico. lin. 39. Dieſes Enharm.
270. lin, 21. Concertiren. lin. 27. Floridus. lin, 40. torti, Storti.
211. lin. 43. Doppel dagot. 38.
Er
Hieraufff folget nun der Sechſte Theil: darinnen aller Muſicaltſchen / ſo
wol jetziger vnſerer zeit Iaſtrumenten, alß auch etlicher wenig der Alten Inftru-
menten, ſo viel man darvon nachrichtung haben koͤnnen / eigentlicher Abriß vnd
Abconterfeyung eines jeden inſonderheit / nach der Groͤſſe / Lenge / Dicke /
gar eigentlich nach dem Maßſtabe abgetheilet vnd gezeich⸗
net zubefinden iſt.
VI. Theil.
Sciagraphia, ſeu
Theatrum Inſtrumentorum.
V. Peel Taru Zusmg
Theatrum
NSTRuMENTORuM²
gen
SCIAGRAPHTIA
Darinnen
Eigentliche Abriß vnd
Abconterfeyung / faſt aller
derer Muſicaliſchen Inftrumen -
ten, ſo jtztger zeit in Welſchland / Enge⸗
land] Toutſchland vnd andern Ortern vblich vnd ver
handen ſeyn: Wie dann auch etlicher der Alten vnd
In dianiſchen Inſtrumenten / recht vnd juft nach
dem Maßſſtabe abgeriſſen vnd
abgetheilet
Wolffenbuͤttel / Im Jahr 1610.
.
I
Diefegift die rechte Lenge vnd Maß eines halben Schuhes oder Suffesnadı dem Maßſtabe /
welches ein viertel von einer Braunſchwelgiſd en Ellen: Vnd nach dieſem find alle Abriſſe nachge⸗
fear Jnſtrumenten / vffn kleinen Maßſtab / ſo alzeit mn barben geſetzet gerichtet.
Alt Poſitiff mit einerley
Pfeiffen / vnd dreyen vnte⸗⸗
ſchiedenẽ Regiſtern: Alſo das
es dreyerley abſonderliche
Stim̃en gibt / vſ zweenFueß /
auch anderhalb / vnd 1. Fueß⸗
Thon.
Alhier muß das Ruͤckpoſſtieſffein
angekleiſtert werden.
Orgell.
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Groß Contra-BIs-Beig. 2. Sarg Romaniſche Theorba: Chitarron. 3. Groß Sechs Chorichte Cither. 4. Masbeb: Sackpfeiff.
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I. Claricymbel, ſo eine Quart rieffer als Chor- Thon. 2. Octav-Poſaun. 3.
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Groß DoppelQuint-Pommer. 4. Violone, Groß Viol. de Gamba Baſs.
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1.2. Quart-Poſaunen. 3. Rechte gemeine Pofaun. 4. Alt-Peſaun. F. Corno /
Groß Tenor-Cornet. 6. Recht Chor Zinck. 7. Klein Diſcantginck / ſo ein Quint Höher.
8. Gerader Zinck mit eim Mundſtuͤck. 9. Still Zinck. 20. Trommet. 11. Jaͤger Tommes.
72. Hoͤlzern Trommet. 13. Krumbbuͤgel auff ein ganz Thon.
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effet
r. Blockflöten / ganz Stimwerck. 2. Dolsflöit d g. 3. Querſiiten / ganz Stimwerd
4. Schweizer Pfeiff. 3. Stamentien⸗Baß vnd Diſcant. 6. Klein Paͤucklin:
| au den Stamentien Pfeifflin Me
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CCT
1. Sorduen-Bas auff beyden Seitten. GG. 2. Doppel-Fag ott bis ins GG. 3. Oſſeu Cho
riſt- Fagott C. 4. Gedact Choriſt- Fagott. C. 5. inge, Koltholt. vaneriter Tei or un. Chorift-
Fagott. C. 6. Alt. d. 7. Diſcant oder Exilent zum Chor: Fagort. a. 8. Stimwercl Nan titten.
9. Groß Rackett / fo tieff ais der gar Groſſe Bal-Bombard, CC, Yff 16. Fuß. Thon.
NB . Suben 2. 2.3. 4. . ſtehen die Buchſtaben des Clavis bey m A och / do te zug: macht wird
Im 6. 7. 9. H. ber [chen dir Kuichflaben des Claris he das Locheffen bebt. f
.
4
1
NY
1. Bas Pommer 2. Baſlet oder Tenor- Pommer. 3. Alt Pommer.
4. Diſcant Schalmey. F. Klein Schalmey. 6. Groſſer Lock.
7. Schaper Pfeiff. 8. N * Dudey.
8 1
1. Baß vom Ballanelli. 2. Tenor vnd Alt Baflanelli,. 3. Dilrant Baffanelli,
4. Bals vom Schryari. 5. Tenor, Alt Schryari. & Cant Schrysri. 7. Kirche
oder Kurh Pferff: 8. Ein gans Simwerck von Sordunen f
FON
1. Baflett:Nicolo. 2. Krumbhorner. 3. Cornetti muti: file Zincken.
4. Sackpfeiff mit dem Blaßbalg.
Bij
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, ,, 727. REEL
MER , ach
1. 2. Spinetten: Virginal (in gemein Inſtrument genant) fo recht Chor- Thon.
3. Octavlnſtrumentlin.
ILL
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I. Clavicytherium. 2. Clavichordium, Italianiſcher Menſur
2. Gemein Clavichord. 4. Octav Clavichordium, -
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I ———
a. Paduanifche Theorba. 2. laute mit Abzůgem oder Teſtudo Theorbata, 3. Chor Laute.
4. Quinterna, g. Mandoͤraen. 6. Sechs Thoͤrichte Chor Zitter: 7. Klein
Eugliſch Zitterlein. 8. Klein Geig Poſche genant.
1
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ASSISTANT NUNG
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1. Bandocr. 2. Orpheorcon. 3. Penorcon. 4 Iralianifche Lyrade Gamba
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J. 2. 3. Violn de Gamba. 4. Viol Baftarda. 57 Italianiſche. Lyra de bracio
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1. 2. Kleine Poſchen / Geigen ein Octar höher.
8. Scheidtholtt.
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4. Rechte Diſcant-Geig. 5. Tenotr-Geig. 6 Bas. Geig de bracio. 7. Trumſcheidt.
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Diſcant-Geig ein Quart höher.
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1. Allerley Bawren Lyren. 2. Schluͤſſel Fiddel. 4. Stroh Fiddel. 4. Jaͤgel⸗
hoͤrner. 5. Triangel. 6. Singekugel. 7. Morenpaucklin.
8. Glocken 9. Cimbeln : Schellen.
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Heerpaucken. 2. Goldaten Trummeln
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Diß ſind die Manual-onnd Pedal-Clavier, wie die in der gar groſſen Orgel im
Thumb zu Halberſtade ober „ liegen.
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Blapbaͤlge vnd Calcanten, ſo zu der zeit bey derkiven Orgel gebraucht worden ·
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Clavier zum Werek in der Alten Orgel zu X
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1. 2. Sind Satyri pfeſſen. z. Almerieaniſch Horn oder Trommet. 4. Ein Yingfose
den Uıneritanerngleich toein Triangel gefchlagen wird. F. Amerteanſche Schalen. C. Bieten,
darauff die A mericaner / wie bey ons auff Glock en / ſpielen. 7. Ein Ning mit Schellen / die ſie in die ho.
uff werſfen vnd wiederfangen / cte. 8. 9 e
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1. Ein Tüeckiſch Trümlein oder Paucklen. 2. 3. Moſcowitiſthe Trum meln oder Paucken.
4. Indianiſih Horn von Hel kenden. §. SE von Eſſen gemacht wird darauf geſpielet / wie bey vn s
au f dcr Keſſelkrummeln. 5. 7. 8“ Indianische Teummeln vnd blaſende Instrumente,
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1. 2. Indianiſche lnitrumenta am tiang den Harffen gleich z. Monocordium iſt ein Pfeiff vnd
hat eine Saͤite darneben / welche mit dem Fiddelbogen geſtrichen wird / den Arabern gebreuchlich. 4. Ein
Americaniſch Trommet F. Ein Fiſchbein darauff zwo Sahten eines Chons. & 7. Sind Bein⸗
bender dea Americanern an ſtad der Schellen gedreuchlich: Sind Gewechſe von Früchten zuſammen ge⸗
macht. 8. 9. 10. Indian che e e .
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1° Chorus. 2. Pfalterium: 3. 4. Pfalterium Oscahordum. 5. 6. Cithara Hieronimi
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9.10. Tympanum Hiero
Pfalteria,
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11. Organum Hieronimi, 12. Fiſtula Hieronimi. 13. eymbalum Hie-
ronimi. 14. Alte Fiddel.
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1. Em Artemis Hackebrets wn d aben nut Fingern gegriffen. 2. Eineſen⸗
derbare baute / wird nech Art der Harpfen trectiret 3. Ein gar Alt Italianiſch
Inſtroment. darren hin arm Indice. ber icht zuffn den.
XXXVII.
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1. Principal 8. Juß. 2. Octava 4. Juß. 3. Quinta 3. Juß. 4. Klein Octava 2. Fuß. 5. Nachthorn 4. 5 ar 6. Quintadehna 16. Fuß. 7. Quintadehna 8. Fuß
8. Nachthorn 4. Juß 9. Großgcbacklſcblch s. Fuß. 10. Gemßhorn: 8. Fuß. 11. Spillfloit: 4. Fuß. 12. Plockfloit: 2. Juß. 13. Offen Querfloit 4. Juß. 14. Gedacte Querfloſt. 4. f.
15. Monochordium. E 1
XXXVIII.
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15. Gedempfft Regahl. 16. 7. 18. Krumbhorn. 19. 20. 11. 21. 23. Baer Pfeiffen allerley Art. 24. Querfloit.
XI.
Cymbeln, Num: 1. wurden bey den Alten aus Ertz / in geſtalt den Blettern / jo man
im Satsinifchen Vinbilicum Veneris genennet / gemachet: Hatten außwendig einen Hand⸗
griff / dabey man fie faſſete! In jeder Handeine geuommen vnd mit der andern zuſammen
geſchlagen / gab einen ſonderlichen Schall vnd Laut von ſich / welchen die Latini tinnitum
nennen. Vnd hieher gehoͤrt auch das 3. in Columaa X LI.
Die andere Art von Cymbeln bey den Alten iſt alhier auch Tab Num: 2. bezeich⸗
net.
Num: 5. Iſt eine Art Paucken / wie aus der alten Muͤntze zuerſehen reben gleich vn;
ſchlecht / vnten aber rund (faſt nach Art der jsigen vnſerer Keſſelpaucken) mit einem Fell vber⸗
zogen geweſen: Welches mit einem Kluͤpffel / bißweilen auch wol mit der Hand geſchlagen
vorden. Hierzu gehoͤren auch das Num: 4. 6. 7. in Col: XLI.
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4.6.7. Sind Art von Paucken dem
euſerlichem anſehen nach / vnter welchen das
| Num: 4. in geſtalt eines Siebes; daher es
auch Tympanum Cribri bey dem Poeten
| genennet wird. Oben findfie alle mit einer
Eſels oder andern Haut vberzogen.
e Num: 8. 9. 10. Vnbekante vnd vnge⸗
woͤhnliche Art von Leyren / daraus man der
ſelben beſchaffenheit / fo wol vnten vnd oben /
als an den ſeiten zuerſehen hat. Das 9. iſt
ein Abriß einer Lyren / aus einer alten Muntz
genom̃en / vñ koͤmpt mit dẽ Num: o. vberein.
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11. 12. Sambuca, Organi genus, in quo chordæ intendebantur. 13. Siltrum.
17. Vtriculus. 15. Crotalum, vulgò ein Triangel. 16. ‚Tibiz,Fiftule.
14. Iſt die Fiſtula oder Hirten Pfeiffe / davon Vitgilius in Bucolicis: Fiſtula di-
ſparibus Septem compacta Cicutis, 18. Cicuta.
FEII A.
INDEX:
Regiſter
Dieſer Sciagraphiæ, oder / Theatri Inſtru-
mentorum.
Fornen an auff der andern ſciten des I. Blats / iſt die rechte Lenge vnd
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Maß emes halben Schuhes: nach welchem der Maßſtab in dieſem
Werck abgerichtet.
Alt Poſitiff mit einerley Pfeiffen / vnd dreyen Regiſtern Columna I.
Orgel: NuͤckpoſitifſJ!l Colum. II.
Nuͤrmbergiſch Geigen werke III.
Poſttiff
Regahl. „ IV.
Groß Contra-Baßgeig:
Lange Romaniſche Theorba.
Groß Cither.
Groß Sackpfeiff.
Clavicymbel, ein Quart tieffer.
Octav-Poſaun
Groß Quint-Pommer
Groß Baßgeig. Violone
Groß wolff Choͤricht Cither / Dominici.
Sechs Choͤrichte Zitter. “eo... VE
Poſaunen allerley Art / groß vnd klein
Zincken : Cornetten allerley Art:
klein vnd groß.
Trom met
* ‘ 4 * * V 1 II.
Jaͤger Trommet.
. Hoͤltzern Trommet
Krumb Buͤgel.
Blockfloͤitten gantz Sttmwerck
Doln fdͤit.
Querflöten gantz Stimwerck IX
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. Schweiger Pfeiff —— 7
Stamentien Pfelff
Klein Paͤucklein
F 28. Sor-
. Frllendiſche Harff.
Sorduen Bafs
Fagotten alleriey Art / flein vnd groß.
. Racketten Stim̃perck Du BR
» Groß Raderr.
Bombarden oder Pem̃ern allerley Art / groß vnd klein.
Diſcant Schalmey
Klein Schalmey
Groſſer Bock KI.
Schaper Pfeiff
Huͤmmelchen
Dudey
. Baflanelli Stimmwerck
. Schryari Stimwerck 5
olt.
. Sordunen Stim̃perck
Baſſet-Pommer: Nicolo.
Krumbhoͤrner / Stimverck. 5 xXxIII
. Cornetti muti. ET .
. Gackpfeiff mit eim Blaßbalg.
Octav- Inſtrumentlin
. Spinetten, Virginahlz N „ EV,
. Clavicytherium
. Clavichordia : etlicher Art. } „XV.
Theorba Paduaniſch.
laute mit Abzuͤgen.
Chor: Laute. N
Quinterna. a Sean ie rat SAN
Mandoͤrchen.
Sechs Choͤrichte Chor Cithern.
Engliſch Citherlein.
Klein Geig; Poſche. J
Sehen
corco
Be 8 eo 0000 0. XVII
talianiſche Lyra - Groß. 5
emeine Harff BEN
. 4 XIX.
67. Violen
Hackebrett.
Groß Doppel- Harff. .
Violen de Gamba 2
Viol -Baſtarda vo, „4 „6 XX.
Lyra de Bracio
Geigen allerley Art: groß vnd klein.
8 99. XXI.
Scheid Holt.
Bawren-Lyren.
Schluͤſſel Jiddel.
Stroh- Fiddel.
7
. Jaͤger- Hörner. |
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J
Singekugel.
MorenPaͤucklein.
Glocken.
Zimbeln.
Schellen.
Heerpaucken
Soldaten Trummel 5 „ „ „ e
Eu Pfeifflin
Ambo
Gar Groſſe Manual- Clavier in gar Alten Orgeln. XXIV.
Manual - vnd Pedal- Clavier in groſſen Alten Orgeln. XXV.
Blaßbaͤlge vnd Calcanten in den gar Alten Orgeln.
XXVI.
Groſſe Clavier in den Alten Orgeln. XXVII. ond XXVIII.
Satyri · Pfeiffen. XXIX.
. Are need obe gerne dung. XXX
niſche Inſtrumenta
93. Der Alten Inftramenta; Chorus: Pfalterium, 288
8 Mi Decachordum, Cithara XXXII.
94. Tympanum
+ pfaltcrium Thieronimi. . * XXXIII.
8 andere Sachen.
95. rganım
Fiftula Hieronimi I „ KXXIV.
Cymbalum ji
96. Alte Fidel.
97. Groß Clarier ſo in der groſſen Alten Orgel im Thumb zu
Magdeburg geweſen. g + xxxv.
8 6 cd. Sey
98. Zwey New erfundene Taſtrumenta, daß Eine in geſtalt eines
Hackebrets / daß Ander in geſtalt einer Harffen. XXXTVI.
Noch ein alt Italianiſch Inſtrumentf / Num: z. ſo von dem gemeinem Man in
Italia genenet wird / Iſtromento di porco, zu Teuiſch / eine Saw oder Schwei ⸗
netopff: von Ludovico de Victoria, Iſtromento di Laurento: von loſepho
ZatlinoC.lodienfi,Muficorum Principi, Iſtromento di alto Baſſo. Auff der
einen ſeiten find die Wirbel von Weiſſen Knochen / etwas lenger als die eiſerne vffn
Clavicymbeln zu ſein pflegen / haf en in der Mitten ein Loͤchlin / dadurch die Sät-
ten gezogen werden: vff der andern ſeiten find die Wirbel aus Holtz geſchnitten /
inmaſſen der daſelbſt beygefuͤgte Abriß außweiſet. Der Saͤiten find an der Zahl
dreyſsig / vnd eine jmmer lenger als die ander.
99. Allerley Orgel Pfeiffen / als / Principal: Octaven. Quinten: nach
welcher Menſuer die Zimbeln vnd Mixturen gearbeitet werden.
oO. Quintadenen: Nachthoͤrner.
101. Gedacten. XXXVII.
102. Gemßhorn. Spillſtoͤite.
103. Block vnd Querfloͤtten.
104. Klein Monochordum . }
10f. Noch anderer Art Orgel - Pfeiffen vnd Stöiten.
106. Allerley Schnarr⸗ oder Zungenwerde : Als Trommet: 2 XXXVIII.
Krumbhorn:Schalmeyen: Sorduen: Rancket. Regahl 5
Pfeiffen: BaͤerPfeiffen.
107. Monochord ium: recht juſt vnd richtig abgetheiler. XXXIX.
108.109. &c. Die Inſtrumenta vnd Abriſſe ſo vf dieſen VT. 11 I. 1LI1
dreyen Stoͤcken befindlichen: Hab Ich in 9 a 0
Buch funden / ſo Anno 1613. zu Augßburg gedruckt / mit dieſem Tittel:
[Laurentii Pignorii Patavini De Servis, & eorum apud veteres mi-
niſteriis, Commentarius: In quo familia, tum urbana, tum ruſti-
ca, ordine producitur & illuſtratur. Vnd dieweil dieſer Autor das
felbſten von Muſicaltſchen Sachen nicht tractiret: So hat Er / ſo wol
Ich keine eigentliche Nachrichtung davon haben noch geben koͤnnen.
Es find aber bey den Alten / dieſelbige Inſtrumenta mit nachfolgen Namen ge⸗
nennet worden.
Num: 1. 2 3. Cymbala.
4. J. 6. 7. Tympana.
8. 9. 10. Lyræ: Pſaltria; Barbita.
11. 12. &c. Sambuca. Vtriculus: Crotalum:
Tibiæ: Fiſtulæ: Cicuta.
FIN TS